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Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 09:17
von Anne-Mette
Moin,

ich melde mich doch noch einmal zu Wort (smili)
So sehr ich den TAGESSPIEGEL schätze; denn er hat schon viele gute Artikel geliefert, so muss ich doch sagen, dass dieser so "schwach" ist und etliche Ungereimtheiten enthält, dass ich kaum weitere Urteile über die an den Geschehnissen beteiligten Personen abgeben möchte.

Allerdings bin ich der Meinung, dass es auch Beispiele geben sollte von transsexuellen Wegen, die nicht zu einer Zufriedenheit geführt haben.
Ich erinnere an Themen bei uns im Forum, die sich auch damit beschäftigen.

Als "ein Trans-Verband" würde ich mich mit solchen Äußerungen zurückhalten, als wären Erwähnungen von solchen Beispielen "nicht hilfreich". Das lässt schnell das Gefühl aufkommen (obwohl es nicht richtig ist/sein mag): "Die müssen sich einmischen und einseitig Stellung beziehen, weil doch etwas dran ist, wie es von Kritkern beschrieben wird: Transsexualität gibt es nicht").

Gruß
Anne-Mette

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 09:22
von lexes
Anne-Mette hat geschrieben: Do 20. Dez 2018, 09:17 Moin,

ich melde mich doch noch einmal zu Wort (smili)
So sehr ich den TAGESSPIEGEL schätze; denn er hat schon viele gute Artikel geliefert, so muss ich doch sagen, dass dieser so "schwach" ist und etliche Ungereimtheiten enthält, dass ich kaum weitere Urteile über die an den Geschehnissen beteiligten Personen abgeben möchte.

Allerdings bin ich der Meinung, dass es auch Beispiele geben sollte von transsexuellen Wegen, die nicht zu einer Zufriedenheit geführt haben.
Ich erinnere an Themen bei uns im Forum, die sich auch damit beschäftigen.

Als "ein Trans-Verband" würde ich mich mit solchen Äußerungen zurückhalten, als wären Erwähnungen von solchen Beispielen "nicht hilfreich". Das lässt schnell das Gefühl aufkommen (obwohl es nicht richtig ist/sein mag): "Die müssen sich einmischen und einseitig Stellung beziehen, weil doch etwas dran ist, wie es von Kritkern beschrieben wird: Transsexualität gibt es nicht).

Gruß
Anne-Mette
So isses... die Formulierung mit den Binden ist echt platt

Man könnte ja fast meinen das alle Operierten-Transmenschen am Ende kurz vorm Suizid stehen.

Es wäre schön ausdrücklich zu betonen das dieser Fall natürlich extrem tragisch aber sicher nicht die Regel ist...

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 09:41
von Jasmine
Sicherlich ein tragischer Fall, für Außenstehende dürfte jedoch eine genau Beurteilung schwierig sein. Aber welches Bild möchte der Tagesspiegel hier transportieren? Interessant wäre der Beitrag meiner Meinung nach gewesen, wenn der Tagesspiegel mehrere (auch positive) Beispiele gebracht hätte, damit der Leser, die Leserin sich einen Gesamteindruck hätte verschaffen können.

Ich für meinen Teil weiß sehr genau wo ich stehe, wer ich bin und was ich will.

Liebe Grüße Jasmine

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 10:02
von Cybill
Liebe Solveig,

ich bin nicht überheblich, sondern nur ganz einfach "vom Fach". Wenn Du mein Profil ansiehst, dann dürfte dir auffallen, dass ich auch als Einzelfallhelferin tätig bin und das nicht aufgrund meiner Wassersuppe, sondern durch die Qualifikation eines grundständigen (universitären) Studium der Psychologie.

Daher maße ich mir schon mal an, nicht nur im Bereich öffentlicher Sicherheit und Ordnung beschlagen zu sein, sondern mich auch im Bereich des Erleben- und Verhaltensgeschäft auszukennen, zumal ich nicht selten die Opfer dilettantischen Therapeuten in Betreuung habe.

Im Übrigen ist dieses Thema viel zu brisant, als dass wir uns hier über Überheblichkeit oder andere Befindlichkeiten im Thread austauschen müssen.

Wenn Du in Zukunft Kritik an mir hast, dann nutze doch bitte die PN.

Dir und deinen Lieben wünsche ich eine besinnliche Weihnachtszeit und ein erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2019!

Cybill

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 10:10
von Anja
Moinsen (moin)

ich bin etwas verwirrt, nachdem ich den Artikel und dann den Thread durchgelesen habe.
Wer war noch mal alles gegen Fremdbestimmung? Hoch die Hände! (888)
Und dann sind aber die Therapeuten Schuld, die ihrem Patienten den Weg zur OP geebnet haben, nachdem sie von ihm arglistig getäuscht wurden? Nachdem ihr Patient sich mit anderen Transgendern beraten hat, was genau er den Therapeuten sagen soll bzw. was sie hören wollen?
Keiner hat ihn zur OP gezwungen, die Verantwortung für die Entscheidung liegt allein beim Patienten.
Da sein Geschlechtsempfinden (laut Artikel) ständigen Wechseln unterlag, hätte ihm doch selbst klar sein müssen. das er keine Frau ist.
Um an die Leistungen der Kassen zu kommen, muss ja auch bestätigt sein, das der Wunsch, im anderen Geschlecht zu leben, seit mindestens 3 Jahren bestehen muss und sich vermutlich auch nicht mehr ändern wird. Das war und ist bei ihm nicht der Fall.
Wenn er das den Therapeuten aber verschwiegen hat, können die natürlich auch keine "richtigen" Entscheidungen treffen bezüglich Befürwortung oder Ablehnung. Sie gingen offensichtlich davon aus, das ihr Patient ehrlich zu ihnen ist...

Unterm Strich auf jeden Fall ein trauriges Schicksal.
Aber hier erkennt man auch mal wieder den "Wert" der Zwangsbegutachtung. Ich kann das Ergebnis zur gewünschten Richtung beeinflussen, wenn ich mich vorher nur ein wenig schlau mache...

Grüße
die Anja

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 10:12
von Anne-Mette
Moin,
ich bin nicht überheblich, sondern nur ganz einfach "vom Fach". Wenn Du mein Profil ansiehst, dann dürfte dir auffallen, dass ich auch als Einzelfallhelferin tätig bin und das nicht aufgrund meiner Wassersuppe, sondern durch die Qualifikation eines grundständigen (universitären) Studium der Psychologie.
(pea)

... und bei allem Respekt:

Ich denke, auf den Artikel hin können nur VERMUTUNGEN geäußert werden, wenn FachMann oder FachFrau die genauen Umstände nicht kennt.
So habe ich es auch gehalten (hoffentlich deutlich genug)

Gruß
Anne-Mette

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 11:01
von Exuser-2019-01-04
Cybill hat geschrieben: Mi 19. Dez 2018, 21:09 P.S.: @hexemilia: Die Nutzung von Größ- und Kleinschreibung, sowie von Satzzeichen tut nicht weh und zeigt den Lesern eine Wertschätzung des eigenen Textes und - indem es das Lesen und Verstehen des Beitrags leichter macht - auch eine des Lesers.
Da stimme ich vollumfänglich zu! Ich frage mich in solchen Fällen aber durchaus auch des Öfteren, ob die Schreiber_innen es einfach nur nicht besser können, dann wäre es ja "verzeihbar"...

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 11:27
von Cybill
@Anne-Mette:
Ich habe auch nur vermutet. "Soweit ich den Fall anhand des Artikels beurteilen kann..."

Gruß

Cybill

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 13:21
von Exuser-2019-01-04
Mir erscheint dieser Artikel unglaubwürdig, zumindest aber dilettantisch recherchiert und geschrieben.

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 14:23
von Amadé
Hallo Cybill,

danke für deine Weihnachtsgrüße, die ich gern erwidere.

Deine Rabulistik hilft dennoch nicht weiter. Du beurteilst statt zu vermuten.

Du bist leider nicht auf den zweiten Teil meiner Kritik eingegangen. Die Art, wie du Diagnosen erstellst und dabei noch Begriffe durcheinander bringst, zeigt, dass du auf diesem Gebiet nicht besonders bewandert bist und mindestens die S3-Richtlinien noch nicht anwendest.

Damit stelle ich nicht in Frage, dass du in anderen Bereichen der Psychologie sehr wohl Expertise und Berufspraxis haben kannst.

Liebe Grüße
Solveig

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 15:17
von Magdalena
Hallo,
es ist eine tragische Geschichte, die hier geschrieben wurde. Auch wenn es doch dabei um einen Einzelfall handelt.
Ich vermute, hier hat die/der Betroffene sehr wenige bis keine sozialen Kontakte hat. Sich von dem Schritt zur GAOP etwas versprochen hat, was aber sich im Nachhinein nicht erfüllen konnte. Den letzten Endes bleibt man ja immernoch der gleiche Mensch. Und alte Probleme lösen sich nicht in Luft auf. Es kommen eher neue Herausforderung hinzu. Und Frau zu sein hat nicht immer nur Sonnenseiten

L G Magdalena

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 17:22
von Cybill
Liebe Solveig,

natürlich beurteile ich. Anhand dessen, was vorliegt. Wenn du genau lesen würdest, dann merktest Du, dass ich den Schwerpunkt meiner Beurteilung auf eine bestehende Persönlichkeitsstörung lege und die TS außen vor lasse.
Dabei kann ich mich auch nur auf die biographischen Ereignisse des Artikels stützen, die allerdings fast klassisch für die von mir erwähnten Bilder sind.

Im Übrigen habe ich lediglich auf die beschriebenen Krankheitsbilder hingewiesen und keine abschließende Diagnose erstellt.

Ich weiß nicht, was dich daran so triggert, dass du mich persönlich angreifen musst.
Das steht dir nämlich nicht zu. Du kennst mich nicht und noch weniger kennst du meine Arbeit.

Ich kann lediglich vermuten, dass ich dir aufgrund meiner selbstbewussten und sicherlich auch arroganten Art unsympathisch bin. Aber das ist ganz alleine Dein Problem.
Ignoriere mich einfach, kannst Du so einstellen, dann brauchst du dich nicht mehr über mich zu erregen.

In diesem Sinne

Cybill

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 17:31
von Anne-Mette
Moin,

ich kenne und schätze euch beide, einerseits von gemeinsamer Tätigkeit, um "positive Öffentlichkeitsarbeit" zu machen und
andererseits durch unsere Begegnungen in Berlin, ganz abgesehen von Beiträgen und persönlichem Austausch.
Alles eine gute Bassis, um solchen Artikeln etwas entgegenzusetzen und im besten Fall Anstöße zu geben, dass sie nicht so viel Gewicht erhalten.
Es wäre schade, wenn die Unstimmigkeiten weiter hochkochen.
Nein, ich bin nicht in einer "Konfliktvermeidungspartei" und ich bin auch nicht harmoniesüchtig (dr) (arg)
Trotzdem möchte ich euch gerne bitten, die persönliche Auseinandersetzung hier nicht öffentlich zu führen.

Gruß
Anne-Mette

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Do 20. Dez 2018, 18:31
von Marlene K.
Hallo, Ihr Lieben,
in meinen Augen kann ein kurzer Artikel ein so vielfältiges Geschehen nur verkürzt darstellen.
Ich habe es so wahrgenommen, dass der betroffene Mensch das Problem auch bei sich sieht. Ein gut gebildeter Mensch kann zu seinem eigenen Schaden schon eine gute Maske aufbauen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Ein Glücksfall ist es, wenn ein Therapeut hier die Eigendarstellung und -wahrnehmung hinterfragt.

Wichtiger sind für mich hier gesellschaftlicher Druck.
Wir werden alle dazu erzogen, dass binäre Weltbild von Mann und Frau mit heterosexuellem Begehren zu leben und anzunehmen.

Wenn Mensch feststellt, dass das zugewiesene Körpergefühl oder erwünschte Begehren nicht zutrifft, muss er zunächst das Erlernte fast ohne Vorbilder hinterfragen und sich sein Leben ohne "Betriebsanleitung" einrichten.

Doch wenn Mensch dann in die queere Welt eintaucht und sich Bestärkung wünscht ist der Druck noch nicht zu Ende.

Empfindet sich Mensch fremd im eigenen Körper oder mit der verordneten Kleidung, lässt der Mainstream der Community Mensch nicht die Zeit, sich selbst zu finden. Schnell heißt es sich wieder festzulegen auf ein binär definiertes Geschlecht, sowohl vom körperlichen als auch vom Verhalten und der Kleidung, sonst gehört Mensch wieder nicht richtig dazu.

Auch wenn er das eigene Geschlecht liebt, hört der Druck auch der anderen ebenfalls das eigene Geschlecht liebenden Menschen nicht auf.

Bei den Schwulen schimpfen die "unauffälligen", männlich daherkommenden vom Anzugtyp über den Jeansträger bis zum Leder- oder Gummikerl über die Tunte oder gar Trans*Frau, die sie alle blamiert.

Die heterosexuelle Trans*Frau, die richtige Männer begehrt, ist auch in den Augen anderer Trans*Menschen oft nur ein verkleideter Schwuler, der heterosexuelle Männer in möglichst großer Zahl hereinlegt und kein Mensch, der sich eine Liebesbeziehung mit Verantwortung für den Partner wünscht.
Andere, lesbische Trans*Frauen beschweren sich darüber, dass es ehrverletzend ist, wenn die Umwelt sie für männerliebend hält und "der Schwule Transvestit" sich da doch zurückhalten soll, um das Bild nicht zu verstärken.

Bei lesbischen Frauen bekämpfen sich Kampflesben, Alice-Schwarzer-Nachfolgerinnen, ganz alltäglich aussehende Frauen, kesse Väter und Trans*Männer über den einzig wahren Weg als Frau und Lesbe in dieser Welt.

Ein heterosexueller Trans*Mann ist der Verräter, der ins Lager des bösen Patriarchats wechselt.

Wir alle, auch die Trans*Menschen, wollen die anerzogene binäre Welt, unsere Komfortzone, nicht so richtig verlassen und so den Menschen die wirkliche Entschgeidungsfreiheit geben...

Re: "Tagesspiegel": Nach der Geschlechtsangleichung "Es hat alles nur schlimmer gemacht"

Verfasst: Fr 21. Dez 2018, 07:36
von ExUserIn-2026-04-08
Sehr guter Beitrag Ralf-Merlene,

die Frage ist für mich, warum verhalten wir uns als Menschen so ? Und meine erste Vermutung ist "Angst". Sich als Person in der Differenz zu anderen zu erkennen und anzuerkennen erfordert Mut. Wir dürften alle die Angst vor Ausgrenzung kennen.

Aber auch andere ihren Weg zu lassen erfordert Mut. Und je näher mir dieser Mensch ist, um so mehr macht es Angst. Das führt zu einem "Beißreflex". Und je mehr Menschen ihren Weg gehen, um so mehr werden meine eigenen Lebensweisen in Frage gestellt, die sich nach Regeln ausrichten und nicht nach mir selber. Das was jemand für richtig hält, wird auf einmal zu einem schwankenden Grund. Die Chance, die darin steckt, wird leider übersehen. Nicht die Regel ist die entscheidende Welt, sondern das eigene Ich. Nicht jede/r möchte da hinschauen. Man weiß ja nie, was man findet ... Von der Überwindung und der eigenen Trägheit ganz schweigen. Frei nach dem Grundsatz: "Wozu soll ich mich hinterfragen und viel Mühe investieren, wenn jemand anderes ein Problem hat ?"

Die Frage ist aber, wer hat das Problem und wer lebt nach seinen eigenen Grundsätzen ? Gerade das emotionale Engagement zeigt doch die Betroffenheit. Die Emotion ist der Schlüssel zu sich selber. Joachim aus dem Artikel scheint das leider versäumt zu haben.