Sooo ... nun der ganze Rest ...
Shopping-"Wanderung" - Teil 3 und Schluss
Von der "alten" Blechbüchse ist im Grunde nicht mehr als die aufpolierte Hülle erhalten geblieben. Das Innere wurde komplett ausgeweidet und in einen moderenen Konsum-Tempel transformiert.
Auch hier wieder, was mir zuvor schon in der Innenstadt aufgefallen ist.

Am Eingang nahezu jedes Geschäftes (und oft auch noch im Innenraum) steht Security-Personal. Bei meinem letzten Shoppingausflug nach Leipzig im September 2017 sah man das nur vereinzelt. Ich versuche, die Herren freundlich anzulächeln und grüble für einen Moment, ob ich mich durch ihre Anwesenheit sicherer fühle, oder es mir kaum greifbare Gefahren doch eher viel bedrohlicher und näher erscheinen lässt. Die Herren nicken, grüßen freundlich zurück ... na also ... wenigstens etwas Positives.
Ich durch-schlendere ein Geschäft nach dem anderen ... Verkäuferinnen lungern schon in der Nähe der Türen herum und klappern mit den Schlüsseln.

Ich beschleunige mein Tempo doch es will keine rechte Freude mehr aufkommen.

Bei H&M ... oder war es der Newyorker ... ziehe ich noch einen schönen mit blauen Pallietten besetzten Minirock aus dem Ständer, grad als eine Frau auf der anderen Seite auch danach greifen will ... 34 ... leider nicht meine Größe ... aber ihre auch nicht! Hihi
Dann ist es 20 Uhr ... ich gehe freiwillig ... weiter zum Hauptbahnhof. Dort ist ein Deichmann der bis 21 Uhr offen hat, und der sollte laut Internet noch ein paar schöne dunkle
Stiefletten mit gefälligem, nicht zu hohen Absatz und dezenter Verzierung in Größe 44 haben. Nicht ganz das was ich suche ... aber gucken kostet nichts. Und vielleicht nehme ich sie einfach, denn die würde ich sogar als Mann verkleidet tragen. - Aber leider wieder ein Satz mit X.
Wer von euch hat mir die vor der Nase weggeschnappt? Gebt es zu!
Wieder raus bei Deichmann hatte ich das einzige unschöne Erlebnis an diesem Tag. Die Luft war spürbar testosterongeschwängert und der gesamte Bereich den ich überschauen konnte von arabisch aussehenden und überwiegend männlichen Jugendlichen im Teenie-Alter belagert, die ein paar Obdachlose und einzeln gehende Besucher anpöbelten und provozierten.
Doch ausgerechnet in dieser Situation war weit und breit keine private Security und auch keine Polizeibeamten zu sehen. - WTF!
Die Situation war mir echt nicht gehäuer. Ich hatte plötzlich wirklich Angst, und habe mich zum Glück zwei anderen Personen anschließen können, um mit ihnen den Bereich schnellstens zu verlassen.
Auf dem Weg zum Auto habe ich mich davon langsam wieder erholt, war aber dennoch unwillkürlich sehr viel vorsichtiger als vorher, und bin allen entgegenkommenden Gruppen von Jugendlichen sicherheitshalber ausgewichen.
Weil ich auf der Heimfahrt noch immer nicht genug vom Kontakt mit Humanoiden hatte und mir einen positiven Abschluss verschaffen wollte, machte ich noch einen Boxenstopp an der Systemgastronomie. Sicherheitshalber doch erst kurz um die Ecke gelugt, ob die Luft rein ist ... aber ... keine Gefahr. Die Eingeborenen und Bürger Könige waren wieder tolerant bis gleichgültig zur Besucherin aus der fernen Galaxie Transsylvanien.
Bei der Bestellung hab ich mich weitgehend an dem orientiert, was ich sonst alle Jubeljahre mal in der goldenen Schalbe mitnehme. Doch leider war nur der Cheeseburger geschmacklich einigermaßen erträglich. Den Rest habe ich doch mehr runtergewürgt, weil ich nach 8 Kilometer Fußmarsch durch die Geschäfte (

Auflösung Titel-Rätsels

... was mein Handy so alles weiß

) regelrecht ausgehungert war. Die Sauce beim Chickenburger hatte eine starke Anmutung von Industriechemie. Beim Chilli-Cheese hab ich dagegen "zum Glück" kaum noch was geschmeckt. Der war einfach nur SCHAAAAAAAAARRRRRRFFFFF.
Und sonst ... äh ... keine Ahnung wie die den "Grill-Geschmack" hinbekommen, nur mit Grill hat das sehr wenig bis nichts zu tun. Ich bin ... freiwillig ... jeden Sommer in der Männerrolle der "Meister am Grill", aber die stärkste Emotion, die der Biß in die Fleischformstücke bei mir weckte, ware eine sehr merkwürdige Kindheitserinnerung! Ich nahm förmlich den schwer zu beschreibenden, eigenartig fahlen Geruch unserer erkalteten Kohleöfen wahr, wie wenn ich als Kind deren Aschekästen leeren musste.
Die Nacht war dann die Hölle ... Sodbrennen ohne Ende.
Für das nächste Jahr bin ich erst mal wieder vom amerikanischen Fastfood geheilt ... back to se Rostbratwurst
So ihr Lieben! Das war das letzte Erlebnis in 2017 ... aber sicher nicht das letzte für Michi.

Und vielleicht sehen wir uns ja mal ... beim Shopping oder auch nur so ... z.B. in Bärlin.
