DISKRIMINATION
noch als Reisehinweis dieser Bericht aus eigener schmerzvoller Erfahrung zum Thema offene Diskriminacion, der exemplarisch steht für fast alle Länder Südamerikas (ausser die o.g. Gross Städte in Argentina und ausser in ganz Uruguay), egal ob es ein Anti Diskriminierungs-Gesetz gibt, das einfach ignoriert wird von einer homotransfoben Gesellschaft. Laut nationaler Verfassung ist auch in Paraguay Diskriminierung jeglicher Religionen, Herkunft, Rasse und Identität verboten!
Persönlicher Vorfall am 20.06.2019 in einem grossen Shopping Center der Hauptstadt Asunción .... solche menschenfeindlichen Vorfälle wiederholen sich hier in Paraguay wöchentlich ohne Konsequenzen für die Täter, Betroffene sind ALLE Personen aus der Gruppe LGBTIQ+, die identifizierbar sind vom Personal (z.b. auch ein Gay-Paar), sowie Behinderte, stark adipöse Personen sowie stillende Mütter mit Babies auf dem Arm!
An diesem besagten Tag fuhr ich zum Shopping Center "Shopping del Sol" in der Hauptstadt, um dort einzukaufen, zu essen und kurz das WC zu besuchen. Gekleidet war ich sogar ausnahmsweise ganz zufällig in langer Jeans und weitem T-Shirt mit sportlichen Schuhen ohne viel Haut zu zeigen!
Kurz zusammengefasst: der erste Türsteher hat mich schon vor dem Eingang zum Stoppen gebracht und mir den Weg verstellt und gefragt "was ICH HiER SUCHE"? ... danach kam sofort der nächst höhere Super Aufpasser mit feinem Anzug, Headset am Ohr, Typ Bodyguard, und hat mich böse angeglotzt und befragt ... telefonierte noch kurz mit dem Geschäftsführer und der sagte ihm laut hörbar "nein, Trans Personen haben keinen Einlass"! Danach bat ich nochmal um einen WC Besuch (war wirklich dringlich) und der Bodyguard sagte mir im bösen Ton "nein"!
Und dieser Tag am 20.06.2019 und Vorfall (fühlte mich an dem Tag wie ein Tier "me siento como un animal") war für mich der Anfang langsam meine sehr grosse Geduld und Toleranz zu verlieren und die Re-Auswanderung zu überlegen. Der Vorfall verletzte und beleidigte mich tiefst in meiner weiblichen Seele bis heute! Wer hat OFFENE DISKRIMINIERUNG wegen eurer IDENTITÄT oder sex. Orientierung schon mal selbst erlebt? Es ist eine Straftat und hinterlässt tiefe psychische Spuren bei den Opfern! Bis heute fühl ich mich total unsicher bis verängstigt, wenn ich neue unbekannte Strassen zu Fuss laufen muss oder noch unbekannte Parks, Lokale, Geschäfte, Supermärkte, Bodegas (Getränkeladen), Kneipen, Firmen, Verwaltungsgebäude, Privathäuser betreten MUSS, vermeide dewegen strikt alles Neue, um weitere Diskriminierung möglichst auszuschliessen . Das ist doch kein lebenswerter Zustand oder?

Seit dem 20.06.2019 wohne und bewege ich mich ausschliesslich auf den 20 mal 15 Wohn Quadraten im Innersten der Hauptstadt und verlasse dieses Territorium nicht mehr, ein grosser Käfig!
Im Januar 2020 wollte mich hier noch ein alter Freund (unauffälliger CIS Mann) besuchen, der meine Transidentität und sex. Orientierung repektiert, aber der hat mir jetzt vor kurzem abgesagt mit der erhrlichen Begründung, dass er "mit mir an seiner Seite nicht das Land kennen lernen kann, weil ich ja ständig diskriminiert werde und keinen Einlass bekomme". Er habe damit mit mir und wegen mir als Trans Frau keine gemeinsamen Reisemöglichkeiten! DAS TAT ECHT WEH IN DER SEELE MEINE LIEBEN! Muahhhh!
PS1: Direkt nach dieser offenen Diskriminierung vor fast exakt einem halben Jahr habe ich das auf Facebook sofort publiziert (siehe Fotos unten), innerhalb von 23 Minuten nach der Veröffentichung hatte ich schon mehr als 300 Klicks meiner FreundInnnen und der Post wurde in 23 Minuten 600 mal geteilt mit anderen und 600 mal kommentiert. Danach ging es durch alle Medien, Presse, Fernsehen hier in Paraguay. Bei einer Tageszeitung waren es dann ganz schnell 3000 "gefällt mir" Klicks und fast 2800 Kommentare! Viele von den 2800 Kommentaren waren erschreckenderweise HASS KOMMENTARE gegen Trans Personen!

Das hat mir an diesem Tag noch den Rest gegeben und fühlte mich wie DAS Allerletzte hier! Seitdem kennt auch jede(r) meinen Namen in der Hauptstadt, habe gefühlte 500 Unterstützer und Fans mehr, aber gleichzeitig tausende Feinde mehr, die schon meine Beschwerde der Diskriminierung als feindlichen Akt sehen! Viele Gruesse und hoffentlich bis bald, sehne mich langsam echt nach Rückkehr ins tolerantere Deutschland und eine trans sympathische Gross Stadt, wo eine Trans Person doch jedes Einkaufszentrum besuchen darf! HOFFE ICH!!!!!
PS2: NEVER EVER NUNCA MAS!!!!
PS3: die vielen Trans Organisationen (oft NGO) und Vereine helfen nicht weiter bei solchen Vorfällen nicht mal durch psychologische Betreuung der Diskriminierungs- und Verbrechensopfer. Sie sind entweder völlig überfordert mit den vielen Problemen hier oder wollen nur die Fondos aus Europa und Kanada verwalten, um sich selbst zu "unterhalten" und ihre Festanstellungen zu sichern. Die intern. Zahlungen sind auch immer zielgebunden, das kann bedeuten, dass hier eine NGO 10.000 US Dollar für HIV Tests erhält mit dem Ziel 3000 Tests durchzuführen, aber diese Organisation nicht mal das Geld besitzt, um die eigene Miete für ihr Vereinszentrum und Büroräume zu bezahlen. Fast unglaublich alles aber wahr!
Gute nacht abrazo y besito Lola Andrea.
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