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Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Mi 6. Jun 2018, 18:36
von Anne-Mette
Moin,

auf so etwas muss man erstmal kommen - das ist irgenddwie auch eine Kunst:
187 -----> Polizecode für Mord in Kalifornien
warum in die Ferne schweifen...
... in Deutschland gibt es auch -§-§-§-§-§-§ - mehr als genug.

Ich tippe mal auf "-§ 187 Verleumdung"

Wenn ich mir eure Diskussion in diesem Thema angucke, dann gewinne ich den Eindruck, ihr habt keine Probleme, aber schafft gerne welche )))(:
Und Tschüss, Forum!
Auf "Zuruf" arbeite ich nicht. Falls das eine Abmeldung sein sollte, dann bitte per PN oder Email senden )))(:

Gruß
Anne-Mette

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Mi 6. Jun 2018, 19:44
von rika
Hallo Anne-Mette,

ich habe da so einen Spruch: hat wer ein Problem oder ist er/sie eines? :?

rika

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Mi 6. Jun 2018, 19:53
von Jaddy
Mir fiel zur Art und Weise in diesem Thread gerade wieder ein, was mich in Interviews immer wieder amüsiert:

Wenn jemand öffentlich seine "feste Überzeugung" beteuert.

Das klingt für mich immer sehr stark nach "ich habe dieses Bauchgefühl, dass ich nicht wirklich begründen kann". Eine Fallback-Formulierung, wenn belastbare Sachargumente fehlen.

Und weil demjenigen Menschen schon klar ist, dass der Überzeugung das Überzeugende fehlt, wird ausdrücklich die _Festigkeit_ der gefühlten Wahrheit herausgestellt.

Anders bei den etwas simpleren Gemütern, die nach meinen Beobachtungen völlig unbekümmert sind, dass auch sie ganz faktenfrei auskommen, und deren Basis ihrer Überzeugungen in der Regel eine Variante von "das weiss man doch" ist.

Seit vielen von ihnen "Internet" haben, ist eine der häufigsten Varianten von "das weiss man doch", dass einer der ersten 3 Treffer einer mehr oder weniger sinnhaften Google-Suche einfach und plausibel klingt - oder in hinreichend schrillen Buchstaben geschrieben wurde.

Hm. Gerade fällt mir noch etwas ein. Hatte irgendwas damit zu tun, umso weniger über den Sender einer Nachricht anzunehmen, je schmalbandiger der Kommuniktionskanal ist.

Naja, macht was draus :)

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Mi 6. Jun 2018, 20:52
von Michi
Ist eigentlich schon mal irgendwem aufgefallen, dass jedes Mal, nach dem eine der üblichen "MeinungsführerInnen" den ersten Stein geworfen hat, die Meute fröhlich nachlegt?

Was ist denn das für ein Umgang miteinander?

Leute, dass hier ist keine Online-Steinigung!

:((a

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Mi 6. Jun 2018, 21:04
von Laila-Sarah
MichiWell hat geschrieben: Mi 6. Jun 2018, 20:52 Ist eigentlich schon mal irgendwem aufgefallen, dass jedes Mal, nach dem eine der üblichen "MeinungsführerInnen" den ersten Stein geworfen hat, die Meute fröhlich nachlegt?

Was ist denn das für ein Umgang miteinander?

Leute, dass hier ist keine Online-Steinigung!

:((a
Wie dieses Filmchen eindrucksvoll beweist, hat Weibsvolk einen uralten Hang zu Steinigungen (ganz besonders im Internet):


Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Mi 6. Jun 2018, 21:31
von Laura R
Über den Film kann man ja wenigstens noch lachen!

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Mi 6. Jun 2018, 23:39
von Marielle
Namd zusammen,

natürlich war der -§ 187 StGB gemeint. Was anderes als eine Verleumdung sollte es denn wohl sein, wenn jemand Antifaschist_innen pauschal als gewalttätig darzustellen versucht? Und ganz genau das wurde von Sasha, in dem von mir angegangenen Beitrag, getan. Zitat gefällig?
b) ein Antifa[schist] ist ein Mensch, der gerne mit Gewaltanwendung kundtut, was er für richtig und falsch hält.

Man kann gern die Form meiner Beiträge kritisieren, kein Problem. Dabei aber die Sachzusammenhänge völlig auszublenden und den vermeintlichen 'Opfern' meiner Beiträge Narrenfreiheit für ihren kruden Unsinn verschaffen zu wollen, geht wohl doch sehr deutlich am Ziel vorbei. Oder sollte man annehmen müssen, dass noch weitere Leute der Ansicht sind, dass Antifaschist_innen per se gewalttätig sind?

Marielle

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Do 7. Jun 2018, 00:57
von Laila-Sarah
Hi Marielle,

Nein, ich persönlich denke nicht, dass du da argumentativ unrecht hast. Recht hast du 100%. Ich denke Michie denkt es auch nicht. Ich denke bei Michie geht es darum zu betonen mehr auf die anderen einzugehen bevor die harte Kante kommt. Ich war mir z.B. nicht sicher ob Sacha die ganze Zeit nicht von Antifa geredet hat (du weist schon, die Jungs & Mädels die immer: "Rotfront an jeder Ecke, Nazisch***w verrecke!" sprayen. Also die eher Militanten) und nicht zwischen der Antifa Bewegung und einem Antifaschisten (ein Mensch der keine Faschisten gut heist) differenzieren konnte.

Meine politische Haltung ist die gegen jeglichen Faschismus, Rassismus und Diskriminierung !

VlG

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Do 7. Jun 2018, 01:51
von Flodur
susanneb hat geschrieben: Mi 6. Jun 2018, 15:35 Frage an Flodur.

Was genau ist ein Fachist. Nur damit Ich hier nichts falsch verstehe.

Danke

Susanne
Faschismus: Abgeleitet von den Axtrutenbündeln, "Fasces", den Machtsymbolen für die höchsten römischen Beamten.
Widerbelebung dieser Symbole als Kennzeichen der von Mussolini gegründeten Kampfgruppen, "italienische SA".
Mussolini war der früheste, danach Übertragung des Begriffs auf die vielen(!) in den 1930er Jahren überall in Europa aufblühenden politischen Gruppierungen, mit folgenden Eigenschaften: Führerkult, nationalistisch, antiliberal, antidemokratisch, antimarxistisch (*).
Bekannte Beispiele neben Italien: NSDAP, Franco in Spanien, Pfeilkreuzler in Ungarn und und und"¦(guckst du bei Wikipedia!)
(*) Die ersten vier Eigenschaften würden natürlich auch auf Stalin, Mao und Enver Hodscha passen, aber die werden dann einfach als marxistisch bezeichnet — obwohl der gute alte Karl eigentlich ganz andere Ideen hatte.

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Do 7. Jun 2018, 02:38
von Jaddy
Flodur hat geschrieben: Do 7. Jun 2018, 01:51
susanneb hat geschrieben: Mi 6. Jun 2018, 15:35 Frage an Flodur.

Was genau ist ein Fachist. Nur damit Ich hier nichts falsch verstehe.
Faschismus: [...]politischen Gruppierungen, mit folgenden Eigenschaften: Führerkult, nationalistisch, antiliberal, antidemokratisch, antimarxistisch.
Abgesehen von diversen Definitionen von Historikern, Politologen, Soziologen, etc. finde ich die Liste der 14 Kennzeichen des Ur-Faschismus von Umberto Eco höchst handlich. Es ist vor allem eine Beschreibung aus erster Hand und dennoch sehr präzise auf den Punkt gebracht.

Nachzulesen zum Beispiel auf deutsch hier https://www.zeit.de/1995/28/Urfaschismu ... ettansicht
Verkürzt und zusammengefasst:
  1. Traditionskult
  2. Ablehnung der Moderne
  3. Irrationalismus, Ablehnung von Nachdenken über Aktionismus
  4. Ablehnung von Kritik
  5. Ablehnung von Vielfalt jegliche Art
  6. Apell an die frustrierte Mittelklasse (die solzialen und finanziellen Abstieg fürchtet)
  7. Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, internatiuonalistische Verschwörungstheorien
  8. Opfer- und Demütigungsmythos durch "Sie", "die Feinde"
  9. Lebens als Kampf, "Endlösung", "Entscheidungsschlacht"
  10. völkisches Elitedenken
  11. Helden- und Märtyrermythos
  12. Machismo, sexualisiertes und sexistisches Patriachat, HErvorhebung männlicher DUrchsetzung (statt z.B. Konsens und Kooperation)
  13. Hervorhebung eines fiktiven Volkswillen, Ablehnung von Demokratie
  14. Vereinnahmung der Sprache, "Newspeak", dezidiertes Framing"
Wem Übereinstimmungen zu aktuellen Rechtsaussen-Wortführern auffallen: <loriot>Ach!</loriot>

Der Essay ist natürlich eine Art Klassiker und vielfach im Netz zu finden.

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Do 7. Jun 2018, 08:59
von Nicole Fritz
Hallo allerseits,

da habe ich ja mit meinem populistisch angehauchten, provozierenden Beitrag eine schöne Diskussion ausgelöst. Erst einmal: ich sehe das alles nicht so sarkastisch wie ich es geschrieben habe. Sicherlich wäre an unserem Bildungssystem einiges zu verbessern. Und die echten Mehrheiten einschließlich der Nichtwähler-Stimmen müssten erst einmal einige Leute dazu bringen, dass sie Verantwortung in der Politik übernehmen. Doch so etwas funktioniert. Ein gutes Beispiel dafür sind die Grünen. Unrechtsstaat ist natürlich übertrieben. Von DDR und Stasi sind wir weit weg.

Zunächst einmal möchte ich mich für die Beiträge bedanken. - wollte ich das jetzt einzeln machen, würde ich bestimmt einige übersehen, die ein "danke" verdient hätten.

Nun ein paar Erklärungen: Der Nachbar mit seinem röhrenden Ferrari ist eigentlich ein alter Freund, mit dem ich früher viel zusammen unternommen habe. Politisch rechts war der irgendwie schon immer. Nur scheint er immer weiter nach rechts abzurutschen. Dass er Nazi sein soll, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, da seine Frau Jüdin ist. Mit diesem IQ-Test hat er wohl wieder einmal einfach nur dummes Zeug geredet. Mich hat es aber aufgeregt. Ich bin im Moment sowieso knatschig wegen einiger Startschwierigkeiten bei meiner Selbsthilfegruppe. Deshalb war ich jetzt auch einige Zeit unterwegs und nicht hier im Forum aktiv. Ich war also genervt und sagte zu meinem Cousin: "Dafür hat der einen Shitstorm bei Facebook verdient!" - Daraus ist dann dieser Beitrag entstanden.

@ Laila-Sarah: Danke für den Ausschnitt aus einem meiner Lieblingsfilme (für eine "anarchische" Heidin ist so etwas Kult! :mrgreen: )

Liebe Grüße
Nicole

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Do 7. Jun 2018, 09:26
von Exuser-2019-01-04
Laila-Sarah hat geschrieben: Do 7. Jun 2018, 00:57 Ich war mir z.B. nicht sicher ob Sacha die ganze Zeit nicht von Antifa geredet hat (du weist schon, die Jungs & Mädels die immer: "Rotfront an jeder Ecke, Nazisch***w verrecke!" sprayen. Also die eher Militanten) und nicht zwischen der Antifa Bewegung und einem Antifaschisten (ein Mensch der keine Faschisten gut heist) differenzieren konnte.
Hallo,

Lailah-Sarah ist hier zumindest eine der Wenigen, die auf dem richtigen Weg sind. Wer kommt denn auf die üble Idee, mir vorsätzlich zu unterstellen, daß ich das Wort "Antifa" gleichsetze mit Menschen, die gegen Faschismus sind und mir gleichzeitig unterstellen, zu blöd zu sein, zu wissen, was der Unterschied ist? Hätte man da nicht einfach mal mich fragen können, ob ich weiss, was ich da schreibe? Für mich ist und bleibt die "Antifa" ein militanter Block. Ob das für jede einzelne Person dieser Gruppierung zutrifft, weiss ich nicht, wahrscheinlich sogar eher nein.

Es ist doch wohl eher so, daß hier im Forum einige nicht in der Lage sind, unterschiedliche Worte zu differenzieren.

Man sieht aber an diesem Fall sehr gut, wie es um die Meinungsfreiheit und die politische Kultur in unserer Gesellschaft und in diesem Forum bestellt ist: katastrophal.
Und wegen dieser Unkultur frage ich mich, mit was für Leuten ich es hier zu tun habe - es sind zwar nur einzelne, aber ein Quentchen Gift im Eintopf verdirbt den ganzen.

Sasha

P.S. siehe erste Zeile Signatur

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Do 7. Jun 2018, 09:35
von Laura R
Moin,
wir sind ja ein freies Land es steht jedem frei hier im Forum zu sein oder nicht und wem es nicht passt der /die kann ja gehen und sich abmelden.
liebe Grüße
Laura

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Do 7. Jun 2018, 09:50
von ExUserIn-2026-04-08
Anja hat geschrieben: Mi 6. Jun 2018, 15:47 ...Erfolg in der Arbeit setzt nicht unbedingt einen hohen IQ voraus...
Er ist manchmal sogar sehr hinderlich ... :lol:

Re: Unser (Un)Rechtsstaat

Verfasst: Do 7. Jun 2018, 09:58
von Anne-Mette
Moin,
Man sieht aber an diesem Fall sehr gut, wie es um die Meinungsfreiheit und die politische Kultur in unserer Gesellschaft und in diesem Forum bestellt ist: katastrophal.
Immerhin kann jede(r) seine "Meinung" verbreiten. Dabei muss man oder Frau nichts können, nichts wissen, nichts bezahlen...
... man kann (s)eine "destruktive Diskussionskultur" ausleben...
... und im Schutze einer (relativen) Anonymität geht man oder Frau auch kaum ein Risiko ein. Das wird gerne denen überlassen, über die dann wieder gut geschimpft werden kann )))(:

Gruß
Anne-Mette