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Re: Das Kreuz mit den Katholiken ...und anderen...

Verfasst: Fr 26. Jul 2019, 19:53
von ExuserIn-2019-11-01
Ralf-Marlene hat geschrieben: Fr 26. Jul 2019, 15:41 ...
Ich könnte auch sagen, jede einfache Antwort, alles schwarz-weiß-Denken, ist falsch. Mag sein, dass es dadurch ist, dass ich einen vermeintlich festen, unumstößlichen Standpunkt einnehme. Schon der ist in den meisten Fällen falsch, so wie wir alle fast überall auf der Welt Fremde, Ausländer, Menschen mit anderer Religion und Kultur sind...
Wenn es denn kein Richtig und kein Falsch gibt, kein Weiss, kein Schwarz, dann gibt es auch keine Toleranz und keine Intoleranz. Womit wir dann richtig auf dem Glatteis gelandet wären...

Es ist eben alles noch viel komplizierter, als es sich in endlos vielen Seiten diskutieren läßt.

Re: Das Kreuz mit den Katholiken ...und anderen...

Verfasst: So 28. Jul 2019, 09:18
von Marlene K.
noenby hat geschrieben: Fr 26. Jul 2019, 19:53 ...
Ich könnte auch sagen, jede einfache Antwort, alles schwarz-weiß-Denken, ist falsch. Mag sein, dass es dadurch ist, dass ich einen vermeintlich festen, unumstößlichen Standpunkt einnehme. Schon der ist in den meisten Fällen falsch, so wie wir alle fast überall auf der Welt Fremde, Ausländer, Menschen mit anderer Religion und Kultur sind...
Wenn es denn kein Richtig und kein Falsch gibt, kein Weiss, kein Schwarz, dann gibt es auch keine Toleranz und keine Intoleranz. Womit wir dann richtig auf dem Glatteis gelandet wären...
[/quote]

Ich bleibe dabei, als Extrem gibt es kein Schwarz und kein weiß, kein schuldig oder unschuldig. Als wertbasierte Idee gibt brauchen wir die Wertung von richtig oder falsch, eher den Menschen dienend als den Menschen schadend. Aber das Wort eher zeigt ja, wie sehr selbst diese Idee vom Bezugsrahmen abhängt. Was ist für mich wichtiger: Soll eine Handlung oder Grundhaltung mir und den Menschen in meinem direkten Umkreis nutzen oder soll diese Tat und Haltung gerecht in Bezug auf alle Menschen sein?

Ich weiß, diese Diskussionen klingen sehr theoretisch. Für mich haben sie aber Auswirkungen auf mein Handeln und Denken.

Liebe Grüße

Marlene

Re: Das Kreuz mit den Katholiken ...und anderen...

Verfasst: Di 30. Jul 2019, 23:38
von Inga
Hi, miteinander,

für mich ist es mit Religion wie mit vielen anderen Dingen im Lebe, wie etwa mit der Geschlechtsidendität: Die Vielfalt macht's, die Freiwilligkeit und Offenheit, Interesse und Respekt füreinander sind da sehr hilfreich. Da etwas vorzuschreiben oder dogmtisch für besser oder richtig zu erachten ist in meinen Augen schädlich.

Mit der Sichtweise betrachte ich auch die Aussagen von überzeugten Atheisten über die eignene Haltungen und über Religionen anderer.

Liebe Grüße
Inga

Re: Das Kreuz mit den Katholiken ...und anderen...

Verfasst: Mi 31. Jul 2019, 10:50
von ExUserIn-2026-04-08
Natürlich gibt es ein Richtig und ein Falsch ...

... und natürlich gibt es kein Richtig und kein Falsch.

Es kommt auf die Perspektive an. Habe ich ein Wertsystem oder ein Ziel, gibt hierfür natürlich Wertungen. Betrachte ich die Dinge von "Außen", also ohne Wertung, gibt es nur Abläufe. Gäbe es ein richtig oder falsch ohne den Menschen ?

Ist das Töten eines Menschen richtig oder falsch ? Es gibt Wertesysteme die das erlauben und andere, die das nicht erlauben. Letztlich geht es um die Frage, wie wir miteinander leben wollen. Wieviel Einfluss von anderen Menschen auf mein Leben lasse ich zu ? Die christliche Religion ist dabei weit weniger restriktiv als die katholische Kirche. Die wesentliche Basis der christlichen Religion ist das Neue Testament. Wenn man genau hinschaut, ist es eine Sammlung vieler Lebenserfahrungen (vieles wird heute durch die Psychologie "neu" entdeckt) mit der Grundhaltung der Menschenliebe verbunden. Die Menschenliebe wird hier "Gott" genannt. Sie wird höher gestellt als der einzelne Mensch. Aber die Menschenliebe zwingt die Menschen auch, Rücksicht auf den einzelnen Mensch zu nehmen.

Die Kirche und die Religionsvertreter im Allgemeinen sehen sich als Mittler zwischen Gott und den Menschen. Das Dumme ist nur, dass sie sich nicht immer wie ein Mittler zwischen Menschenliebe und den Menschen verhalten. Jemand der qua Amt sagt, dass er es besser weiß, wie ich zu leben habe, hat natürlich einen Rechtfertigungszwang, der manchmal auf tönernen Füßen steht.

Richtig und Falsch sind das Werkzeug, mit dem ein Verhalten erreicht werden soll. Und es bedarf einer Begründung auf Basis einer Wert- und Moralvorstellung. Hier liegt z.B. der (relative) Erfolg der LBQT-Bewegung. Es hinterfragt u.a. die These, das "nicht-normale" Lebensformen widernatürlich seien. Institutionen (oder auch einzelne Menschen) mit Absolutheitsanspruch habe da natürlich ein Problem. Geben sie nach, untergraben sie ihre Autorität. Geben sie nicht nach, laufen sie in Gefahr, nicht mehr ernst genommen zu werden, denn sie verlieren ihren Absolutheitsanspruch durch die Masse an Widerspruch.

Habt also ein bischen Mitleid mit der Kirche ... ;-)