Re: Du sollst nicht diskriminieren...
Verfasst: Di 28. Mai 2019, 16:18
Liebe Diva,Diva hat geschrieben: Di 28. Mai 2019, 09:29 Liebe Ralf-Marlene,
Genau über diejenigen bin ich gegangen. Das schützte leider nicht vor dem maßlos enttäuschenden Ergebnis ...Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 27. Mai 2019, 13:57 Liebe Diva,
im öffentlichen Dienst gibt es doch Gleichstellungsbeauftragte und einen Betriebsrat.
Dessen bin ich mir sicher - nur macht es die Sache dadurch keinesfalls besser.Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 27. Mai 2019, 13:57 Ich denke, Deine Erfahrungen, so verletzend sie im Einzelfall sind, hat jede*r offen queere Mensch schon gemacht.
Du hast allein aufgrund Deiner Lebensjahre und Deiner Biografie, die Du hier in versch. Beiträgen gepostet hast, umfangreiche Erfahrungen auf diesem Gebiet unter verschiedenen gesellschaftlichen Konstellationen gesammelt. Dennoch hat Dich der "Vorfall" emotional stark getroffen.Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 27. Mai 2019, 13:57 Mindestens die Beschuldigte hat sich durch herabsetzende Wortwahl strafbar gemacht. In wie weit die Aussage: "Was Gott als Mann..." strafbar sein kann, müssen Fachleute beurteilen.
Selbst wenn nichts passiert, ist es ein Fall, der in der Statistik auftaucht und die Notwendigkeit von staatlichem Handeln belegt.
Mein Fazit: Nett lächeln, meinen Standpunkt deutlich machen und wenn nötig anzeigen.
Es kostet zwar Kraft, aber hilft meinem Selbstbewusstsein und bestärkt Andere.
Du kannst dir sicher vorstellen, wie es jemanden wie mich mit viel weniger Erfahrung treffen mag, wenn sich die ach so fortschrittlichen neuen Gesetze in der Praxis als Papiertiger offenbaren und am Ende alles noch viel schlimmer ist als zuvor. Faktisch existiert nach wie vor kein wirksamer Diskriminierungs-Schutz. Das ist das Traurige.
Ich habe das AGG deshalb für mich abgehakt und fühle mich komplett schutzlos.
Deshalb bin ich gespannt - auch wenn unsere Fälle schwer vergleichbar sind - was Du auf zivil-/strafrechtlicher Ebene erreichst, ob auch das letztlich gegen Dich verwendet wird und Du den Schaden hast. Ich hoffe nicht.
-Diva
auch ich habe die Erfahrung gesammelt, dass mich ein von mir initiierter Betriebsrat hat fallen lassen wie eine heiße kartoffel als ich Schutzbedürftig war.
Auch die Gewerkschaft hat mich einmal nicht unterstützt, weil die zuständige Sekretärin meinen Chef persönlich kannte und sagte, der Vorwurf, den ich erhob könne nicht zutreffen, da sie diesem Menschen dieses Verhalten nicht zugetraut hat. Ein Jahr später hat diese Sekretärin sich bei mir entschuldigt, aber auch gesagt, dass sie nichts mehr für mich tun könne.
Ich kann Deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Gesetze sind leider nur so gut, wie die Menschen, die sie anwenden.
Arbeitnehmervertretungen zu belangen ist äußerst langwierig und kräftezehrend. Ich fühle mit Dir. Mich haben genau diese Erfahrungen krank gemacht.
Ich hoffe, Du findest ansonsten zu Deiner inneren Stärke zurück.