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Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 00:14
von blauschnee
Hallo Heike, ich hatte mal ein Problem mit Depressionen und war deshalb auch in Behandlung...
Ich habe ein befreundetes Paar, mit denen ich reden möchte und die mein Vertrauen haben. Es wäre aber auch schön, mit jemandem sprechen zu können, dem es ähnlich wie mir geht oder gegangen ist.

Liebe Grüße
Blauschnee

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 00:22
von heike65
lexes hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:13 Hallöchen Blauschnee ...

So albern das klingt : Deine Vorraussetzungen sind quasi IDEAL ...

Keine Familiären-Katastrophen in Aussicht
warum sehen die meisten hier die Familie/Partner/innen als Problem dar ? das ist doch der Rettungsanker schlechthin

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 01:13
von Diana.65
Hallo Blauschnee.

Deine Zweifel, Unklarheit und die auch die Wirkung von Alkohol kenne ich bestens. Die Zweifel und die Unklarheiten hatte und habe ich auch. Auch wenn sie sich zum Teil im Laufe der Zeit in ihrem Auftreten geändert haben. Dass man mir ein WENIG Alkohol auch zum Teil Hemmungen verliert ist ja bekannt und haben ja auch schon so einige hier geschrieben.
blauschnee hat geschrieben: Di 14. Aug 2018, 23:20 ... Den Schritt zu einem Psychiater zu wagen, würde sich für mich schon wie ein großer Schritt auf diesen Weg anfühlen, vor dem ich Angst habe. Eine Selbsthilfegruppe wäre wahrscheinlich erstmal am besten.
...
Wenn du niemanden im direkten Umfeld hast, mit dem du auf Vertrauensbasis erts mal reden kannst, dann ist eine SHG, so denke ich, ertst mal eine gute Möglichkeit sich auszutauschen. Dort erfährst du bestimmt auch über die Möglichkeiten und die Erfahrungen mit Therapeuten. Das wäre dann die weitere Stufe im Vorgehen. In dem Stadium bin ich auch gerade.
heike65 hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:22 ...
warum sehen die meisten hier die Familie/Partner/innen als Problem dar ? das ist doch der Rettungsanker schlechthin
@ Heike: Leider läuft es nicht bei jedem Ideal mit Partnern und Familie. Für Angehörige, die nicht jeden Tag mit dir zu tun haben, mag es da noch einfacher sein, als für den/die Partner/in und evtl. Kinder. Die haben dich als Menschen mit bestimmten Eigenschaften kennen gelernt, und mit einem Mal stimmt das ganze Bild von dir nicht mehr. Da kommt nicht jeder damit zurecht.
blauschnee hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:14 ...Ich habe ein befreundetes Paar, mit denen ich reden möchte und die mein Vertrauen haben. Es wäre aber auch schön, mit jemandem sprechen zu können, dem es ähnlich wie mir geht oder gegangen ist.
Mit dem befreundeten Paar würde ich, an deiner Stelle, dann unbedingt, aber vorsichtig, das Gespräch suchen. Für die, denen es ähnlich geht, ist die Variante mit einer SHG oder einem Stammtisch sicher die Beste Kontaktmöglichkeit.
Ich drücke dir für's Weitere auf alle Fälle die Daumen und wünsche dir viel Kraft dazu.

Liebe Grüße,
Diana.

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 08:06
von Michi
blauschnee hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:14 Es wäre aber auch schön, mit jemandem sprechen zu können, dem es ähnlich wie mir geht oder gegangen ist.
Wo ist das Problem? Ein erster Ansatz wäre die Liste Stammtische und SHGs nach Postleitzahlen. Darüber solltest du etwas in deiner Nähe finden, wenn du hier nicht verraten magst, wo du herkommst. :wink:

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 10:34
von Nicole Fritz
Hallo allerseits,

kommen mit Alkohol die wahren Gefühle heraus? - Eine interessante Frage. Also, bei mir ist es so:

Ich habe meine Rolle als Mann irgendwie zu Ende gespielt und möchte jetzt nur noch Nicole sein. Also ziehe ich einen Rock oder ein Kleid an, wenn ich mich morgens fertig mache. Aber wirklich im falschen Körper fühle ich mich nicht und sehe mich daher als non-binär.

Wie ist es nun mit dem Alkohol? Den brauche ich, wenn mir mal wieder völlig egal ist, ob die Welt untergeht. Und dann bin ich weder Mann noch Frau, irgendwie ein fremdes Wesen aus einer anderen Zeit und einer anderen Galaxie. Dieses Wesen ist weder männlich noch weiblich. Es ist irgend etwas anderes jenseits der Geschlechter. Nach ein oder zwei Flaschen Wein oder einer viertel Flasche Schnaps ist mir auch völlig gleichgültig, was für eine Kleidung ich trage.

In diesem Sinne lässt der Alkohol meine wahren Gefühle hervor treten: non-binär, androgyn oder geschlechtslos. Dann wäre meine Rolle als Frau nur ein Mittel mich in der Öffentlichkeit als etwas anderes zu definieren als den blöden Hampelmann, den ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Und es würde auch erklären, warum es bei einer Partnerschaft oder Ehe mit einer Frau nie geklappt hat. Da war wohl nie mehr als ein heterosexuell körperliches Verlangen. Liebe? Beziehungskisten? - So etwas habe ich nie verstanden.

LG Nicole

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 19:27
von Emilia
Hallo Blauschnee,

mein Kommentar passte so an dem von Maria ran und bezieht sich allgemein auf den Umgang mit Alkohol. Ich gehe also bei Dir nicht von einem Problem aus. Jeder soll und darf, so denn er/sie die Auswirkungen kennt. Einige schrieben hier schon, Alkohl verändert bei aktuellem Konsum, aber auch langfristig bei ständigem Missbrauch. Ich wollte des Thema auch nicht zu sehr in die Falsche Richtung kippen lassen, denn in der Hauptsache, geht es um Deine Gefühle, die unverfälscht, real sein sollten.- 

Liebe Grüße, Tante Emi (Smiley freundlich)

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 21:16
von MaraE
Hallo BLauschnee
blauschnee hat geschrieben: Di 14. Aug 2018, 08:25 Aber warum verdränge ich das? ... Das größte Problem bin ich selbst.
Ich denke es ist erst mal eine relativ normale Reaktion das zu verdrängen und es braucht einfach seine Zeit das zu aktzeptieren und viele stehen sich anfangs selbst im Weg. Wie viele schon vorher geschrieben haben probiere es einfach aus und versuche Dich so zu akzeptieren wie Du bist. Immer wieder versuchen es zu verdrängen bringt nichts, da es sowieso irgendwann wieder hochkommt.
Ich hatte meine ersten CD Versuche 2011/2012 gemacht und hatte dabei immer das Gefühl irgendwas "verbotenes" zu machen und ich hatte auch fast immer ein sehr schlechtes Gewissen dabei. Ich hatte dann das Thema für mich abgeschlossen und auch alle Sachen weggeworfen.
Vor ca. einem Jahr kam das dann wie aus heiterem Himmel wieder zurück und glücklicherweise habe ich meine weibliche Seite nun endlich akzeptiert und kann sie jetzt auch endlich ohne schlechtes Gewissen ausleben. Es kommen zwar immer wieder auch mal Zweifel hoch aber die werden immer weniger.
Mir hatte das Buch "Trans im Glück" von Livia Prüll sehr geholfen um meine weiblich Seite zu akzeptieren und vor allem auch Mut gemacht um evtl. weitere Schritte (irgendwann) zu gehen.
blauschnee hat geschrieben: Di 14. Aug 2018, 23:20 Wenn ich was trinke und unter meinen Freunden bin, lasse ich das trotzdem relativ weit raus, obwohl ich dabei größtenteils wie ein Kerl aussehe. Kurioserweise scheint das sogar besser anzukommen, als ich dachte.
Wahrscheinlich wirst Du unter Alkohol-Einfluß von Deinen Freunden als authentisch wahrgenommen, da Du dich nicht mehr so sehr verstellst wie Du es ohne Alkohol machst um dem Rollenbild "Mann" gerecht zu werden.

Liebe Grüsse

Mara

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 21:26
von Michi
Hallo Nicole,

ich weiß nicht ob es beabsichtigt war, aber dein Fazit klingt wieder mal ziemlich deprimierend. War das so beabsichtigt? Fühlst du dich so? Ich habe den Eindruck, dass du dich schlechter machst als du bist, kann aber auch verstehen, dass es blöd ist, sich so lange zum Hampelmann gemacht zu haben. Sich mit "Beziehungsdingen" schwer tun, das ist nicht so unwahrscheinlich, wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist. Du bist zwar auch nicht mehr die Jüngste. Aber wer weiß, vielleicht hast du auch noch mal "Glück"?

Liebe Grüße
Michi

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 23:40
von Theresa-Annalena
heike65 hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:22 warum sehen die meisten hier die Familie/Partner/innen als Problem dar ? das ist doch der Rettungsanker schlechthin
Liebe Heike, nichts für ungut, aber denke mal bitte an unser Mitglied Betty... solch ein Rettungsanker kann auch schnell zum Sinkblei werden...

LG Tessa.

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 23:50
von heike65
TessaLouboutin hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 23:40
heike65 hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:22 warum sehen die meisten hier die Familie/Partner/innen als Problem dar ? das ist doch der Rettungsanker schlechthin
Liebe Heike, nichts für ungut, aber denke mal bitte an unser Mitglied Betty... solch ein Rettungsanker kann auch schnell zum Sinkblei werden...

LG Tessa.
Na die dame ist ja mal ausserhalb jeder Diskussion

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Mi 15. Aug 2018, 23:59
von blauschnee
Hallo Lexi,

Gestern war es für mich leider schon zu spät, da konnte ich dir nicht mehr antworten. Ok ich probiere das mal mit dem Zitieren :-)
lexes hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:13 So albern das klingt : Deine Vorraussetzungen sind quasi IDEAL ...

Keine Familiären-Katastrophen in Aussicht
Keine massiven Probleme im Bek.- Freundes- und Arbeitskollegen-Kreis in Sicht ... und wenn es alle schon ahnen wie Du schreibst ...,

Dazu kommt was schon mehrfach geschrieben wurde : es unterdrücken führt auf jeden Fall in die Katastrophe ...

Hier ist keine Büchse der Pandora zu öffnen ( wie Du schreibst ) .. und Freak würde ich Dein "Jetzt" ( verstellt und doch wohl von Vielen erkannt ) eher nennen als das , was Du werden könntest. Und je länger Du wartest um mehr psychischen Schaden wirst Du davon tragen. Und um so schwerer werden es Hormone und OP und und und evtl. haben den Menschen aus Dir zu machen, der Du evtl. schon lange bist.
Ja, ich habe eigentlich ganz gute Bedingungen. Und einige Freunde ahnen nicht nur etwas, sondern wissen da schon einiges von mir. Unterdrücken geht bei mir momentan einfach viel zu gut, es geht mir nicht besonders schlecht, aber auch nie wirklich gut. Es ist nur so ein vor mich hin leben.
Ich habe etwas über den Freak nachgedacht, da hast du wahrscheinlich vollkommen recht. Ich bin momentan weder Fisch noch Fleisch. Auf dem Festival letzte Woche wurde ich trotz Männermodus für eine Frau gehalten und er wollte mich erst zu den weiblichen Abtasterinnen schicken, bevor er es dann doch erkannt hat. Dabei hatte ich als einzigstes Frauenkleidungsstück eine nicht besonders eng geschnittene Kapuzenjacke an. Und auch mein Verhalten passt wohl nicht so ganz zu meiner eigentlich als Mann erkennbaren Erscheinung. Wahrscheinlich bin ich jetzt schon ein (oder der größere) Freak :(
lexes hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:13 Warum testest Du das Ganze nicht einfach mal .. der Weg zu anderen Menschen ( Psychiater , SHG etc.. ) steht Dir ja immer offen. Also evtl. erstmal ein Selbstversuch.

Ich bin ziemlich sicher das eine Standardfrage bei der Bestimmung Deines wahren Geschlechtes immer ist : Haben Sie schon einmal länger als einen Tag als Frsu gelebt ??

Mach das doch mal ... lebe mal einen ( oder zwei , oder mehr ) Tage als Frau.
Mit allem was dazu gehört . : MakeUp , Kleider .. einfach alles.. Damit kommst Du der Wahrheit nur näher.. mehr nicht. Und ein Glas ( mehr nicht ) zum Mut-Machen und zum Befreien der Frau in Dir ( insbes. bevor Du evtl unter Menschen gehst ) ist sicher kein Problem ... verduch"˜s Einfach mal. Dann hast Du jemandem der Dir helfen will auchdeutlich mehr über die Frau in Dir zu erzählen ... eingesperrt wird sie sicher keine guten Noten bekommen.

Was sicher noch einfacher ist ( insbes. wenn Dein Unterdrückungs-Kung-Fu stark ist und Du wenig Ausstattung besitzt ) => gib Dich doch mal in die Hände von jemand professionellem ( ich denke da an Ellie z.B. ... anschreiben , Termin machen .. etwas Geld ausgeben und nachher viiiiiiiiiiel schlauer über Dich sein : http://www.elli-hunter.de )

Und egal wo Du wohnst : falls es zu weit ist : Du bekommst Ähnliches in Deiner Gegend... frag einfach das Forum)
Ich hätte es vielleicht gerne schon auf dem Festival getestet. Es ist schon irgendwie seit Jahren ein Traum von mir, dort zumindest mal einen Tag als Frau zurechtgemacht zu sein. Nur leider konnte meine Freundin, die ich dafür als Unterstützung gebraucht hätte, dieses Jahr nicht mitkommen.
Leider hält es mich etwas ab, das mit fremden zu machen, ich hätte bei so einem Verwandlungsservice wahrscheinlich kein besonders gutes Gefühl. Die Bilder, die ich bisher von vielen gesehen habe, haben mich so vom Stil auch nicht unbedingt sagen lassen "ich will auch". Das wirkt immer etwas formell auf mich :?
Lieber wäre es mir, das mit Bekannten oder Freunden zu machen. Aber da ist es bei mir leider auch (noch) ziemlich dünn gesät. Andererseits wäre es alleine wegen der Professionalität und Erfahrung vielleicht doch schon einen Gedanken wert, alleine um meinen Typ etwas besser herauszufinden.
lexes hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:13 Dir alles Gute .. wenn auch nur auf dem Weg zu merken das Du gar keine Hormone / OP"˜s & Outings brauchst weil Du einfach nur ein etwas mehr-femininer Mann bist.

Pass auf Dich auf und unterdrücke einen wichtigen Teil Deiner selbst nicht systematisch
Danke. Ich muss mich auch noch etwas von dem Gedanken lösen, dass es nur schwarz oder weiß geben soll. Nur TS oder Mann. Auch eine Freundin hat mich schonmal gefragt, warum nicht beides?
Momentan unterdrücke ich nicht, aber so ist das Leben schwer. Und ich kann das mittlerweile so gut wegdrücken. Mal sehen, wann es wieder damit losgeht.
lexes hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:13 P.S. .. ich denke auch das der Alkohol lediglich enthemmt und Dir etwas zeigt das Du sehr effektiv und geübt gelernt hast nicht an Deinem Leben teilhaben zu lassen. Evtl. trinkst Du einfach mal 2-3 Gläser ... ziehst Dir was Hübsches an und schreibst Dir selbst mal einen Brief.
Der hat dann sicher mehr Rechtschreibfehler als üblich .. aber ich denke er könnte Deinen nüchternen-kontrollierten Selbst viele neue Infos über Dich geben....
Das ist eine tolle Idee. Ich glaube, das probiere ich mal aus. Vielleicht kann ich so etwas mehr von dem Gefühl in die nüchteren Welt herüberretten, das sonst auf der Strecke bleibt.
Diana.65 hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 01:13 Wenn du niemanden im direkten Umfeld hast, mit dem du auf Vertrauensbasis erts mal reden kannst, dann ist eine SHG, so denke ich, ertst mal eine gute Möglichkeit sich auszutauschen. Dort erfährst du bestimmt auch über die Möglichkeiten und die Erfahrungen mit Therapeuten. Das wäre dann die weitere Stufe im Vorgehen. In dem Stadium bin ich auch gerade.
Hallo Diana, eigentlich habe ich mehrere Personen zum Reden, nutze die Möglichkeiten aber nur selten, weil ich Angst habe, sie damit zu nerven. Das ist generell ein Problem von mir. Ich würde vor Therapeuten lieber erst mit Gleichgesinnten sprechen, ich habe wohl keine andere Wahl als eine SHG zu kontaktieren :?
Diana.65 hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 01:13 Mit dem befreundeten Paar würde ich, an deiner Stelle, dann unbedingt, aber vorsichtig, das Gespräch suchen. Für die, denen es ähnlich geht, ist die Variante mit einer SHG oder einem Stammtisch sicher die Beste Kontaktmöglichkeit.
Ich drücke dir für's Weitere auf alle Fälle die Daumen und wünsche dir viel Kraft dazu.
Die wissen schon länger über mich bescheid. Von einer Freundin habe ich auch schonmal Sachen bekommen, die ihr nicht mehr gepasst haben. Ich weiß aber nicht, was die momentan darüber denken. "War das nur mal so eine fixe Idee?" oder "Das ist immer, wenn der etwas trinkt" oder "Warum macht der nicht endlich mal was?" Ich möchte in der nächsten Zeit mit ihnen in Ruhe über mich sprechen und mir ihren Rat holen. Aber für weiteres muss ich mir unbedingt andere TS oder TG suchen.
MichiWell hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 08:06 blauschnee hat geschrieben: ↑
Mi 15. Aug 2018, 00:14
Es wäre aber auch schön, mit jemandem sprechen zu können, dem es ähnlich wie mir geht oder gegangen ist.

Wo ist das Problem? Ein erster Ansatz wäre die Liste Stammtische und SHGs nach Postleitzahlen. Darüber solltest du etwas in deiner Nähe finden, wenn du hier nicht verraten magst, wo du herkommst. :wink:
Hallo MichiWell, das Problem ist, dass ich es ziemlich schwer habe, neue Bekanntsschaften zu knüpfen. Ich bin sehr unsicher. Erst recht, wenn ich alleine bin. Ich komme übrigens aus der Gegend Nordhessen/südliches Ostwestfalen.
Nicole Doll hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 10:34 Wie ist es nun mit dem Alkohol? Den brauche ich, wenn mir mal wieder völlig egal ist, ob die Welt untergeht. Und dann bin ich weder Mann noch Frau, irgendwie ein fremdes Wesen aus einer anderen Zeit und einer anderen Galaxie. Dieses Wesen ist weder männlich noch weiblich. Es ist irgend etwas anderes jenseits der Geschlechter. Nach ein oder zwei Flaschen Wein oder einer viertel Flasche Schnaps ist mir auch völlig gleichgültig, was für eine Kleidung ich trage.
Hallo Nicole, bei mir ist es genau andersherum. Ich fange dann an, mich erst recht weiblicher zu fühlen oder es zuzulassen, auch wenn ich es vorher nüchtern sehr verdrängt habe. Ich fange mittlerweile schon an zu verzichten, weil ich Angst davor habe, was unweigerlich passiert und mir oft schmerzhafte Gefühle bereitet.
Emilia hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 19:27 Hallo Blauschnee,

mein Kommentar passte so an dem von Maria ran und bezieht sich allgemein auf den Umgang mit Alkohol. Ich gehe also bei Dir nicht von einem Problem aus. Jeder soll und darf, so denn er/sie die Auswirkungen kennt. Einige schrieben hier schon, Alkohl verändert bei aktuellem Konsum, aber auch langfristig bei ständigem Missbrauch. Ich wollte des Thema auch nicht zu sehr in die Falsche Richtung kippen lassen, denn in der Hauptsache, geht es um Deine Gefühle, die unverfälscht, real sein sollten.

Liebe Grüße, Tante Emi (Smiley freundlich)
Hallo Emilia. OK, ich wollte nur niemandem Anlass geben, sich Sorgen zu machen. Oft denkt man ja, wenn es um Alkohol geht, dass es ein problematisches Konsumverhalten geben könnte. Bei mir ist alles gut (smili)
MaraE hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 21:16 Ich denke es ist erst mal eine relativ normale Reaktion das zu verdrängen und es braucht einfach seine Zeit das zu aktzeptieren und viele stehen sich anfangs selbst im Weg. Wie viele schon vorher geschrieben haben probiere es einfach aus und versuche Dich so zu akzeptieren wie Du bist. Immer wieder versuchen es zu verdrängen bringt nichts, da es sowieso irgendwann wieder hochkommt.
Hallo Mara, das Problem ist, dass ich seit Jahren genau an dieser Stelle festhänge und ich einfach nicht weiterkomme.
MaraE hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 21:16 Ich hatte meine ersten CD Versuche 2011/2012 gemacht und hatte dabei immer das Gefühl irgendwas "verbotenes" zu machen und ich hatte auch fast immer ein sehr schlechtes Gewissen dabei. Ich hatte dann das Thema für mich abgeschlossen und auch alle Sachen weggeworfen.
Ich habe noch nie etwas deswegen von mir weggeworfen, egal wie weit weg ich es gedanklich gescoben habe. Ich empfinde das so sehr als Teil von mir, dass ich das nicht könnte und es ein Schritt in die falsche Richtung wäre.
MaraE hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 21:16 Mir hatte das Buch "Trans im Glück" von Livia Prüll sehr geholfen um meine weiblich Seite zu akzeptieren und vor allem auch Mut gemacht um evtl. weitere Schritte (irgendwann) zu gehen.
Danke, ich werde mal danach suchen.
MaraE hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 21:16 blauschnee hat geschrieben: ↑
Di 14. Aug 2018, 23:20
Wenn ich was trinke und unter meinen Freunden bin, lasse ich das trotzdem relativ weit raus, obwohl ich dabei größtenteils wie ein Kerl aussehe. Kurioserweise scheint das sogar besser anzukommen, als ich dachte.

Wahrscheinlich wirst Du unter Alkohol-Einfluß von Deinen Freunden als authentisch wahrgenommen, da Du dich nicht mehr so sehr verstellst wie Du es ohne Alkohol machst um dem Rollenbild "Mann" gerecht zu werden.
Ich habe eigentlich immer Angst, dass sie mich dann eher als peinlich oder freakig ansehen. Aber scheinbar nicht, oder zumindest bei einigen nicht. Auf dem Festival haben mehrere Bekannte von sich selbst aus zu meinem besten Freund gesagt, dass sich mich wirklich mögen. Und ich selbst habe dabei eigentlich Angst gehabt, dass ich die Leute eher vergraule :? Vielleicht liegt es auch etwas daran, dass sich dieses "Rollenbild Mann" sowieso kaum lebe, auch im "Männermodus" nicht. Das wäre ohnehin peinlich, wenn soetwas wie ich auf "Macker" tun würde ;-)

Puh, das ist eine Menge Text geworden. Danke an alle, die mitgelesen haben :-)

Liebe Grüße an Alle
Blauschnee

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Do 16. Aug 2018, 00:59
von heike65
Du solltest an deinem Selbstbewusstsein arbeiten, der Rest kommt dann schon

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Do 16. Aug 2018, 11:13
von Nicole Fritz
MichiWell hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 21:26 ich weiß nicht ob es beabsichtigt war, aber dein Fazit klingt wieder mal ziemlich deprimierend. War das so beabsichtigt? Fühlst du dich so? Ich habe den Eindruck, dass du dich schlechter machst als du bist, kann aber auch verstehen, dass es blöd ist, sich so lange zum Hampelmann gemacht zu haben. Sich mit "Beziehungsdingen" schwer tun, das ist nicht so unwahrscheinlich, wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist. Du bist zwar auch nicht mehr die Jüngste. Aber wer weiß, vielleicht hast du auch noch mal "Glück"?
Hallo Michi,

ich stecke gerade wieder einmal in einer Krise. Der "alte, ewig nörgelnde Stinkstiefel" oder Hampelmann beansprucht seinen Platz und hat auch immer wieder Durst nach Alkohol. Nicole säuft dagegen Unmengen Kaffee. Da wäre, wie Du ja weißt, einiges zu regeln, worauf ich ums Verrecken keine Lust habe. Statt dessen würde ich lieber als Nicole um die Welt reisen, wozu mir aber das nötige "Kleingeld" fehlt. Als Folge wechseln sich immer wieder zynisch-sarkastische Wut und depressive Phasen ab - eben die typischen Gefühle des "alten Stinkstiefels".

Über das Thema Partnerschaft denke ich aus Prinzip nicht nach. Hätte ich einmal "Glück", wäre das zwar schön, aber das hatte ich in einem halben Jahrhundert nie. Und da war ich noch, wie man mir bestätigte, ein attraktiver Mann :o und keine "Transe" :shock: - nur so im Hinblick auf eine Signalwirkung in der Öffentlichkeit :wink: .

Ich hoffe, am Samstag reißen mich der CSD in Koblenz und die Demo dort wieder ein Stück aus diesem Loch. Also drücke mir die Daumen. (dr)

LG Nicole )))(:

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Do 16. Aug 2018, 11:28
von Nicole Fritz
heike65 hat geschrieben: Do 16. Aug 2018, 00:59 Du solltest an deinem Selbstbewusstsein arbeiten, der Rest kommt dann schon
Bei dem "dummen" Spruch :((a zieht sich in meinem Bauch alles zusammen und meine Fäuste ballen sich (ag) .

Liebe Heike, bevor man sich ein Selbstbewusstsein erarbeiten kann, muss sich erst einmal ein Selbst entwickeln, dessen man sich bewusst werden kann :wink: . Selbstsicherheit in seiner Rolle - wie bei mir früher als Mann - kann man sich antrainieren. Das hat mit echtem Selbstbewusstsein aber nichts zu tun!

LG Nicole

Re: Zweifel, Unklarheit und die Wirkung von Alkohol

Verfasst: Do 16. Aug 2018, 18:19
von Olivia
Hallo,

auch wenn es schon mehrfach geschrieben wurde trotzdem nochmals zur Verstärkung: Alkohol ist der schlechteste Ratgeber, den man sich an Bord holen kann - und taugt auch zum Ertränken von Sorgen nicht, denn Sorgen können (vor allem in Alkohol) verdammt gut schwimmen.
Nur ein klarer Kopf kann vernünftig denken und der Kopf ist nur ohne Alkohol (und selbstverständlich auch ohne sonstige Drogen!) klar.

Nüchterne Grüße von Olivia