Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Verfasst: Fr 22. Feb 2019, 04:14
Ich denke du stehst dir selbst im weg
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Ich höre hier, dass Du Dein persönliches, absolut perfektes Glücklichsein über körperliche Maßnahmen erreichen möchtest. Ich denke, Du wirst erkennen müssen, dass dies nicht möglich ist.dunkles_sternchen hat geschrieben: Fr 22. Feb 2019, 03:22Das reduziert diese Maßnahme aber lediglich darauf, wie einen andere Menschen wahrnehmen. Ich finde es äußerst bedenklich solche Dinge immer nur am gesellschaftlichen Maßstab zu messen. Und ich glaube auch, dass die Transition nach dem allgemeinen Verständnis dies grundsätzlich gleich setzt - sprich - wenn man äußerlich von anderen irgendwie als Frau wahrgenommen wird, muss das so passen. So wird zumindest nach meinem Geschmack sehr oft diskutiert.Wally hat geschrieben: Fr 22. Feb 2019, 02:42Die Brust-Op hatte damit für mich eine völlig andere, viel gravierendere Bedeutung als für eine Cis-Frau, bei der eine Brustvergrößerung mit der geschlechtlichen Identifikation in aller Regel gar nix zu tun hat. Bei mir war sie im Wortsinn Not-wendig und deshalb auch sehr zu Recht Kassenleistung.Anke hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 13:17 Beim Brustaufbau vertrete ich die Ansicht, dass da die gleichen Regeln gelten sollen, wie bei Cis-Frauen.
(...)
Und letztendlich definiert sich Frau, egal ob cis oder trans, nicht durch Äußerlichkeiten und OP's. Statt dessen ist die Persönlichkeit und die eigene Ausstrahlung die es macht. Und genau darin sehe ich auch die wichtigste Aufgabe in der Transition: zur Frau (gilt natürlich umgekehrt auch für Transmänner) zu reifen und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass die medizinischen Maßnahmen unwichtig wären, für mich dienen sie primär dazu, die Entwicklung meiner Persönlichkeit zu unterstützen und abzurunden.
Äußerst selten spielt dabei das Gefühlserleben des Betroffenen eine Rolle. Mir ist doch völlig Wurst, was andere über mich denken. Primär muss doch mein Gefühl für mich stimmen. Und während mich andere lange fraglos als Frau einstufen, behandeln, usw. - ist mein Verhältnis zu mir gestörter wie nie. Gestörter deshalb, weil man irgendwie jahrelange (körperliche) Leiden auf sich genommen hat, ohne maßgeblich einen Durchbruch zu erzielen. Für mich persönlich ist das noch schlimmer, als zu leiden weil man nichts unternommen hat. Der Preis war wirklich verdammt hoch. Und wenn ich mir das Resultat so anschaue, ist das nix. Das ist und war es definitiv nicht Wert!
Hab ich auch nicht. Ich sage nur das es sinnvoll ist, Leistungen zu begrenzen. Die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale werden auf Wunsch angepasst. Ja es gibt Frauen ohne Brüste, aber das ist die Ausnahme, nicht die Regel. Die Brüste gehören bei Frauen unbestreitbar zum Geschlecht dazu.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 23:41 Dennoch hast du kein Recht anderen ihren Leidensdruck abzusprechen und kleinzureden!
Warst schon mal auf Facebook oder Instagram, Youtube ... das ist ein Wunschgedanke. Vor allem auch im beruflichen Umfeld oder halt so im Alltag nehmen die Menschen primär dein Äußeres wahr und ordnen dich in Schubladen ein. Ich kenne ein Mädel, dass ist richtig, richtig hübsch, aber eben auch nicht besonders schlau oder als Person interessant. Die Kerle laufen der aber nach. Wie das eben so läuft ... ich kenne das doch alles seit Jahren.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 23:58
Und letztendlich definiert sich Frau, egal ob cis oder trans, nicht durch Äußerlichkeiten und OP's. Statt dessen ist die Persönlichkeit und die eigene Ausstrahlung die es macht.
Schade, dass Du an dir nichts weibliches siehst. Mir scheint, dass Du insgesamt recht unzufrieden mit dir und deinem Leben bist. Das kann aber niemand für dich lösen. Und der Wunsch nach Durchschnittlichkeit, so verständlich er auch sein mag, ist für Transpersonen kaum erfüllbar. Ich lebe nach der Devise, dass das Leben das ist, was ich daraus mache. Und aus dem, was mir gegeben wird, versuche ich das Beste zu machen. Das funktioniert und ich führe ein sehr glückliches und erfülltes Leben.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 23:58 Ich möchte aber gar nicht hübsch sein, sondern einfach nur mal in eine Klamotte aussem Laden passen. Ne Jacke, ne Jeans, nen Kleid - irgendwas, das halt mal gescheit aussieht, anstatt nur eine Funktion zu erfüllen. Oder mal nen Bikini anziehen, ohne gleich wie ein Alien zu wirken. Mich kriegt niemand in so ein Ding. Nur über meine Leiche! Sorry, das belastet mich extrem. Manchmal zerfrisst mich der Neid auf völlig banale, weibliche Durchschnittlichkeit, die ich aber nicht bieten kann. Ich entdecke an mir nichts weibliches, außer dieses scheiß Ausweis. Solche Cis-Frauen gibt es einfach nicht. Punkt. Oder sie haben ernsthaften medizinische Probleme und genetische Fehler.
dass die Brust-Op diese Bedeutung für dich hat, glaube ich sofort. Auf meine (operierten) Brüste bin ich sehr stolz und kann mir gar nicht mehr vorstellen, ohne sie zu leben. Und ich habe sie wirklich herbeigesehnt und mit ihnen fühle ich mich körperlich vollständig.Wally hat geschrieben: Fr 22. Feb 2019, 02:42 Die Brust-Op hatte damit für mich eine völlig andere, viel gravierendere Bedeutung als für eine Cis-Frau, bei der eine Brustvergrößerung mit der geschlechtlichen Identifikation in aller Regel gar nix zu tun hat. Bei mir war sie im Wortsinn Not-wendig und deshalb auch sehr zu Recht Kassenleistung
Okay, das kannst Du jetzt nicht wissen. Aber gerade ich bin einer der Menschen, der sich (zu) gut reflektieren. Im Schlechten, wie im Guten. Menschen, die mich persönlich kennen, wissen, dass ich ein guter Beobachter bin und man mir nichts vormacht. Und in erster Linie ist es natürlich mein Versagen, dass ich heute an dem Punkt stehe. Das Problem ist nur, dass es für mich nie eine Option gab: nicht als Mann und nicht als Frau. Ich bezeichne mich daher gern als Born Dead oder Natural Loser. Es gibt halt Menschen, die Pech haben. Ich habe beim Psychologen meinen Selbsthass angesprochen - aber was soll der machen? Ich könnte dir ein Buch über die Dinge schreiben, für die ich mich hasse.Anja hat geschrieben: Fr 22. Feb 2019, 10:28 Moinsen
Ist halt nicht so einfach das zu reflektieren....dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 23:41 Dennoch hast du kein Recht anderen ihren Leidensdruck abzusprechen und kleinzureden!
ich finde, dass Céline mit den Erwartungen einen wichtigen Punkt am Wickel hat. Die Transition kann einiges und mir hat sie zu einem glücklichen Leben verholfen. Sie ist aber kein Allheilmittel und nicht in der Lage jedes Problem zu lösen. Auch bei mir sind ein paar Probleme übrig geblieben, um die ich mich immer mal wieder kümmere.Céline hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 07:33 Und das es Menschen gibt die schlichtweg zu viele Erwartungen in die Transition gesteckt haben....ja da gebe ich Dir Recht.Sogar ich gehöre dazu und musste und muss immer noch begreifen das ich einfach keine wunderschöne Frau mehr werde.Das ist verbunden mit ganz tiefen Löchern in die ich falle bis zu anderen schlimmen Gedanken aber trotzdem bin ich meiner wahren Identität und ich meine jetzt keine körperliche so nah wie noch nie in meinem Leben und das macht mich überwiegend glücklich.
Nächtliche schweisausbrüche kenne ich auch. kommt durch die hrt, besonders wenn diese sehr stark schwankt.Céline hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 07:33 Guten Morgen Dunkles Sternchen,
Es beschäftigt mich doch ziemlich wenn ich mir all dein geschriebenes durch den Kopf gehen lasse.Ich sehe da und bitte korrigiere mich falls ich da falsch liege sehr viel Verzweiflung, Traurigkeit und Unzufriedenheit.Deine Transition ist nicht so verlaufen wie du sie dir erhofft hast.Du trägst in dir und so empfinde ich das immer noch einen gewaltigen Kampf aus der dich psychisch mehr als belastet.Kann es sein das das einer der Gründe ist warum es dir körperlich und geistig immer schlechter statt besser geht???Die Psyche hat da sehr viel Einfluss darauf, diese Erfahrung mache ich und auch andere auch.
Und alle Probleme auf die Transition abzuwälzen ist vielleicht auch nicht unbedingt förderlich.Und bitte versteh mich nicht falsch, ich möchte dich nicht belehren oder angreifen das liegt mir fern aber deine Posts beschäftigen mich einfach.
Ich verstehe dich auch was du geschrieben hast was die Erwartungen bezüglich der Transition geschrieben hast.Ich stimme dir in vielen zu, es stimmt das es Tabuthemen gibt und normalerweise spricht niemand über Probleme.Die gibt es aber tatsächlich und werden verschwiegen.Ein Beispiel von mir selbst:Ich wache jede Nacht schweißgebadet auf und niemand kann mir sagen warum,kein Arzt hat eine Erklärung und ich habe mich schon komplett untersuchen lassen.
Es gibt genügend Fälle wo etwas nicht wie erhofft läuft aber genau darüber sollten wir doch reden und nicht schweigen aber!!!!!!nicht so viel negativität reinbringen.
Und über eines sollte man sich von Anfang an klar sein:Wir greifen in einen meistens gesunden Körper mit Medizinischen Maßnahmen ein und gestalten ihn um!!!. Und das mit Mitteln für die es noch nicht einmal Forschungsergebnisse vorliegen.
Und das es Menschen gibt die schlichtweg zu viele Erwartungen in die Transition gesteckt haben....ja da gebe ich Dir Recht.Sogar ich gehöre dazu und musste und muss immer noch begreifen das ich einfach keine wunderschöne Frau mehr werde.Das ist verbunden mit ganz tiefen Löchern in die ich falle bis zu anderen schlimmen Gedanken aber trotzdem bin ich meiner wahren Identität und ich meine jetzt keine körperliche so nah wie noch nie in meinem Leben und das macht mich überwiegend glücklich.
Liebe Grüße
Céline
Céline hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 07:33 Und das es Menschen gibt die schlichtweg zu viele Erwartungen in die Transition gesteckt haben....
Definiert doch mal "zu viele Erwartungen"! Zumindest mit mir wurde so kommuniziert, dass Brustwachstum - in welcher Form auch immer - und mit einer veränderten Fettverteilung zu rechnen ist. Nicht vollumfänglich, aber eben mit sichtbaren Veränderungen. Mir wurde auch erzählt, dass Haare besser wachsen und die Haut weicher wird. Unter anderem passierte das auch genau HIER im Forum. Was ist denn jetzt an dieser Erwartungshaltung falsch?Anke hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 10:24 Daher bin ich ganz bei ihr: keine überzogenen Erwartungen an die Transition.