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Re: Partnerschaftsgewalt
Verfasst: So 23. Dez 2018, 19:29
von Karla
Jasmine hat geschrieben: Sa 22. Dez 2018, 09:40
Meiner Meinung nach handelt es sich bei häuslicher Gewalt um ein Offizialdelikt und nicht um ein Antragsdelikt. Das heißt für mich das z. B. behandelnde Ärzte sofort die Polizei einschalten müssten.
Gewalt und Kriege sind keine Lösung, sie zerstören nur.
Weihnachtliche Grüße Jasmine
Liebe Jasmine,
bei allem Verständnis für Deine Empörung gegenüber Gewalt:
Wenn man Ärzte als Hilfspolizisten einsetzt,
geht das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient kaputt
neigt ein Täter, der überreagiert hat und dem das eigentlich schon leid tut, u.U. dazu, aus Angst vor dem Staatsanwalt die nötige ärztliche Behandlung zu verhindern
droht Frauen durch den Arztbesuch u.U. der Verlust der wirtschaftlichen Existenzgrundlage (Verhaftung, Jobverlust des Partners, Abrutschen (auch der Kinder) in Hartz 4)
haben die, die nach einer verunglückten SM-Session auf ärztliche Hilfe angewiesen wären ein Problem.
Daher halte ich es für sinnvoller, daß Ärzte erst einmal behandeln und dokumentieren,
das Opfer an eine Beratungsstelle verweisen - und für 4 Wochen später einen Termin zur Nachkontrolle geben:
Wird der verpaßt oder zeigen sich erneut Hämatome o.ä., dann müßte der Doktor allerdings nachfragen!
Fortdauernde Gewalt ist wie Zwangsprostitution gesellschaftlich nicht hinnehmbar und zu bekämpfen!
Den weihnachtlichen Grüßen schließe ich mich an.
LG Elly
Re: Partnerschaftsgewalt
Verfasst: So 23. Dez 2018, 21:48
von Frieda
Elizabeth hat geschrieben: So 23. Dez 2018, 19:29
Daher halte ich es für sinnvoller, daß Ärzte erst einmal behandeln und dokumentieren,
das Opfer an eine Beratungsstelle verweisen - und für 4 Wochen später einen Termin zur Nachkontrolle geben:
Wird der verpaßt oder zeigen sich erneut Hämatome o.ä., dann müßte der Doktor allerdings nachfragen!
Was ist mit denen die nicht zum Doc gehen?
In meiner Wahrnehmung ist das Thema (häusliche-)Gewalt und Aggressionen, egal in welchem Alter und egal in welcher Gesellschaftsschicht, nur wahrhaftig und beständig abzubauen, wenn WIR ALLE einsehen, dass wir ohne Mitgefühl für den Anderen, und ohne Altruismus und ohne Liebe niemals etwas zum Guten für uns verändern werden.
In meiner Wahrnehmung ist das Grundübel allen Krieges, aller Ungerechtigkeiten, aller Streitigkeiten, aller Aggressionen der Egoismus. Sry
Re: Partnerschaftsgewalt
Verfasst: So 23. Dez 2018, 21:58
von Frieda
@Jaddy ... Genau so sehe ich es auch, was ich im Post 4 bereits sagte, dass viel mehr Aufmerksamkeit darauf gelegt werden muss, wie wir mit schwierigen Situationen in unserem Leben richtig und positiv zurecht kommen können, ohne das wir versuchen unsere Wut und Angst durch Aggression loszuwerden.
Das fehlt sehr in unserer Erziehung zu Hause, an den Schulen, an den Arbeitsplätzen. Da muss dringend angesetzt werden, ist meine persönliche Meinung!
Re: Partnerschaftsgewalt
Verfasst: Mo 24. Dez 2018, 00:26
von Karla
Frieda hat geschrieben: So 23. Dez 2018, 21:48
Was ist mit denen die nicht zum Doc gehen?
In meiner Wahrnehmung ist das Thema (häusliche-)Gewalt und Aggressionen, egal in welchem Alter und egal in welcher Gesellschaftsschicht, nur wahrhaftig und beständig abzubauen, wenn WIR ALLE einsehen, dass wir ohne Mitgefühl für den Anderen, und ohne Altruismus und ohne Liebe niemals etwas zum Guten für uns verändern werden.
In meiner Wahrnehmung ist das Grundübel allen Krieges, aller Ungerechtigkeiten, aller Streitigkeiten, aller Aggressionen der Egoismus. Sry
an eine Welt ohne Gewalt hab ich im Alter von 2 Jahren auch noch geglaubt: noch vor dem Kindergarten hat mich leider die Realität eingeholt.
nicht zum Doc gehen...:
ich wollte mich (pragmatisch) erst mal um die kümmern, die über den Doc noch erreichbar sind.
...einige ganz harte Fälle erreicht man u.U. nicht sofort:
denn Zustände wie in Orwells 1984 wollen wir zu Recht halt auch nicht!
Bei Verdacht auf permanente Gewalt/Mißbrauch halte ich einen Hinweis an die Behörden aber auch für angebracht.
LG Elly
Re: Partnerschaftsgewalt
Verfasst: Mo 24. Dez 2018, 10:10
von Olivia
Hallo Jaddy,
wenn Du schreibst "Insgesamt wird die Situation also nach meinem Eindruck langsam besser." muss ich das leider bezweifeln. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) hat 2017 138.893 Verdachtsfälle von "Partnerschaftsgewalt" erfasst., deren Opfer in 113.965 Fällen weiblich waren. Dabei waren
- 69.000 Fälle vorsätzliche einfache Körperverletzung
- 16.700 Fälle Bedrohung
- 11.800 Fälle gefährliche Körperverletzung
- 29.000 Fälle Stalking, Nötigung
1.500 Fälle Freiheitsberaubung
364 Fälle Mord und Totschlag
Re: Partnerschaftsgewalt
Verfasst: Mo 24. Dez 2018, 18:02
von Inga
Olivia hat geschrieben: Mo 24. Dez 2018, 10:10
Hallo Jaddy,
wenn Du schreibst "Insgesamt wird die Situation also nach meinem Eindruck langsam besser." muss ich das leider bezweifeln. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) hat 2017 138.893 Verdachtsfälle von "Partnerschaftsgewalt" erfasst., deren Opfer in 113.965 Fällen weiblich waren. Dabei waren
- 69.000 Fälle vorsätzliche einfache Körperverletzung
- 16.700 Fälle Bedrohung
- 11.800 Fälle gefährliche Körperverletzung
- 29.000 Fälle Stalking, Nötigung
1.500 Fälle Freiheitsberaubung
364 Fälle Mord und Totschlag
Hallo, Olivia,
ja, unbestritten, es gibt noch viel zu tun, bis wir friedlich zusammen leben.
Doch wenn du in den Zahlen keine Besserung siehst, so mag es sein. Ich könnte dir aber nur zustimmen, wenn ich zum Vergleich die Zahlen der voran gegangenen Jahre habe.
Ichhaebe siwe ncht zur Hand.
Liebe Grüße
Inga
Re: Partnerschaftsgewalt
Verfasst: Di 25. Dez 2018, 21:03
von Karla
Die Statistik zeigt die Eskalationsstufen,
besser wäre es, wenn ein Paar professionelle Hilfe sucht, bevor die Situation eskaliert:
Problem erkennen, ansprechen, 2 Gänge runterschalten und KEINESFALLS Angehörige, Nachbarn,... mit reinziehen!
Ich habe (zu reichlich, auch mit den Eltern) Erfahrungen gesammelt, will mich hier nicht als Unschuldslamm darstellen,
aber habe (temperamentvolle Partnerin!-leider lebt sie nicht mehr) auch blaue Flecken eingefangen und kann einige Hemden nur noch als "untendrunter" anziehen.
Seelische Verletzungen entziehen sich dem Fotobeweis leider.
(mehr nur persönlich oder ggf. per PN, evtl. wärs auch ein Thema für den X-Bereich)
LG Elly
Re: Partnerschaftsgewalt
Verfasst: Fr 28. Dez 2018, 10:19
von Joe95
Partnerschaftsgewalt.
Alleine das Wort ist schon ein schrecklicher Widerspruch.
Ich muss gestehen dass ich die Beiträge hier nur sehr grob überflogen habe, da mir alleine schon der Gedanke so sehr zuwider ist.
Ich habe eine sehr eigene Vorstellung davon, wie mit einigen Verbrechen umzugehen wäre.
Mit Gesetzen und Paragraphen kenn ich mich nicht aus, aber ich habe schon von der sogenannten Sicherungsverwahrung gehört.
Meine Meinung ist das es bestimmte Straftaten gibt, die sich nicht nur gegen das Opfer richten, sondern damit auch gegen die Gesellschaft.
Dazu gehört alles, was sich gegen wehrlose und schwache richtet.
Ich bin der Meinung das die Gesellschaft eben schwache und wehrlose so wie hilfsbedürftige schützen muss und daher sollten Angriffe gegen diese als Angriff gegen die Gesellschaft angesehen werden.
Dazu gehören für mich jeglicher Missbrauch, z.B. von Kindern, Sexuelle nötigung oder gar Vergewaltigung, Gewalttaten wie Raub und Mord, häusliche Gewalt und ähnliches.
Nun gibt es die Sicherungsverwahrung, die in besonderen Fällen angewand werden kann um die Gesellschaft zu schützen.
Genau da sollte sollte eine Umkehr stattfinden.
Jedes diese Delikte gegen die Gesellschaft sollte - unabhängig vom Strafmass - zwangsläufig eine Sicherheitsverwahrung mit sich bringen und der Täter müsste Beweisen dass er eine so geringe Gefahr darstellt, dass er sich doch wieder frei in der Gesellschaft bewegen kann.
Das ist meine Meinung, denn ich denke dass eine Gesellschaft ihre schwächsten Mitglieder beschützen muss.
Re: Partnerschaftsgewalt
Verfasst: Fr 28. Dez 2018, 11:13
von Olivia
Hallo Inga,
von 2016 mit 133.080 Verdachtsfällen gibt es einen Anstieg auf 138.893 Fälle 2017. Allerdings sind die Zahlen nicht vergleichbar, da 2017 einige zusätzliche Delikte in die Statistik aufgenommen wurden. Bei vergleichbaren Delikten hätten wir tatsächlich einen Rückgang — allerdings nur um 1.085 Fälle. Allerdings muss man realistisch davon ausgehen, dass es eine erheblich höherer Dunkelziffer gibt"¦
Gruß von Olivia