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Re: Crossdressing als Veranlagung / genetisch bestimmt

Verfasst: Mo 27. Sep 2010, 13:03
von exuser-23-02-2013
Um mal auf die Ausgangsfrage zurückzukommen:

Könnte es nicht sein, dass beide Varianten zutreffend sind?

Die Gründe, warum TS so sind wie sie sind, liegen bis heute weitestgehend im Dunkel, obwohl diese Gruppe medizinisch sehr auffällig ist. Spekuliert wird über hormonelle Schwankungen während einer bestimmten Schwangerschaftsphase, bewiesen ist bisher aber nichts, ein einzelner Nachweis wäre schon ein großer Zufall und daher ist ein statistisch abgesicherter Beweis wohl auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.
Homosexualität gilt tatsächlich als vererblich, sind doch durchaus Fälle bekannt, in denen die Söhne Schwuler ebenfalls schwul waren. Auch wenn der Verdacht naheliegt, abschließend bewiesen ist er nicht, allerdings müssten dann im Zuge der sexuellen Liberalisierung Homosexuelle aussterben, da durch den Wegfall der gesellschaftlichen Konvention kaum noch "erblich belasteter" Nachwuchs entstehen dürfte. Dennoch ist es zumindest bisher nicht gelungen, ein eindeutiges Gen zu identifizieren, so dass es womöglich auch andere Ursachen geben könnte.
Crossdressing gilt hingegen als psychische "Störung", auch wenn die Ursachen ebenfalls weitgehend unerforscht sind. Auffällig ist in jedem Fall die Häufung von Ereignissen in der Kindheit bzw. spätestens in der Pubertät, welche als potenzielle Ursache durchaus plausibel erscheinen. Andererseits ist die Grenze zum Fetischismus fließend, so dass eine klare Abgrenzung kaum möglich sein dürfte. Dennoch ist es auffällig, dass oft ein einzelnes Ereignis/Erlebnis der Auslöser ist/sein soll. Von daher erscheint mir die ganze Bandbreite möglicher Ursachen - von der rein psychischen "Störung" über eine genetische Präposition, die aber einen "Aufwecker" im psychologischen Bereich benötigt, bis hin zur echten Vererbung möglich, allemal, da mangels Kenntnis und Erforschung keinerlei Wissen darüber vorliegt, bei welchen Crossdressern die Kinder ebenfalls diese Neigung haben.

Fazit:
Wir können jetzt weiter trefflich spekulieren, die Wahrheit können wir allenfalls zufällig treffen. Die einzige wirklich Erkenntnis ist, dass diese "Krankheitsbilder" (furchtbarer Begriff, aber weitgehend noch offizielle Terminologie, hat jemand eine treffendere Bezeichnung?) trotz recht hoher Verbreitung erschreckend unerforscht sind. Kaum eine "Krankheit" mit einer derart hohen Zahl Betroffener ist wohl wissenschaftlich ein so großer weißer Fleck auf der Landkarte und von Änderungsbestrebungen an diesem Zustand ist auch nichts zu spüren.

Re: Crossdressing als Veranlagung / genetisch bestimmt

Verfasst: Mo 27. Sep 2010, 16:52
von Joe95
Sumpfhuhn hat geschrieben: Crossdressing gilt hingegen als psychische "Störung", auch wenn die Ursachen ebenfalls weitgehend unerforscht sind...


echt?
hätte ich jetzt nicht gedacht...

Sumpfhuhn hat geschrieben:"Krankheitsbilder" (furchtbarer Begriff, aber weitgehend noch offizielle Terminologie, hat jemand eine treffendere Bezeichnung?) ...
hmm...
wesenszug... eigenschaft...
das wären so meine bezeichnungen...

Re: Crossdressing als Veranlagung / genetisch bestimmt

Verfasst: Mo 27. Sep 2010, 21:39
von Ghislaine
Also ich habe keine Medizin, keine Genetik und keine Psychologie studiert, kann also nur meine eigene vom vermeintlich gesunden ( und das im Falle v. CD ) Verstand zum besten geben"¦.. aber ich möchte hier auch mal meinen unwissenschaftlichen Senf in Form einer Symbiose einiger hier dargelegten Meinungen wiedergeben:
Folge Passagen entsprechen, bilden die Grundlage meiner bisherigen eigenen Überlegungen:
von Joe95 -» Mo 6. Sep 2010, 16:54
na, ich bin der festen überzeugung das eigentlich alle - bis auf wenige ausnahmen - irgendwo zwischen den geschlechtern sind...
von schnewolf123 -» Sa 25. Sep 2010, 19:03
Hallo Mädel`s und Jungs,

ich möchte hier mal meinen Beitrag dazu Leisten, wie es sich bei mir abgespielt hat.

Ich kann mich noch erinnern, als ich 6 Jahre war, als ich von meiner Mutter die Feinstrumpfhosen zwischen meine Beine (da wo sie anfagen) gesteckt habe und ein "geiles" (das Wort gabe es damals noch nicht) Gefühl dabei bekam. Ich denke mit 6 Jahren kann man das noch nicht wollen, sondern handelt aus dem Bauch heraus. Somit vertrete ich die These, dass das "Crossdressen" genetisch bedingt ist.

von Sumpfhuhn -» Mo 27. Sep 2010, 13:03

Von daher erscheint mir die ganze Bandbreite möglicher Ursachen - von der rein psychischen "Störung" über eine genetische Präposition, die aber einen "Aufwecker" im psychologischen Bereich benötigt,

Schritte 1:

Wie Joe den richtigen Ansatz wählt"¦. Der Mensch entwickelt sich zunächst beidgeschlechtlich erst später in der Schwangerschaft bildet sich das Geschlecht heraus"¦..
( z.B. sonst hätten Männer nicht unnötigerweise Brustwarzen ) also schlummern beide Ansätze in jedem von uns und nur der eine oder andere Ansatz wird durch Hormone unterdrückt.
Also die grundsätzliche "Schaltpläne/Verhaltensmuster" zu weiblich und männlich ist bei jedem hinterlegt.

Schritt 2:
Sumpfhuhn fährt einen m.E. guten Ansatz - wie so manches in der Psychologie einen Aufwecker/einen Anlass braucht um "auszubrechen", kann ein Schlüsselerlebnis wie es Schneewolf beschreibt Auslöser sein. Wenn dann so etwas in der auch beim Menschen bekannten Präge- o. Findungsphasen ( sexuelle ) passiert, kann es z.B. die schlummernden femininen Empfindungen erwecken.

Ich habe ähnlich gelagerte Schlüsselerlebnisse wie Schneewolf im Alter von 5-6 Jahren gehabt"¦ die Neigung schlummerte immer mal wieder und dann traten sie wieder in den Vordergrund, das hat dann m.E. jeweils was mit dem aktuellen sozialen/emotionalen Umfeld zu tun.

Soviel zu meiner unwissenschaftlichen Meinung die für mich Erklärung genug ist - jetzt geht's noch Akzeptanz nicht um Ursachenforschung.

Grußle
Ghislaine

Re: Crossdressing als Veranlagung / genetisch bestimmt

Verfasst: Di 28. Sep 2010, 07:38
von Joe95
ja, das klingt schlüssig und logisch...

ich denke akzeptanz kommt mit der natürlichkeit... ich habe in der öffentlichkeit angefangen meine hosen gegen röcke zu tauschen und fühle mich eigentlich sehr gut akzeptiert...
oft wird es garnicht wahrgenommen wenn die jeans durch einen langen jeansrock ersetzt wird...