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Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Di 11. Apr 2017, 16:04
von Britt
Hallo,
dann werde ich auch mal meinen Senf dazugeben. Biologisch sind wir doch alle. (Zumindest habe ich noch nichts von einer Trans-Klonkriegerin oder so gelesen)

Somit bleibt die Aussage: Frauen sind Frauen

Grüße,
Britt

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Di 11. Apr 2017, 18:10
von Yasmine
Nun ja,
biologisch gesehen bin ich Mann. Die Definition trifft nun mal eher auf mich zu als die, dass ich eine Frau wäre. Ist so. Trifft aber auch auf verammt viele hier zu, ohne jemandem zu Nahe treten zu wollen.
Ob mir das gefällt, ist eine andere Frage.
LG
Yasmine

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Di 11. Apr 2017, 19:02
von Claudia-Luisa
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Hallo!

Das trifft natürlich auch auf Männer zu. Ich bin überzeugt: "Das Geschlecht sitzt im Gehirn."

Liebe Grüße
Claudia-Luisa

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Di 11. Apr 2017, 19:39
von Joe95
Mal zusammenfassen was ich jetzt verstanden hab.
Das rein körperliche ist nicht das biologische, sondern das anatomische.
Das biologische besteht aus dem anatomischen und dem psychologischen.

Da ich davon ausgehe dass das eigentliche Geschlecht im psychologischen liegt erkenne ich an das eine transsexuelle Frau eine biologische Frau mit anatomischen Fehlbildungen ist.
Das ich erst etwas anderes gesagt habe lag daran das ich unter "biologisch" das verstanden hatte, was ich jetzt als "anatomisch" deute.

Allerdings habe ich immer schon behauptet transsexuelle Frauen seien Frauen, nur eben mit dieser körperlichen Fehlbildung.

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Mi 12. Apr 2017, 11:08
von Bianca D.
Daenerys Targaryen hat geschrieben: Mo 10. Apr 2017, 17:49 Alles andere gibt's im Biomarkt.
Moin,

:lol: :lol: :lol:

Danke für deinen Beitrag,selten so gelacht... Schön geschrieben!
Meine Meinung zum Thema: Biologisch gesehen sind transidente Frauen keine Frauen,denn wir haben nun mal einen XY Chromosomensatz und behalten ihn auch bis an unser Lebensende. Das macht uns biologisch zu einem männlichen Wesen. In der Regel paßt dieser Bauplan auch zu dem vom Gehirn gesteuerten Geschlechtsempfinden, bei uns Trans* Personen ist das aber nicht der Fall. Von daher behaupte ich mal: ich bin schon immer eine Frau gewesen,habe leider nur den falschen Körper dazu bekommen,den ich durch die GAOP an mein Geschlechtsempfinden angeglichen habe. Mir fällt dazu eine Szene aus einem Starwars Film ein,ich glaube,es ist in Teil 2 "Angriff der Klon Krieger" zu sehen, als C3PO seinen Kopf auf einem Kampfrobotor montiert bekam. Der fühlte sich da auch ziemlich falsch mit seinem Körper.

LG Bianca

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Mi 12. Apr 2017, 14:31
von Julia93
Ich sag es mal so: Für mich gibts zwei biologische Geschlechter und die Geschlechteridentifikation.
Wer biologisch als Mann geboren wurde, aber sich ernsthaft als Frau identifiziert und wo man auch merkt, dass der Wille dahinter steckt, diese Person identifiziere ich schon automatisch als Frau.
Wer biologisch als Frau geboren wurde, aber sich als Mann identifiziert (copy-paste Definition aus der zweiten Zeile), die Person identifiziere ich ebenfalls als Mann.
Und das Biologische Geschlecht ist da dann zweitrangig, weil nicht umsonst die Differenzierung zwischen Biologischen und sozialen Geschlecht gemacht wird.
Das eine macht (leider) die Natur, das andere unsere Gesellschaft.
Insofern verlasse ich mich da auch auf das gesellschaftliche Mann-&-Frau , wenn auch ich zustimme, dass es praktisch ist der Person anzusehen welches Geschlecht sie hat. Verüble es schließlich ja auch niemanden, dass ich die meiste Zeit als Mann angesehen werde, weil ich die meiste Zeit eben als Mann unterwegs bin.

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Mi 12. Apr 2017, 16:24
von Joe95
Julia93 hat geschrieben: Mi 12. Apr 2017, 14:31... ernsthaft als Frau identifiziert und wo man auch merkt, ...
Ich denke das ist die Problematik bei den ganzen Gesetzen zu dem Thema.
Wer kann sagen wann es "ernsthaft genug" ist?
Wer merkt und wie geht merken in diesem Fall?

Bisher legen das irgendwelche fremden Menschen fest, die den betroffenen kaum kennen.
Richtig wäre ja derjenige könnte es selbst entscheiden, aber wie kann man vermeiden, das er sich irrt?


Uuups...
Sorry fürs ot, aber das musste irgendwie raus...

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Mi 12. Apr 2017, 17:51
von Victoria
Moin,

bin jetzt erst dazu gekommen dies zu lesen, den Beitrag von Daenerys! :lol: :lol: :lol:
Daenerys Targaryen hat geschrieben: Mo 10. Apr 2017, 17:49 Alles andere gibt's im Biomarkt.
...also ich kenne keine BIO-Frauen(da ist so viel Chemie drin), eher CIS-Frauen! :lol:
Bianca D. hat geschrieben: Mi 12. Apr 2017, 11:08 denn wir haben nun mal einen XY Chromosomensatz und behalten ihn auch bis an unser Lebensende. Das macht uns biologisch zu einem männlichen Wesen. In der Regel paßt dieser Bauplan auch zu dem vom Gehirn gesteuerten Geschlechtsempfinden, bei uns Trans* Personen ist das aber nicht der Fall. Von daher behaupte ich mal: ich bin schon immer eine Frau gewesen,habe leider nur den falschen Körper dazu bekommen,den ich durch die GAOP an mein Geschlechtsempfinden angeglichen habe.
..mal wieder auf den Punkt gebracht! Danke! Vom Innern meines Körpers XY Chromosomensatz bin Mann! Nun, sagt mein Gehirn ich bin Frau und habe mein äußeres meinem innern Angeglichen!

LG
Vicci

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Mi 12. Apr 2017, 23:44
von Theresa-Annalena
Hi, ich will nochmal etwas provozieren:

hier ein kurzer Abriss aus der allwissenden Müllhalde:

"Ein Mensch mit Swyer-Syndrom entwickelt sich als Embryo im Mutterleib zunächst vollkommen normal. Erst in der 7./8. Embryonalwoche tritt eine Veränderung ein. Auf Grund eines genetischen Defekts, der meist auf dem SRY-Gen liegt, können keine hormonaktiven Keimdrüsen (Hoden) entwickelt werden, so dass die Entwicklung hin zum Mann nicht möglich ist. Es kommt also das "Basisprogramm Frau" zum Zug. Der weitere Weg verläuft so, als würde es sich bei dem Embryo um ein weibliches Individuum handeln.

Es kommt zur Ausbildung von Klitoris, Schamlippen, Vagina und Gebärmutter. Es werden jedoch die Gonadenanlagen nicht zu Eierstöcken ausgebildet. Stattdessen befinden sich an deren Stelle sogenannte Streak-Gonaden (= bindegewebige Stränge).

Nach der Geburt entwickelt sich das Kind zunächst ganz normal und ist äußerlich völlig unauffällig.

Erst im Pubertätsalter kommt es auf Grund der fehlenden Eierstöcke/weiblichen Hormone zu folgenden Auswirkungen:

Es tritt eine primäre Amenorrhoe auf (Ausbleiben der Regelblutung) und die sekundäre Geschlechtsentwicklung bleibt aus.
Des Weiteren kann Normal- bzw. Hochwuchs bei eunuchoiden Körperproportionen auftreten.
Durch das Fehlen der Geschlechtshormone kommt es zur Osteoporoseneigung.
Es besteht die Gefahr der Entwicklung von bösartigen Gonadentumoren bereits ab dem 1. Lebensjahrzehnt (nach manchen Angaben bis 30 % Risiko), weshalb meist empfohlen wird, beide Gonaden bereits frühzeitig zu entfernen.
Durch eine Hormonsubstitution (meist Kombi-Produkte mit Estradiol und Norethisteronacetat) kann die körperliche Entwicklung aktiviert und je nach Medikament ein weiblicher Zyklus eingeleitet werden, wobei die Unfruchtbarkeit wegen der fehlenden Eierstöcke bestehen bleibt. Sekundäre Geschlechtsmerkmale (z. B. weibliche Brust) bilden sich aus. Das Risiko der Osteoporose wird verringert.

Swyer-Betroffene können ein ganz normales Leben führen. Die Lebenserwartung ist nicht verringert. Auf Grund der oben genannten Problematik sollte jedoch eine lebenslange Einnahme von Hormonen erfolgen.

Auf Grund der fehlenden Eierstöcke ist es Swyer-Betroffenen nicht möglich, schwanger zu werden und leibliche Kinder zu haben. Die Gebärmutter macht es jedoch theoretisch möglich, ein Kind nach einer Eizellspende auszutragen."

Also selbst wenn wir nicht selbst in den Genuß kommen, heißt es nicht, das eine XY Basis kein Kind bekommen kann. Wir sind also keinesfalls schlechter gestellt. Also kämpft!

LG Tessa.


Das Ipad is so Sch..... Nie wieder!!!!!!

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Do 13. Apr 2017, 16:44
von Sabrina Verena
TessaLouboutin hat geschrieben: Mi 12. Apr 2017, 23:44 Hi, ich will nochmal etwas provozieren:

hier ein kurzer Abriss aus der allwissenden Müllhalde:

"Ein Mensch mit Swyer-Syndrom entwickelt sich als Embryo im Mutterleib zunächst vollkommen normal. Erst in der 7./8. Embryonalwoche tritt eine Veränderung ein. Auf Grund eines genetischen Defekts, der meist auf dem SRY-Gen liegt, können keine hormonaktiven Keimdrüsen (Hoden) entwickelt werden, so dass die Entwicklung hin zum Mann nicht möglich ist. Es kommt also das "Basisprogramm Frau" zum Zug. Der weitere Weg verläuft so, als würde es sich bei dem Embryo um ein weibliches Individuum handeln.

Es kommt zur Ausbildung von Klitoris, Schamlippen, Vagina und Gebärmutter. Es werden jedoch die Gonadenanlagen nicht zu Eierstöcken ausgebildet. Stattdessen befinden sich an deren Stelle sogenannte Streak-Gonaden (= bindegewebige Stränge).

Nach der Geburt entwickelt sich das Kind zunächst ganz normal und ist äußerlich völlig unauffällig.

Erst im Pubertätsalter kommt es auf Grund der fehlenden Eierstöcke/weiblichen Hormone zu folgenden Auswirkungen:

Es tritt eine primäre Amenorrhoe auf (Ausbleiben der Regelblutung) und die sekundäre Geschlechtsentwicklung bleibt aus.
Des Weiteren kann Normal- bzw. Hochwuchs bei eunuchoiden Körperproportionen auftreten.
Durch das Fehlen der Geschlechtshormone kommt es zur Osteoporoseneigung.
Es besteht die Gefahr der Entwicklung von bösartigen Gonadentumoren bereits ab dem 1. Lebensjahrzehnt (nach manchen Angaben bis 30 % Risiko), weshalb meist empfohlen wird, beide Gonaden bereits frühzeitig zu entfernen.
Durch eine Hormonsubstitution (meist Kombi-Produkte mit Estradiol und Norethisteronacetat) kann die körperliche Entwicklung aktiviert und je nach Medikament ein weiblicher Zyklus eingeleitet werden, wobei die Unfruchtbarkeit wegen der fehlenden Eierstöcke bestehen bleibt. Sekundäre Geschlechtsmerkmale (z. B. weibliche Brust) bilden sich aus. Das Risiko der Osteoporose wird verringert.

Swyer-Betroffene können ein ganz normales Leben führen. Die Lebenserwartung ist nicht verringert. Auf Grund der oben genannten Problematik sollte jedoch eine lebenslange Einnahme von Hormonen erfolgen.

Auf Grund der fehlenden Eierstöcke ist es Swyer-Betroffenen nicht möglich, schwanger zu werden und leibliche Kinder zu haben. Die Gebärmutter macht es jedoch theoretisch möglich, ein Kind nach einer Eizellspende auszutragen."

Also selbst wenn wir nicht selbst in den Genuß kommen, heißt es nicht, das eine XY Basis kein Kind bekommen kann. Wir sind also keinesfalls schlechter gestellt. Also kämpft!

LG Tessa.


Das Ipad is so Sch..... Nie wieder!!!!!!
Hallo!
Zu den grünen Satz.
Das hängt von der Skelettstruktur ab.
Da Du schreibst, dass nur mit Hormonbehandlung eine "weibliche" Pubertät statt findet, kann sich nur in so einem Falle ein breites (weibliches) Becken entwickeln.
Und nur dann ist ein Austragen des Nachwuchses möglich.

Für MzF Ts bedeutet dies "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben", dann nutzen auch keine transplantierten (Spenderin vorausgesetzt) Gebärmütter.
LG Verena

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Do 13. Apr 2017, 17:37
von Svetlana L
Julia93 hat geschrieben: Mi 12. Apr 2017, 14:31Wer biologisch als Mann geboren wurde, aber sich ernsthaft als Frau identifiziert und wo man auch merkt, dass der Wille dahinter steckt, diese Person identifiziere ich schon automatisch als Frau.
Wer biologisch als Frau geboren wurde, aber sich als Mann identifiziert (copy-paste Definition aus der zweiten Zeile), die Person identifiziere ich ebenfalls als Mann.
Das finde ich beim ersten Lesen irgendwie problematisch. Da ist also jemand, der männlich (oder weiblich) geboren ist, sich aber weiblich (oder männlich) identifiziert - so weit so gut. Woran merkst du denn jetzt, dass der Wille - wofür auch immer - dahintersteckt und das auch noch ernsthaft? In meinen Augen heißt das, dass nicht das zählt, wie sich diese Person selbst identifiziert, sondern nur das, was du ihm_ihr zuschreibst. Sollten wir darüber nicht schon längst hinaus sein? Vielleicht habe ich es aber auch nur falsch interpretiert; lasse mich aber gern aufklären :?:

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Fr 14. Apr 2017, 11:51
von Julia93
Svetlana L hat geschrieben: Do 13. Apr 2017, 17:37
Julia93 hat geschrieben: Mi 12. Apr 2017, 14:31Wer biologisch als Mann geboren wurde, aber sich ernsthaft als Frau identifiziert und wo man auch merkt, dass der Wille dahinter steckt, diese Person identifiziere ich schon automatisch als Frau.
Wer biologisch als Frau geboren wurde, aber sich als Mann identifiziert (copy-paste Definition aus der zweiten Zeile), die Person identifiziere ich ebenfalls als Mann.
Das finde ich beim ersten Lesen irgendwie problematisch. Da ist also jemand, der männlich (oder weiblich) geboren ist, sich aber weiblich (oder männlich) identifiziert - so weit so gut. Woran merkst du denn jetzt, dass der Wille - wofür auch immer - dahintersteckt und das auch noch ernsthaft? In meinen Augen heißt das, dass nicht das zählt, wie sich diese Person selbst identifiziert, sondern nur das, was du ihm_ihr zuschreibst. Sollten wir darüber nicht schon längst hinaus sein? Vielleicht habe ich es aber auch nur falsch interpretiert; lasse mich aber gern aufklären :?:
Ich sag es mal so: Keiner sieht mir an, dass ich mich als Frau fühle, wenn ich im öffentlichen Leben unterwegs bin, da ich die meiste Zeit als Mann outdoor gehe. Nur mal angenommen ich würde jetzt darauf bestehen als 'Frau' angesprochen zu werden, während ich vor dir mit nem Drei-Tage-Bart, Männerklamotten und ungeschminkt vor dir stehe - würde doch niemand tun!
Umgekehrt dagegen würde ich einen Mann, der als Frau gekleidet durch die Stadt geht und wo ich merke, dass er das nicht tut, weil er ne Wette verloren hat oder zum Karneval geht, natürlich auch als Frau betrachten und so behandeln. Weil man merkt durchaus wenn jemand es ernst mit der Sache meint und wenn jemand es einfach nur aus Spaß oder andersweitigen Gründen macht, die nix mit Transgender oder dem Wunsch das andere Geschlecht zu sein zu tun haben.

Muss aber auch dazu sagen, dass das in der Gesellschaft auch weniger auffällt, weil ich die Leute generell Sieze, oder, falls ich sie kenne, duze - und da verfällt man sowieso ins Geschlechtsneutrale, wenn man sie direkt anspricht.

Und da du meinst, dass wir in der Gesellschaft darüber hinaus sind, was wir einer Person zuschreiben: Nein, sind wir nicht und das werden wir auch nie.
Bestes Beispiel ist dafür das Berufsleben im Bezug auf Bewerbungen und Bewerbungsfotos. Da zählt generell auch nur der beste Eindruck, unabhängig vom Geschlecht.
Als Firmenchef bewertest du da dann doch auch automatisch Leute aufgrund ihres Aussehens ohne sie wirklich zu kennen außer aufgrund ihres Lebenslaufs und dem, was sie im Bewerbungsgespräch erzählen um sich zu vermarkten.
Und das ist auch im realen Leben so: Menschen neigen nun mal dazu andere Menschen aufgrund ihres Aussehens zu bewerten.
Das gilt für mich, das gilt für dich, das gilt für uns alle.
Und das wird auch niemand ändern, weil es auch schon immer so war und mit großer Wahrscheinlichkeit so bleiben wird.

Insofern, machen wir uns nix vor: Selbst wenn die Toleranz in der Bevölkerung gegenüber Crossdressern & Transgendern zunimmt, wird man Personen immer nach optischen Maßstäben betrachten.
Und vermutlich ist dann eher das Problem sich klar zu machen, dass es im Grunde genommen scheiß egal ist, was dein Gegenüber von dir denkt, wenn du im Kleid und komplett geschminkt über die Straße gehst.
Je besser und natürlicher man es angeht, umso unwahrscheinlicher ist es auch, dass man automatisch für das biologische Geschlecht gehalten wird.
Alles andere... ergibt sich halt.

Wir sind alle auch nur Menschen und haben unsere Vorbehalte gegen unsere Mitmenschen, wieso sollte es umgekehrt anders sein?
In der Realität ist es leider nicht anders: Ich hab schon von genug Fällen gehört, wo Transleute über andere Transleute regelrecht hergezogen sind auf Internetplattformen oder sonst wo,
es gibt genug Fälle, wo innerhalb der LGBT-Community Leute ständig aneinander geraten, weil sie über ihre Mitmenschen trotz der gleichen/ähnlichen Problematik herziehen,
es gibt genug Transleute, die anderen Leuten vorwerfen, dass sie nur gegen ihre Meinung sind, nur weil er/sie trans ist...
Sowohl in der Gesellschaft als auch unter uns gibt es leider viel zu viele Leute, die Toleranz fordern, aber Toleranz nicht leben können.
Und das finde ich traurig, besonders dann, wenn man eigentlich denkt, dass man mit besagten Leuten auf derselben Seite steht.

Wenn ich so was schreibe, dann mein ich das auch ernst.
Aber nicht, weil ich eine(r) von denen bin, sondern weil ich die Welt unvoreingenommen zu betrachten suche.
Aber weiß, dass die Welt nicht dasselbe mit mir und anderen macht.
Und es wohl leider auch nie machen wird.

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Fr 14. Apr 2017, 12:27
von ab08
Julia93 hat geschrieben: Fr 14. Apr 2017, 11:51 ... Je besser und natürlicher man es angeht, umso unwahrscheinlicher ist es auch, ...
... Wir sind alle auch nur Menschen und haben unsere Vorbehalte gegen unsere Mitmenschen,...
Liebe Julia,

tut mir leid, aber so einfach sollten wir es uns nicht machen! Wir sollten den Grund nicht in erster Linie im Verhalten der Betroffenen sehen.
Natürlich handeln viele Menschen gegenüber Andersartigen / Kranken/ Behinderten ... so, aber das ist wirklich kein Grund, dieses Verhalten hinzunehmen.

Ich unterrichtete 12 Jahre in der Kinder & Jugendpsychiatrie (vgl Profil) - Da waren oft Mitmenschen das eigentliche Problem. Dort versuchten wir natürlich den jungen Menschen zu helfen, mit der Situation fertig zu werden... ABER... Es ging stets auch darum, krankmachende Verhältnisse zu ändern und bisweilen klappte dies.

Resignation ist unangebracht. - Meine Mutter starb nun mit über 98 Jahren, hatte kaum Vorurteile und bemühte sich bis zum Ende, auch Vorurteile anderer abzubauen.
Es ist ein Erziehungsproblem und ich glaube an Fortschritt, wenn auch im Schneckentempo und im Kreis. :wink:

Liebe Grüße
Andrea )))(:

P.S. Bzgl. Berufsleben:
War nun 30 Jahre aktiv im Berufsverband! -> Da lernt man, dass es sich meist auszahlt, wenn man nicht klein bei gibt, sondern sich angemessen wehrt. :wink:

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Fr 14. Apr 2017, 14:53
von Manu.66
Hi Mädels!

Und wieder mal trifft es Andrea genau auf den Punkt - Respekt! (ap)

Und allen frohe Ostern ---)))
Manuela

Re: Transsexuelle Frauen sind biologische Frauen

Verfasst: Fr 14. Apr 2017, 17:19
von Svetlana L
Julia93 hat geschrieben: Fr 14. Apr 2017, 11:51 Ich sag es mal so: Keiner sieht mir an, dass ich mich als Frau fühle, wenn ich im öffentlichen Leben unterwegs bin, da ich die meiste Zeit als Mann outdoor gehe. Nur mal angenommen ich würde jetzt darauf bestehen als 'Frau' angesprochen zu werden, während ich vor dir mit nem Drei-Tage-Bart, Männerklamotten und ungeschminkt vor dir stehe - würde doch niemand tun!
Umgekehrt dagegen würde ich einen Mann, der als Frau gekleidet durch die Stadt geht und wo ich merke, dass er das nicht tut, weil er ne Wette verloren hat oder zum Karneval geht, natürlich auch als Frau betrachten und so behandeln. Weil man merkt durchaus wenn jemand es ernst mit der Sache meint und wenn jemand es einfach nur aus Spaß oder andersweitigen Gründen macht, die nix mit Transgender oder dem Wunsch das andere Geschlecht zu sein zu tun haben.
Und jetzt merkst du mal nicht, dass dieser Mensch das nicht aus Spaß macht und verlangt von dir als Frau angesprochen zu werden. Wenn du diesen Mensch dann so akzeptierst, wie er sich selbst sieht, dann ist doch alles okay. Wenn nicht, dann ist das die Problematik, die ich oben angesprochen habe.
Muss aber auch dazu sagen, dass das in der Gesellschaft auch weniger auffällt, weil ich die Leute generell Sieze, oder, falls ich sie kenne, duze - und da verfällt man sowieso ins Geschlechtsneutrale, wenn man sie direkt anspricht.
Verstehe ich ehrlich gesagt nicht, gibt es außer Sie und du noch andere Möglichkeiten? Und was hat das damit zu tun, ob ich Menschen danach einsortiere wie ich sie wahrnehme oder wie sie sich selbst sehen?
Und da du meinst, dass wir in der Gesellschaft darüber hinaus sind, was wir einer Person zuschreiben: Nein, sind wir nicht und das werden wir auch nie.
Bestes Beispiel ist dafür das Berufsleben im Bezug auf Bewerbungen und Bewerbungsfotos. Da zählt generell auch nur der beste Eindruck, unabhängig vom Geschlecht.
Als Firmenchef bewertest du da dann doch auch automatisch Leute aufgrund ihres Aussehens ohne sie wirklich zu kennen außer aufgrund ihres Lebenslaufs und dem, was sie im Bewerbungsgespräch erzählen um sich zu vermarkten.
Und das ist auch im realen Leben so: Menschen neigen nun mal dazu andere Menschen aufgrund ihres Aussehens zu bewerten.
Das gilt für mich, das gilt für dich, das gilt für uns alle.
Und das wird auch niemand ändern, weil es auch schon immer so war und mit großer Wahrscheinlichkeit so bleiben wird.
Ich habe nirgends geschrieben, dass die Gesellschaft darüber hinaus ist, obwohl ich das sehr schön finden würde. Mit wir meinte ich eigentlich explizit uns, die wir mehr oder weniger tagtäglich mit dem Thema trans* konfrontiert sind und eine entsprechende Sensibilität haben sollten. Gut, ich hätte das wir in "" setzen können, dann wäre es vielleicht deutlicher geworden. Sorry!
Und zu deinem Beispiel aus dem Berufsleben: Unabhängig vom Geschlecht... davon möchte ich doch ausgehen, zumindest bei uns im öffentlichen Dienst ist das so. Ich habe ja (noch) auch mit Auswahlverfahren zu tun und gerade unsere Ausschreibung für Azubis ist da doch sehr offen in Bezug auf alle möglichen Kriterien, auch die sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität. Außerdem gibt es auch das Instrument der "anonymen Bewerbung", das verstärkt im Kommen ist.
In der Realität ist es leider nicht anders: Ich hab schon von genug Fällen gehört, wo Transleute über andere Transleute regelrecht hergezogen sind auf Internetplattformen oder sonst wo,
Ich habe kürzlich irgendwo gelesen - ich glaube irgendwo in den Kommentaren eines queer.de-Artikels -, wo eine_r mal wieder den Unterschied zwischen richtigen Transsexuellen und den übrigen trans*-Menschen als Lifestyle-Transen hervorkehren musste. Dieser Kleinkrieg geht mir so was von auf die Nerven. Ja, auch solche Menschen gibt es, die mit Scheuklappen durch die Welt rennen, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten.

Und um jetzt mal wieder die Biege zum eigentlichen Thema zu kriegen eine aktuelle Begebenheit aus Svetlanas Leben: Bei meinem Hausarzt bin ich seit geraumer Zeit geoutet und auch meine Patientenakte wurde auf Svetlana umgestellt. Nun war ich kürzlich mal zum Blutabnehmen. Als ich gestern das Ergebnis gesehen habe, war ich erst mal sprachlos, denn bei ziemlich vielen Werten lag ich oberhalb der Grenzwerte. Im Vergleich mit alten Werten zeigte sich dann sehr schnell das Problem. Frauen hahen natürlich andere Referenzwerte als Männer und das Labor ist beim Svetlana L... natürlich von einer biologischen Frau ausgegangen und hat die entsprechenden Referenzwerte genommen. Wenn ich jetzt die Referenzwerte für Männer nehme, dann sieht mein Ergebnis schon wieder ganz anders aus. Von daher würde ich sagen, dass die Ausgangsthese nicht stimmt.