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Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: So 28. Aug 2016, 11:06
von Anne-Mette
Moin,

ich habe schon eine positive Rückmeldung eines politischen Vertreters aus Flensburg )))(:

Mir fällt gerade ein: Es könnte sogar ratsam sein, die Antidiskriminierungsstelle einzubinden/anzufragen.

Gruß
Anne-Mette

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: So 28. Aug 2016, 11:12
von Hannah S.
Hallo Anne-Mette,

Sehr schön, aber lass uns FORDERN!

Wenn ich mir die Stellungnahme des BV-Trans zu der Grünen-Initiative ansehe, wird mir schlecht! Zu mehr als 'unterstützen' hat es da nicht gereicht, mein Gott!

Lass uns fordern - auch wenn wenn wir noch so ein kläglicher Haufen sind - lasst uns fordern!

Lieben Gruß
Hanna

*

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: So 28. Aug 2016, 11:25
von Laura R
Nochmals Hallo,
Fordern ist der richtige Ausdruck und die Antidiskriminierngsstelle sollten wir auch mit einschalten, da hast du Recht und mit der haben wir ja schon gute Erfahrungen gemacht.
Von den Grünen als auch von diesen merkwürdigen BV Trans haben wir nicht viel zu erwarten. Wenn ich das Programm von diesem selbsternannten Verband lese, na ja da sagt das Programm vom örtlichen Karnickelzüchterverein mehr aus.
Gruß Laura

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: So 28. Aug 2016, 12:31
von Anne-Mette
Moin,

wir sollten erst einmal persönliche Vorbehalte außer Acht lassen und schauen (in einer möglichen Zusammenarbeit), "wer tatsächlich für uns etwas tut".
Immerhin wurde von den Grünen etwas angestoßen, das uns nützen könnte, bietet u.U. Futter für unsere eigene Initiative.

Gruß
Anne-Mette

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: So 28. Aug 2016, 17:04
von Svetlana L
Hallo ihr Lieben,

ich bin auch der Auffassung, dass wir es nicht nötig haben zu Bitten und zu Betteln. Wir sollten tatsächlich Fordern, sonst wird sich vermutlich nie etwas zu unseren Gunsten ändern. Aber auch Fordern sollte man natürlich auf angemessene und freundliche Art und Weise. Frau Lüders, die Leiterin der ADS, hat bestimmt ein offenes Ohr für unsere Belange. Beim BVT* gebe ich die Hoffnung noch nicht so schnell auf. Irgendwann müssen die doch mal arbeitsfähig sein.

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: Mo 29. Aug 2016, 10:51
von Anne-Mette
Moin,

hier mal ein Link zur Interministerielle Arbeitsgruppe "Intersexualität/Transsexualität".

Schließlich hatten die Regierungsparteien der 18. Legislaturperiode haben im Koalitionsvertrag vereinbart, die besondere Situation von trans- und intersexuellen Menschen in den Fokus zu nehmen. Zuständig ist hierfür das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Im September 2014 wurde deshalb die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) zur Situation inter- und transsexueller/-geschlechtlicher Menschen eingerichtet. Darin sind auch das Bundesministerium des Innern, das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie das Bundesministerium für Gesundheit als ständige Mitglieder vertreten. Das Bundesfamilienministerium begleitet die Arbeitsgruppe auch durch öffentliche Fachaustausche mit der Zivilgesellschaft und durch wissenschaftliche Forschung.

Nun ist ja schon einiges Wasser die Spree herungergeflossen )))(:
und "verwertbare Ergebnisse" sind wohl in dieser Legislaturperiode nicht mehr zu erwarten :(

Dabei:
". . It takes no survey to remove
repression- man braucht keine
Studie um Unterdrückung
abzuschaffen" - Harvey Milk

Die Zwangsgutachterei ist in meinen Augen Unterdrückung; also: weg damit, schon bevor die Gremien mit ihren Tagungen fertig sind!

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstell ... 15952.html

Gruß
Anne-Mette

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: Mo 29. Aug 2016, 19:49
von Svetlana L
Nochmal was zum Thema Bitten oder Fordern:

"Euch zu bitten, uns Gleichheit zu gewähren, würde voraussetzen, dass diese Gleichheit euch gehört.
Stattdessen müssen wir verlangen, dass ihr aufhört uns die Rechte zu verweigern, die jedem Menschen zustehen."
(gestern gelesen auf enough-is-enough)

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: Mi 31. Aug 2016, 18:04
von Svetlana L
Hallo ihr Lieben,

Anne-Mette hatte in einem anderen Thema geschrieben, dass ein MdB der CDU gesagt hätte, das sich in Sachen TSG bis zum Ende der Legislaturperiode nichts mehr bewegen würde. Daraufhin hatte ich das BMFSFJ angeschrieben und nachgefragt, ob und wie sich diese Aussage auf die Arbeit der IMAG auswirkt. Etwas überrascht war ich heute, als ich plötzlich eine Mail vom BMI bekam. Darin wurde mir mitgeteilt, dass das BMI in der Angelegenheit federführend wäre und die Arbeit der IMAG voraussichtlich im Herbst 2017 beendet sein würde. Da bin ich also immer von falschen Voraussetzungen ausgegangen, weil ich dachte, wenn die IMAG beim BMFSFJ angesiedelt ist, dass die dann auch die Federführung übernommen haben. Man lernt halt nie aus. Andererseits halte ich das BMI auch für den größten Bremser in dieser Angelegenheit und wenn die sogar federführend sind, dann braucht man sich nicht wundern, dass da von deren Seite anscheinend knallhart auf Zeit gespielt wird. Außerdem halte ich die Formulierung "wird voraussichtlich im Herbst 2017 beendet sein" auch für sehr schwammig, denn beenden kann ich etwas auch jederzeit ohne zu einem Ergebnis gekommen zu sein. [Smilie Daumen nach unten]

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: Mi 31. Aug 2016, 21:26
von rika
Seid mir nicht böse, dass ich hier nicht aktiv bin, aber es ist einfach nicht mein Thema, da ich E. bin und bleiben werde. Und wenn ich mich nicht einer Gruppe angehörig fühle und meine Interessen darin vertreten sehe, kann ich sie auch nicht unterstützen sondern bleibe neutral.

rika

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: Do 1. Sep 2016, 00:15
von Marielle
Tja....

Warum sollte man sich auch für das Wohl und das Leben der anderen interessieren? Wenn jeder an sich selbst denkt, ist doch an alle gedacht. Alles wunderbar, in bester Ordnung. Ja, natürlich, Neutralität ist echt OK; kann man machen, schadet ja niemandem, total OK, ist halt so, help yourself.

Weisst du was, Rika? Es würde mir keinen Spass machen ganz neutral dabei zuzusehen, wie dir ein paar Dumpfbacken die Fresse polieren, weil ihnen dein Kleid, deine Religion, deine Partei oder deine Hautfarbe gegen den Strich geht. Aber vielleicht sollte ich es tun, ganz neutral.

Marielle
MN.gif

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: Do 1. Sep 2016, 08:08
von Anne-Mette
Moin,

ich hätte mir gewünscht, dass mehr Ideen in eine tragfähige Initiative fließen und nicht "untereinander" verbraucht werden.

Ganz so groß scheint das Interesse an einer Abschaffung der Zwangsgutachterei aber nicht zu sein (?)

Gruß
Anne-Mette

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: Do 1. Sep 2016, 08:51
von Anne-Mette
Moin,

wir dürfen auch nicht vergessen, dass alles nur eine "Hilfskontruktion" ist; denn insgesamt müsste es, wie ich schon früher einmal gesagt/geschrieben habe, um
eine Lockerung im Namens- und Personenstandsrecht gehen, die ALLEN BürgerInnen eine freie Entscheidung einräumt.
Passend dazu auch "Jede fünfte britische Mutter bedauert die Namenswahl für ihr Kind. Besonders erstaunlich laut Umfrage: Mehr als jeder Zehnten war ihr Fehlgriff von Anfang an bewusst."

Die Zahl derer, die auch in unserem Lande ein berechtigtes Interesse daran haben, ihren Namen und/oder Personenstand zu ändern oder auf einen Personenstand zu verzichten, wird auch nicht so ganz klein sein.

Gruß
Anne-Mette

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: Do 1. Sep 2016, 09:43
von Amadé
Ich habe mich noch einmal mit dem WMA Statement on Transgender People vom Oktober 2015 beschäftigt, siehe auch viewtopic.php?f=47&t=11035. Das Papier der Weltärzteschaft enthält einige Brisanz. Danach ist Transidentität (engl. transgender) eine positive Selbstbeschreibung des eigenen Geschlechts, zu der jeder Mensch das Recht hat, und beinhaltet als Begriff keine Stigmatisierung oder pathologische Einordnung. Transidentität ist eine von vielen Varianten der Geschlechtsidentität. Alle Mediziner sind aufgerufen, das individuelle Recht auf Selbstbestimmung des eigenen Geschlechts mitzutragen (The WMA calls for physicians to uphold each indiviual"˜s right to self-identification with regards to gender). Es ist absehbar, dass daraufhin der Diagnosekatalog der WHO (voraussichtlich 2018) geändert werden und Transsexualität bzw. Geschlechter-Inkongruenz als Krankheit entfallen wird.

Meiner Meinung nach ist damit schon jetzt die Begutachtungspflicht im TSG hinfällig, weil es um Fragen geht, die sich einer Begutachtung von außen entziehen und allein vom Betroffenen durch seine Selbstaussage beantwortet werden können. Kein Mediziner, der sein Standesrecht ernst nimmt, kann dazu noch ein Gutachten erstellen, weil er keine wissenschaftlichen Untersuchungen zu den Fragen des Gerichts machen kann. Insbesondere die Frage im Gesetz, "ob sich nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft das Zugehörigkeitsempfinden des Antragstellers mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ändern wird", kann von keinem Mediziner seriös beantwortet werden, ohne sich gegen die fachlich fundierte Meinung die Weltärzteschaft zu stellen, die in dem Statement öffentlich festgehalten ist.

Wo sind die Mediziner, insbesondere die von deutscher Seite an dem Statement mitgearbeitet haben? Gerade diese müssten jetzt fordern, die Begutachtungspflicht aufzuheben, weil sie in ihrer Profession sachfremd und fachfremd missbraucht werden und gegen ihre Berufsehre handeln sollen. Das wären unsere Bundesgenossen, die hoffentlich nicht nur kleinlich auf die Gutachtenhonorare schielen werden, die ihnen künftig entgehen. Haben wir Mediziner in unseren Reihen, die die Forderung in ihre Gremien tragen können?

Es hat keinen Sinn bis 2018 zu warten, wenn die WHO Beschlüsse fasst. Die Erkenntnisse liegen jetzt vor. Das ist eine Basis für unsere Forderungen.

Liebe Grüße
Amadée

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: Do 1. Sep 2016, 12:51
von Silke Mariella
Hallo

Ich hatte vor 2 Wochen dieses Thema auch bei meiner Therapeutin, die selber auch Gutachten erstellt. Dabei sagte sie mir auch das selbst mitlerweilen die Gutachter der Meinung sind das die Gutachten abgeschafft werden sollten. Sie sind nämlich mitlerweilen total überfordert, weil es zu viele werden und sie eigentlich überhaupt keine Zeit mehr hätten für die Gutachten und UND auch das dies nicht mehr zeitgemäß ist. Sie kann auch diesbezüglich momentan auch keine neue Aufnehmen die noch ganz am Anfang stehn, und da ist sie ja nicht die einzige. Man bekommt kaum nocht Termine für die Therapie und das wird immer schlimmer.

Man sollte versuchen die Gutachter mit ins Boot zu nehmen das man dadurch auch noch mehr erreichen kann, besonders was die Aussetzung ber Begutachtung betrifft, was ich als eine sehr gute Initiative sehe. Insbesondere weil Die VÄ/PÄ mein nächster Schritt sein wird :-)

Liebe Grüße
Silke

Re: Zwangsgutachterei bis zur Reform des TSG aussetzen! SOFORT!

Verfasst: Do 1. Sep 2016, 13:05
von Marielle
Guten Tag zusammen,

die von Amadee eingeschlagene Richtung halte ich für richtig. Für eine Forderung brauchen wir Argumente, die diese Forderung stützen. Ein starkes Gegenargument gegen die Abschaffung von Gutachten wird vermutlich sein, dass es den Gerichten an sachlicher Kompentenz fehlt, um ohne die Hilfe von Gutachten über entsprechende Anträge zu entscheiden. Aus dem TSG wird nämlich abgeleitet, das die Namensänderung kein rein formaler, juristischer Prozess ist, sondern die juristische Folge einer 'abweichenden' Geschlechtsidentität. Und über letzteres hat eine Richter_in i.d.R. nun mal wenig Sachkenntnisse, weshalb diese Kenntnisse extern 'eingekauft' werden. So läuft das in allen Bereichen, in denen es nicht ausschliesslich um Rechtsfragen, sondern auch um die zugrundeliegenden Sachverhalte geht.

Wir müssen m.E. daher klarmachen, dass es tatsächlich nur um eine juristische Formalität geht, die sich allein auf die Angaben der Antragsteller_innen zu ihrer Person stützen kann, um die Gutachten loszuwerden; so wie in Amadees Ansatz. Und wenn es gelänge, so wie Silke schreibt, sogar entsprechende Aussagen von Gutachter_innen beizufügen: Umso besser!


Ich bin über die Regelungen im Ausland nicht gut informiert, aber soweit ich verstanden habe, gibt es (Dänemark?) Beispiele für rein formale Verfahren. Kann dazu jemand mit Informationen weiterhelfen, um sie argumentativ aufzugreifen?

Welche Argumente gegen eine Abschaffung der Gutachten könnten noch kommen? Wie kann man darauf präventiv eingehen?


Wenn wir eine gute Argumentation und die zugehörige Darstellung der Botschaft zusammen haben, werden wir einen Plan und Personal brauchen, um die Botschaft an die Empfänger_innen zu bringen. Alles was ich dazu beitragen kann, werde ich beitragen.

Habt es gut

Marielle



PS: @Tabea, Rika, Alle, zu meinem Beitrag von heute Nacht:

Natürlich kann sich nicht jeder Mensch um jedes Thema kümmern. Ich weiss auch gar nichts über Rikas sonstiges Engagement. Vielleicht tut sie viel mehr für die Gesellschaft als ich. Was mich auf die Palme gebracht hat, ist die explizite Erklärung von 'Neutralität' im Sinne von 'interessiert mich nicht' oder 'dazu schweige ich', weil es "nicht mein Thema" ist. So soll bitte auch das Niemöller-Zitat verstanden werden.

Man kann Neutralität natürlich sehr unterschiedlich bewerten. Sie kann verstanden werden wie 'ist nicht dagegen', was man tatsächlich für gut halten kann; ok. Für mich ist sie aber ein Stück weit auch das Symptom einer nicht-solidarischen Gesellschaft, in der sich jeder Mensch um sich kümmert und niemand die Belange der anderen wahrnimmt. Das ist nicht die Gesellschaft in der ich leben will, weshalb ich, manchmal sehr harsch und manchmal sicherlich auch ungerecht, auf Neutralitätserklärungen von Menschen reagiere, von denen ich annehme, dass sie im weltweiten Vergleich ein überdurchschnittlich großes Stück vom Kuchen bekommen haben. Wie ich es auch habe.