Seite 10 von 21

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Do 25. Jan 2024, 16:23
von ExUserIn-2026-04-08
Wally hat geschrieben: Do 25. Jan 2024, 16:19 die kannst Du schon mal komplett weglassen (ap)
Genau so mache ich es ja auch. Da ist kein Stück Herrenoutfit dabei...
Wally hat geschrieben: Do 25. Jan 2024, 16:19 und berichte uns zwischendurch auch mal davon
Definitiv, bin ja eine alte Quasselstrippe ... :lol:

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Sa 27. Jan 2024, 11:10
von ChristinaF
Dir alles Gute bei deinem Reha Aufenthalt. Wird dir ganz bestimmt guttun und berichte bitte, wie dich deine anderen Rehaleute aufgenommen haben.
LG Christina

Tag 1 der Reha

Verfasst: Di 30. Jan 2024, 16:35
von ExUserIn-2026-04-08
Anreise, 1. Arzttermin und Hörtest. Das war's.

Mit der KLinik habe ich vorab geklärt, dass ich en femme in der Klinik leben möchte und ich habe grünes Licht bekommen. Null Problem seitens des Personals. Aber auch die anderen Patienten zeigten keine nennenswerte Reaktionen. Alle sind sehr freundlich und grüßen, wann immer ich jemandem begegne. Auf einem Spaziergang hat mich eine Passantin angesprochen und beim Mittagessen hat sich jemand zu mir gesetzt. Trans war von keinem ein Thema, sonder alles war der übliche Smalltalk ud manchmal auch interessantere Themen. Jede/r hat mich genommen, wie ich hier bin. Ich kann noch nicht einmal sagen, wie ich hier gesehen werde. Es bleibt manchmal ein Blick etwas länger an mir hängen, aber das war es auch schon. Insofern bin ich hier einfach nur Frau. Kleidungstechnisch sind die meisten hier zwischen normale Straßenkleidung bis Schlabberlook. Mit meinen lackierten Nägel bin ich fast schon "Overdressed". LOL

So kann's eigentlich weiter gehen. Jetzt gehe ich noch Schwimmen und dann zum Essen. A propos Essen. Das hat leider nur Großküchenniveau, was aber ok ist. Es sind ja auch viele Mäuler und Mäulerinnen zu stopfen.

Bis demnächst

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 30. Jan 2024, 16:53
von Anne-Mette
Moin,

ich wünsche dir alles Gute für die Maßnahme.
Das mit dem Essen gehört sicherlich zum Programm und und soll die Fantasie anregen: "... was ich jetzt gerne essen würde, wenn ich nicht hier wäre...".

Ein Schwimmbad im Haus ist natürlich schön!

Herzliche Grüße
Anne-Mette

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 30. Jan 2024, 18:45
von ExUserIn-2026-04-08
Anne-Mette hat geschrieben: Di 30. Jan 2024, 16:53 Ein Schwimmbad im Haus ist natürlich schön!
Danke Anne-Mette,

ich konnte es jetzt auch nutzen, war richtig gut. Es war nicht zu viel Publikum dort, so dass auch meine Bahnen ziehen konnte. Mal sehen, wie es weiter geht. Jetzt bin ich einfach nur schlapp ...

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Di 30. Jan 2024, 22:41
von Céline
Ich wünsche Dir alles Gute Vicky :)
Liebe Grüße
Céline

Tag 2 der Reha

Verfasst: Mi 31. Jan 2024, 20:58
von ExUserIn-2026-04-08
Heute Vormitag hatte ich einiges zu tun.

08:20 Uhr: EKG "Machen Sie bitte den Oberkörper frei ..." Das hat sich für mich schon komisch angefühlt. Es ist halt (fast) nichts da ... Aber es war dann doch kein Problem.
09:00 Uhr: Einführung in die Reha, habe ich schon alles in der Hausordnung gelesen. Schön war, dass der Arzt, der das vorgetragen hat, mich vorher kurz beiseite nahm, da mein Outfit so gar nicht zu meinem männlichen Namen (Aktenführung ist in männlicher Form, da ich noch keine Personenstandsänderung beantragt habe) passte. Bei ihm ist die Info wohl noch nicht angekommen. Bei der Anwesenheitskontrolle hat er dann laut meinen weiblichen Vornamen angesprochen. TOP !
Bis zum nächsten Termin habe ich einen Spaziergang im Wald gemacht.
10:30 Uhr: Sulfmoorbad, das sollte frau sich nicht entgehen lassen. Ich wurde in den Raum geführt, ein Wecker gestellt und dann zum Ausziehen und Baden alleine gelassen. Auch TOP. Ich fühlte mich herrlich entspannt und es duftete fein.
11:30 Uhr: Eingangstest, nur drei Seiten Fragebogen
14:30 Uhr: Begrüßung und Einführung der Küche
14:45 Uhr: Feierabend

Dann bin ich in der Ort gelaufen und habe mich ein wenig umgeschaut. Viel ist nicht los. Es gibr ein paar Geschäfte, einige Restaurants, Bars und Cafe. Es gibt sogar zwei Buchläden. Der eine ist winzig und hat noch Spirituosen und Weine im Angebot. Der andere Laden war interessanter. Er hat eine Kaffeemaschine, die für wenig Geld einen ordentlichen Kaffee macht. Was hier besonders erwähnenswert ist, ist ein Buch, das mir in die Hände fiel: Genesis von Veit Lindau. Untertitel: Die Befreiung der Geschlechter. Klingt interessant und es hat sogar zwei Kapitel über LGBTQI+. Ich lese es erst, bevor ich darüber schreibe. Es fällt optimal in die Gedankenwelt, die gerade in mir Raum fasst. Vielleicht so viel: Ich sehe Transmenschen als besonders wertvoll als Brücke zwischen den Geschlechter. Die Wahrnehmung der Welt ist für Männer und Frauen unterschiedlich. Ich stelle in gewisser Weise beides an mir fest. "Logos" und "Eros" wie es im Buch heißt. Selten gemeinsam, mal mehr Logos, mal mehr Eros, wobei ich Eros als das emotional-sinnliche verstehe. Dazu ein anderes Mal mehr. Auf dem Rückweg sehe ich an einem Anstieg einen Mann mit einem E-Klapprad und eine Frau, die offensichtliche Probleme haben. Die Frau versucht den Mann auf dem Fahrrad anzuschieben, da er offensichtlich eine Behinderung hat, was aber nicht klappt. Ich konnte soweit helfen, dass der Mann dann doch den Berg geschaft hat. Mit der Frau bin ich dann den restlichen Weg gemeinsam gegangen.

Zurückgekehrt habe ich noch meine Bahnen im Schwimmbad genommen. Die drei Herren haben mich dann doch mit verstohlenen Blicken immer wieder angeschaut. Hey, bin ich so sexy ? LOL
Bein Abendessen habe ich dann den Mann mit dem Fahrrad wieder getroffen und wir haben zusammen gegessen. Da hat er mir erzählt, dass er MS hat. Auch das Sprechen ist für ihn nicht ganz einfach. Was mir an mir aufgefallen ist, ist mein Umgang mit diesem Menschen mit Behinderung. Es war ein so schönes und ungezwungenes Gespräch, dass ich mich total wohl gefühlt habe. Um ehrlich zu sein, damit habe ich immer Probleme gehabt, da mir meine Ungeduld im Wege stand. Hier spielt das keine Rolle und ich habe für mich einen neuen Horizont entdeckt.

Mein Fazit für den Tag: Als Frau selbstverständlich zu leben, ist für mich normal geworden. Es spielt keine Rolle, in welchem Geschlecht ich mich zeige. Vieles von dem "Brimborium" um mich en femme zu zeigen, ist einfach überflüssig, um der zu sein, der ich bin. Ich meine "Brimborium" auch nicht negativ. Im Gegenteil, ich mache es gerne, aber um die Frau zu zeigen, brauche ich es nicht. Für mich wird der emotionale Blick auf die Welt wichtiger. Wenn ich davon ausgehe, dass Frauen eher die emotionale Wahrnehmung in den Vordergrund stellen und Männer den rationalen, bekommt die oben genannte Idee der "Brücke zwischen den Geschlechtern" Sinn. Ich kann beides, aber den emotionalen Blick braucht noch Entwicklungszeit.

Jetzt gehe ich zu Bett und lese noch in meinem neuen Buch. Morgen beginnt der Tag schon um 7:20 Uhr. Dafür habe ich den Nachmittag frei.

Gute Nacht

Tag 3 der Reha

Verfasst: Do 1. Feb 2024, 20:47
von ExUserIn-2026-04-08
Der Vormittag war ganz schön stressig. Ich musste ständig den Blick zur Uhr werfen, damit ich nicht zu spät bin. Blutabnahme, Frühstück, Moorbad diesmal platze die Serviceperson einfach herein als ich beim Anziehen war. Den BH hate ich schon an und den Slip wollte ich gerade hochziehen, da platze sie zur Tür herein. "Ich muss hier die Wanne fertig machen. Um halb kommt der nächste Patient. Mit blieb die Spucke im Halse stecken ... Dann kam der motorische Basistest, also Gleichgewicht Koordination etc. Die nächste Zeit bekomme ich ein ziemlich intensives Sporttraining. Ich war wie die beiden anderen Frauen in meiner Gruppe im Gym-Outfit. Mit einer habe ich ziemlich herum gealbert. War richtig schön. Dann zur Orthopädie. Dort gab es wieder eine Überraschung, an die ich nicht gedacht habe. Der Arzt wollte sich meine Rückenmuskulatur anschauen und ich musste mein Oberteil ausziehen ! Dann stand ich im BH, der meine Sillies zwar gut, aber nicht perfekt verdeckt vor ihm. Ich drehte ihm beim Ausziehen den Rücken zu. So ging es dann für mich. Ein Stück von meinem String musste ich ihm auch noch zeigen, da ich die Probleme vor allem an den Lendenwirbeln habe. Geschafft und ich war sogar ein Stückchen stolz auf mich. Dann zur Chefärztin, auch sehr freundlich. Sie fing auch gleich mit "Frau ..." an. Transmenschen in der Reha sind ihr nicht fremd. Super. Dann noch zum Gruppengespräch des Sozialdienstes. U.U. wäre sogar eine Schwerbehinderung möglich. Das hatte ich nicht auf dem Schirm. Interessant, aber ich glaube es nicht. Das war es auch schon für heute morgen.

Nach dem Mittagessen habe ich noch auf dem Zimmer gelesen und bin dann bei strahlendem Sonnenschein in den Ort gelaufen. Später ging ich noch in ein Cafe und habe in meinem Buch gelesen. Auf dem Rückweg bich ich der Frau von gestern wieder an der gleichen Selle begegnet und wir sind weder zusammen zurück gegangen. Heute gab es kein Schwimmen, denn die Halle wird gereinigt.

Fazit für den Tag: Mein Leben hier als Frau ist so etwas von selbstverständlich geworden, dass es mir nur noch bedingt auffällt. Ich schminke mich nur, wenn ich in dn Ort gehe. Bisher hat noch niemand Anstoß an mir genommen. Klar, es gibt Menschen, für die ist es sicherlich befremdlich. Das sehe ich an den Blicken, aber niemand lässt es mich spüren. Weder in der Klinik noch im Ort.

Aber etwas scheint sich für mich zu einem Problem zu entwickeln. Ich habe nicht damit gerechnet, dass sich meine rückenschmerzen verstärken werden und ich habe konkret meine Sillies im Verdacht. Sie sind gar nicht mal so schwer, aber ich bin das dauerhafte Tragen nicht gewohnt. Und da mein Rücken nicht in bester Form ist, könnte das eine Ursache sein. Ich werde es beobachten.

Jetzt ist wieder Lesezeit und ich wünsche Euch eine gute Nacht ...

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Fr 2. Feb 2024, 01:48
von Wally
Liebe Vicky,

Ist hier zwar eigentlich off topic, aber da Du es gerade als Problem ansprichst:

Ich hatte in früheren Jahrzehnten immer wieder mit Rückenschmerzen zu tun. In meinem zahnärztlichen Beruf mit oft ungesunden Körperhaltungen bei der Arbeit war das sozusagen ein Berufsleiden, sehr viele Kollegen haben darüber geklagt. Ich hab's dann zwar meistens mit ein paar Wochen physiotherapeutischen Übungen wieder weggekriegt, aber spätestens nach einem Vierteljahr kam's wieder.

Endgültig davon befreit haben mich vor 25 Jahren schließlich zwei Hilfsmittel:

1) Wasserbett. Durch die ständigen, leichten, durchs Atmen angeregten Bewegungen wird die Nährstoffversorgung der Bandscheiben verbessert, die können sich dadurch im Schlaf besser erholen und regenerieren.

2) "Swopper": das ist ein lehnenloser, in alle Richtungen elastischer Bürohocker, den ich seitdem für jegliche Bildschirmarbeit verwende. Der zwingt zu einer halbwegs gesunden, aufrechten, auch immer wieder variierten Sitzhaltung, und trainiert dabei automatisch auch die Muskelgruppen, die man für eine gesunde Körperhaltung benötigt.

Seitdem - also nun schon seit 25 Jahren - hatte ich NIE WIEDER Rückenschmerzen!

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: Fr 2. Feb 2024, 08:10
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Wally,

vielen Dank für die Tipps. Ich habe noch eine andere Quele der Schmerzen entdeckt. Zum einen ist der Schreibtischstuhl, eigentlich eine MIschung aus Sessel und Stuhl, für das Sitzen am Schreibtisch völlig ungeeignet. Zum anderen hat meine Bettmatratze eine dicke Auflage aus sehr weichen Schaumstoff. Beides dürften Gift für den Rücken sein und andere Sitzgelegenheiten habe ich nicht im Zimmer. Ich werde das einmal zur Sprache bringen. Gleich geht es weiter im Programm, doch dazu heute Abend mehr.

Tag 4 der Reha

Verfasst: Fr 2. Feb 2024, 19:46
von ExUserIn-2026-04-08
So langsam bin ich hier angekommen. Die Wege die ich gehe, die Begegnungen, die ich habe, werden im besten Sinne "normal". Und trotzdem gibt es immer wieder schöne neue Erlebnisse ...

Mein Programm für heute

Gewichtskontrolle

Vortrag zu Tinnitus: hier sitze ich neben einer Frau, die ich gestern kennen gelernt habe. Wir zwei sind immer am "giggeln". Gut dass der Vortragende schwerhörig ist. Aber nichts gegen seinen Vortrag. Der war gut.

Hörberatung bei einer Hörakustikerin, da gab es nicht viel Neues für mich

Terraintraining: Hier absolvieren wir in schnellem Gehen in einer halben Stunde einen Rundweg durch den Wald. Ein heftiger Anstieg war dabei, der uns ins schnaufen brachte. Auch hier bin ich wieder mit einer Frau ins Gespräch gekommen.

Einweisung Muckibude: Ich habe noch nie Krafttraining gemacht, aber für meinen Rücken könnte sich das sehr positiv auswirken. Am Nachmittag war ich dann wieder mit einer Frau alleine am trainieren. Und wieder kam es zu netten Gesprächen.

Zum Schluss hatte ich noch eine Impedanz-Messung wegen meines Gehörs zu machen. Dann war Wochenende.

Am späten Nachmittag war dann das Schwimmbad wieder offen. Diesmal habe ich auf meine Haare keine Rücksicht genommen und bin geschwommen, wie ich das vor vielen Jahren gemacht habe. Zum ersten Mal habe ich das mit meinem neuen Bilini gemacht. Ich weiß, Damen in meinem Alter machen das nicht ... ;-) Ich aber schon. Ein paar Blicke habe ich schon abbekommen. Danach ging ich zum Abendessen und da setzte ich mich an einen Tisch, an der eine etwas ältere Dame saß. Wir kammen dann auch ins Gespräch, dass dann auch recht lebhaft war. Irgendwann sagte sie zu mir, dass man sähe, dass ich früher viel geschwommen sei. Sie war auch im Schwimmbad gewesen.

Die Kontakte nehmen kein Ende. Und ich habe das Gefühl, dass ich ziemlich nahe an meinem Wunsch bin, als Frau von Frauen akzeptiert zu sein. Oder besser gesagt, ich bin mitten drin. Das ist ein wunderschönes Gefühl.

Beenden möchte ich den Beitrag mit einem Satz, den ich in einem Buch gefunden habe, das ich gerade lese:
Ich wünsche die die wilde Neugier, alle begrenzenden Überzeugungen und Rollenmuster über dich als Mann, Frau oder wer auch du immer bist, radikal einzureißen, deinen Verstand und Herz der Sonne und den Sternen entgegen zu strecken und den heiligen Geist des Lebens herauszufordern, dir zu zeigen, wer du wirklich bist. Vor allem wünsche ich Dir den Mut, jeden Tag etwas mehr in die Antwort hinein zu leben. Wenn Du die ausgetrampelten Pfade verlässt, beginnt Schöpfung.
Hervorhebung durch mich.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht...

Tag 5 und 6 der Reha

Verfasst: So 4. Feb 2024, 10:13
von ExUserIn-2026-04-08
Wochenende, hier läuft nicht viel und der Rest ist schnell erzählt. Das Wetter ist mehr als nur mau. Für gestern habe ich mir einen Schnupperkurs beim Bodenschießen außerhalb der Klinik angeregt. Ich war neben der Trainerin die einzige Teilnehmerin. Zuerst schien sie ein wenigirritiert, aber schnell haben wir uns gut verstanden und ich war eine gelehrige Schülerin. Viereinhalb Stunden streifte ich durch das Gelände und habe die 33 Ziele abgeklappert. Das Wetter hat mir nicht viel ausgemacht, da ich eine gute Regenjacke habe und der Niesel aufhörte.

Heute, Sonntag, ist das Wetter nicht besser, aber raus gehe ich noch, danach noch ins Schwimmbad. Auch beim Frühstück habe ich mich wieder an einen Tisch gesetzt und bin mit einer Frau ins Gespräch gekommen. Weil alles sehr ruhig ist, ist mein Beitrag auch viel kürzer. Wenn ich meine Berichte hier fortsetzen soll, bitte ich um ein kurzes "Danke" als Feedback. Ich schreibe gerne, aber wenn es niemanden interessiert, lasse ich es lieber.

Fazit für mein Wochenende und die bisherige Zeit: Es ist völlig egal, wer ich bin und welche Kleidung ich trage. Wenn ich auf die Menschen zugehe und ein Gespräch beginne, antworten sie mir auf ganz normale Weise. Es ist für mich entscheidend, mit welchem Selbstverständnis und Selbstbewusstsein ich mich den Menschen zeige. Mein gegenüber ist i.d.R. von mir irritiert. Das ist verständlich, denn man sieht mir meinen männlichen Hintergrund an. Auch habe ich das Verhalten von Frauen nicht über Jahrzehnte "einstudiert". Es ist aus meiner Sicht daher entscheidend, dass ich selbstbewusst mit der Situation umgehe und es so den Menschen einfacher mache, mit mir umzugehen. Ich erlebe das in der Reha konzentriert jeden Tag. Das Selbstbewusstsein als Frau ist auch mir nicht in den Schoß gefallen und es gibt mMn nur drei Wege, das zu schulen: üben, üben, üben. Ich habe hier in einer Woche mehr erfahren, als in den Jahren vorher. Sollte ich, Stand heute, den Unterschied zwischen meinem persönlichen en homme und en femme beschreiben, könnte ich nur mit einem Paradox antworten:
Der Unterschied zwischen mir im Männermodus und Frauenmodus ist viel kleiner als gedacht. Fast denke ich, es gibt ihn nicht, wenn ich mit anderen Menschen rede. Auf der anderen Seite gibt es etwas in mir, das ganz klar zum Weiblichen tendieren lässt. Es gibt mir mehr "Fülle" und "Inhalt".
ICh denke, auf das Thema gehe ich in den nächsten Tagen noch näher ein. Ich wünsche Euch einen schönen Rest (so) tag. Ich werde jetzt ein wenig (buch)

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: So 4. Feb 2024, 10:21
von Anne-Mette
Guten Morgen Vicky,
Vicky_Rose hat geschrieben: So 4. Feb 2024, 10:13 aber wenn es niemanden interessiert, lasse ich es lieber.
ich denke, es wird schon einige Menschen interessieren, einerseits, weil du die Tagesabläufe recht lebendig und persönlich beschreibst - und andererseits, weil doch vielleicht häufiger mal eine Person aus dem Forum (d/m/w) in den Genuss einer solchen oder ähnlichen Rehamaßnahme kommt und durch deine Berichte ein wenig vorbereitet ist.

Herzliche Grüße
Anne-Mette

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: So 4. Feb 2024, 12:20
von Céline
Hallo Vicky,
Danke für Deine Berichte.
Und natürlich wirst Du gelesen. Selbst wenn nicht viel Resonanz und Feedback zurück kommt sind Berichte wie Deine hier wichtig und wertvoll. Zudem befreit Schreiben von eigenen Erlebnissen,Emotionen ja tiefste Gefühle unsere Seele und für mich ist es wie eine Therapie. Ich hätte schon öfters aufhören wollen zu schreiben, wollte aber dann nicht weil mein Leben hier festgehalten ist . Unabhängig ob ich gelesen werde oder nicht. Mich befreit das Schreiben.
Und wer weiß...vielleicht können wir dem ein oder Anderen oder Andere helfen.
Also ran an die Tastatur.
Alles Gute Dir noch
Liebe Grüße
Céline

Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Verfasst: So 4. Feb 2024, 12:28
von Lea Michele
Hallo Vicky,

da kann ich mich Céline nur anschließen.

Danke für die Berichte❣️

Liebe Grüße Lea Michele (he) (ki) (he)