Hallo noch einmal,
Das sehe ich ähnlich wie Svenja (sbsr): Wenn ein Partner (erst) im Verlauf einer Beziehung seine Transidentität entdeckt oder das bisher latent gespürte, aber verleugnete bzw. unterdrückte "gefühlte" Geschlecht dominant wird und sich dadurch ein immer größerer Leidensdruck aufbaut, dann ist das so etwas wie "höhere Gewalt", für die man niemanden verantwortlich machen oder gar "schuldig" sprechen kann. Weder kann vom dem betroffenen Partner verlangt werden, dass er diese Entwicklung seines Wesens negiert, denn das hieße, ihn auf Dauer zum leiden und unglücklich sein zu verurteilen, noch kann von dem anderen Partner als selbstverständlich erwartet werden, dass er mit dieser Veränderung klar kommt.
Es ist natürlich immer ein Glücksfall, wenn sich der "andere" Partner darauf einstellen und die Beziehung dadurch - mit veränderten "Rahmenbedingungen" - fortgeführt werden kann. Insofern spricht es für Deine Exfrau, dass sie es, wie es scheint, zumindest eine Zeit lang versucht hat. Aber auch der nicht betroffene Partner kann sich nicht "verbiegen" und es ist m. E. auch keine reine "Kopfsache"; wenn ""(bio)frau" z. B. in erotischer Hinsicht partout nicht mit einem transidenten Partner harmonieren kann, weil es gegen das persönliche Empfinden von "Männlichkeit" verstößt (bzw. umgekehrt bei Transmännern, die in einem Frauenkörper geboren wurden und mit einem Mann verpartnert sind, weil der (bio)männliche Partner die Identitätswandlung nicht mit seiner Vorstellung von "feminin" vereinbaren kann), so steht es um die Zukunftschancen der Beziehung schlecht, denn es nagt am Fundament jeder Beziehung, wenn die gegenseitigen Vorstellungen zu unterschiedlich sind. In solchen Fällen (und leider steht Deine Erfahrung da, wie Du hier im Forum an Beispielen erkennen kannst, da durchaus "pars pro toto", auch wenn es immer wieder auch positive Berichte gibt, bei denen die Partnerschaft auch unter den neuen Vorzeichen bestehen bleibt) ist dann eine Trennung noch die beste aller schlechten Alternativen.
Nun sind Trennungen ja alltäglich und werden aus einer Vielzahl von Gründen vollzogen. In aller Regel ist das zwar für die Betroffenen ein schmerzhafter Prozess, aber keine Existenzbedrohung (allenfalls bei wirtschaftlich abhängigen Ehefrauen und kleinen Kindern kann es besondere Härten geben). Man kann sich auch ohne "Rosenkrieg", auf menschlich anständige Weise voneinander trennen und vielfach bleibt man danach ja sogar noch in Kontakt oder sogar freundschaftlich verbunden.
So hoffe ich auch in Deinem Fall, dass die - aus den erwähnten Gründen wohl "alternativlose" - Trennung nicht allzu viel "seelisches Porzellan" (bei Euch beiden sowie der Familie) zerschlagen hat und für alle Beteiligten ein zwar getrennter, aber erfolgreicher Neuanfang möglich ist.
Und, last but not least: Viel Spaß beim ausführen Deiner neuen Sillis

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)
LG N.