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Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: So 11. Nov 2018, 13:05
von Jaddy
conny hat geschrieben: Sa 10. Nov 2018, 14:08M.W. ist in den lezten Jahren und Jahrzehnten kein Politiker seinen Job wegen eines homosexuellen Outings los geworden. Ich halte es eher für unwahrscheinlich, dass das bei Transgendern anders ist.
Auch wenn es keine offen feindliche Aktionen gibt, kann Diskriminierung unterschwellig über Vorbehalte und Befürchtungen statt finden, indem jemand "wegen dieser Sache" einfach nicht mehr aufgestellt, bei Wahlen übergangen wird, einen schlechteren Listenplatz bekommt, etc.

Gerade bei der Frage, wer für eine Gruppe kandidiert und gegen die politischen Gegner antritt, ist der Faktor Peinlichkeit wichtig. Das ist im Kern das "was sollen die Nachbarn denken" und die Annahme, dass "die Leute da draussen" intoleranter sind.

Dagegen hilft mMn einfach nur Sichtbarkeit bis Normalität hergestellt ist.

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: So 11. Nov 2018, 14:38
von Vincent
Jaddy hat geschrieben: So 11. Nov 2018, 13:05 Dagegen hilft mMn einfach nur Sichtbarkeit bis Normalität hergestellt ist.
Damit hast Du absolut Recht, Jaddy.
Sichtbarkeit würde ich mir wünschen nicht nur für eine Rolle einer Person, sondern für beide.
Anfänglich würde es "die Leute" vermutlich massiv überfordern, wenn ihnen viele Menschen aus Nachbarschaft und öffentlichem Leben mal in weiblicher und dann wieder in männlicher Rolle begegnen würden, aber irgendwann wäre das Thema durch und nichts mehr Ungewöhnliches daran.

Ok, das ist derzeit eher reine Fiktion, denn denkbare Entwicklung :roll:
triona hat geschrieben: Sa 10. Nov 2018, 12:56
Cybill hat geschrieben: Sa 10. Nov 2018, 09:01 Mein (Alpen)traum: Markus Söder im Dirndl.
- Cy
Was nicht ist, kann ja noch werden, wenn er eines Tages dem Vorbild seines Vor-Vorgängers folgt:
https://www.augsburger-allgemeine.de/pa ... 11811.html
Was mir bei Beckstein immer zu zu denken gab, war, dass er als Maske fast immer ein eine weibliche Rolle wählte :wink:

Was *** betrifft, finde ich es gut, und in gewisser Weise als Selbstschutz, diesen Teil seiner Persönlichkeit offen zu legen. Was sonst über ihn geschrieben wird trifft wohl kaum die Realität, verwechselt Begriff und Inhalte und ist kaum vernünftigem Journalismus würdig.
Ausnahmsweise muss ich in diesem Punkt einem rechtsradikalen Blog (Philosophia Perennis) Recht geben. Auch wenn hier, mMn auch wieder viel Unsinn steht.
Egal wie man was sieht, für mich ist es der erste mir bekannte, bekennende CD im öffentlichen Leben. (yes)

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Di 13. Nov 2018, 21:09
von conny
Jaddy hat geschrieben: So 11. Nov 2018, 13:05
Auch wenn es keine offen feindliche Aktionen gibt, kann Diskriminierung unterschwellig über Vorbehalte und Befürchtungen statt finden...
"kann". Homosexuellen schadet das outing wohl nicht mehr. Und m.e. geht auch "trans" in diese Richtung.

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Di 25. Dez 2018, 14:12
von tabea80

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Di 25. Dez 2018, 15:25
von ExuserIn-2023-06-22
Ausschnitt aus dem Artikel:
Für seine Partnerin ist er nach wie vor der Mensch, den sie liebt. Sie steht hinter ihrem Mann.

Schön, genau wie ich, ich stehe auch 100 % hinter meiner Jasmine.
Menalee

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Sa 5. Jan 2019, 05:22
von Tatjana_59
Ein weiterer Artikel in der Süddeutschen Zeitung

https://www.sueddeutsche.de/bayern/tess ... KpGiBW31no

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Sa 5. Jan 2019, 11:17
von Jenina
Hallo,

also wieder ein trans* Mensch mehr, der sich auf eine Seite des bipolaren Modells schlägt. Es ist offenbar in unserer Gesellschaft nicht auszuhalten, wenn man anders sein will. Denn jetzt "eine Frau zu sein" und froh zu sein, dass man "endlich eine Diagnose ICD-10 F64.0" hat ist leider kein Zeichen von anders sein. Es ist eine Kapitulation.

Wieder wurde eine Chance vertan. Man hat jetzt zwar eine queerpolitische Sprecherin mit trans*-Migrationshintergrund. Aber leider ist sie nicht wirklich queer, sondern angepasst und konservativ. Grüne eben, was erwartet man... :(

Jenina

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Sa 5. Jan 2019, 11:30
von Marlene K.
Jenina hat geschrieben: Sa 5. Jan 2019, 11:17 Hallo,

also wieder ein trans* Mensch mehr, der sich auf eine Seite des bipolaren Modells schlägt. Es ist offenbar in unserer Gesellschaft nicht auszuhalten, wenn man anders sein will. Denn jetzt "eine Frau zu sein" und froh zu sein, dass man "endlich eine Diagnose ICD-10 F64.0" hat ist leider kein Zeichen von anders sein. Es ist eine Kapitulation.

Wieder wurde eine Chance vertan. Man hat jetzt zwar eine queerpolitische Sprecherin mit trans*-Migrationshintergrund. Aber leider ist sie nicht wirklich queer, sondern angepasst und konservativ. Grüne eben, was erwartet man... :(

Jenina
Ich lese nur von einem Menschen, die ihren eigenen Weg gewählt hat. Diese persönlichen Entscheidungen hier so abzuwerten, finde ich gelinde gesagt, schäbig.
Das sage ich als Männer liebender Mensch in Frauenkleidern, die mit ihrem männlichen Körper und bewusst männlich-weihblichen Namen in Einklang lebt.

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Sa 5. Jan 2019, 11:41
von Jenina
Ralf-Marlene hat geschrieben: Sa 5. Jan 2019, 11:30 ... Diese persönlichen Entscheidungen hier so abzuwerten, finde ich gelinde gesagt, schäbig.
...
Entschuldigung - aber so war das wirklich nicht gemeint. Vor allem nicht persönlich für Frau Ganserer.

Aber noch vor wenigen Wochen hat sich das eben ganz anders angehört. Ich hatte da Hoffnung, dass auch mal etwas geht außerhalb des Starrsinns. Und da wurde ich eben enttäuscht, und nichts anderes als meine ganz persönliche Enttäuschung wollte ich ausgedrückt haben. Wie gesagt, mit Frau Ganserer hat das nichts zu tun. Es ist eben die Kultur in unserer Gesellschaft die nach wie vor ist wie sie ist und sich eben nur sehr wenig geändert hat.

Jenina

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Sa 5. Jan 2019, 11:46
von ChristinaF
Erstmals danke Tatjana für den Link. (moin)
Ich finde, es nicht nur mutig, dass Frau Ganserer diesen Schritt gegangen ist, sondern geradezu für uns Frauen sehr wichtig. Ich kann mir gut vorstellen wie sie mit ihren Gefühlen und Zweifeln gekämpft hat, ob sie sich outen soll oder nicht, und welchen Respekt man ihr als Landtagsabgeordnete entgegenbringen wird. Und ich wünsche ihr alles erdenkliche Durchhaltevermögen in diesem Parlament.
Meinen Respket hat sie uneingeschränkt.
LG Christina

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Sa 5. Jan 2019, 13:26
von tabea80
Echt mutig von Ihr, ich staune wie wie schnell sich Leute entwickeln, im ersten Artikel hieß es noch sie wollte weiter als Mann arbeiten

Nach ein paar Fotos von ihr:

Ihr Twitter Profil:
https://twitter.com/gansgruen?lang=de


Ihr Facebook Profil:

https://www.facebook.com/Tessa-Ganserer ... 514397698/

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Sa 5. Jan 2019, 17:54
von tabea80

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Mo 7. Jan 2019, 06:41
von Tatjana_59
tabea80 hat geschrieben: Sa 5. Jan 2019, 13:26 Echt mutig von Ihr, ich staune wie wie schnell sich Leute entwickeln, im ersten Artikel hieß es noch sie wollte weiter als Mann arbeiten

Nach ein paar Fotos von ihr:

Ihr Twitter Profil:
https://twitter.com/gansgruen?lang=de


Ihr Facebook Profil:

https://www.facebook.com/Tessa-Ganserer ... 514397698/
Dieses rasante Entwicklung ist wirklich gigantisch.
Aber nicht unbedingt außergewöhnlich, zumindest war es bei mir ähnlich.
Nach Jahrzehnten des versteckens das Coming-out.
Dann ging alles rasend schnell. Wenn mich meine Frau damals nicht manchmal ausgebremst hätte weil sie nicht Schritt halten konnte,
hätte ich mich wohl selbst überholt.
Einzig Gaop war da noch in weiter Ferne, auch nach der Diagnose F64.0
Einerseits wollte und konnte meine Frau nicht auf den männlichen Sex verzichten, anderseits war es auch meiner ziemlich angeschlagenen Gesundheit abträglich.
Ich denke nach dem Outing geht es sehr vielen TS so wie mir und Frau Ganserer. Der Fortschritt rennt im Sauseschritt.

LG Tatjana

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Mi 9. Jan 2019, 15:48
von Kylo
Ich war echt positiv überrascht vom neuerlichen Artikel auf der SZ und bin beeindruckt natürlich über den Mut der Frau Ganserer, aber auch über den empfindsamen Schreibstil und die Perspektive des Artikels. Top!

Re: Erstes Coming„out eines Politikers im Parlament

Verfasst: Do 10. Jan 2019, 08:33
von tabea80