Salmacis hat geschrieben:Breakfast at Tiffany hat geschrieben:
Soziale Stigmata, Sozialisierung, Ausgrenzung, etc. - das sind so Faktoren, die da mit rein spielen.
Daran haltet ihr doch aber selber mit fest. Angenommen jeder der "ungeouteten" hier ist zufällig im gleichen Einkaufshaus und traut sich nicht, aufgrund der Befürchtung von Stigmata und Ausgrenzung. Dann wirfst du ja gewissermaßen den Leuten hier vor, dich zu stigmatisieren zu wollen, obwohl sie sich ebenfalls nicht trauen, die Damenabteilung zu betreten, weil sie das gleiche von dir denken. Und der andere wieder vom anderen und immer so weiter.
Ich korrigiere mich. Daran halten die Menschen doch aber selber mit fest.
Salmacis hat geschrieben:
Jup, genau so funktioniert das eben

Ich habe nie behauptet, dass es leicht wäre solch einen etablierten Teufelskreis zu durchbrechen. Aber ich kenne wenige, die sich ala Conchita Wurst als Galionsfigur dieser Bewegung verstehen wollen um eben so dieses Schema zu durchbrechen.
Ich habe niemanden persönlich erwähnt oder kritisiert. Ich habe nur das Beispiel aufgezeigt, was ständig der Gesellschaft vorgeworfen wird.
Salmacis hat geschrieben:
Ich habe keine Ahnung ob du CD/TG/TS bist, Bio-Frau oder ein Roboter aus dem Weltall, ist mir aber auch völlig egal um ehrlich zu sein. Denn egal was du bist, du bist nicht ich. Ich bin nicht die anderen.
Darum kann ich einem anderen auch nicht meine Lebenserfahrung weitergeben. Was soll ein anderer oder Du, mit meiner Lebenserfahrung anfangen?
Schubladen bringen uns nicht voran. Das ist das Ergebnis von Denunziationen. Genau, meine Erfahrungen sind nicht deine und deine Erfahrungen sind nicht meine oder die eines anderen. Warum wirfst du mir jetzt aber vor, dass ich naiv sei? Vielleicht bin ich das. Vielleicht macht es genau aus diesem Grund so vieles unkompliziert? Kinder gehen auch oft naiv an Dinge ran und lernen ggf. aus ihren Fehlern.
Salmacis hat geschrieben:
Jeder hat ein anderes Schicksal und eine andere Hemmschwelle.
Aber eines haben fast alle gemeinsam. Wir werden in diese Gesellschaft geboren und durch ihre Regeln erzogen und geprägt. Es sind Dinge, die bei uns fest im Kopf verankert sind.
Wir beginnen zu merken, dass uns diese Regeln nicht schmecken, wissen aber nicht uns zu helfen. Wir haben Angst und verstecken uns, teilen uns nicht mit.
Dann teilt euch mit. Wie auch immer das aussieht und in eurem Ermessen liegt.
Schicksal habe ich zum Glück noch keine erlebt. Dass ich Frauensache angenehmer empfinde als die ollen Männerlumpen sehe ich aber nicht als Schicksalsschlag.
Salmacis hat geschrieben:
Sorry aber dazu habe ich selbst schon genug miterlebt. Beispiel? Gern! Ich geh in Tamaris und schaue mit einer Freundin nach Schuhen. Ich selbst finde da eh nix dank Größe 44.
Dass keine oder kaum Damenschuhe in Männerschuhgrößen erhältlich sind, hat nichts damit tun, dass sich Männer in der Damenabteilung bedienen können, dürfen.
Salmacis hat geschrieben:
Da gab es nicht mal andere Männer, die mich mit ihren Blicken hätten töten/verurteilen/auslachen können. Ich war en femme, komplett. Ich war so als ob ich das jeden Tag mache, das Normalste der Welt. Aber was tun wenn der Rest nicht mitspielt? Wie würdest du dich fühlen wenn du die Verkäuferin etwas fragst und sie darauf mit der passenden Antwort zu deiner Freundin rennt statt mit dir zu reden.
Jetzt weißt du, wie es Frauen ergeht, wenn die sich ein Handy oder ein Auto kaufen möchten und der Verkäufer wendet sich an ihren Freund.

Aber so richtig werde ich aus deinem Beispiel nicht schlau. Spielt jetzt es für die Normalität jetzt eine Rolle ob es Schuhe in Größe 44+ gibt oder dass sich die Verkäuferin an dich wenden soll oder dass du als erkennbarer Mann nichts in der Damenabteilung zu suchen hast?
Salmacis hat geschrieben:
Wenn die Leute im Laden den Augenkontakt zu dir meiden, dich aber anstarren sobald du nicht guckst.
Ich bitte dich, bleib also realistisch und versuche zu verstehen, dass nicht jeder mit diesen Blicken leben will und kann.
Glaubst du, mir ist das nicht bewusst? Lass die doch quatschen. Ich will auch mal interessant sein

Ich kann dir leider mit negativen Szenarien nicht dienen. Auch wenn es die sicherlich hinterm Rücken vereinzelt gibt. Zumindest was mir mal eine Frau gesagt hat. Aber von der kam ein dickes Kompliment. Was jucken mich da, was andere über mich erzählen? Ähm...über was sollen die sich eigentlich unterhalten. Das ich schwul bin oder gerne eine Frau sein möchte? Solln 'se doch. Ich hab nichts gegen Schwule und was ich sein möchte oder mit wem ich in die Kiste springe oder auch nicht, kann denen doch schnuppe sein. Das was ich aber von männlichen Kritikern gesehen habe, waren oft neidische Blicke. Sei's deswegen, dass ich ne bessere Figur habe (schon oft von Frauen gehört: Wie machst du das, dass du so schlanke straffe Beine hast?) oder dass ich mir mehr zutraue als sie selber gern würden oder gar wöllten, dass sich ihre eigene Freundin mal so anzieht oder gerne eine Freundin mit so einer Figur hätten. Heute hat mich eine junge Frau angestrahlt und zugezwinkert. Die sind mich bereits wohl schon gewohnt.
Salmacis hat geschrieben:
Und wieder kommst du vom hundersten ins tausendste. Du überspringst Ddinge und versucht einen Wandel zu forcieren und propagieren, der so nicht möglich ist.
Das Modesystem kannst du nicht überspringen. Das stimmt.
Salmacis hat geschrieben:
Unisex kommt als erstes. Ja, dann hängen da eben keine Schleifen dran, dann ist das Teil eben mintgrün und nicht rosa, und weiter? Gedulde dich doch mal.
Nochmal. Warum sollte ich Unisexsachen tragen, wenn es das gleiche ist, was es in der Männerabteilung gibt? Das könnte ich doch jetzt schon anziehen und brauch nicht erst warten, bis es das Label unisex bekommt. Wie lange willst du leben? Ich bin nicht unsterblich und ich bin jetzt jung und nicht später. Mit 80 kann ich das unter Umständen nicht mehr anziehen, entweder, weil ich nicht mehr lebe oder es an meinem Körper nicht mehr schön aussieht.
Salmacis hat geschrieben:
So eine Enntwicklung in der Gesellschaft kommt nicht von heute auf morgen. Falls du es noch nicht mitbekommen hast ist die Emanzipation der Frau seit fast 100 Jahren im Gange und noch nicht abgeschlossen. Was erwartest du also von Transgendern, die erst seit vielleicht 15 Jahren hin und wieder in den Massenmedien Erwähnung finden?
Ich bin selber ein Teil der Gesellschaft. Erklär mir also, warum ich alle Missstände auf andere abwälzen und nicht selber daran arbeiten sollte etwas zu verändern? Auch wenn es erstmal für mich selber ist.
Salmacis hat geschrieben:
Und schau dir meinen oberen Absatz an. Solange das Stigma von da oben nicht durchbrochen ist, gibt es offiziell keinen Markt für feminine Kleidung für Männern, so einfach ist das. Denn das Angebot wird durch die Nachfrage bestimmt.
Die Mehrheit der Männer hat kein Interesse an femininer Kleidung oder High-Heels oder oder. Das ist nun mal so. Das was kritisiert werden kann oder muss, sind fehlende Nischenprodukte für Randgruppen. Es gibt auch Vegetarier-Restaurants und vegane Gerichte zu kaufen, obwohl das eine kleine Gruppe ist. Trotzdem gibt es genügend Angebote für diese Gruppen.
Salmacis hat geschrieben:
FAZIT: Wenn du so mutig und selbstbewusst bist, dann freue dich darüber. Hab Spaß daran und sei glücklich, dass du dich so auslebst wie du es möchtest. Aber höre auf irgendwelche Dinge auf andere zu projezieren.
Ich bin nicht der Nabel der Welt und ich habe auch nichts auf andere projiziert, sondern nur ein anschauliches Beispiel geliefert.
Salmacis hat geschrieben:
Im Endeffekt erschaffst du damit auch ein Stigma. Das des "super outgoing trans*gender" der auf die Gesellschaft scheißt und das tut was er/sie will.
Kann ich auch auf mich selber scheißen? Ich bin doch selber die Gesellschaft. Oder wer ist bei dir, Die Gesellschaft? Bestimmt immer nur die anderen, oder?
Salmacis hat geschrieben:
Tut mir leid, jeder hat sein eigenes Tempo und wenn deins schneller ist, schön für dich (wirklich, beneidenswert), aber drängel nicht bei anderen und erwarte, dass sie bei dem Tempo mitziehen!
Wo drängel ich anderen "mein" Tempo auf? Darum ging's gar nicht. Es ging nur einzig darum, dass unterstellt wird, die Gesellschaft sei generell intolerant gegenüber Randgruppen. Und ich habe das nur an einem anschaulichen Beispiel erläutert, weil wir den Anderen nur vor den Kopf gucken können und nicht wissen, ob sie es anstößig, mutig oder interessant oder vielleicht auch schön finden.
LG