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Re: Diskriminierung durch Verhaltenskodex?
Verfasst: Fr 15. Feb 2019, 18:15
von Vincent
Hallo Svenja,
ich habe über deinen Beitrag gerade mit meiner Frau gesprochen, sie für Personal in einem Großbetrieb zuständig.
Sie sieht das, auf unsere Themen bezogen als ganz entspannt an, und meint, dass diese Erklärung Standard sei und bei Ihr seit Jahren von jedem Mitarbeiter gefordert würde und in der Form auch zulässig.
Ein Konflikt im Sinne des Textes könnte entstehen, wenn du oder dich in der gleichen Branche selbstständig machst, oder andere, zB. nahe Verwandte bei einem solchen Unterfangen unterstützt.
Oder Du versuchst aktiv den Ruf deines Brötchengebers zu schaden, in dem dafür geeignete Aussagen triffst (egal ob wahr oder falsch).
Ein Verhalten im privaten Bereich, dass nicht auf die Firma bezogen ist, kann ihrer Meinung nach grundsätzlich nicht in dieser Richtung ausgelegt werden.
Selbst der Vegane Petaaktivist, der bei einem Fleischgroßhändler tätig war, hatte arbeitsrechtlich vor Gericht nichts zu befürchten, weil er nicht direkt seinen Arbeitgeber angegriffen hatte.
Re: Diskriminierung durch Verhaltenskodex?
Verfasst: Fr 15. Feb 2019, 19:24
von triona
Vincent hat geschrieben: Fr 15. Feb 2019, 18:15
Selbst der Vegane Petaaktivist, der bei einem Fleischgroßhändler tätig war, hatte arbeitsrechtlich vor Gericht nichts zu befürchten, weil er nicht direkt seinen Arbeitgeber angegriffen hatte.
Wenn das richtig ist und auf einem real vorgekommenen Fall beruht, dann ist es ja gut. Ein "direkter Angriff auf seinen Arbeitgeber" wäre nach dieser Lesart dann wohl erst, wenn er sich an einem Überfall auf einen Schlachtvieh-Transporter beteiligt, um die Tiere zu befreien, oder wenn er zu so einer Aktion öffentlich aufruft oder sie öffentlich gut heißt.
Falls das auf einer tatsächlichen Gerichtsentscheidung beruht, dann hat derjenige wohl Glück gehabt oder einen guten Anwalt. Ich kann mir nicht vorstellen, daß dieser Sachverhalt rechtlich unumstritten ist und in jedem Fall über alle Instanzen gleich bewertet wird.
liebe grüße
triona
Re: Diskriminierung durch Verhaltenskodex?
Verfasst: Fr 15. Feb 2019, 20:01
von Michi
Vincent hat geschrieben: Fr 15. Feb 2019, 18:15
Selbst der Vegane Petaaktivist, der bei einem Fleischgroßhändler tätig war, hatte arbeitsrechtlich vor Gericht nichts zu befürchten, weil er nicht direkt seinen Arbeitgeber angegriffen hatte.
Hallo Vincent,
danke für die Aussage. Da klingt aber auch mit, dass man sein Recht womöglich erst einklagen muss. Nur ist dann das Vertrauensverhältnis meist so gestört, dass an Weiterarbeiten in der Firma nicht mehr zu denken ist. Ich bin da bei Triona und fände es für die seelische Gesundheit besser, wenn das Risiko gar nicht erst im Raum stehen würden, sein Recht einklagen zu müssen.
Für Svenja wäre es hilfreich zu klären, ob es im Unternehmen auch irgendwelche Antidiskriminierungsregeln gibt, auf die sie sich im Falle des Falles berufen könnte.
Liebe Grüße
Michi
Re: Diskriminierung durch Verhaltenskodex?
Verfasst: Sa 16. Feb 2019, 07:30
von Vincent
Hallo,
ja, es war ein realer Fall, aus der Berufspaxis meiner Frau bzw. einer Kollegin von ihr.
Mit Angriff war jedoch nint nur ein physischer gemeint, sondern alleine das nennen des Firmennamen in einem Petaflugblatt, initiiert durch den Mitarbeiter wäre in Verstoß gewesen.
Jedenfalls kann die private Kledung grundsätzlich kein Problem darstellen, und sie darf vom AG auch nicht vorgeschrieben werden.
Re: Diskriminierung durch Verhaltenskodex?
Verfasst: Mo 18. Feb 2019, 16:33
von Joe95
Bei uns in der Firma ist Dienstkleidung vorgeschrieben.
Das ist aber noch das kleinere Übel.
Wir sind hier den ganzen Tag beim Kunden und auf sein Wohlwollen angewiesen.
Sagt der Kunde "diesen Mitarbeiter will ich hier nicht mehr sehen" ist derjenige weg. Mit viel Glück findet man noch ein Objekt in dem er weiter arbeiten kann, was aber selten ohne wirtschaftliche einbußen möglich ist.
Da hilft auch kein Kündigungsschutz.
Re: Diskriminierung durch Verhaltenskodex?
Verfasst: Di 19. Feb 2019, 08:47
von sbsr
Was das betrifft lobe ich mir das digitale Zeitalter. Meine persönlichen Termine beim Kunden sind auf nahezu Null zurück gegangen, seitdem es Skype Meetings gibt. Manchmal ist es nicht schlecht, persönlich vorbei zu schauen, aber für Angelegenheiten des Tagesgeschäfts war es immer mehr als nervig, eine halbe Stunde hin fahren, ebenso lang Parkplatz suchen, zehn Minuten Besprechung wo die Hälfte derer, die man gebraucht hätte, doch nicht da waren, halbe Stunde zurück fahren. Nachmittag dasselbe nochmal, weil dann die andere Hälfte Zeit hatte.
Joe95 hat geschrieben: Mo 18. Feb 2019, 16:33
Sagt der Kunde "diesen Mitarbeiter will ich hier nicht mehr sehen" ist derjenige weg. Mit viel Glück findet man noch ein Objekt in dem er weiter arbeiten kann, was aber selten ohne wirtschaftliche einbußen möglich ist.
Ist bei uns auch schon hin und wieder passiert, deshalb hatte ich davor ein wenig Bammel.