Re: Lieber Mensch, der wie ein Junge aussieht
Verfasst: Sa 5. Aug 2017, 12:07
Hallo,
man (oder frau?) kann doch wohl alles maßlos übertreiben. Wir laufen als Mann oder Frau draußen herum, und da sollte man uns auch so ansprechen. Und wenn es einmal nicht eindeutig ist, kommt es eben zu einer falschen Anrede. Was ist daran so schlimm?
Da ich weiß, wie empfindlich manche Transmenschen sind, habe ich allerdings hier im Forum Schwierigkeiten mit unserer von der Männerwelt geprägten Sprache. Da frage ich: Wenn mir jemand helfen möchte, dann sollte er ... Oder sollte ich besser sie schreiben? Wenn ich sie schreibe, - was grammatisch falsch ist, der Jemand ist ja männlich - könnte sich vielleicht einer der wenigen Transmänner bei uns diskriminiert fühlen. Ich müsste also korrekt und umständlich schreiben: .. dann sollte dieses menschliche Lebewesen ... Der Mensch ist ja auch männlich. Schreibe ich frau statt man, habe ich als Autor(in) auch kein gutes Gefühl. Das ist im Duden anders geregelt.
Was soll also dieser ganze Unsinn?
Wir erwarten Toleranz von den anderen, dann sollten wir doch auch gegenüber unserer männlich geprägten Sprache tolerant sein. Wie bereits mehrfach erwähnt, ändern irgendwelche neuen Begriffe sowieso nichts.
Noch etwas anderes: Ich laufe als Nicole draußen herum und ein alter Bekannter spricht mich als Nikolaus an. Soll ich ihm das übel nehmen? Er ist doch einfach nur irritiert und verunsichert. Ich selbst habe mich nach und nach an Nicole gewöhnt, er kennt aber seit langem Nikolaus und nicht Nicole.
Und noch etwas:
Da heißt es per PN: Ich treffe mich nur mit richtigen Transfrauen.
Bei der SHG Tix in Koblenz erklärt man mir ganz selbstverständlich, dass ich erst einmal eine Therapie machen müsste, schon einmal einen Endokrinologen aufsuchen und alle Anträge zur Namensänderung etc. einreichen sollte. Auf die Idee, dass ich das vielleicht nicht möchte, kommt man gar nicht erst. Ich habe das erst einmal geschluckt. Bei einem weiteren Treffen werde ich das richtig stellen.
Auch hier sage ich nur:
LG Nicole
PS: Mit meiner Legasthenie wird es als Nicole scheinbar besser. Die Rechtschreibprüfung hat nur das gefunden, was absichtlich falsch geschrieben ist.
man (oder frau?) kann doch wohl alles maßlos übertreiben. Wir laufen als Mann oder Frau draußen herum, und da sollte man uns auch so ansprechen. Und wenn es einmal nicht eindeutig ist, kommt es eben zu einer falschen Anrede. Was ist daran so schlimm?
Da ich weiß, wie empfindlich manche Transmenschen sind, habe ich allerdings hier im Forum Schwierigkeiten mit unserer von der Männerwelt geprägten Sprache. Da frage ich: Wenn mir jemand helfen möchte, dann sollte er ... Oder sollte ich besser sie schreiben? Wenn ich sie schreibe, - was grammatisch falsch ist, der Jemand ist ja männlich - könnte sich vielleicht einer der wenigen Transmänner bei uns diskriminiert fühlen. Ich müsste also korrekt und umständlich schreiben: .. dann sollte dieses menschliche Lebewesen ... Der Mensch ist ja auch männlich. Schreibe ich frau statt man, habe ich als Autor(in) auch kein gutes Gefühl. Das ist im Duden anders geregelt.
Was soll also dieser ganze Unsinn?
Noch etwas anderes: Ich laufe als Nicole draußen herum und ein alter Bekannter spricht mich als Nikolaus an. Soll ich ihm das übel nehmen? Er ist doch einfach nur irritiert und verunsichert. Ich selbst habe mich nach und nach an Nicole gewöhnt, er kennt aber seit langem Nikolaus und nicht Nicole.
Und noch etwas:
Genau dieser Intoleranz begegne auch ich:MichiWell hat geschrieben: Sa 5. Aug 2017, 00:34
Erst diese Woche musste ich lesen, dass bei der 5. Schweizer Transtagung im September auf Betreiben eines Vorstandsmitgliedes des TGNS die Angebote für Crossdresser gestrichen wurden.
Ebenso erlebe ich immer wieder Äußerungen von MzF-Transsexuellen, die sich sehr überheblich und herablassend über Trans-Menschen wie z.B. mich äußern, und ich war auch schon selbst von derartigen Anfeindungen betroffen. Trans-Menschen, welche nicht in Vollzeit als Frau leben und Transition, Hormone und GaOP machen, sind für manche MzF-Transsexuelle nur Trans-Menschen 2. Klasse, oder ihnen wird eine Transidentiät gar direkt abgesprochen.
Diese Tendenz macht mir Angst.![]()
Da heißt es per PN: Ich treffe mich nur mit richtigen Transfrauen.
Bei der SHG Tix in Koblenz erklärt man mir ganz selbstverständlich, dass ich erst einmal eine Therapie machen müsste, schon einmal einen Endokrinologen aufsuchen und alle Anträge zur Namensänderung etc. einreichen sollte. Auf die Idee, dass ich das vielleicht nicht möchte, kommt man gar nicht erst. Ich habe das erst einmal geschluckt. Bei einem weiteren Treffen werde ich das richtig stellen.
Auch hier sage ich nur:
LG Nicole
PS: Mit meiner Legasthenie wird es als Nicole scheinbar besser. Die Rechtschreibprüfung hat nur das gefunden, was absichtlich falsch geschrieben ist.