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Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Do 30. Mär 2017, 10:46
von Manu.66
Hallo Mädels - guten Tag Britt!

Ich hoffe mal, dass ich mich in der toleranten, weltoffenen Art meiner Hausärztin nicht getäuscht habe.
In immer mehr Fällen erfahre ich, dass auf die Seelenklempner gut und gern verzichtet werden kann (Okay, es ist schlimm, wenn frau diese Berufsgruppe näher kennt und genau weiss, wie die ticken.)
Die Bescheinigung, dass eine Transsexualität vorliegt, benötige ich ja auch für die Beantragung des dgti-Ergänzungsausweises.

Schaun wir mal, es wird sich noch einiges ergeben in nächster Zeit.

Liebe Grüße
Manuela

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Do 30. Mär 2017, 11:02
von Michelle_Engelhardt
Hallo Manu,

ohne Deine Euphorie bremsen zu wollen, kann ich mir schwerlich vorstellen, das eine Allgemeinmedizinerin eine TS bescheinigen kann / wird, völlig egal wie tolerant und weltoffen sie sein mag. Sie kann sehr wohl die Diagnose stellen und Dich an einen Therapeuten überweisen. Nichtsdestotrotz drücke ich Dir die Daumen.

Liebe Grüße
Michelle

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Do 30. Mär 2017, 19:47
von Hannah S.
Hallo Ihr Lieben,
Manu.66 hat geschrieben: Do 30. Mär 2017, 10:46 ...
Ich hoffe mal, dass ich mich in der toleranten, weltoffenen Art meiner Hausärztin nicht getäuscht habe.
...
an meine Hausärztin hatte ich zuerst auch gedacht, zumal wir vor einigen Jahren familiär auch recht engen Umgang hatten. Ich habe mich dann - nachdem ich sie vorab angerufen hatte, wann es bei Ihr gut passen würde - vor über einem Monat recht frohgemut auf den Weg gemacht:
Wie enttäuscht war ich aber, als ich feststellen musste, dass sie von der Materie überhaupt keine Ahnung hat und auch nicht gewillt schien, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen! Ihr Kommentar nachdem ich ihr meine Situation vielleicht zehn Minuten beschrieben hatte:

"... hm seit zwei Jahren hast Du das? Naja, das ist ja eigentlich noch nicht so lang... Mach das hier bloß nicht publik, Du weißt doch wie klein die Stadt ist, das schadet dir nur! Und dann musst Du doch auch mal an Eure Kinder denken! ...vielleicht geht das ja auch wieder weg!?"

So hab ich mir von ihr eine Überweisung zum Therapeuten geben lassen, mit der ich aber nix anfangen kann, da (wie ich nachher erfahren habe) der von mir gewählte Therapeut nur eine Überweisung von einer/m Gyn/Uro akzeptiert. So hab ich also am Montag den Termin bei meinem Uro um mir die "richtige" Überweisung geben zu lassen und in einem Monat dann beim Therapeuten.

Ich überlege aber ehrlich gesagt die ganze Zeit, ob ich nicht versuchen sollte, meinen Urologen davon zu überzeugen, die eigenmächtig begonnene HT im Nachhinein zu legalisieren, noch bevor ich die Indikation vom Therapeuten habe... (da ich die Nadelepilation auch schon begonnen habe und aus eigener Tasche zahle, juckt mich der MDK nicht so sehr, erst bei der GAOP könnte das interessant werden, aber wenn ich zur GAOP schreite, ist hoffentlich die S3-Leitlinie draußen und die 2009er Begutachtungsrichtlinie längst in der Tonne... :)

Manu.66 hat geschrieben: Do 30. Mär 2017, 10:46 ...
Die Bescheinigung, dass eine Transsexualität vorliegt, benötige ich ja auch für die Beantragung des dgti-Ergänzungsausweises.
...
Wenn ich mich recht erinnere, reicht auch die Überweisung der/s Hausärztin zum Therapeuten oder zu wem auch immer mit der Diagnose: Verdacht auf Transsexualismus. Und die bekommst Du wahrscheinlich im Handumdrehen.

Liebe Grüße
Hanna

***

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Do 30. Mär 2017, 22:33
von Britt
Hallo Manu,
was alles für den dgti Ausweis geht, steht auf der dgti Seite.

Liebe Grüße,
Britt

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Fr 31. Mär 2017, 09:42
von Manu.66
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Do 30. Mär 2017, 11:02 Hallo Manu,

ohne Deine Euphorie bremsen zu wollen, kann ich mir schwerlich vorstellen, das eine Allgemeinmedizinerin eine TS bescheinigen kann / wird, völlig egal wie tolerant und weltoffen sie sein mag. Sie kann sehr wohl die Diagnose stellen und Dich an einen Therapeuten überweisen. Nichtsdestotrotz drücke ich Dir die Daumen.

Liebe Grüße
Michelle
Hallo Michelle - hi Mädels!

Danke für das Daumendrücken (smili)
Eine Diagnose nach f64.0 kann auch ein Allgemeinmediziner erstellen.

Okay, ich gebe zu es ist ein Jammer, aber ich kann nun mal die Berufsgruppe der Therapeuten nicht akzeptieren. Mag ja sein, dass es innerhalb dieser Spezies durchaus brauchbare Vertreter der Zunft gibt, aber ich habe halt so meine Negativerfahrungen im privaten Umfeld gemacht. Dabei war ich keine Patientin.

Wenn es irgend geht, möchte ich auf diese möglicherweise hochqualifizierten Leute wenn es um meine Person geht verzichten. Um es klar auszudrücken, dies ist meine ganz subjektive Meinung, die keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt.

Liebe Grüße
Manuela

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Fr 31. Mär 2017, 09:56
von Michelle_Engelhardt
Manu.66 hat geschrieben: Fr 31. Mär 2017, 09:42
Eine Diagnose nach f64.0 kann auch ein Allgemeinmediziner erstellen.
Das schrieb ich ja auch. Möglicherweise wird die Diagnose "Verdacht auf TS" lauten. Eine Diagnose ist aber sicher noch keine Bescheinigung um an eine HRT zu kommen, obwohl es auch da garantiert Ausnahmen gibt. Ein Zahnarzt wird auch keine Indikation zur Behandlung von Plattfüßen erstellen....um es stark überspitzt auszudrücken........und ja, es gibt ganz hervorragende Therapeuten (moin)

LG
Michelle

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Fr 31. Mär 2017, 10:17
von Manu.66
Hi Britt!

Den Antrag für den Ergänzungsausweis hatte ich schon ausgedruckt und ausgefüllt - ich sammle jetzt die nur noch notwendigen Unterlagen.

Ein besonders schönes Wochenende mit viel Sonnenschein wünsche ich allen (na)

Manuela

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Mo 3. Apr 2017, 13:39
von Manu.66
Hi Mädels!

Mal eine Anmerkung zur Diagnose f64.0.
Diese Diagnoseart gehört wohl zu denen, die eine psychische Störung diagnostizieren.

Ich fühle mich aber auf keinen Fall psychisch gestört!

Ich verweise in diesem Zusammenhang mal auf eine Forderung des Europarates:

Der Europarat hat in seiner Resolution 2048 vom 22. April 2015 für die rechtliche und soziale Gleichstellung von Transpersonen die 47 Mitgliedsstaaten unter anderem dazu aufgefordert, alle Einstufungen als geistige Störungen in nationalen Klassifikationen zu streichen. Das Europaparlament hatte bereits 2011 die Europäische Kommission und die WHO aufgefordert, Störungen der Geschlechtsidentität von der Liste der psychischen und Verhaltensstörungen zu streichen und in den Verhandlungen über die 11. Revision der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11 per 2018) eine nicht pathologisierende Neueinstufung sicherzustellen.[14]

Frankreich hat sich zum Beispiel längst daran gehalten und per Dekret festgelegt, dass Transsexualität nicht als Störung klassifiziert werden darf!

In Deutschland gibt es wohl da noch einigen Nachholfbedarf.

Liebe Grüße
Manuela - nicht psychisch gestört!

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Mo 3. Apr 2017, 15:24
von CDenise
F60-F69 gehören zu den Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen und bezeichnen Störungen der Geschlechterrolle.
Das wir mWn nicht als "psychische Störung" benannt, korrigiert mich bitte.

Aus meiner Sicht sollte auch ein Allgemeinmediziner beurteilen können, ob:
Der Wunsch besteht, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden.
Dies mit Unbehagen oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einhergeht.
Ob der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung besteht, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.

Das ist eine Checkliste, die in einem halbstündigen Gespräch als Grundlage zur angeschlossenen Aufklärung über eine mögliche hormonelle Therapie dienen sollte.

Es geht hier nicht um den leichtfertigen Umgang mit einer Diagnose oder Hormonen, aber ich erwarte von jedem Hausarzt und Facharzt die Mündigkeit eine Einschätzung im Sinne des Patienten und mit ihm vornehmen zu können.

Es läuft doch niemand aus purer Langeweile zum Arzt und möchte mal eben ein paar Hormone, weil er sonst nichts zu tun hat.

Denise

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Do 6. Apr 2017, 23:27
von Manu.66
Hi Mädels!

Heute ist für mich ein glücklicher Tag!

Meine Hausärztin ist wirklich so weltoffen, tolerant und verständnisvoll wie ich sie eingeschätzt habe. (fwe3)

Die Diagnose f64 lehnt sie ab - Transsexualität ist für sie weder eine Krankheit noch eine Störung in irgendeiner Form. (ap)

Ergo: Ich habe von ihr ein ärztliches Attest bekommen, in dem sie mir meine Transsexualität attestiert. (yes)

Das müsste eigentlich jedem Endokrinologen ausreichen, denn das Attest einer Kollegin wird er wohl nicht anzweifeln. (smili)

Mein Termin für den Endokrinologen steht fest, bis dahin macht meine Hausärztin ein großes Blutbild und wird meine Leberwerte checken. Vielleicht kann ich dann schon in naher Zukunft mit einer Hormontherapie beginnen - wer weiß das schon.

Liebe Grüße )))(:
Manuela - einfach nur happy

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Fr 7. Apr 2017, 06:50
von Michelle_Engelhardt
Hi Manu,

Glückwunsch! Ich kann mir vorstellen, das Du Dich freust wie Bolle. Nun bin ich sehr gespannt, wie der Endo reagiert.

Liebe Grüße
Michelle

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Fr 7. Apr 2017, 09:07
von Manu.66
Tabea hat geschrieben: Fr 7. Apr 2017, 08:03 Moin,
der Endo ist da eher das kleinere Problem. Fragt sich eher ob die Kasse das auch so anerkennt.
Weil die dir ja die Leistung bereit stellen sollen oder?

Gruß,
Tabea
Hi Tabea!

Kasse interessiert mich nicht. Ich bin Privatpatientin und da ist die Beihilfe für mich maßgeblich.

Liebe Grüße
Manuela

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Fr 7. Apr 2017, 09:58
von Tatjana_59
Manu.66 hat geschrieben: Fr 7. Apr 2017, 09:07
Tabea hat geschrieben: Fr 7. Apr 2017, 08:03 Moin,
der Endo ist da eher das kleinere Problem. Fragt sich eher ob die Kasse das auch so anerkennt.
Weil die dir ja die Leistung bereit stellen sollen oder?

Gruß,
Tabea
Hi Tabea!

Kasse interessiert mich nicht. Ich bin Privatpatientin und da ist die Beihilfe für mich maßgeblich.

Liebe Grüße
Manuela
Hallo Manu,

ich drück dir die Daumen dass das wirklich so ist mit deiner privaten.
Ich bin auch privat, hatte trotz psychologischen Indikationen erstmals ein Problem mit der Nadelepi.
Wurde nach langem hin und her genehmigt, allerdings musste ich eine weitere ärztliche Anordnung (oder so ähnlich nannte sich das) beibringen. Diese bekam ich wiederum von meinem Psych.
Ich denke es ist durchaus möglich dass bei deiner HRT auch ähnliches verlangt wird.

Gruß Tatjana

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Mi 19. Apr 2017, 14:27
von Manu.66
Hi Mädels!

Eine brennende Frage habe ich:

Ist der Frauenarzt eine Alternative zum Endokrinologen?

Oder: Hat von Euch jemand Erfahrung mit einer durch einen Frauenarzt begleiteten Hormontherapie?

Meine Biofrau hat mich auf die Idee gebracht, mal ihren Frauenarzt anzusprechen. Der kennt sich mit Hormonen perfekt aus, könnte einen Hormonspiegel erstellen, müsst demnach doch auch eine Hormontherapie ärztlich begleiten können.

Liebe Grüße und danke schon mal für entsprechende Antworten
Manuela

PS - Tatjana, dem Himmel sei dank habe ich schon immer einen sehr geringen Bartwuchs gehabt und bei mir zeichnet sich auch nach zwei Tagen nicht rasieren kaum etwas ab - ich glaube, eine Epilation brauche ich wirklich nicht.

Re: Der Weg zum Endokrinologen

Verfasst: Mi 19. Apr 2017, 14:29
von Anja
Hallo Manu,

warum nicht?
Im Prinzip geht es da nur um eine Handvoll Werte. Den Sollbereich gibt das Labor gleich mit vor, insofern ist eine HRT kein Hexenwerk. Und fragen kostet ja bekanntlich nichts :-)

Grüße
die Anja