Re: Therapienotstand „ aber Zwangsgutachterei...
Verfasst: Mo 26. Okt 2015, 20:37
...also mal ehrlich, von welchem Missbrauch reden wir hier eigentlich?
Wird ein cis Mann sich ernsthaft freiwillig den Bart per Nadel entfernen lassen wollen? Eine Neo-Vagina haben wollen? Brust-Implantate? Feminisierende Gesichts-OPs? Gegengeschlechtliche Hormone nehmen? Gleiches für cis Frauen, Brüste amputieren? Die Eierstöcke entfernen? Die Gebärmutter entfernen? Eine Phallo-Plastik? Testosteron nehmen?
Also bitte, nein, das wird praktisch niemand freiwillig auf sich nehmen. Ich weiß wirklich nicht, welches seltsame Bild von Menschen dem zugrunde liegt. Ja, ich kann auch nicht 100% ausschließen, dass nicht doch solche verwirrten Typen da draußen herumspringen, die soetwas mit Vehemenz machen würden. ABER genau solche wird man mit einer psychologischen Begutachtung und auch allen anderen Siebmaßnahmen nicht ausfiltern oder ausbremsen, denn sie wissen ganz genau, welche Knöpfe sie drücken müssen (was sie sagen müssten), um ihr Ziel zu erreichen. Leider, muss man sagen, denn all zu oft sind es dann auch solche und ähnliche Personen, die dann kurz nach dem Abschluss ihres Weges doch noch von der Brücke oder vor den Zug springen. Das Problem ist immer wieder das gleiche, wir haben keinen schlagenden Beweis, weder für das Vorhandensein, noch für das Nichtvorhandensein. Niemand kann "es" beweisen.
Also wen oder was versuchen wir zu beschützen? Auf welchen Annahmen beruht dies? Und vor allem, welche Belege gibt es für eine solche Missbrauchsgefahr überhaupt?
Hinzu kommt, dass wir eine ähnliche Gefahr auch bei cis Menschen konstruieren könnten. Auch cis Frauen könnten eine Brustvergößerung wollen, schon alleine wegen der Gleichbehandlung, trans Frauen sollen sie bekommen und cis Frauen nicht? Dann schaut man mal nach und stellt fest, ja, auch cis Frauen können unter bestimmten Umständen auch heute bereits eine Brustvergrößerung beantragen und bekommen. Die Kriterien sind praktisch die gleichen, wie für trans Frauen - nur müssen sie dafür nicht zum Psychologen und schon gar nicht ein Jahr eine Begleitung machen. Gleiches gilt für Epilation etc.
Die _verpflichtende_ therapeutische Begleitung abzuschaffen bedeutet nicht, jegliche Vernunft fahren zu lassen. Natürlich bleibt immernoch zu entscheiden, ob es für eine bestimmte Person angezeigt ist, diese oder jene Maßnahme durchzuführen.
Und abschließend noch, ich bin völlig dafür, dass eine therapeutische Begleitung nach wie vor für alle möglich bleiben soll! Aber bitte eben nur für die, die es auch wollen. Wenn wir die wenigen Trans* Therapie Plätze mit denen vollstopfen, die nur ihre Zeit absitzen, dann ist klar, dass wir aktuell viel zu wenige Therapeuten dafür haben.
Liebe Grüße
nicole
Wird ein cis Mann sich ernsthaft freiwillig den Bart per Nadel entfernen lassen wollen? Eine Neo-Vagina haben wollen? Brust-Implantate? Feminisierende Gesichts-OPs? Gegengeschlechtliche Hormone nehmen? Gleiches für cis Frauen, Brüste amputieren? Die Eierstöcke entfernen? Die Gebärmutter entfernen? Eine Phallo-Plastik? Testosteron nehmen?
Also bitte, nein, das wird praktisch niemand freiwillig auf sich nehmen. Ich weiß wirklich nicht, welches seltsame Bild von Menschen dem zugrunde liegt. Ja, ich kann auch nicht 100% ausschließen, dass nicht doch solche verwirrten Typen da draußen herumspringen, die soetwas mit Vehemenz machen würden. ABER genau solche wird man mit einer psychologischen Begutachtung und auch allen anderen Siebmaßnahmen nicht ausfiltern oder ausbremsen, denn sie wissen ganz genau, welche Knöpfe sie drücken müssen (was sie sagen müssten), um ihr Ziel zu erreichen. Leider, muss man sagen, denn all zu oft sind es dann auch solche und ähnliche Personen, die dann kurz nach dem Abschluss ihres Weges doch noch von der Brücke oder vor den Zug springen. Das Problem ist immer wieder das gleiche, wir haben keinen schlagenden Beweis, weder für das Vorhandensein, noch für das Nichtvorhandensein. Niemand kann "es" beweisen.
Also wen oder was versuchen wir zu beschützen? Auf welchen Annahmen beruht dies? Und vor allem, welche Belege gibt es für eine solche Missbrauchsgefahr überhaupt?
Hinzu kommt, dass wir eine ähnliche Gefahr auch bei cis Menschen konstruieren könnten. Auch cis Frauen könnten eine Brustvergößerung wollen, schon alleine wegen der Gleichbehandlung, trans Frauen sollen sie bekommen und cis Frauen nicht? Dann schaut man mal nach und stellt fest, ja, auch cis Frauen können unter bestimmten Umständen auch heute bereits eine Brustvergrößerung beantragen und bekommen. Die Kriterien sind praktisch die gleichen, wie für trans Frauen - nur müssen sie dafür nicht zum Psychologen und schon gar nicht ein Jahr eine Begleitung machen. Gleiches gilt für Epilation etc.
Die _verpflichtende_ therapeutische Begleitung abzuschaffen bedeutet nicht, jegliche Vernunft fahren zu lassen. Natürlich bleibt immernoch zu entscheiden, ob es für eine bestimmte Person angezeigt ist, diese oder jene Maßnahme durchzuführen.
Und abschließend noch, ich bin völlig dafür, dass eine therapeutische Begleitung nach wie vor für alle möglich bleiben soll! Aber bitte eben nur für die, die es auch wollen. Wenn wir die wenigen Trans* Therapie Plätze mit denen vollstopfen, die nur ihre Zeit absitzen, dann ist klar, dass wir aktuell viel zu wenige Therapeuten dafür haben.
Liebe Grüße
nicole