Anke hat geschrieben: Mo 11. Mär 2019, 08:28
Hallo,
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 11. Mär 2019, 07:14
Guten Morgen,
Diva hat geschrieben: So 10. Mär 2019, 19:07
Nur ausschließlich man selbst sei für alles um einen herum verantwortlich und könne irgend etwas ändern. Das suggeriert, man lebe im luftleeren Raum und hätte keine Interaktionen mit seiner Umwelt, die ja ihrerseits auch Schulden gegenüber einem selbst aufbaut.
o.g. Schlußfolgerung sehe nicht. Der Text sagt nur, dass man für sein Leben Verantwortung trägt, nicht für das, was um einen herum passiert und schon gar nicht, dass man im luftleeren Raum lebt. Es geht darum, dass man sich von einem Denkmuster löst, das einem nicht gut tut. Es gibt übrigens noch mehr Denkmuster, die es sich zu hinterfragen lohnt, z.B. "Ich weiß Bescheid". Oder "Nur wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, kann ich glücklich sein".
genau so ist es. Und abgesehen davon, unsere Umwelt können wenn überhaupt nur geringfügig ändern. Doch ich kann mich jederzeit selbst fragen, was ich ändern möchte und das dann auch tatsächlich angehen und umsetzen.
Darum schrieb ich, dass ich die Umstände, die mich am Weiterleben hinderten, analysieren musste, um jetzt dafür zu kämpfen, dass ich sie ändere. Ich bin ausschließlich selbst daran interessiert, nicht draufzugehen - niemand sonst. Also sichere ich selbst mein Überleben, so gut ich es schaffe.
Anke hat geschrieben: Mo 11. Mär 2019, 08:28
Es geht wie Vicky geschrieben hat um Denkmuster. Denkmuster, die blockieren und unglücklich machen. Niemand lebt im luftleeren Raum und wenn meine Umwelt ein bestimmtes Verhalten zeigt, dann muss ich mir überlegen, wie ich damit umgehe. Von der Umwelt zu fordern, sie möge sich doch entsprechend meinen persönlichen Wünschen verhalten, das ist nur wenig erfolgversprechend.
Ich hege großen Respekt vor dir und deinem Weg - aber:
Wie kommst du auf so was? Wer hat hier diese These aufgestellt? Ich denke, niemand der Diskutierenden wäre derart naiv? Was soll es also bringen, eine solch unsinnige Forderung in den Raum zu stellen?
Anke hat geschrieben: Mo 11. Mär 2019, 08:28
Ein fatales Denkmuster ist für mich auch diese "Schuldendenke". Ich finde es wesentlich besser all das Gute, was mir im Leben widerfährt als Geschenk zu sehen. Wenn ich es als Pflicht und Schuld meines Partners ansehe, dass ich geküsst werde, dann fühlt sich das selbst im Erfüllungsfall nicht toll an. Und wenn er dieser Pflicht nicht nachkommt, dann sogar richtig schlecht. Wenn ich dagegen jeden Kuss als Geschenk nehme, dann fühle ich mich bereichert. Und für meinen Partner fühlt sich das dann auch anders an. Er wird spüren, dass er mich glücklich gemacht hat, statt irgendeiner lästigen Pflicht nachzukommen.
Also aus den Themen 'Liebe' und 'Küssen' halte ich mich raus, aber ersetze 'Schuld' durch 'moralisches Gebot' und was wäre daran fatal? Sind Grundzüge gelebter Ethik etwa 'fatal'?
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 11. Mär 2019, 09:14
Anke hat geschrieben: Mo 11. Mär 2019, 08:35
Aber nicht aus einer Schuldendenke heraus. Ich tue diese Dinge, weil ich den Menschen um mich herum Freude bereiten möchte.
Ja, so sehe ich das auch. Nicht die negative Haltung (Schuld) sollte m.E. Antrieb unseres Handelns sein, sondern eine positive und unterstützende. Demut und Achtung ...
... aus der das moralische
Gebot erwächst, Gutes mit Gutem zu erwidern. Das nennt sich 'Ethik'.
Ich versuche mal ein anderes Wort für '
Schuld', weil es kontraproduktiv ist, sich an diesem Begriff festzubeißen

um ihn letztlich mit Negativität zu besetzen, was komplett am Sinn der Sache vorbeigeht.
Kant hat den Glücksbegriff übrigens durch 'Pflicht' ersetzt - was würde der arme Mann hier wohl für Haue kriegen?
Ich halte es - wen wundert's bei meinem ersten Beitrag im Thread - mit Schopenhauer:
Dass wir da sind, um glücklich zu sein, ist der angeborene Irrtum des Menschen!
- Diva