Liebe Michelle ich finde deine Idee und deinen Mut zu diesem Thread gut.

Es stimmt, dass es in mir vorgestern schon zuckte hier schreiben zu wollen, quirlten meine Gedanken aber noch zu sehr in mir herum. Und gibt es eigentlich ein (angemessenes) Zeitfenster, wo es ratsam seie, wann man seine Gedanken zu diesem oder jenen Satz in einem Thread beitragen möchte!? Leben wir nicht alle noch ein RL, was uns manchmal abhält unsere Gedanken und Gefühle sofort in Worte zu bringen!? Für mich gibt es tatsächlich Momente, wo meine Emotion so stark ist, das ich mein Geschriebenes mehrmals überarbeiten will.
Und außerdem will ich mich von dem unausgesprochenen Zeitdruck diesbezüglich, den die eine oder andere evtl wahrnehmen könnte, nicht anstecken lassen....
Hier nun meine Gedanken, zu der einen und anderen Frage/Absatz....
(Auf negative Passagen gehe ich bewusst nicht ein.)
- Frauen in Männerklamotten und wie oft? Ich denke darüber nicht nach, ich will immer das Herz und das Hirn des Wesens sehen.
- Warum Männer oft viel früher versterben? Darüber habe ich schon oft nachgedacht. Früher war meine Antwort, weil sie vielleicht körperlich mehr leisten (müssen)!? Heute denke ich etwas komplexer darüber. In meiner Wahrnehmung fehlt dem Mann evtl auch der Ausgleich. Es ist für mich wichtig geworden, dass ein Wesen (egal ob Mann oder Frau) in sich ruht, wie sehr es seinen eigenen Frieden für sich finden kann. Und ich halte es für möglich, dass die Männerwelt evtl doch mehr gesellschaftlichem Druck ausgeliefert ist, als wir Frauen vielleicht manchmal für möglich halten.
Nur zwei Beispiele.
1) Der Verlust der Kinder bei einer Scheidung, ich denke (zum größeren Teil) die Väter/bzw allgemein gesprochen das Elternteil, was mehr getrennt vom Kind lebt, leidet mehr darunter, als wir wahrhaftig zu sehen bekommen. Ich weiß das ist nur ne Vermutung und ich weiß es gibt auch Mütter die es betrifft. Ich möchte trotzdem gezielt beim Vater bleiben wollen. Da in meiner Wahrnehmung in unserer Gesellschaft MITTLERWEILE "der Mann" versteckt evtl mehr leiden könnte, als wir es für möglich halten.
In meiner Wahrnehmung wird die Mutterliebe über die Vaterliebe gehangen. Keine Ahnung ob das richtig ist oder nicht. Für mich nicht! Mein Ziel war es immer meinen Kids nie den Vater nehmen zu wollen. Denn ich hielt mir vor Augen, wie sehr ich leiden würde ohne die Kids. Das ich leider "gezwungen" wurde meine Kids vor ihm schützen zu müssen ist ein anderes Thema. Aber grundsätzlich bin ich überzeugt, leidet der Vater darunter sein Kind nicht mehr tagtäglich sehen, erleben, fühlen zu können.
2) Oder der Druck "der Männer" für die Familie "der" Ernährer zu sein/sein zu müssen und gewissen Anforderungen vom Arbeitgeber und auch sry evtl Forderungen der Familie gerecht werden zu müssen.
In meiner Wahrnehmung glaube ich, dass es Auswirkungen auf die Lebenszeit eines Wesens haben kann, wie oft, wie lange es an gewisse Belastungsgrenzen getrieben wird, bzw es sich treiben lässt. Es ist in unserer Gesellschaft normal dass der Mann zu funktionieren hat, weil von seinem tun, und seinem nicht tun, das Wohl der Familienangehörigen abhängig ist.
Wir lernen es jetzt erst, was zum Stressabbau wirklich dazu zählt. Uns Frauen ist es gestattet das wir auf unseren Körper achten können und ihn genießen können, wir uns die Entspannung mit Friseur, Wellness und Co geben können.
Für mich sind zB Bowling und Muckibude nicht wirklich Stressabbau. Und kaum ein Mann bekommt die Chance (ohne das hinter seinem Rücken getuschelt wird), sich REGELMÄSSIG beim shoppen, bei der Kosmetik oder Maniküre, Wellnestempel, Massage und und und zu entspannen um seinen Stress abzubauen, innerliche Ruhe finden zu können. Oder sich evtl auch noch seiner (bis jetzt noch nur) weiblich zugesprochenen Leidenschaft hingeben zu können. Seine feinfühlige Facette zu fühlen, zu erleben, zu leben.
Glücksgefühle braucht jedes Wesen um sein innerstes in der Waagschale ausgleichen zu können. Was wird dem Mann in der Regel gestattet? Sein abendliches Zeitung lesen mit dem Bierchen neben sich, wo ich unterstelle, das es evtl möglich ist, dass manch ein Mann sich hinter der Zeitung versteckt um mal Ruhe zu finden, obwohl sein Stresspegel es kaum noch zulassen könnte jeden Artikel 100%-ig lesen zu können, weil sein Stresspegel nur im roten Bereich sich befindet.
- Alkohol, Drogen sehe ich absolut als Betäubungsmittel (egal bei wem, Mann, Frau, Jugendliche, Erwachsene) um sich der Realität zu entziehen...und ja, dass sehe ich schon die ganzen Jahrzehnte so unverändert, dass dahinter immer ein verletztes Herz sitzt, dem nicht geholfen wurde/wird. Weil man leider eher dazu neigt, dass momentane Fehlverhalten zu sehen, anstatt sich der Herausforderung zu stellen und ehrlichen Herzens herausfinden möchte, warum das Wesen dort gelandet ist, wo es jetzt ist....eben in einer Welt wo die Suchtmittel ihn/sie bestimmen.
(Ein Grund warum ich meinem Exmann und auch Ex-Schwieva immer helfen wollte, ich es aber niemals durfte....leider

).
Kaum ein Abhängiger kommt aus diesem Sumpf ohne die Hilfe Dritter raus, aber man nimmt zu schnell den Finger und zeigt auf diese Wesen, die ganz unten angekommen sind, wo ich mir sicher bin, keiner von ihnen jemals hin wollte!
Für mich ist unsere westliche Welt jetzt im Umbruch. Ich bin davon überzeugt das es Jahr um Jahr mehr Wesen geben wird, die zum einen einsichtig und/oder mutig werden, viel mehr auf ihr Innerstes zu hören und so zu sein, wie ihr Innerstes sich fühlt.
Ich weiß, ich habe es schon mehrfach hier angesprochen, wie sehr ich euch für euren Mut bewundere und ich mich niemals schämen würde für euch, für Michi, ich eher extrem dankbar bin an Michi's Seite sein zu dürfen!!!!!
Diese Worte hier..." Ein schlauer Therapeut hat mal gesagt:
Fühlst Du Dich besser? Ja
Schädigt es jemanden? Nein
Wo ist das Problem?"....finde ich richtig richtig gut!

Namaste
