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Re: Ein Bisschen Anstand tut nicht weh

Verfasst: Mo 10. Dez 2018, 01:08
von Ronda_PTL
Liebe Forumsgemeinde,

Habe gerade Eure Beiträge gelesen, finde mich in Vielem wieder, was Ihr so über den Trend zum Egoismus und der Abnahme an Basis-Höflichkeit in den letzten Jahren, gefühlt vielleicht 2 Jahrzehnten bechrieben habt.

Nur ein paar kleine Beispiele aus meinem / unserem Alltag, die von schlichter Unhöflichkeit, über "gar nicht Wahrnehmen wollen", bis hin zu regelrechter Bösartigkeit ohne Anlass reichen. Vorab zur Info für die, die meine Lebensumstände noch nicht auf dem Schirm haben: meine bessere Hälfte und Ehefrau sitzt auf Grund einer neurologischen Erkrankung seit ca. 10 Jahren im Rolli und ist auf meine oder fremde Hilfe 24/7 angewiesen.

(1) War es früher noch eine Selbstverständlichkeit, dass Menschen (einer Frau im besonderen) die Türe aufhielten, kann man/Frau heute froh sein, wenn jemand wenigstens für Menschen mit Bewegungseinschränkungen uä.Handicaps diese kleine Geste praktiziert. 🙄😢 wehe einem, wenn dann noch die üblichen Stolperfallen und nicht barrierefreien Eingänge, Gehsteige ohne Absenkungen oder schlecht gelaunte Busfahrer hinzukommen, denen die paar Minuten längerer Ein- & Ausstieg schon die Ungeduld und aggressives Gemeckere ins Gaspedal jagen.., 😲😰

(2) Es geht aber noch dreister: da sind die SUV-Muttipanzer Piloten & möchte gern sportlichen, tiefergelegten 3er BMW Landcowboys, die sich einen feuchten Kehricht um ausgewiesene Parkplätze für Handicapped scheren, weil sie ja nur eben mal dies oder das erledigen MÜSSEN. Auf einen freundlichen Hinweis, dass sie doch bitte nicht nur den Parkplatz, sondern auch die Behinderung wegnehmen möchte, werden einem auch schon mal Handgreiflichkeiten angedroht ... 😱🤢😡

(3) Doch den Vogel abgeschossen hat unlängst eine Mitbewohnerin in unserem Wohnblock, die und überfallartig unlängst mit bitterbösen Augen und sehr prolligen Worten vorwarf, wir würden nicht nur den Aufzug ständig blockieren, sondern das ganze Treppenhaus würde "zum Kotzen" stinken ... den Rest an widerwärtigen und bösartigen Verleumdungen erspare ich mir und Euch. Wir haben Stunden gebraucht, um uns von der Fassungslosigkeit und Fremdschämen zu erholen. Inzwischen haben wir erfahren, dass diese "Bitch" solche Unverschämtheiten schon öfter gebracht hat, ihr Ruf eilt ihr voraus ... 😪😤😡

Zur Rettung des Rufs unserer degenerierten Gesellschaft sei ausdrücklich auch gesagt, dass ausgerechnet die so oft gescholtenen Jugendlichen sich fast schon überproportional von den Rüpeln, Herzlosen und Menschen ohne Skrupel und Scham / Anstand wohltuend abheben! 👍🏼👏🏼💚


Dir Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber Kraft und schlechten Input kostet es fast Tag für Tag.

Nachdenkliche Grüße
Eure Ronda 👩🏻 & Humpty65 🙏🏼

Re: Ein Bisschen Anstand tut nicht weh

Verfasst: Mo 10. Dez 2018, 07:04
von Whoopy Highfly
Hallo Mitglieder,
Ich kann mich nur meinen Vorschreiberinnen soweit anschließen.
Was ich immer wieder beobachte ist, wenn Menschen mit sichtbarer Behinderung unterwegs sind, ist die Rücksichtnahme auf diese Personengruppe sehr hoch. Dagegen nimmt die Schwelle bei den anderen ab.
Ich habe auch einen Ausweis, erscheine gegenüber anderen als gesund. Dadurch kommt es öfter vor, das ich angerempelt werde. Ist zwar für meine Gesundheit nicht förderlich, sage direkt nichts.
Wenn ich denjenigen einen "sarkastischen" Spruch an fen 'Kopf" werfe, habe ich die Lacher auf meiner Seite und der "Rempler" steht wie ein begossener Pudel da.
Diese Rouwdis sind meist Personen unter 30 und Angehörige beider Geschlechter.

Steffi

Re: Ein Bisschen Anstand tut nicht weh

Verfasst: Mo 10. Dez 2018, 14:06
von lexes
Laila-Sarah hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 23:52 Hi Lexy,
lexes hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 22:11 Sehe das wie Du : wäre schon ein dramatischer Zufall.... wie bitter wenn man für"˜s Helfen bestraft wird
Ich war damals zu dem Schluss gekommen, dass es unmöglich die Kleine war. Entweder war es dummer Zufall oder (viel wahrscheinlicher) war der Tag wieder einmal lang und sie hat ihren Punk Freunden über das Erlebte erzählt. Und ein Paar von den Jungs haben dann wahrscheinlich die Gelegenheit gesehen und ergriffen (poli)
VlG
So war das auch gemeint ... 'ne Gruppenaktion .... sie selber wird's solo wohl nicht gemacht haben.

Trotzdem die falsche Belohnung für eine gute Tat ... am Ende geht's ja um Deinen Schaden, der ohne Deine Hilfsbereitschaft nicht entstanden wäre ... wer's am Ende ausgeführt hat ist ja prinzipiell wurscht.. ärgerlich

Re: Ein Bisschen Anstand tut nicht weh

Verfasst: Mo 10. Dez 2018, 19:47
von Frieda
Die wenigen Worte von Ana-Lucia arbeiten seit gesten mächtig in mir.
Ronda's Erzählungen kann ich, durch meine berufliche Tätigkeit voll nachempfinden, was für ein K(r)ampf unser Alltag mit Rolli ist.
Ich schrieb meine Worte an euch gestern bereits zügig nieder, nur absenden konnte ich diese nicht. Ich fühlte mich wie gelähmt, vollkommen unfähig dazu, weil meine Antwort auf Ana-Lucia's Frage so umfangreich war und sie euch (so bildete ich mir ein sry) nicht erreichen würde.

Liebe Ana-Lucia, in meiner Wahrnehmung weiß ich die Antwort auf deine Frage im Post 9. Und diese Antwort bzw, das, was ich erst kürzlich erfahren/gelesen habe, setzt(e) mir als HSP mächtig zu.
Mein Gedankenkarussell war in mir kaum zu stoppen, so persönlich schockiert bin ich über diese neuen Informationen. Seit letzter Woche schenkte mir mein aktuellstes Buch eine sehr neue Sichtweise dieser Dinge die hier beschrieben wurden.

Ich selbst war (bis letzte Woche) eines dieser Wesen, die gewisse große Denker unserer Zeit für toll hielt. .

Wie gesagt ich war geschockt, als mir vor paar Tagen klar wurde, welcher Fehler uns seit Jahrzehnten Tröpfchen für Tröpfchen eingeflößt wird....und wir merken es (scheinbar) nicht!?

Die Antwort sry... Meine Antwort auf deine Frage Ana-Lucia trainiert mich persönlich sehr in Akzeptanz, eben, weil ich nicht so bin, jedenfalls übe ich mich achtsam darin, und weil ich nach wie vor geschockt bin.
Meine Antwort lautet - Egoismus!
Man erzählt uns seit Jaaaahrzenten allen Ernstes, dass der Egoismus gut für die Gesellschaft und gut für jedes einzelne Individuum sei. Es gibt/gab weltweit "große" Denker unter uns, die davon überzeugt waren, und dieses uns auch schriftlich mit ihren Werken und Bestseller-Büchern hinterlassen haben, dass der Mensch von Kindheit an, in seiner Natur egoistisch sei.

Für mich persönlich stimmt das nicht und ich werde dieses auch nicht glauben❗
Denn ich glaube daran und stehe mit jeder Zelle meines (jetzigen) Körpers dahinter, das wir Alle, im tiefsten Inneren mitfühlende Wesen sind.
Fast vor Michi's und meiner "Haustür", am MPI in Leipzig, untersucht Prof. Dr. Tania Singer seit Jahren welchen Einfluss Mitgefühl in unserem Leben hat.
In einem älteren Thread den ich durch einen sehr herzlichen Satz von Magdalena ins Forumleben rief, zeigte ich euch bereits, was "nachhaltige Harmonie" wirklich für uns Menschen, für unsere Tiere, Pflanzen und unseren Planeten bedeutet. (Ich verlinke euch bewusst nicht dahin, weil ich nicht aufdringlich sein möchte).

Ich für mich glaube nicht an das Gute, was der Egoismus uns bringen soll.
Ich glaube an unser Mitgefühl, das wir alle in uns tragen.
Und ich glaube auch, dass wir uns momentan an einer bedeutenden Schwelle befinden, wo uns immer klarer wird, welches Seelengift man uns Tröpfchen für Tröpfchen Jaaaaahrzehnte lang eingeflößt hat.
Wo hat uns der Egoismus hingebracht?
Zu Luxus!
Zu Kaltherzigkeit!
Zu zwischenmenschlichen Beziehungen die von Vortäuschung und Neid und Gier getrieben sind!
Zu Artensterben in Flora und Fauna!
Zu Umweltschäden!
Zu Stress, Depressionen, Burnout und in meiner Wahrnehmung auch noch zu Krebs!

Namaste🙏

Re: Ein Bisschen Anstand tut nicht weh

Verfasst: Mo 10. Dez 2018, 20:45
von Bea Magdalena
Hallo Frieda,

Dankeschön! Will Dir voll und ganz zustimmen.
Egoismus ist DAS Seelengift unserer Gesellschaft!
Durch Egoismus wird unsere Gesellschaft "vereinzelt" und damit leichter "steuerbar".
Gleichzeitig werden wir kaltherzig, mitfühlen und helfen wird selten.
Für den Einzelnen und für die Gesellschaft kann ich auch keine! Vorteile erkennen. Leider!

Namaste

Re: Ein Bisschen Anstand tut nicht weh

Verfasst: Di 11. Dez 2018, 00:13
von Violetta Arden
Der Mensch ist weder gut noch böse. Nach all den Erfahrungen, die die Menschheit seit Anbeginn gemacht hat sollte man eigentlich meinen, wir wüssten es langsam besser und würden uns auf die richtige Seite schlagen . Aber nein, solange Geld und es zu besitzen als äußerst erstrebenswert gilt, hetzt die große Masse hinterher. Und reich wird noch reicher und arm ärmer. Das ist auch kein Anstand und ich frage mich schon länger, wie lange das noch so gehen wird. Aber auch die Kirche, die im Namen des gütigen Jesus wirkt, hat besonders viel Dreck am Stecken. Habe grad über ein Heim für "schwer erziehbare" Mädchen des Benediktiner Ordens bei uns in Tirol gelesen. Das ist unfassbar. Wo soll man sich da Vorbilder nehmen?
Aber zurück zu Lexi, das ist eine tolle Aktion gewesen und irgendwie erinnert mich das an ein Lied von Reinhard Mey, "Der Bruder".
Alles Liebe Gerda Joanna

Re: Ein Bisschen Anstand tut nicht weh

Verfasst: Di 11. Dez 2018, 01:26
von Ronda_PTL
Bea Magdalena hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 20:45 Hallo Frieda,

Dankeschön! Will Dir voll und ganz zustimmen.
Egoismus ist DAS Seelengift unserer Gesellschaft!
Durch Egoismus wird unsere Gesellschaft "vereinzelt" und damit leichter "steuerbar".
Gleichzeitig werden wir kaltherzig, mitfühlen und helfen wird selten.
Für den Einzelnen und für die Gesellschaft kann ich auch keine! Vorteile erkennen. Leider!

Namaste
Hi nochmal Bea & ALL:

Du sprichst die Triebkräfte an, die hinter all den geschilderten Erlebnissen der Versteinerung der Herzen wirken. Die Masse huldigt dem Credo, dass das Haben unser Sein bestimmt 😢 "Meine Frau, mein Haus, mein Auto, meine Bank! 🙄

Wer nicht mit den Wölfen heulen mag, wird schnell ausgegrenzt, als Sonderling gebrandmarkt, oder sogar mit Verachtung "beschenkt". Die Suizidzahlen sprechen eine erbärmliche Sprache. 😱

Gerade erst haben wir der Ermordung von John Lennon gedacht. Sein Song IMAGINE ist dabei das vielleicht ermutigendes Vermächtnis, das er uns & der Welt hinterlassen hat 🎼

Eure Ronda

Re: Ein Bisschen Anstand tut nicht weh

Verfasst: Di 11. Dez 2018, 07:32
von Bea Magdalena
Ana-Lucia hat geschrieben: So 9. Dez 2018, 10:38 Liebe Lexi,

ich finde es toll, dass Du extra umgedreht bist, um der Frau zu helfen.
Aber ja, heutzutage begegnen einem Menschen eher mit Skepsis, wenn man Hilfe angeboten bekommt.

Aber woran liegt das?

Du hast das richtig gemacht. Kein Grund sich da irgendwie negative Gedanken zu machen :)

Kuss,

Ana.

Hallo Ana Lucia,

Frieda hat in ihrem Post 19 bereits ausführlich auf Deine Frage geantwortet. Ich möchte mich Frieda uneingeschränkt anschließen.
Darf ich ein klein wenig ergänzen?
Neben Egoismus dürfte ebenfalls die Gier ein weiterer Grund sein, der uns und unsere Gesellschaft zu dem werden ließ, was sie heute ist.

Kaum eine(r) handelt uneigennützig, daher erwartet dies auch niemand mehr. Skepsis bei einem Angebot zur Hilfe ist damit wohl zwangsläufig.

Eine schöne Entwicklung?!?! Manchmal zweifle ich ob Gesellschaft noch die richtige Beschreibung für uns ist, Anhäufung egoistischer Menschen wäre zutreffender.

Danke an Lexi und alle Mitposterinnen, es gibt noch Menschen mit Herz!!

Liebe Grüße
Bea

Re: Ein Bisschen Anstand tut nicht weh

Verfasst: Di 11. Dez 2018, 09:26
von Michi
Ronda_PTL hat geschrieben: Di 11. Dez 2018, 01:26 Gerade erst haben wir der Ermordung von John Lennon gedacht. Sein Song IMAGINE ist dabei das vielleicht ermutigendes Vermächtnis, das er uns & der Welt hinterlassen hat 🎼
Hallo Ronda,

deine Worte erinnerten mich gerade an diese Begebenheit von ihm ...
John Lennon:
Als ich fünf war, hat meine Mutter immer gesagt, dass es das Wichtigste im Leben sei, glücklich zu sein.
Als ich später in die Schule kam, baten sie mich aufzuschreiben, was ich später einmal werden möchte.
Ich schrieb auf: ,glücklich'.
Sie sagten mir, ich hätte die Frage nicht richtig verstanden, und ich antwortete ihnen, dass sie das Leben nicht richtig verstanden hätten.
Liebe Grüße
Michi