Re: Pläne zur Abschaffung des Bargelds?
Verfasst: Di 18. Apr 2017, 13:05
Kurzfassung:
Bargeld ist Freiheit.
Das gilt für alle, ganz besonders aber auch für Randgruppen wie uns.
Das werden die meisten aber erst begreifen, wenn es zu spät ist.
Langfassung:
Hallo Conny,
ich erwarte nicht, dass du meine Gedanken vorbehaltlos übernimmst.
Aber vielleicht kann ich dich und andere ein wenig zum Nachdenken anregen.
Entscheidend ist: Wem nützt es? Gegen wen ist es formal gerichtet? Und wen trifft es tatsächlich? Wem schadet es?
Wenn er Zoll symbolisch 2 Mal im Jahr 3 polnische Hilfsarbeiter hochnimmt, ist der Bürger schnell begeistert, weil: "Die tun ja was."
Aber Firmen, die Schwarzarbeit zur Gewinnmaximierung einsetzen, sind damit kaum zu beeindrucken.
Wenn man sich nämlich die Rechtssperechung dazu anschaut, ist es überwiegend so, dass nur der (kleine) Leistungserbringer bestraft wird, und nicht der (große) Leistungsempfänger, der Schwarzarbeit in mehrfacher Weise bewusst ausnutzt, und sich zugleich die finanziellen Möglichkeiten hat, sich durch ein Geflecht aus Rechtskonstrukten dem Zugriff zu entziehen. Vom BGH wurde z.B. auch entschieden, dass der Leistungserbringer keinen Anspruch auf die Bezahlung hat. Dass sich der Leistungempfänger dabei bereichert, sah man als unmaßgeblich an. Wollte man Schwarzarbeit tatsächlich wirksam bekämpfen, müsste man auch den Leistungempfänger bestrafen, in dem man seinen (finanziellen) Vorteil zu Gunsten der Staatskasse einzieht.
Gleichzeitig, und weitgehend unbeachtet, hat sich der Gesetzgeber mit dem Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit die Möglichkeit eröffnet, jeden seiner Bürger zu kriminalisieren.
Alles was über einmaliges Rasenmähen hinausgeht, kann da ganz schnell zum Straftatbestand für Helfer und Hilfeempfänger: Steuer- und Sozialbetrug im zweistelligen Euro-Bereich werden, während es andererseits kein Problem darstellt, wenn Banken in Millionen Euro ihrer Kunden verzocken, und diese über kurz oder lang zu Hilfeempfängern des Staates machen. An der Stelle sind wir dann gern wieder ein freies Land, und, Achtung(!) Sarkasmus: Die 77-jährige Mindestrenten-Empfängerin aus Hamburg kann ja gerne den Verlust ihrer Ersparnisse bei der Steuer absetzen.
Über Bagatellgrenzen für Nachbarschaftshilfe wurde bereits ernsthaft diskutiert. Diese sind nur noch nicht effektiv umsetzbar.
Doch schon bei mehr als 100-200 Euro pro Jahr würde man dem Bürger nur zu gern in die Tasche greifen.
Glaube mir: Wenn das Bargeld abgeschafft wurde, wird garantiert sehr stark reglementiert werden, wie viel Geld von privat an privat weitergegeben werden darf.
Meine "Prophezeihungen" haben sich bisher leider(!) schon zu oft bewahrheitet. Bereits seit 2005 ist das Bankgeheimnis in Deutschland tot, die Steuer- und Sozialbehörden haben faktisch Vollzugriff. Das trifft auch in erster Linie die kleinen Leute, die nicht so viel Kohle haben, dass sie diese in Steueroasen bunkern können.
Mit der Bargeldabschaffung stielt sich der Staat aus seiner Verantwortung, und wirft die Bürger den Banken zum Fraß vor,
bei gleichzeitiger Erlangung totaler Kontrolle über seine Bürger. So sieht es leider aus.
Aber die meisten Menschen lassen sich mit den ganzen Versprechungen zur Bequemlichkeit einlullen, und merken gar nicht,
wie ihnen ihre Rechte konsequent und nachhaltig beschnitten werden.
Bargeld ist Freiheit.
Das gilt für alle, ganz besonders aber auch für Randgruppen wie uns.
Das werden die meisten aber erst begreifen, wenn es zu spät ist.
Und meine Gedanken und Beobachtungen wird wohl niemand ernst nehmen,
weil ich nicht über den entsprechenden Doktortitel verfüge. - Ist halt so.
Bargeld ist Freiheit.
Das gilt für alle, ganz besonders aber auch für Randgruppen wie uns.
Das werden die meisten aber erst begreifen, wenn es zu spät ist.
Langfassung:
Hallo Conny,
ich erwarte nicht, dass du meine Gedanken vorbehaltlos übernimmst.
Aber vielleicht kann ich dich und andere ein wenig zum Nachdenken anregen.
Du stellst genau wie die Befürworter die falsche Frage.
Entscheidend ist: Wem nützt es? Gegen wen ist es formal gerichtet? Und wen trifft es tatsächlich? Wem schadet es?
Ja, so wird das vordergründig dargestellt, aber du irrst dich leider, wenn du so denkst.conny hat geschrieben: Di 18. Apr 2017, 11:11 Wir reden hier nicht vom Nachbarn, der einem für ein paar Euro den Rasen mäht, sondern von der Schwarzarbeit in großem professionellem Stil mit massivem Steuer- und Sozialversicherungsbetrug.
Wenn er Zoll symbolisch 2 Mal im Jahr 3 polnische Hilfsarbeiter hochnimmt, ist der Bürger schnell begeistert, weil: "Die tun ja was."
Aber Firmen, die Schwarzarbeit zur Gewinnmaximierung einsetzen, sind damit kaum zu beeindrucken.
Wenn man sich nämlich die Rechtssperechung dazu anschaut, ist es überwiegend so, dass nur der (kleine) Leistungserbringer bestraft wird, und nicht der (große) Leistungsempfänger, der Schwarzarbeit in mehrfacher Weise bewusst ausnutzt, und sich zugleich die finanziellen Möglichkeiten hat, sich durch ein Geflecht aus Rechtskonstrukten dem Zugriff zu entziehen. Vom BGH wurde z.B. auch entschieden, dass der Leistungserbringer keinen Anspruch auf die Bezahlung hat. Dass sich der Leistungempfänger dabei bereichert, sah man als unmaßgeblich an. Wollte man Schwarzarbeit tatsächlich wirksam bekämpfen, müsste man auch den Leistungempfänger bestrafen, in dem man seinen (finanziellen) Vorteil zu Gunsten der Staatskasse einzieht.
Gleichzeitig, und weitgehend unbeachtet, hat sich der Gesetzgeber mit dem Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit die Möglichkeit eröffnet, jeden seiner Bürger zu kriminalisieren.
Alles was über einmaliges Rasenmähen hinausgeht, kann da ganz schnell zum Straftatbestand für Helfer und Hilfeempfänger: Steuer- und Sozialbetrug im zweistelligen Euro-Bereich werden, während es andererseits kein Problem darstellt, wenn Banken in Millionen Euro ihrer Kunden verzocken, und diese über kurz oder lang zu Hilfeempfängern des Staates machen. An der Stelle sind wir dann gern wieder ein freies Land, und, Achtung(!) Sarkasmus: Die 77-jährige Mindestrenten-Empfängerin aus Hamburg kann ja gerne den Verlust ihrer Ersparnisse bei der Steuer absetzen.
Über Bagatellgrenzen für Nachbarschaftshilfe wurde bereits ernsthaft diskutiert. Diese sind nur noch nicht effektiv umsetzbar.
Doch schon bei mehr als 100-200 Euro pro Jahr würde man dem Bürger nur zu gern in die Tasche greifen.
Glaube mir: Wenn das Bargeld abgeschafft wurde, wird garantiert sehr stark reglementiert werden, wie viel Geld von privat an privat weitergegeben werden darf.
Meine "Prophezeihungen" haben sich bisher leider(!) schon zu oft bewahrheitet. Bereits seit 2005 ist das Bankgeheimnis in Deutschland tot, die Steuer- und Sozialbehörden haben faktisch Vollzugriff. Das trifft auch in erster Linie die kleinen Leute, die nicht so viel Kohle haben, dass sie diese in Steueroasen bunkern können.
Haben wir es endlich geschafft auszublenden, dass sich die Banken eigentlich unser Geld leihen, um damit zu "arbeiten" und ihrerseits viel Geld zu verdienen, also eher uns etwas dafür zahlen müssten?! Die Geldpolitik der letzten Jahre war und ist darauf ausgerichtet, dass Bankkunden praktisch immer zahlen sollen, ganz egal ob sie Geld besitzen, über ihr eigenes Geld verfügen wollen, oder sich Geld leihen. Auf diesem Wege kann man das Geld effektiver und weniger offensichtlich entwerten, als durch Inflation.conny hat geschrieben: Di 18. Apr 2017, 11:11 Welches Interesse sollten übrigens die Banken am Erhalt des Bargeldes haben? Für sie ist die Bereitstellung nur eine sehr Aufwändige (Tresore, Kassenterminals, Geldautomaten mit teuren Geldtransporten) Dienstleistung.
Die Geldkarte hat sich doch deswegen nicht durchgesetzt, weil die Handhabung wesentlich kompizierter als Bargeld, und die Kosten viel zu hoch waren.conny hat geschrieben: Di 18. Apr 2017, 11:11 Für den Einzelhandel gilt das übrigens auch. An der Supermarktkasse wird man regelmäßig gefragt, ob man Bargeld haben möchte. Das reduziert den Bargeldbestand und die Kosten für Lagerung, Transport und Versicherung.
Für kleinere Beträge wurde übrigens mal die Geldkarte eingeführt. Eine gute Sache die sich leider nicht durchgesetzt hat.
Mit der Bargeldabschaffung stielt sich der Staat aus seiner Verantwortung, und wirft die Bürger den Banken zum Fraß vor,
bei gleichzeitiger Erlangung totaler Kontrolle über seine Bürger. So sieht es leider aus.
Aber die meisten Menschen lassen sich mit den ganzen Versprechungen zur Bequemlichkeit einlullen, und merken gar nicht,
wie ihnen ihre Rechte konsequent und nachhaltig beschnitten werden.
Bargeld ist Freiheit.
Das gilt für alle, ganz besonders aber auch für Randgruppen wie uns.
Das werden die meisten aber erst begreifen, wenn es zu spät ist.
Und meine Gedanken und Beobachtungen wird wohl niemand ernst nehmen,
weil ich nicht über den entsprechenden Doktortitel verfüge. - Ist halt so.