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Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Sa 6. Apr 2019, 20:58
von Jaddy
Mina_35 hat geschrieben: Sa 6. Apr 2019, 13:14und ich muss auch sagen, als wenn jemand EXTRA eine psychotherapie durchmacht, eine hormontherapie anfängt und auch min. 2 jahre durchhält, nur um endlich auf die andere toilette gehen zu dürfen, sowas albernes.
Diese Gedanken machen sich Menschen wie TERFs ja gar nicht. Sie halten einfach alles für feindlich, was nicht cis-eindeutig XX-chromosomal prototypisch weiblich ist.

Merkmalsbezogene Feindlichkeiten sind nach meinen Beobachtungen in allen Bereichen zu finden. Selbst eigene Erfahrungen von Diskriminierung garantieren nicht, das eine Person die eigenen Vorurteile gegenüber anderen erkennt. Da ich selbst in mehreren Subkulturen stecke, hatte ich schon das "Vergnügen", die einen über die anderen aufzuklären und umgekehrt.

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Sa 6. Apr 2019, 22:05
von Laila-Sarah
Tja, wenn du einen abgrundtiefen Hass auf XY Chromosome hast, dann helfen chirurgische Eingriffe, Kleider und Makeup auch nicht umzudenken. Die Kehrseite des Medallions ist eben, dass in nicht so wenigen Fällen Feminismus im Gegenteil von allseits besprochenen Misogynie endet (also in Misandrie). Die Welt ist nun mal ein riesen Komposthaufen, die Kunst ist es die guten Seiten zu sehen und zu erleben.

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Mo 8. Apr 2019, 08:53
von ExUserIn-2026-04-08
Laila-Sarah hat geschrieben: Sa 6. Apr 2019, 22:05 Die Welt ist nun mal ein riesen Komposthaufen
Jetzt mach`mal nicht die Komposthaufen schlecht ... ;-)

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Mo 8. Apr 2019, 22:46
von Laila-Sarah
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 8. Apr 2019, 08:53
Laila-Sarah hat geschrieben: Sa 6. Apr 2019, 22:05 Die Welt ist nun mal ein riesen Komposthaufen
Jetzt mach`mal nicht die Komposthaufen schlecht ... ;-)
Stimmt, wie sagten es die Sisters of Mercy:

It's a small world and it smells bad
I'd buy another if I had

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 00:34
von Michi
Daniela Nicola hat geschrieben: Sa 6. Apr 2019, 18:20 eine Minderheit grenzt die Andere aus, aber warum?
Hallo Daniela,

die Dummen und die Bösartigen sterben bekanntlich nicht aus ... und ... sie sind überall. Auch in unseren Reihen gibt es solche Individuen, die anderen ihr Frau-Sein absprechen, wie Michelle bereits erwähnt hatte.

Liebe Grüße
Michi

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 06:51
von ExUserIn-2026-04-08
MichiWell hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 00:34 die Dummen und die Bösartigen sterben bekanntlich nicht aus
Hi Michi,

so scheint es zu sein. Aber steckt in der Aussage nicht auch eine Ausgrenzung ? (flow)

Bei solchen Fragen treibt mich immer eine Frage: Was bewegt Andere, sich in mein Leben einzumischen, obwohl ich mich nicht in ihres einmische ? Warum wollen Menschen andere kontrollieren ? Und damit meine ich nicht nur die Menschen, die das Sagen haben, sondern letztlich jeden von uns, sei es auf der Arbeit, zuhause oder sonst wo. Nicht falsch verstehen, ich meine jetzt nicht Dich persönlich, sondern mich interessiert der psychologische Hintergrund.

Da sehe ich zum einen den Kontrollverlust. Hier stecken wahrscheinlich Ängste dahinter. Wie dünn die Decke der Kontrolle ist, merken die Menschen spätestens, wenn sie krank werden. In Partnerschaften ist das ein ganz besonderes Gift. Bezogen auf das Trans-Thema glaube ich auch, dass bei vielen Partnerinnen genau das eintritt. Durch den Kontrollverlust verlieren sie das Gefühl für Sicherheit. Auch die Angst, sich zu outen, kann so verstanden werden. Wenn ich in mir ruhe, brauche ich keine Angst zu haben, dass die Frau schreiend fort rennt.

Auch die Frauen, von denen in diesem Fred die Rede ist, die also wild um sich beißen, wenn sie nur an einen Transmensch denken, zeigt mMn doch nur, dass sie unter massiven Ängsten leiden. Sie versuchen krampfhaft die Kontrolle über die Geschlechtsdefinition zu behalten. Warum ? Ich weiß es nicht, aber wenn ich versuche, mich in diese Menschen hinein zu versetzen, könnte ich mir vorstellen, dass das viel mit Unsicherheit zu tun haben könnte: Selbstunsicherheit, Unsicherheit bez. des eigenen Geschlechts, etc. Eigentlich könnte es ihnen egal sein, wie sich andere Menschen definieren, aber sie wenden viel Energie auf, solche Menschen, die ihnen nichts getan haben, zu bekämpfen. Man findet ähnliche Reaktionen in vielen Bereichen.

Man mag zwar immer denken: Herr, lass' Hirn regnen, aber es geht nicht um "Hirn" oder "Intelligenz". Es geht m.E. um psychologische Muster. Und Muster wie diese, die sich vielfältig äußern können, sorgen dafür, dass die Menschheit sich auf Dauer abschafft. Es fehlen uns die Mittel, diese Muster zu durchbrechen. Es mag Einzelnen gelingen, doch in größeren Gruppen funktioniert das nicht und dann bleibt der Eindruck, dass die "Dummen und Bösartigen" nicht aussterben. Das Dumme ist nur, das ist der Splitter im Auge der Anderen. Was ist mit dem Balken im eigenen Auge ?

Und schon stecken wir in der Zwickmühle. Wenn wir das selber erkennen, bleibt doch die Frage, sollen wir uns das gefallen lassen ? Lassen wir uns das gefallen, sind wir "einfältige Schafe", lassen wir uns das nicht gefallen, sind wir nicht besser, denn wir bilden Gruppen gegen die Anderen und verstecken die Gewalt, die darin steckt, unter dem Deckmäntelchen der Selbstverteidigung. Aber letztlich ist das auch nur die Angst, dass die Anderen uns dominieren könnten.

Ruhen wir tatsächlich so wenig in uns selber, dass wir das nicht gelassen hinnehmen können ? Müssen wir wirklich vor solchen Menschen Angst haben ? Bedeutet das Eingehen auf solche Menschen nicht auch, dass es uns an innerer Stärke fehlt ?

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 08:11
von Michi
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 06:51
MichiWell hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 00:34 die Dummen und die Bösartigen sterben bekanntlich nicht aus
Hi Michi,

so scheint es zu sein. Aber steckt in der Aussage nicht auch eine Ausgrenzung ? (flow)
Hallo Vicky,

dazu ein Gedanke, bevor ich sogleich in den Alltag starte ...

Wieviel Intoleranz gegen Intoleranz ist akzeptabel?


Liebe Grüße und einen schönen Tag
Michi

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 08:44
von ExUserIn-2026-04-08
Sag' Du es mir.
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.
A. Einstein
Viel Spaß im Alltag

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 08:49
von Cybill
Btw:

Was sind "psychologische Muster" - da muss ich in der Vorlesung gefehlt haben.
Bitte erklären!

Cybill

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 09:14
von ExUserIn-2026-04-08
Gefehlt oder geschlafen ? ;-)

z.B. hier:
http://www.rompc.de/eu/pdf/Psychologisc ... ustern.pdf

Ich erkenne bei vielen sehr unterschiedlichen Menschen auch aus unterschiedlichen Kulturen Verhaltensweisen, die sehr ähnlich bzw. übertragbar sind. So sehe ich das Verhalten der engangs beschriebenen Frauen in einer ganz ähnlichen Form bei Ausländerfeindlichkeit, ja bereits bei einer möglichen Ausgrenzung anderer Menschen, die einem nicht sympatisch sind. Warum kann man sie nicht in ihrer "Andersartigkeit" nicht respektieren ?

Mir geht es um die Frage, wie ich selber den "Automatismus", der den Mustern zu Grunde liegt, durchbrechen kann.

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 10:09
von Ronda_PTL
Liebe Psychologie-Schwester!

Deine analytischen Gedanken zum Thema finde ich (fast) schon von professioneller Qualität, ganz ehrlich. 👍🏼
Man mag zwar immer denken: Herr, lass' Hirn regnen, aber es geht nicht um "Hirn" oder "Intelligenz". Es geht m.E. um psychologische Muster. Und Muster wie diese, die sich vielfältig äußern können, sorgen dafür, dass die Menschheit sich auf Dauer abschafft. Es fehlen uns die Mittel, diese Muster zu durchbrechen. Es mag Einzelnen gelingen, doch in größeren Gruppen funktioniert das nicht und dann bleibt der Eindruck, dass die "Dummen und Bösartigen" nicht aussterben. Das Dumme ist nur, das ist der Splitter im Auge der Anderen. Was ist mit dem Balken im eigenen Auge ?
Ich denke, allein schon mit solcher Reflexion, die Du anstellst, können wir den Balken deutlich kleiner, zumindest aber uns immer wieder bewusst machen. Das ist doch bereits die halbe Miete, oder?

LG Ronda 👩🏻"💻🙏🏼

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 11:33
von Jaddy
MichiWell hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 08:11Wieviel Intoleranz gegen Intoleranz ist akzeptabel?
Das wurde m.E. schon ziemlich schlüssig beantwortet.

Lest es hier oder in einem Aufsatz von the great K.Popper himself: https://www.welt.de/print-welt/article1 ... eranz.html

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: http://wy3mg1xgify37n21x223cw7xl1.wpeng ... eMtdPU.jpg

(von skepchic.org mit einer bedenkswerten Diskussion über die Grenze, ab der Intoleranz intolerabel wird)

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 13:37
von Marlene K.
Danke, Jaddy,
das Bild habe ich direkt "geklaut".

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 23:48
von Michi
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 06:51 Das Dumme ist nur, das ist der Splitter im Auge der Anderen. Was ist mit dem Balken im eigenen Auge ?
(Nicht nur ...) dieses biblische Gleichnis ist mir bekannt. Der Sinn solcher Gleichnisse liegt jedoch nicht darin, sie anderen um die Ohren zu hauen, und die Anwendung dieses Gleichnisses auf Dritte sagt daher eher etwas über den Anwender, jedoch nicht zwangsläufig über jene Person, auf die es geflissentlich angewendet wird. :wink:

Beste Grüße
Michi

Re: Transfeindlichkeit unter Frauen

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 23:51
von Michi
Jaddy hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 11:33 Das wurde m.E. schon ziemlich schlüssig beantwortet.
Was ist eine rhetorische Frage?