Hallo Lexi,
Gestern war es für mich leider schon zu spät, da konnte ich dir nicht mehr antworten. Ok ich probiere das mal mit dem Zitieren
lexes hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:13
So albern das klingt : Deine Vorraussetzungen sind quasi IDEAL ...
Keine Familiären-Katastrophen in Aussicht
Keine massiven Probleme im Bek.- Freundes- und Arbeitskollegen-Kreis in Sicht ... und wenn es alle schon ahnen wie Du schreibst ...,
Dazu kommt was schon mehrfach geschrieben wurde : es unterdrücken führt auf jeden Fall in die Katastrophe ...
Hier ist keine Büchse der Pandora zu öffnen ( wie Du schreibst ) .. und Freak würde ich Dein "Jetzt" ( verstellt und doch wohl von Vielen erkannt ) eher nennen als das , was Du werden könntest. Und je länger Du wartest um mehr psychischen Schaden wirst Du davon tragen. Und um so schwerer werden es Hormone und OP und und und evtl. haben den Menschen aus Dir zu machen, der Du evtl. schon lange bist.
Ja, ich habe eigentlich ganz gute Bedingungen. Und einige Freunde ahnen nicht nur etwas, sondern wissen da schon einiges von mir. Unterdrücken geht bei mir momentan einfach viel zu gut, es geht mir nicht besonders schlecht, aber auch nie wirklich gut. Es ist nur so ein vor mich hin leben.
Ich habe etwas über den Freak nachgedacht, da hast du wahrscheinlich vollkommen recht. Ich bin momentan weder Fisch noch Fleisch. Auf dem Festival letzte Woche wurde ich trotz Männermodus für eine Frau gehalten und er wollte mich erst zu den weiblichen Abtasterinnen schicken, bevor er es dann doch erkannt hat. Dabei hatte ich als einzigstes Frauenkleidungsstück eine nicht besonders eng geschnittene Kapuzenjacke an. Und auch mein Verhalten passt wohl nicht so ganz zu meiner eigentlich als Mann erkennbaren Erscheinung. Wahrscheinlich bin ich jetzt schon ein (oder der größere) Freak
lexes hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:13
Warum testest Du das Ganze nicht einfach mal .. der Weg zu anderen Menschen ( Psychiater , SHG etc.. ) steht Dir ja immer offen. Also evtl. erstmal ein Selbstversuch.
Ich bin ziemlich sicher das eine Standardfrage bei der Bestimmung Deines wahren Geschlechtes immer ist : Haben Sie schon einmal länger als einen Tag als Frsu gelebt ??
Mach das doch mal ... lebe mal einen ( oder zwei , oder mehr ) Tage als Frau.
Mit allem was dazu gehört . : MakeUp , Kleider .. einfach alles.. Damit kommst Du der Wahrheit nur näher.. mehr nicht. Und ein Glas ( mehr nicht ) zum Mut-Machen und zum Befreien der Frau in Dir ( insbes. bevor Du evtl unter Menschen gehst ) ist sicher kein Problem ... verduch"˜s Einfach mal. Dann hast Du jemandem der Dir helfen will auchdeutlich mehr über die Frau in Dir zu erzählen ... eingesperrt wird sie sicher keine guten Noten bekommen.
Was sicher noch einfacher ist ( insbes. wenn Dein Unterdrückungs-Kung-Fu stark ist und Du wenig Ausstattung besitzt ) => gib Dich doch mal in die Hände von jemand professionellem ( ich denke da an Ellie z.B. ... anschreiben , Termin machen .. etwas Geld ausgeben und nachher viiiiiiiiiiel schlauer über Dich sein :
http://www.elli-hunter.de )
Und egal wo Du wohnst : falls es zu weit ist : Du bekommst Ähnliches in Deiner Gegend... frag einfach das Forum)
Ich hätte es vielleicht gerne schon auf dem Festival getestet. Es ist schon irgendwie seit Jahren ein Traum von mir, dort zumindest mal einen Tag als Frau zurechtgemacht zu sein. Nur leider konnte meine Freundin, die ich dafür als Unterstützung gebraucht hätte, dieses Jahr nicht mitkommen.
Leider hält es mich etwas ab, das mit fremden zu machen, ich hätte bei so einem Verwandlungsservice wahrscheinlich kein besonders gutes Gefühl. Die Bilder, die ich bisher von vielen gesehen habe, haben mich so vom Stil auch nicht unbedingt sagen lassen "ich will auch". Das wirkt immer etwas formell auf mich
Lieber wäre es mir, das mit Bekannten oder Freunden zu machen. Aber da ist es bei mir leider auch (noch) ziemlich dünn gesät. Andererseits wäre es alleine wegen der Professionalität und Erfahrung vielleicht doch schon einen Gedanken wert, alleine um meinen Typ etwas besser herauszufinden.
lexes hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:13
Dir alles Gute .. wenn auch nur auf dem Weg zu merken das Du gar keine Hormone / OP"˜s & Outings brauchst weil Du einfach nur ein etwas mehr-femininer Mann bist.
Pass auf Dich auf und unterdrücke einen wichtigen Teil Deiner selbst nicht systematisch
Danke. Ich muss mich auch noch etwas von dem Gedanken lösen, dass es nur schwarz oder weiß geben soll. Nur TS oder Mann. Auch eine Freundin hat mich schonmal gefragt, warum nicht beides?
Momentan unterdrücke ich nicht, aber so ist das Leben schwer. Und ich kann das mittlerweile so gut wegdrücken. Mal sehen, wann es wieder damit losgeht.
lexes hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 00:13
P.S. .. ich denke auch das der Alkohol lediglich enthemmt und Dir etwas zeigt das Du sehr effektiv und geübt gelernt hast nicht an Deinem Leben teilhaben zu lassen. Evtl. trinkst Du einfach mal 2-3 Gläser ... ziehst Dir was Hübsches an und schreibst Dir selbst mal einen Brief.
Der hat dann sicher mehr Rechtschreibfehler als üblich .. aber ich denke er könnte Deinen nüchternen-kontrollierten Selbst viele neue Infos über Dich geben....
Das ist eine tolle Idee. Ich glaube, das probiere ich mal aus. Vielleicht kann ich so etwas mehr von dem Gefühl in die nüchteren Welt herüberretten, das sonst auf der Strecke bleibt.
Diana.65 hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 01:13
Wenn du niemanden im direkten Umfeld hast, mit dem du auf Vertrauensbasis erts mal reden kannst, dann ist eine SHG, so denke ich, ertst mal eine gute Möglichkeit sich auszutauschen. Dort erfährst du bestimmt auch über die Möglichkeiten und die Erfahrungen mit Therapeuten. Das wäre dann die weitere Stufe im Vorgehen. In dem Stadium bin ich auch gerade.
Hallo Diana, eigentlich habe ich mehrere Personen zum Reden, nutze die Möglichkeiten aber nur selten, weil ich Angst habe, sie damit zu nerven. Das ist generell ein Problem von mir. Ich würde vor Therapeuten lieber erst mit Gleichgesinnten sprechen, ich habe wohl keine andere Wahl als eine SHG zu kontaktieren
Diana.65 hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 01:13
Mit dem befreundeten Paar würde ich, an deiner Stelle, dann unbedingt, aber vorsichtig, das Gespräch suchen. Für die, denen es ähnlich geht, ist die Variante mit einer SHG oder einem Stammtisch sicher die Beste Kontaktmöglichkeit.
Ich drücke dir für's Weitere auf alle Fälle die Daumen und wünsche dir viel Kraft dazu.
Die wissen schon länger über mich bescheid. Von einer Freundin habe ich auch schonmal Sachen bekommen, die ihr nicht mehr gepasst haben. Ich weiß aber nicht, was die momentan darüber denken. "War das nur mal so eine fixe Idee?" oder "Das ist immer, wenn der etwas trinkt" oder "Warum macht der nicht endlich mal was?" Ich möchte in der nächsten Zeit mit ihnen in Ruhe über mich sprechen und mir ihren Rat holen. Aber für weiteres muss ich mir unbedingt andere TS oder TG suchen.
MichiWell hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 08:06
blauschnee hat geschrieben: ↑
Mi 15. Aug 2018, 00:14
Es wäre aber auch schön, mit jemandem sprechen zu können, dem es ähnlich wie mir geht oder gegangen ist.
Wo ist das Problem? Ein erster Ansatz wäre die Liste Stammtische und SHGs nach Postleitzahlen. Darüber solltest du etwas in deiner Nähe finden, wenn du hier nicht verraten magst, wo du herkommst.
Hallo MichiWell, das Problem ist, dass ich es ziemlich schwer habe, neue Bekanntsschaften zu knüpfen. Ich bin sehr unsicher. Erst recht, wenn ich alleine bin. Ich komme übrigens aus der Gegend Nordhessen/südliches Ostwestfalen.
Nicole Doll hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 10:34
Wie ist es nun mit dem Alkohol? Den brauche ich, wenn mir mal wieder völlig egal ist, ob die Welt untergeht. Und dann bin ich weder Mann noch Frau, irgendwie ein fremdes Wesen aus einer anderen Zeit und einer anderen Galaxie. Dieses Wesen ist weder männlich noch weiblich. Es ist irgend etwas anderes jenseits der Geschlechter. Nach ein oder zwei Flaschen Wein oder einer viertel Flasche Schnaps ist mir auch völlig gleichgültig, was für eine Kleidung ich trage.
Hallo Nicole, bei mir ist es genau andersherum. Ich fange dann an, mich erst recht weiblicher zu fühlen oder es zuzulassen, auch wenn ich es vorher nüchtern sehr verdrängt habe. Ich fange mittlerweile schon an zu verzichten, weil ich Angst davor habe, was unweigerlich passiert und mir oft schmerzhafte Gefühle bereitet.
Emilia hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 19:27
Hallo Blauschnee,
mein Kommentar passte so an dem von Maria ran und bezieht sich allgemein auf den Umgang mit Alkohol. Ich gehe also bei Dir nicht von einem Problem aus. Jeder soll und darf, so denn er/sie die Auswirkungen kennt. Einige schrieben hier schon, Alkohl verändert bei aktuellem Konsum, aber auch langfristig bei ständigem Missbrauch. Ich wollte des Thema auch nicht zu sehr in die Falsche Richtung kippen lassen, denn in der Hauptsache, geht es um Deine Gefühle, die unverfälscht, real sein sollten.
Liebe Grüße, Tante Emi (Smiley freundlich)
Hallo Emilia. OK, ich wollte nur niemandem Anlass geben, sich Sorgen zu machen. Oft denkt man ja, wenn es um Alkohol geht, dass es ein problematisches Konsumverhalten geben könnte. Bei mir ist alles gut
MaraE hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 21:16
Ich denke es ist erst mal eine relativ normale Reaktion das zu verdrängen und es braucht einfach seine Zeit das zu aktzeptieren und viele stehen sich anfangs selbst im Weg. Wie viele schon vorher geschrieben haben probiere es einfach aus und versuche Dich so zu akzeptieren wie Du bist. Immer wieder versuchen es zu verdrängen bringt nichts, da es sowieso irgendwann wieder hochkommt.
Hallo Mara, das Problem ist, dass ich seit Jahren genau an dieser Stelle festhänge und ich einfach nicht weiterkomme.
MaraE hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 21:16
Ich hatte meine ersten CD Versuche 2011/2012 gemacht und hatte dabei immer das Gefühl irgendwas "verbotenes" zu machen und ich hatte auch fast immer ein sehr schlechtes Gewissen dabei. Ich hatte dann das Thema für mich abgeschlossen und auch alle Sachen weggeworfen.
Ich habe noch nie etwas deswegen von mir weggeworfen, egal wie weit weg ich es gedanklich gescoben habe. Ich empfinde das so sehr als Teil von mir, dass ich das nicht könnte und es ein Schritt in die falsche Richtung wäre.
MaraE hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 21:16
Mir hatte das Buch "Trans im Glück" von Livia Prüll sehr geholfen um meine weiblich Seite zu akzeptieren und vor allem auch Mut gemacht um evtl. weitere Schritte (irgendwann) zu gehen.
Danke, ich werde mal danach suchen.
MaraE hat geschrieben: Mi 15. Aug 2018, 21:16
blauschnee hat geschrieben: ↑
Di 14. Aug 2018, 23:20
Wenn ich was trinke und unter meinen Freunden bin, lasse ich das trotzdem relativ weit raus, obwohl ich dabei größtenteils wie ein Kerl aussehe. Kurioserweise scheint das sogar besser anzukommen, als ich dachte.
Wahrscheinlich wirst Du unter Alkohol-Einfluß von Deinen Freunden als authentisch wahrgenommen, da Du dich nicht mehr so sehr verstellst wie Du es ohne Alkohol machst um dem Rollenbild "Mann" gerecht zu werden.
Ich habe eigentlich immer Angst, dass sie mich dann eher als peinlich oder freakig ansehen. Aber scheinbar nicht, oder zumindest bei einigen nicht. Auf dem Festival haben mehrere Bekannte von sich selbst aus zu meinem besten Freund gesagt, dass sich mich wirklich mögen. Und ich selbst habe dabei eigentlich Angst gehabt, dass ich die Leute eher vergraule

Vielleicht liegt es auch etwas daran, dass sich dieses "Rollenbild Mann" sowieso kaum lebe, auch im "Männermodus" nicht. Das wäre ohnehin peinlich, wenn soetwas wie ich auf "Macker" tun würde
Puh, das ist eine Menge Text geworden. Danke an alle, die mitgelesen haben
Liebe Grüße an Alle
Blauschnee