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Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 13:56
von NikolaAusR
Hallo Steffi,

mir haben Deine Schilderungen ziemlich heftig die Tränen in die Augen getrieben...

Ich wünsch Dir, dass Du immer ein gutes Team (dr) um dich hast, das dir dabei hilft eine Resilienz zu entwickeln und dass so die Narben auf Deiner Seele irgendwann nicht mehr schmerzen.
https://www.spektrum.de/news/resilienz- ... as/1613232

Viele liebe Grüße
Nikola

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 14:17
von lexes
Ja , das ist nicht witzig .. in Gänze

Sei's drum : Auch wenn der weitere Weg sicher noch steinig ist und Du auch bestimmt nicht alle schreibst, was Dich ärgert :

Hier wird Dich niemand belächeln , abziehen und/oder zur Flucht veranlassen

Mach einfach weiter so .. die Erfolge feiern wir dann um so lieber mit Dir

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 16:56
von Marlene K.
Anja hat geschrieben: Di 24. Sep 2019, 12:52 ...
Meine Psychologin konnte sich überhaupt nicht auf mich einstellen. Das war mit ein Grund, warum ich dann eigenmächtig die Therapie abgebrochen habe...

Aber wenn man einen passenden gefunden hat, kann er eine große Hilfe sein, denke ich. Zumindest sofern man sie benötigt.

Grüße
die Anja
Liebe Anja,
diese Erfahrung habe ich auch gemacht, habe aber in der Folge zwei sehr gute, zu dem jeweiligen Zeitpunkt ganau zutreffende, Therapeuten gefunden. Mein jetztiger ist einfach nur klasse... für mich.

Liebe Grüße und bleib am Ball. Es lohnt sich.

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 17:04
von Marlene K.
Liebe Steffi,
das von Dir geschriebene lässt mich hilflos und ungläubig zurück.

Ich habe lange Zeit mit Menschen in meinen Küchen gearbeitet, die ähnlich harte Erfahrungen gemacht haben. Du wirst nur lernen können damit zu leben, los lassen kannst Du solche mehr als nur emotionalen Traumata wohl nie ganz. Auch unsere Vergangenheit bleibt ein Teil von uns. Wir können nur entscheiden, was unsere Erfahrungen mit uns machen.

Ich verbeuge mich vor Deiner Stärke und schließe mich Friedas Worten bezüglich der beobachteten Vergewaltigung an. Vergib Dir selbst. Du musstest Dich schützen.

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 24. Sep 2019, 18:19
von Simon(e)
Liebe Steffi,

Ich bin erschüttert und sprachlos!!!
Ich begreife einfach nicht, wie man Menschen so etwas antun kann!
Es ist gut, dass du dein Erlebtes aufschreibst um es für dich aufzuarbeiten.
Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft und hoffe, dass dein weiterer Lebensweg
Dir das Glück und Zufriedenheit bringt, dass du dir wünscht und verdient hast!!
Versuche weiterhin positiv nach vorne zu schauen!!!!


Fühl dich gedrückt!!!!


Liebe Grüße
Simon(e)

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mi 25. Sep 2019, 00:29
von Inga
Liebe Steffi,

ich muß mich einfach den anderen anschließen. Es ist gut, dass du dein Erlebtes hier in Worte fasst und aufschreibst. Es ist gut ür dich und es ist wertvoll für uns.

Ich denke, es ist jetzt auch etwas deine Lebensaufgabe, von dem Erlebten auch anderen Menschen erzählen zu können.

Darum habe keinen Schrecken, wenn Erlebtes wieder hoch kommt und du davon erzählst. Erzählen musst. Nimm es als Chance. Es hilft dir, das alles langsam zu verkraften - und es übt dich auch, passende Worte dafür zu finden, davon erzählen zu können. So auch uns, die wir das alles in unserer Jugend so nicht erlebt haben und uns kaum vorstellen können. Dafür möchte ich dir auch Danke sagen.

Ob nun mit Worten oder ohne. Sei ganz doll gedrückt.

Liebe Grüße
Inga

Liebe Grüße

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mi 25. Sep 2019, 11:32
von ExUserIn-2026-01-21
Heftig, heftig deine Worte Steffi. Als Außenstehende macht mich das richtig betroffen und fühle mit dir. Was war das nur für eine schreckliche Kindheit+++ I'm totally shocked :shock:

Vielleicht machst du mit deinem Post sogar vielen Betroffenen Mut sich anderen anzuvertrauen und ihr Erlebtes zu teilen. Aus meiner Sicht finde ich deinen Schritt nicht nur mutig, sondern er bietet eine wahre Chance diese schrecklichen Erlebnisse auf eine gewisse Weise aufzuarbeiten.

Dein Geschriebenes bezieht sich in Großteilen auf deine Kindheit - wie lebst du jetzt? Empfindest du deine Kindheit weiterhin als Trauma oder hast du damit abgeschlossen und blickst positiv in die Zukunft? Ist das überhaupt möglich bei solch einer Vergangenheit?

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mi 25. Sep 2019, 18:53
von Steffi-BLN
Die fesche Tina hat geschrieben: Mi 25. Sep 2019, 11:32
Dein Geschriebenes bezieht sich in Großteilen auf deine Kindheit - wie lebst du jetzt? Empfindest du deine Kindheit weiterhin als Trauma oder hast du damit abgeschlossen und blickst positiv in die Zukunft? Ist das überhaupt möglich bei solch einer Vergangenheit?
Jetzt aktuell lebe ich in einem 1-Zimmer Apartment mit meinen zwei Katzen.
Ganz abschließen werde ich es niemals können, dafür waren die Dinge einfach zu schrecklich die mir widerfahren sind.
Eigentlich Blicke ich positiv in die Zukunft, weiß wo ich hin möchte und dafür benötige ich all meine Kraft. Ich habe schon soviel geschafft nach meinem Outing letzten Jahres im Februar. Und ich werde auch noch mehr schaffen. Ich muss einfach stark bleiben.

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Do 26. Sep 2019, 21:32
von Emilia
Hallo Steffi,
Ich bin froh das ich schreiben kann und nicht sprechen muss, das ginge sowieso nicht, da es mir gerade die Sprache verschlagen hat. Ehrlich gesagt weiß ich auch keinen Rat in dieser Sache, aber ich glaube auch, dass das Reden mit anderen wichtig ist und Du Dich dadurch frei fährst. Es ist ganz bestimmt lastnehmend, sein Leid zu teilen. Zwar kann Mann das Geschehene nicht wieder rückgängig machen, aber durch das Teilen Deiner schrecklichen Geschichte, stößt Du auf Verständnis, welches gegen das Nagativerlebnis arbeitet.
Ich hoffe für Dich nur das Beste, es ist schwer, aber Du hast Kraft, Mut und vor allem Hoffnung, die Du niemals aufgeben dürfst.
Lass Dich drücken, Emi.

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: So 29. Sep 2019, 10:51
von Michi2011
Steffi-BLN hat geschrieben: Mo 23. Sep 2019, 14:11 Tja, so ist das. Und diese Erinnerungen kommen im Moment immer wieder hoch. Dann kommen noch ein paar andere Dinge dazu und da ist sie, die schwere Depression. Deswegen auch die Antidepressiva die ich seit letzte Woche nehme.

Manchmal denke ich mir einfach aufzugeben um diese Erlebnisse endlich vergessen zu können. Aber zum Glück hält mich bis jetzt die Transition am Leben, denn dass ist eine so schöne Zeit, Erfahrung die ich nun endlich gehe.
Hallo Steffi,

es kommen immer ein paar Dinge zu unangenehmen und bösen Erinnerungen hinzu. Das, was Du hier tust ist schon der erste Schritt zur Aufarbeitung und auch teilweise gegen die schwere Depression anzugehen. Antidepressiva "¦ sind nicht wirklich wirksam gegen Depressionen. Aufarbeitung alleine ist nicht einfach, es benötigt eine gute Unterstützung. Auch wenn man sich selbst als Stark einschätzt.

Nun, von meinen inzwischen 9 Jahren der Transition habe ich ca. 5 Jahre Unterstützung von Psychos bekommen. Die beschriebenen 9 Höllen von Dante sind ein Kinderspiel gegen das, was ich durchgemacht habe. Zur Information: Familie ist seit 1995 nicht mehr vorhanden. Echte Freunde am Wohnort - Fehlanzeige! Mit wem kann Mensch sonst noch reden? Hilfe kam durch dieses Forum.

Das was ich von Dir lese, zeigt mir, dass auch Du stark bist. Nutze die Zeit der Erfahrungen, die Du nun machst. Ich wünsche Dir von Herzen, dass es schöne, gute und für Dich erfolgreiche Erfahrungen sind.

LG, Michi

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Do 3. Okt 2019, 09:51
von Steffi-BLN
Hallo zusammen,

jetzt nehme ich seit 2 Wochen die richtigen Antidepressiva, Citalopram 20mg, davon eine pro Tag. Die erste Woche waren die Nebenwirkungen doch sehr stark. Ich hatte oft Kopfschmerzen, mundtrockenheit, ein benommenes Gefühl, ein flaues Gefühl im Magen.
Dann gegen Ende letzter Woche kam der Antrieb so langsam wieder. Was ein bisschen gefährlich war, bzw auch noch immer ist, denn von Stimmungsaufhellung war noch nichts zu spüren. Da muss ich den Medikamenten noch etwas Zeit geben. Aber ich kümmer mich derzeit um ein paar Dinge, komme also öfters aus dem Haus.
Meine Transition geht endlich wieder voran.
Und gestern habe ich auch meiner therapeutin von den ganzen Sachen erzählt und ich habe beschlossen, doch eine Traumatherapie zu beginnen bei ihr. Ich hoffe dass ich so einen Weg finde, diese Dinge zu verarbeiten, so dass ich, wenn ich daran denken muss, mich nicht so hinein steigern tue.

Lieben Gruß

Eure Steffi

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Do 3. Okt 2019, 10:12
von Jasmin_35
Das klingt doch super. Es geht voran und das ist dann sicher der erste Schritt, um auch mal alles abschließend zu verarbeiten und nach vorne zu gucken, damit du wieder von dir selber auch einfach glücklich werden kannst :)

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 5. Okt 2019, 19:06
von Steffi-BLN
Tja, Satz mit X sage ich nur 😪

Die Zeilen jetzt werden vermutlich wieder schwer zu lesen sein.

Gestern, der Tag fing erst blöd an, da meine Logopädin mir das zweite mal abgesagt hat die Woche.
Ich war dann noch beim dänischen Bettenlager, ein bisschen deko für die Wohnung kaufen.
Dann brach der Abend hinein. Ich habe mir eine Flasche Wein aufgemacht und natürlich auch getrunken. Dann wurde es so schlimm als ich meinen ersten Suizid Versuch hatte mit Tabletten und Alkohol. Ich steigerte mich wieder total drauf ein, ging als die Flasche Wein alle war, nochmal zu rewe und kaufte mit noch eine Flasche. Dazu 2 kleine Prosecco und 2 erdbeerbowlen.
Zuhause wieder angekommen, ich trank die beiden Piccolos ganz schnell weg und merkte so langsam das ich schon gut betrunken war.
Dann machte ich etwas saudummes. Ich nahm mir eine 25er Packung von dem citalopram, packte alle aus und dann lagen sie da auf den Tisch. Ich öffnete die Flasche Wein und trank ziemlich zügig die Flasche leer. Bei den beiden letzten Gläsern habe ich jeweils 5 Stück genommen. Und dann bei den beiden Bowlen die noch da waren, die anderen 15 Stück. Ich jetzt total betrunken, konnte noch kaum aufwärts gehen. Habe noch überlegt ob ich noch eine 25er Packung aufmache, ließ es aber dabei.
Etwa 20 Minuten später rief ich den Notruf an. Schloß meine Wohnung ab und ging nach unten um auf den rtw zu warten.
Da kann ich mich an fast nix mehr erinnern, der Alkohol und die Tabletten wirkten. Hatte sogar kurzzeitig das Gefühl ohnmächtig zu sein.
Im rtw musste ich mich dann mehrmals übergeben.
Im Krankenhaus angekommen wurde ich auf die intensivstation gebracht. Die haben mir einen Zugang gelegt, mich an verschiedene Geräte angeschlossen.
Irgendwie habe ich mich bei einem Zugang gewehrt und zog ihn wieder raus. Das nahmen sie als Anlass um mich an Armen und Beinen zu Fixieren. Da durfte ich dann über 12 Stunden so bleiben. Bin immer nur mal kurz eingenickt. Gegen 11 oder 12 kam dann die Psychiaterin und meinte nur dass ich heute nicht gehen darf, ich bitte freiwillig mit auf die Station komme, wenigstens noch für heute. Morgen wird dann entschieden ob sie mich gehen lassen oder eben nicht.

Bin ich glücklich über die ganze Situation?
Auf der einen Seite ja, weil ich die weiteren Tabletten nicht genommen habe, dann wäre es komplett vorbei gewesen und ich hätte wohl keinen notarzt angerufen.

Auf der anderen Seite bin ich natürlich traurig darüber, dass es mich jetzt wieder soweit gebracht.

Traurigen Gruß
Eure Steffi

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 5. Okt 2019, 19:39
von Engelchen
Ach Steffi, was machst du nur für Sachen.
Warum bin ich nur so weit weg - ich würde dir gerne beiseite stehen - dir helfen dich zu stabilisieren.
Ich bin so froh zu lesen das du den Notarzt gerufen hast - ein Hilferuf - nichts anderes.
Alkohol löst keine Probleme.
Ich trink auch mal nen Gläschen Jacky - aber eben nicht mehr - reine Einschlafhilfe und das auch nur selten.
Das ist jetzt nicht böse gemeint - aber ich hoffe sie behalten dich jetzt mal ein paar Tage da um dir auf den richtigen Weg zu helfen.
Du weißt das du mich jederzeit anrufen kannst.
Liebe Grüße
Lisa

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 5. Okt 2019, 20:29
von Michi
Du nimmst Antidepressiva und trinkst Alkohol???

Ganz ehrlich:
Wenn du die Chance bekommst, weiter im Krankenhaus zu bleiben, dann nimm das Angebot an! Sonst ist Steffi tot, bevor sie richtig angefangen hat zu leben.


Beste Grüße
Michi