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Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Mi 24. Mai 2017, 14:50
von Michelle_Engelhardt
Manu.66 hat geschrieben: Mi 24. Mai 2017, 13:59
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Mi 24. Mai 2017, 11:00 Huhu Manu,

viel Spaß und Erfolg in Essen. Wenn Du schon dort bist, hast Du auch einen Termin bei Krege / Bormann im Huyssenstift? Würde sich bei der Anreise ja anbieten ;)

Liebe Grüße
Michelle
Hi Michelle!

Krege / Bormann kenne ich leider nicht - was könnten die mir Gutes tun und wo sitzen die überhaupt?

Liebe Grüße
Manuela
http://www.transsexuell.de/med-opkrege.shtml

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Mi 24. Mai 2017, 15:25
von Tatjana_59
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Mi 24. Mai 2017, 14:50
Manu.66 hat geschrieben: Mi 24. Mai 2017, 13:59
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Mi 24. Mai 2017, 11:00 Huhu Manu,

viel Spaß und Erfolg in Essen. Wenn Du schon dort bist, hast Du auch einen Termin bei Krege / Bormann im Huyssenstift? Würde sich bei der Anreise ja anbieten ;)

Liebe Grüße
Michelle
Hi Michelle!

Krege / Bormann kenne ich leider nicht - was könnten die mir Gutes tun und wo sitzen die überhaupt?

Liebe Grüße
Manuela
http://www.transsexuell.de/med-opkrege.shtml
Danke Michelle für den beigefügten Link.
Der Op Verlauf ist meines Erachtens von Prof. Krege sehr gut beschrieben.

Gruß Tatjana

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Mi 24. Mai 2017, 19:52
von Manu.66
Hi Michelle, hi Mädels!

Lieben Dank für die Infos, die ich durch den Link bekommen habe.

Dr. Heß im UK Essen habe ich ausgesucht, weil dort die sogenannte "kleine Lösung" praktiziert wird. Die erscheint mir in meinem Alter und bei meinen Bedürfnissen angemessen.

Einen schönen Himmelfahrtstag wünscht Euch allen
Manuela

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 08:36
von Michelle_Engelhardt
Hallo Manu,

ok, dann ist Heß die bessere Anlaufstelle für Dich. Krege / Bohr (nicht Bohrmann, hab mich vertan) bieten die kleine Lösung wohl ungern bzw. gar nicht an.

Liebe Grüße
Michelle

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 11:55
von Katrin_F
So what - oder seht ihr das komplett anders?
Ja!
Ich habe mit meinem Ergänzungsausweis der dgti in dieser Beziehung schon erfolgreiche Wege beschritten.
So ein Ergänzungsausweis ist mir zu zuviel Ergänzung und zuwenig Ausweis. Da dieses Dokument nur zusammen mit einem Personalausweis rechtsverbindlich verwendet werden kann.
Benötige ich einen neuen Personalausweis, lautend auf meinen weiblichen Vornamen - bei Reisen im Schengenraum wurde ich noch nie mit Perso kontrolliert - also eigentlich nicht.
Glückwunsch, du hast herausgefunden (nach wieviel Jahren?) das keine Personenkontrolle im Schengenraum bei Grenzübertritt erfolgt. Es können dennoch vereinzelt im grenznahen Raum verdachtsunabhängige Kontrollen durchgeführt werden.
Brauche ich eine weibliche Geburtsurkunde

Meine Geburtsurkunde ist aus Papier. Benötigt habe ich diese bisher nur um meinen Personalausweis zu beantragen.

Durch die Vornamens- und Personenstandsänderung bin ich jetzt in der Lage mich jederzeit und zweifelsfrei ausweisen zu können. Dabei habe ich Dokumente wie jedermann (manche schreiben hier auch gerne jederfrau ... :lol: ) die keiner weiteren Erklärung bedürfen. Seit meiner Vornamens- und Personenstandsänderung war ich unschuldig an einem Verkehrsunfall beteiligt, ich war froh, das ich mich entsprechend ausweisen konnte und ohne zusätzliche Papiere und Erklärungen ausweisen musste. In der Notfallaufnahme im Krankenhaus wurde ich als Frau aufgenommen, bei einer anschliessenden ambulanten chirurgischen Massnahme habe ich die Narkose in einem für Frauen vorgesehenen Zimmer abklingen lassen ... mich jedesmal dabei erklären zu müssen oder auch zu erklären was ein Ergänzungsausweis ist, nein Danke! :((a
Nicht jede möchte darauf vertrauen oder darauf warten, dass entsprechende Gesetzesvorlagen in Deutschland wirklich die Gesetzgebungsverfahren erfolgreich durchlaufen.
In dieser Legislaturperiode wird hier vorraussichtlich nichts mehr geändert. In künftigen höchstwahrscheinlich (natürlich abhängig welche Koalitionen sich bilden) auch nicht. Siehe hierzu auch wie mit der Ehe für Alle verfahren wird.
Bin ich mehr Frau, wenn ich einen Gerichtsbeschluss dazu habe?
Ja! Es geht hier um den rechtlichen Personenstand. Und eben nicht nur um den Vornamen.

Und ... (smili) ich freue mich natürlich für dich, dass du deinen Weg gehst so wie du ihn gehst. :wink:
Für mich, die noch mitten im Berufsleben steht, ist das aber keine (mögliche) Alternative.

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 14:47
von ExuserIn-2022-05-28
Hi der ErgÃ¥nzungsausweis ist eigentlich für die Transition vorgesehen und gilt nur solange der Perso gilt. Ob der DGTI auch nach 5 oder 10 Jahren, wenn der Perso erneuert werden muss, weitere Folgeausweise ausstellt, wage ich zu bezweifeln.

Weiterhin gibt es auf den Ergänzungsausweis keinen Rechtsanspruch. D.h. Man kommt dennoch im KH auf die Männerstation, wenn das Personal es dort so beschliesst.

Wenn die Fotos im Perso veraltet sind kann es auch trotz Ergänzungsausweis zu Problemen kommen:
Ich bin mal in eine Vetkehrskontrolle gekommen. Beim zeigen des Führerscheins hies es, das sind nicht Sie haben Sie den Personalausweis bei? Da die Bilder auf dem Perso und Führerschein übereinstimmten und der Ergänzungsausweis dabei war, hat man mir wohlwollend geglaubt. Eine Bekannte wurde aber schon mal zwecks Feststellung der Personalien dann mIt auf die Wache genommen.

USA Reisende: es besteht die Gefahr bei Nutzung einer Damentoilette mit männlichem Pass eingebuchtet zu werden. Da hilft auch nicht der DGTI Ausweis!

Hinzu kommt: Gegenüber meinen Kunden werde ich mit der Zeit unglaubwürdig, wenn ich mich oute, aber dann keine PAE mache und rein rechtlich daher Verträge immer noch mit männlichem Namen unterschreiben muss.

Ich würde daher den Dgti Ausweis nur zur Transition nutzen, mich aber nicht dauerhaft drauf verlassen wollen.


LG Chrissie

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 15:09
von Simone 65
Ich weiss nicht ob ich Glück habe. Mein männlicher Vorname ist im englischen zum Teil ein weiblicher Vorname. Ich bin Simone und der Name leitet sich von meinem Nachnamen ab , Simon. Ich unterschreibe schon oft mit Simone . Merkt keiner ob mit e oder ohne e.
Eine Nahmensänderung werde ich wohl darum nie machen.

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 15:42
von Mina
Huhu Mädels,

es ist öfter das Thema "Stimme" gefallen. Das würde mich interessieren, denn neben dem optischen Erscheinungsbild ist die Stimme gleich das zweite Identifizierungsmerkmal.
Man kann das Brummen aus der Stimme wegtrainieren. Und bitte nehmt das nicht persönlich, aber das ist mir um Universen wichtiger als ne schnöde Pappe welche meinen Namen trägt. :?

Was tut ihr dagegen? Oder besser "dafür" um weiblicher zu klingen? Das würde mich aufrichtig interessieren. (888)

Alles liebe
Mina

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 16:16
von ChristinaF
Ich finde Manuelas Eingangsthread berechtigt. Ähnlich war/ist's ja auch bei mir. Bislang hatte ich ohne die ganzen Änderungen kaum bis überhaupt keine Probleme. Und als ich mich vor zwei Jahren kundig wegen der Kosten machte, blieb ich (eigentlich aus Trotz) mir treu und ließ alles so. Warum soll ich als Frau um die 2000.- Euro für ein Stück Akt bezahlen? (Begutachtungen, Gerichtskosten, Nebenkosten ...) Nur dafür, dass ich dann arbeitsaufwendig und wiederum auf meine Kosten die ganzen Behörden anschreiben kann, um meine umgeschriebenen Papiere anzufordern. Gut, wäre ich ein paar Jährchen jünger würde ich es mir wahrscheinlich anders überlegen. Alleine die Tatsache, dass unser Staat, sicherlich in absehbarer Zeit, diesen heute noch vorhandenen Wirrwarr abschaffen wird.
LG
Christina

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 19:09
von Michelle_Engelhardt
Bei youtube einfach female voice trans eingeben. Da findet sich jede Menge zum Thema.

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 20:51
von Mina
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Do 25. Mai 2017, 19:09 Bei youtube einfach female voice trans eingeben. Da findet sich jede Menge zum Thema.
So schlau war ich selber schon Michelle ;-)

Mich interessiert wie "Ihr" es angeht und ob Ihr schon Erfolg hattet, respektive Feedback von aussen kam. Also nicht nur das Brummen wegtrainieren, auch den Wortschatz, den Tonfall und die Klangfarbe. )))(:

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 22:28
von ab08
Hallo Mina,

nach der Kehlkopfoperation 2003 musste ich meine Stimme schonen. Da meine Stimme im Unterricht beansprucht wurde, machte ich länger begleitend eine Logopädie. Dabei ging es später auch um eine weichere, weiblichere Stimme (Grundprinzip "Breite" - Im Gegensatz zur männlich "Rohr nach unten" ).
Insofern trainierte ich Tonfall/Klangfarbe durchaus, allerdings stand die Stimmschonung (bzw. meine Gesundheit) stets im Vordergrund.

Ansonsten machte ich mir wenig Gedanken. Ich glaube auch nicht, dass sich mein Wortschatz änderte. Ich bezweifle, ob es so etwas wie einen "weiblichen Wortschatz" überhaupt gibt. Andererseits lebe ich schon fast ein Jahrzehnt im korrekten Geschlecht, also stimmen inneres und äußeres Geschlecht überein.
Daher vermute ich, dass sich nicht nur das Äußere, sondern auch die Stimme mit der Zeit änderte. (Werde ja bisweilen auch am Telefon als weiblich wahrgenommen.)
Allerdings wenn das geschieht, dann unbewusst, denn ich kümmere mich nicht weiter um so was. Besondere Mühe wende ich da nicht auf.

Liebe Grüße
Andrea

Nachtrag:
2008 schaffte ich es bald nicht mehr, "normal männlich" zu wirken. Bzgl. Stimme -> in Konfliktsituationen/Gefahrensituationen schaffte/schaffe einige Sätze in männlich klingender Stimmlage. Das Überraschungsmoment ist dann auf meiner Seite. -> Normalerweise mach ich mir aber über die Stimme keinerlei Gedanken. -> Übrigens ... Crossdressen, das machte ich nie. - Ich bewundere jede, die das kann, und bezweifele, ob ich das, selbst unter Anleitung, schaffen würde... Nach Kosmetikbehandlungen lies ich mich in all den Jahren wenige Male herrichten... -> Dabei fühlte ich mich unwohl und entfernte alles bei nächster Gelegenheit. :oops:

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Do 25. Mai 2017, 23:23
von Valerie Bellegarde
Ich möchte etwas zum Thema "Stimme" sagen, und zwar vom Standpunkt des männlichen Crossdressers aus.

Selbstverständlich gibt es keinen weiblichen Wortschatz, jedoch gibt es mit Sicherheit einen weiblichen Sprechstil. Der hat viel damit zu tun, daß die weibliche Intonation, der Stimmklang weicher und weniger bestimmt ist. Und ganz wichtig: Wenn ich en femme einkaufen bin, dann frage ich mehr. Ich stelle dann (ganz anders als sonst in der Männerrolle) mehr Fragen, ich bitte um Rat, frage wie es mir steht, was die Verkäuferin davon hält. Das hat sicher mit meinem gespielten weiblichen Selbstverständnis zu tun, ist also im wesentlichen ein Rollenspiel. Das alles klappt nach meiner persönlichen Erfahrung umso besser je mehr es mir als Mann gelingt, wenn ich dann en femme draußen "auftrete", in die selbstgewählte weibliche Rolle reinzuschlüpfen, sie zumindest auf Zeit mir anzueignen. Ich spreche jetzt von mir als männlichem Crossdresser, der voll als Frau kostümiert und gestylt draußen, beispielsweise Schuhe, Kleidung, Körperpflegeartikel einkauft und dann notgedrungenerweise auch mal was sagen muß.
Wichtig für mich als Mann ist dabei auch noch, meine "normale Männerlautstärke" etwas runterzufahren, also einfach leiser zu sprechen. Seitdem ich das mache, klappt es draußen viel besser. Aber nochmals: Für einen, der es gewohnt ist, überall reinzustürmen nach dem Motto "hoppla jetzt komm' ich" wird es in erster Linie darum gehen, ein anderes Selbstverständnis anzunehmen, und zwar ein weibliches. Versucht es einfach mal mit Auto-Suggestion, und nach einer gewissen Zeit ändert sich bestimmt auch euer vokaler Auftritt.

Valerie

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Fr 26. Mai 2017, 08:58
von Britt
Hallo Mina,
eigentlich gehört es hier nicht rein, da es um die VÄ geht. Also nur kurz. Ich selber habe bei der LaKru Stimmtransition gute Erfahrung gemacht. Dazu gibt es auch ein Video von Thomas Lachscheit aus Berlin: https://m.youtube.com/watch?v=FQoYBuWrTbU Er hat das ganze zusammen mit der Stephanie Kruse aus München nach entwickelt. Die Stimmtransition beruht auf Grundlage des "estill voice trainings" zuerst lernt man wie der Stimmapparat funktioniert. Danach werden die Muskeln vom Stimmapparat trainiert. Zuletzt kommt die eigentliche Stimme. Näheres kannst du auch bei der Stephanie nachlesen. http://stephaniekruse.de Eine Liste von Logopäden findest du hier http://hormonmaedchen.de/stimme/

Liebe Grüße,
Britt

Re: Alltag ohne amtliche VÄ

Verfasst: Fr 26. Mai 2017, 09:39
von Katrin_F
ChristinaF hat geschrieben: Do 25. Mai 2017, 16:16 Ich finde Manuelas Eingangsthread berechtigt. Ähnlich war/ist's ja auch bei mir. Bislang hatte ich ohne die ganzen Änderungen kaum bis überhaupt keine Probleme. Und als ich mich vor zwei Jahren kundig wegen der Kosten machte, blieb ich (eigentlich aus Trotz) mir treu und ließ alles so. Warum soll ich als Frau um die 2000.- Euro für ein Stück Akt bezahlen? (Begutachtungen, Gerichtskosten, Nebenkosten ...) Nur dafür, dass ich dann arbeitsaufwendig und wiederum auf meine Kosten die ganzen Behörden anschreiben kann, um meine umgeschriebenen Papiere anzufordern. Gut, wäre ich ein paar Jährchen jünger würde ich es mir wahrscheinlich anders überlegen. Alleine die Tatsache, dass unser Staat, sicherlich in absehbarer Zeit, diesen heute noch vorhandenen Wirrwarr abschaffen wird.
LG
Christina
Ich habe für die Vornamens- und Personenstandsänderung weniger als 1300 € bezahlt. Warum? Weil es mir das wert ist! Bank- u. Krankenkassenkarten ohne Personenstandsänderung ändern zu lassen kann funktionieren, muss es aber nicht. Da ich damals, die vom Amtsgerichts angenommenen 1400 € nicht auf dem Sparbuch liegen hatte, habe ich Prozesskostenhilfe beantragt, in dem Wissen das diese höchstwahrscheinlich abgelehnt wird, aber mir die Möglichkeit eröffnet hat, den Betrag zinsfrei in Raten zu begleichen.

Der Wirrwarr ist gar keiner, sondern ein klar formuliertes Gesetz. Das Verfahren der Vornamens- und Personenstandsänderung kann ohne rechtlichen Beistand vollzogen werden. Bei weniger als 2% von Betroffenen gemessen an der Gesamtbevölkerung, ist bei vorraussichtlich künftig konservativ geführten Regierungen nicht davon auszugehen dass das Transsexuellengesetz abgeschafft und in das Personenstandsgesetz überführt wird oder vielleicht nur reformiert wird. Vergleichbar zu den Bestrebungen der Lesben- u. Schwulenverbände die Ehe für Alle durchzusetzen. Und diese sollen ca. 10% an der Gesamtbevölkerung ausmachen.