Sooo, weiter geht's mit Teil 2!
Endlich im Parkhaus angekommen, hatten wir auf dem Weg dorthin bemerkt dass im Center bereits alles dunkel war. Geplant war, dass wir uns auf einer der Damentoiletten im Limbeckerplatz noch schnell für die QueerBeatz Party umzogen.
Also schnell die Sachen aus dem Auto geholt und wieder runter auf die Einkaufsmeile... Es kam wie ich bereits befürchtet hatte, auch die Toiletten schließen mit der Ladenstraße... Sehr zu meinem Leidwesen, denn ich musste mal dringend für kleine Mädchen!
Uns blieb nichts anderes übrig als wieder zum Auto zu stackseln und uns eine andere Örtlichkeit für menschliche Bedürfnisse zu suchen...
Die kleine ungewollte Stadtrundfahrt, nutze ich um meine Füße neuerlich zu versorgen. Aus den bemerkbar gewordenen Blasen hatten sich zwei wirklich ramponierte Hacken entwickelt... Viktoria fragte mich dann schon ob ich damit noch laufen geschweige denn tanzen könne oder lieber nach Hause würde, wäre nicht schlimm. Ich verneinte. Die QueerBeatz Party fand in Bochum im Apartment 45 statt und dort wollte ich schon immer mal hin! Ich hatte schon oft gehört wie toll die Location sein soll und das wollte ich mir nicht entgehen lassen! Ich dachte mit Strümpfen und Blasenpflastern, von meinen 2 Sets hatte ich jetzt alle verbraucht, wird's schon gehen...
Nach einiger Zeit fanden wir eine Filiale einer bekannten Fastfood Kette. Da es dort relativ voll war entschieden wir uns dagegen uns auch dort umzuziehen und somit die wenigen Toiletten für längere Zeit zu blockieren.
Also nur "schnell" Pipi für Rabea. Naja aus schnell wurde nichts. Ich hatte es an diesem Tag mit meinem
Kinio-Tucking etwas zu gut gemeint. Zu allem Überfluss viel mir bei der ganzen Arbeit und Verrenkungen die ich veranstalten musste, mit einem hörbaren "flatsch" auch noch ne Titte auf den Boden...
Zum Glück war ich zu diesem Zeitpunkt allein...
Zurück am Auto fand Viktoria diese kleine Anekdote durchaus amüsant.
Es konnte also weitergehen...
Was war die goldene Regel um ungewollten Situationen aus dem Weg zu gehen? Tue nichts was Bio-Mädels nicht auch tun würden. Z.b. sich auf einem dunklen verlassenen Parkplatz umziehen.
Was haben wir gemacht? Natürlich, uns auf einem dunklen verlassenen Parkplatz umgezogen...
Dafür gab's dann auch gleich eine kleine Quittung... Als ich gerade halb Nackt in der Autotür stand, um mich ein wenig zu verdecken, fuhr ein anderer Wagen auf den Parkplatz.
Zum Glück standen wir etwas um die Ecke und man konnte uns nicht gleich sehen. Als man aber deutlich hören konnte dass es ein FahrER war und er auch noch ausstieg, bekam ich leicht Panik! Ich war immer noch halb Nackt! Ich hatte mich nicht getraut mich weiter anzuziehen um nicht mit Geräuschen auf uns aufmerksam zu machen...
Nach einer gefühlten Ewigkeit stieg er wieder in sein Fahrzeug und fuhr los, wir blieben unentdeckt...
Fertig umgezogen trug ich dann einen dünnen beigen Pullover, einen schwarzen high Waist Lederrock bis zum Knie (Ich weiß voll Klischee!

) schwarze Strümpfe und meine schwarzen Mary Janes. Ich war bereit für die Party!
In Bochum angekommen fanden wir nur etwas abseits einen Parkplatz, so dass wir noch etwas laufen mussten. Kurz vor dem Apartment 45, vor dem sich bereits ein bunter Haufen tummelte, mussten wir noch eine letzte Kreuzung überqueren. An der Ampel standen 4 Südländer in einer übelsten Protzkarre. Keine Ahnung was das für ein Modell war, jedenfalls ziemlich protzig! Alle 4 Fenster runter und laute Musik.
Nun nennt mich voreingenommen aber, ich wusste einfach "jetzt kommt ein dummer Spruch". Und so kam es dann auch... Die Musik wurde leiser und der eine rief "Ey seid ihr Lesben oder Transen?" Ich konnte nicht anders, mein Mund war einfach schneller als der Kopf... "Beides!" rief ich.
Zu meiner Überraschung öffneten sich daraufhin nicht die Türen des Wagens. Stattdessen wurde ich gefragt ob er mir sein Ding in den Po stecken darf...
Sowas hatte ich noch nie erlebt, niemals, in meinem ganzen Leben nicht! Kommentarlos und mit etwas beschleunigten Schritt legten wir die letzten Meter zum Apartment 45 zurück. Erleichtert aufatment wurden wir auch gleich herzlich von den beiden Türstehern/innen begrüßt.
Es gab dann Leuchtbändchen, grün für Single und orange für vergeben. Wir haben grün genommen...
Nee Spaß!

natürlich orange!
Die Location heißt Apartment 45 weil sie in einem Apartment mit der Hausnummer 45 ist. Find so simple und logisch dass es schon wieder richtig innovativ ist!
Nun, die Party fand auf 2 Floors welche jeweils über eine Etage gehen und der Dachterasse statt. Wir entschieden uns dagegen uns noch in den vollen Aufzug zu quetschen und nahmen die Treppe. Ein Fehler denn das Gebäude hatte 6 Stockwerke... Nächstes Mal, Aufzug...
Der 5. Stock war der Darkfloor, Dark bezieht sich hier nicht auf die Musikrichtung sondern auf die Lichtverhältnisse, nur so als Info für Neulinge welche mal eine Queer Party besuchen wollen. Und was man so im dunkeln macht, sollte klar sein...
Unser erstes Ziel war die Dachterasse, die wollte ich unbedingt sehen!
Und es war auch wirklich schön! Es gab eine Bar, gepolsterte Bänke, Mattenstühle und natürlich Bochum's Skyline bei Nacht mit den vielen beleuchteten Fördertürmen der alten Zechen.
Nach dem ersten Getränk haben wir uns dann auf einer der Bänke niedergelassen und unterhielten uns. Es hat nicht lange gedauert bis eine kleine Gruppe junger Männer zu uns rüber kam. Wir wurden dann auch gleich angesprochen. Man machte uns das ein oder andere Kompliment wie toll wir aussähen. Der eine meinte dann auch noch, es würde sich noch gestritten wer mich heiraten dürfe...
Mit meiner erwiderung dass dies sehr nett sei, ich aber leider schon verheiratet bin, erweckte ich wohl den Eindruck dass Viktoria und ich Ehepartnerinnen seien. Wir ließen sie in dem glauben...
Im Laufe der Nacht haben wir noch einige nette Gespräche geführt, Komplimente bekommen und ein wenig getanzt. Ich muss ehrlich zugeben, das war wirklich schön! Wenn man doch sonst nur darauf bedacht ist möglichst unterm Radar zu verschwinden und schon froh ist keine negative Erfahrung zu machen, ist auch mal ein Kompliment zu bekommen eine echte Wohltat! So nette, offene und umgängliche Menschen hab ich selten in meinem Leben erlebt!
Für das nächste mal tanzen gehen haben wir uns dann noch vorgenommen etwas später in den Tag zu starten und dann lieber länger zu bleiben. Unser Abend endete gegen 2:30 Uhr mit der Heimfahrt...
So und wäre ich nicht so fürchterlich unmusikalisch würde ich ein Loblied auf die Mary Janes singen!
Es sind meine ersten Marken Schuhe für dich ein kleinwenig mehr Geld in die Hand genommen habe. (Nicht völlig überteuert! Der Preis hielt sich trotzdem bei einer 10er Stelle) Und es hat sich gelohnt! Es ist ein himmelweiter Unterschied zu meinen anderen Schuhen!
Ich fasse nochmal kurz zusammen. Mein Zeh war quasi eine einzige Blase. Beide meiner Hacken komplett auf gescheuert und trotzdem war ich mit diesen Schuhen, diesmal mit Strümpfen, noch 5std zu Fuss inklusive tanzen! Und zwar problemlos! Der Wahnsinn!
Das, wäre mit keinem anderen Schuh aus meinem Besitz möglich gewesen...
So nun sind wir aber am Ende... Weiter geht's erst nach dem nächsten Ausflug
LG Rabea