Tja .. was soll ich sagen?
Alles Scheiße!!!
Frieda hat den Notarzt gerufen, weil ich das Gefühl hatte, das ich es alle mache. Ich lag da und habe mich nicht mehr getraut, die Augen zu schließen, vor Angst, sie nie wieder zu öffnen.
An der Notaufnahme .. aus dem RTW ausgeladen, war erst mal Stop .. TRIAGE .. stand da geschrieben! Ich dachte, so weit wären wir in Deutschland noch gar nicht. Ich "durfte" dann doch hinein und wurde durchgecheckt. Was akut lebensbedrohliches konnte ausgeschlossen werden .. vielleicht "nur" psychisch. Also wieder nach Hause und mal vom Hausarzt durchchecken lassen.
Am nächsten Tag ein Gespräch mit meinen Eltern, die wissen wollten, was los war. Nach dem ausgesprochen war, dass es kein Infarkt oder Schlaganfall war, hatte sich das Thema für meine Mutter quasi erledigt. Kein spürbares Interesse, warum es mir dennoch so schlecht geht. Statt dessen ging sie direkt dazu über, ihren Standpunkt bezüglich psychischer Probleme klar zu machen .. nach dem Motto: Man könne ja über alles reden, aber dann müsse es auch mal wieder gut sein. So ihre Sichtweise. Nur: es wurde nie darüber geredet, und es ist auch ganz und gar nicht "wieder gut"! Als ich erklären wollte, wie es in mir aussieht, interpretierte sie das sofort als Angriff gegen sie. Null Mitgefühl, wie es mir geht.
Seit dem ist zu meinen Eltern mehr oder weniger Funkstille. Ich habe mich so gut es ging berappelt, weil (wegen Corona) berufliche Herausforderungen anstanden .. über 20 Kunden, die direkt davon abhängig waren, dass ich auf den Punkt (zum Monatswechsel Juni/Juli) liefere. Das habe ich dann auch irgendwie geschafft, obwohl ich bereits kurz nach dem ersten Besuch in der Notaufnahme nochmal dort war, und dann in die psychatrische Notfall-Ambulanz weitergeschickt wurde.
Ich bin so fertig, dass ich meine ganze Kraft brauche, um nicht beruflich einzubrechen. Denn das wäre in meinem Alter und meiner Situation definitiv das Aus. Inzwischen habe ich psychologische Betreuung gefunden, aber es wird dauern, bis ich wieder auf die Beine komme. Und da ist jetzt auch erst mal "Sommerpause" .. den nächsten Termin habe ich im September.
Ich weiß noch nicht, wie ich das schaffen soll, wenn es wirklich so weit kommt, dass ich mich von meinen Eltern räumlich trennen muss. Und meine Schwester, zu der ich gerade erst nach den vielen Jahren endlich die Nähe aufbauen konnte, die ich mir immer gewünscht habe, die verliere ich dann auch gleich noch, denn die steht nun gegen mich auf der Seite meiner Eltern, obwohl ich mich gerade erst für sie engagiert habe, als meine Eltern kein Verständnis für ihre Situation hatten. Sie hat, wie sich Ende letzten Jahres herausstellte, wohl seit mehreren Jahren psychische Probleme und Probleme in der Partnerschaft, wird aber von unseren Eltern, insbesondere unserer Mutter als egoistisch und undankbar abgestempelt. Aber nun habe ich wohl den Titel "schwarzes Schaf der Familie" wieder zurück bekommen.
Ich habe es seit Wochen sooo satt .. keine Lebensfreude mehr.
Michi ist faktisch nicht mehr existent .. ist wieder zurück zum virtuellen Nichts degeneriert, das nur noch im Forum existiert und sich gelegentlich mal auf Klamotten-Seiten umschaut. Gelegenheiten zum Ausgehen gab es seit Monaten nicht mehr, und inzwischen fehlt mir auch jede Motivation dazu. Zu Hause rumtransen ist keine Alternative, denn mehr als DWT ist unmöglich, und schafft nicht mal ansatzweise den emotionalen Ausgleich, den mir die Michi-Zeit sonst immer gegeben hat.
Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich mal an den Punkt komme, dass es mir egal ist, ob ich morgen wieder wach werde. Aber im Moment kann ich den Gedanken nicht bei Seite schieben, dass all die Menschen, an denen mir etwas liegt, ohne mich viel besser dran wären.
