Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....
Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder..... - # 10

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ab08
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 136 im Thema

Beitrag von ab08 »

Meine Lieben,

herzlichen Dank für Eure Beiträge. (fwe3)

Bitte nicht böse sein, wenn ich mich ungeschickt ausdrücke und hier nix Vernünftiges beitragen kann.
=> 1996 war meine Scheidung (die Partnerin war halt hetero) :oops:
Die letzten 20 Jahre lebte ich allein. (also ohne jedwede Beziehung, was mich aber im Grunde nicht störte...)

Liebe Grüße und danke für die Eindrücke (gitli)
Andrea
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ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
heike65

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 137 im Thema

Beitrag von heike65 »

@alli und betty

Mir ist es schon bewusst das es für euch nicht so einfach ist, Mann geheiratet und nun das.....
Aber man hat doch das Wesen/Mensch geheiratet, nicht die Hülle, auch wenn die attraktiv ist, oder ?
Und da fällt mir doch glatt das Wort Empathie ein, mir ist durchaus bewusst das dieses in diesem Zusammenhang schwierig ist, da viele das TG sein vor sich selber verbergen, aber nix gemerkt, über Jahre ?
Meine Mutter hat auch nichts gemerkt, meine Tante (angeheiratet) sagte nach dem dem 2 ten Treffen nach 10 Jahren, ja du bist Transgender (ich war normal gekleidet, also schwarze Anzughose, grauer Rolli etc), wenn man feine Antennen hat ist sowas also durchaus zu spüren.... ich will jetzt niemand ein schlechtes Gewissen einreden, aber sowas gibt es halt.

Und jetzt mal ganz ehrlich: was ist daran so schlimm wenn der/die Partner/in mal Mann oder Frau sein möchte weil es ihm/ihr gut tut, da gibts nun wahrlich schlimmeres, irgendwie fehlt mir ja jedes Verständnis hier son Fass aufzumachen, so mit Zorn und Wut statt Liebe und Verständnis
Michelle_Engelhardt
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 138 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Wie heißt es so schön: "Ich esse immer noch meine Lieblingsschokolade, auch wenn sie 'ne neue Verpackung hat"
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
heike65

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 139 im Thema

Beitrag von heike65 »

[quoteWie heißt es so schön: "Ich esse immer noch meine Lieblingsschokolade, auch wenn sie 'ne neue Verpackung hat"][/quote]

na denn, der spruch war mir unbekannt
Drachenfrau
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 140 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Hallo Welt, hallo Heike,

mir gefällt die Aussage auch
Wie heißt es so schön: "Ich esse immer noch meine Lieblingsschokolade, auch wenn sie 'ne neue Verpackung hat"
Sie klingt wunderbar, doch es geht nicht um Schokolade.

Es geht darum, wenn ich als Frau die Frau in diesem Mann lieben lernen möchte, weil ich mich entschlossen habe, diesen Gefühlen in mir weiterhin mit dieser Seele Ausdruck zu verleihen, dann erfordert dies Bewusstsseinsarbeit obendrein.

Hallo!

Morgens beim Aufwachen liegt OPTISCH ein Mann neben mir. Nach dem Aufstehen, ist dieser relativ schnell verschwunden. Dee hat ja schon eine große Platte mit Haarkranz und setzt morgens eine Haube auf, weil sie sich so im Spiegel nicht mehr sehen möchte und wird dann OPTISCH mehr und mehr zur Frau.
Dies bleibt in der Regel bis abends zum Abschminken und dann liegt im Bett neben mir wieder OPTISCH der Mann.

Die Bewusstseinsarbeit liegt darin, diesen OPTISCHEN Mann dann nicht mehr als Mann wahrzunehmen, sondern ohne Haube oder Perücke, ohne Sillis, ohne weibliche Kleidung - in allem Wahrnehmen eine Frau zu sehen und diese dann auch liebevoll anzusehen.

Aber es ist ja nicht allein das Optische, was sich verändert. Denies mag Dinge, die Detlef nicht mochte und umgekehrt. Ich lerne einen neuen Menschen kennen und die Hormontherapie hat noch nicht einmal begonnen, was auch noch einmal Veränderungen bringt.

Ich bin dankbar, dass ich diesen Entwicklungsprozess mit erleben darf und dass mein Geist und mein Herz offen genug sind, diesen Prozess in mir auch zu zulassen.

Mal anders herum gedacht: stellt euch doch einmal vor, eure Partnerin käme als Mann gestylt zu euch und würde sich als Mann outen. Wärt ihr bereit von heute auf morgen für sie schwul zu werden?

Wären die Erlebnisse der Vergangenheit nicht so extrem gewesen, die mir anfingen vor 20 Jahren zu zeigen, dass nicht alles so ist, wie es zu sein scheint und das Leben mehr ist als man manchmal mit bloßem Auge wahrnehmen kann, hätte ich wahrscheinlich auch noch ganz andere Probleme mit dieser Veränderungsphase.

Wenn ein Mensch sich damit auseinander setzt, sich dadurch hier einbringt, dann ist das schon eine ganze Menge.
Derjenige, der die Freiheit möchte, sich selbst zu sein, von diesem Menschen wäre es schön, wenn er auch der Partnerin die Freiheit geben kann, sie selbst zu sein - auch wenn sie damit nicht zurecht kommt, dann gehört auch ihr eine große Portion Empathie!
Wenn eine Partnerin nach allem Ringen sich zur Trennung entschließt und vielleicht sogar mit schwerem Herzen, dann finde ich, hat sie Wertschätzung und Dankbarkeit verdient und nicht Verständnislosigkeit.

Wie will man Respekt/Anerkennung/Wertschätzung/Freiheit etc., etc., bekommen wollen, wenn man es selbst nicht schafft, diese zu geben?
Gandhi sagte: be the change you want so see.

Der fauchende Drache, Ulla
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heike65

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 141 im Thema

Beitrag von heike65 »

Na Ulla du fauchst schon ganz gut

Bei uns/mir ist das allerdings ein Outing über13 oder besser 33 Jahre
Ich habe nie etwas vor meiner Frau verheimlicht, die ersten 20 Jahre unserer war das feminine für mich Fetisch, Korsett etc und co (ganz selten, aber es war da)
vor 13 Jahren kam Damenunterwäsche dazu, also alltagstaugliche ohne Fetischhintergrund (die sie mir zum Grossteil gekauft hat)
Das ganze entwickelte sich über Jahre, mit Pausen über Jahre, aber keine Heimlichkeiten, und nun gehen wir als Mädels shoppen, meine Mutter kam damit nicht klar, unsere guten Bekannten schon.
Ich weiss nicht wie die Entwicklung bei betty war, ob nun Knall auf Fall oder so wie bei uns/mir, jedenfalls Wut und Zorn nach 6 Jahren, sorry auf die Frau würde ich verzichten
Drachenfrau
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 142 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Liebe Heike,

das nehme ich an als ein absolutes Kompliment.

Herzliche Grüße,
Ulla
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Drachenfrau
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 143 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Ein Mensch ist nicht nur das, als was er erscheint, sondern auch das, als was er sich fühlt.
:wink:
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JaquelineL
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 144 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Liebe Ulla,
Drachenfrau hat geschrieben:Aber es ist ja nicht allein das Optische, was sich verändert. Denies mag Dinge, die Detlef nicht mochte und umgekehrt. Ich lerne einen neuen Menschen kennen und die Hormontherapie hat noch nicht einmal begonnen, was auch noch einmal Veränderungen bringt.
da muss ich Dir, als "Primärbetroffene", einfach mal zustimmen: Ich habe zwar durchaus einige "Frauen in gleicher Situation" getroffen, die vor ihrer Transition recht ähnlich gewesen sein könnten wie hinterher - das bedeutet nur nicht im Umkehrschluss, dass das für *alle* TS so gilt! Zumindest in meiner Außenwirkung (ich meine nicht die Optik, sondern vor allem meinen Umgang mit anderen Menschen und mir selbst) habe auch ich mich sehr geändert, Denies ist da kein Einzelfall. Für meine Frau bin ich wahrlich ein anderer Mensch, selbst wenn sie immer wieder große Stücke "von früher" in mir wiederfindet (und inständig hofft, das das auch zukünftig noch so ist, nach der HET).

Mir platzt immer der Lack von den Fußnägeln, wenn ich dieses vermeintlich allgemeingültige Credo höre "Aber der Mensch bleibt doch der gleiche", meist verbunden mit der Forderung, alle anderen (Sekundärbetroffenen) dürften daher doch eigentlich kein Problem mit der Situation haben.

Liebe Grüße
die so gar nicht "ganz der Alte" Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 145 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

"Aber der Mensch bleibt doch der gleiche"
Es ist wie bei einem Fluss. Er ist der Gleiche, aber niemals derselbe. Er ist ständig in Veränderung.

Jeder verändert sich, ständig. Es gilt, die mit den Veränderungen umzugehen.

Ich interpretiere den Satz so: Ich habe mir einen Partner ausgesucht. Und nur weil ich heute eine Facette von ihm sehe, die ich früher nicht sah, ist es der gleiche Mensch. Was sich radikal geändert hat, ist mein Blick auf ihn. D.h. jetzt ist es an mir, mit den Veränderungen in mir umzugehen. Wie ich das mache, entscheide ich. Aber es lohnt sich aber, hier etwas Energie und Geduld zu investieren und die Situation als Chance zu begreifen.

Aber wie ich damit umgehe, ist von Anderen zu respektieren.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Drachenfrau
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 146 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Hallo Vicky, hallo Welt

ja, das sind Worte mir aus der Seele gesprochen.
Richtig, denn was ich damit fühle, sind Veränderungen in mir, die zwar im außen angestoßen wurden, jedoch in mir passieren.
Danke.
Ja, es ist wirklich so - ich möchte damit umgehen dürfen, wie es richtig für mich ist und das nehme ich mir auch.

Wir hatten heute schon ganz früh ein wichtiges Gespräch, denn Denies sagte gestern Abend noch spät, wie ihr Gefühlsleben aufgewühlt ist, wie viele Gedanken sie beschäftigen und heute Morgen wollten wir zuerst einmal von einander wissen, wie es uns geht, was gerade in uns lebendig ist. Das haben wir auch ausgetauscht.
Es hat gezeigt, wie sehr sich vieles in uns und mit uns wieder weiter/neu verändert hat.
Zwar ist da immer noch irgendwie, irgendwo und in irgendeinem Maße der ursprüngliche Mensch, doch diesen gesamten Menschen muss man sich immer wieder aus täglich neuen Augen heraus ansehen und ansehen können.
Dieser Mensch möchte ja auch als neu und anders gesehen/wahrgenommen werden, sonst bräuchte er nichts zu verändern.

Es ist so, dass auch bei mir sich eine Menge verändert und diese Veränderung bekommt auch Denies mit - es ist eine Wechselwirkung, die zwei Menschen miteinander leben und zulassen müssen.
Niemand hat gesagt, dass dies einfach ist.

Herzliche Grüße,
Ulla
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Michelle_Engelhardt
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 147 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Bei mir war es ähnlich wie bei Dir, Tabea. Meine Frau und ich haben uns auch getrennt, wenn auch nicht nur wegen Michelle. Weinend stand sie damals vor mir und sagte:"Mein Micha (also ich) ist tot und kommt auch nicht mehr wieder". Es war schrecklich und treibt mir heute noch die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke. Anfänglich gab es auch schlimme Vorwürfe ihrerseits, bis sie sich näher mit dem Thema TS auseinandergesetzt hatte und begriff, das ich diesen Weg gehen musste, Heute sagt sie, dass ihr eine glückliche beste Freundin viel lieber ist, als ein unglücklicher Ehemann. Sie ist ein wunderbarer Mensch.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 148 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Tabea,
und ich finde immer das es eine 50%/50% Sache ist ob es gut geht oder eben nicht.
ich kann Deinen Beitrag gut nachvollziehen. Aber was verstehst Du unter "gut geht" ? Das man zusammen bleibt ? Das kann mMn nicht das Ziel sein. Aus meiner Sicht ist das Ziel, Veränderungen anzustoßen. Es geht darum, dass man sein ganzes Wesen nicht länger verbirgt. Das verändert auch die Beziehung. Gut gehen bedeutet für mich, dass man diese Veränderungen von beiden Seiten aktiv angeht. Wenn man auseinander geht, kann das auch eine Lösung sein, da man eben nicht auf einer tiefen Ebene miteinander zusammen sein kann. Egal was passiert, es dürfte in den meisten Fällen schmerzhaft werden. Aber das sind Geburtswehen für einen neuen Blick auf sich selber.

Liebe bedeutet für mich in diesem Zusammenhang zuerst Selbstliebe. Wie man mit einer solchen Situation umgehen will, muss man zuerst für sich selber prüfen, ob es für einen selber gut ist. Erst dann kann ich etwas für meinen Partner tun. Du hast vollkommen Recht, wenn Du sagst
Totschlag Argument "aber die Liebe muss nur stark genug sein"
Das bedeutet, Liebe als Forderung einzusetzen. Und das tötet die Liebe. Oder anders gesagt, es ist Kitsch, was in "" steht. Was aber erlaubt sein muss, ist der Hinweis, dass man sich diesen Menschen ausgesucht hat und dass Trans immer da war, auch ohne das man es gewusst hat. Es ist also auch etwas im Thema Trans in der Partnerin gewirkt hat. Es geht also wieder einmal um die Fragen, die man sich selber stellen kann.

Man kann es nicht oft genug sagen, wenn ich Probleme mit dem Trans meines Partners habe, ist das mein Problem, das ich zu bearbeiten habe. Wenn ich davor weglaufe, ist das Problem nicht weg, sondern nur verdrängt. Vor diesem Hintergrund sind Deine provokativen Fragen leicht zu beantworten.
Wäre das für euch auch so einfach zu tolerieren und zu akzeptieren?
Würdet ihr dann einfach so weiter leben als ob nichts gewesen wäre?
Nein, es wäre nicht einfach und ich würde nicht weiterleben wie bisher. Ich hätte eine Menge zu tun und das wäre spannend.
Viele Grüße
Vicky

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Kornelia
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 149 im Thema

Beitrag von Kornelia »

Hallo,
wir alle sollten uns doch glücklich schätzen das wir dieses eine Leben so gestalten können wie es jeder von uns möchte.Klar gehen Beziehungen daran kaputt,aber nicht jede.Das muß jeder mit seinem Partner selber aus machen.Ist nur meine bescheidene Meinung dazu...

LG
Kornelia
Endlich lebe ich mein Leben,denn es ist mir nur einmal gegeben!
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Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 150 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen,

eigentlich ging es ja ursprünglich um ein Outing als Teilzeitfrau und nicht darum, wie und ob eine Frau auhalten sollte / muss, das der Partner plötzlich als Frau leben möchte.
Da ich beide Seiten bereits er-bzw. durchlebt habe, möchte ich mich auch noch einmal kurz dazu äußern. Wie gesagt, meine Erfahrungen, meine Eindrücke.

Mein Leben als Teilzeitfrau und nun als Frau haben wenig Gemeinsamkeiten.
An einzelnen Frauentagen, an denen ich mich ausgelebt habe, habe ich versucht, alles aus diesem Tag herauszuholen. Mich "besonders" aufgehübscht (viel Schminke), schicke Sachen, häufig kurze Röcke & hohe Schuhe, eben konzentrierte Weiblichkeit für einen Tag in der Woche. Bei den Ausflügen dann vorzugsweise eher "Frauenessen" gegessen (kleine Portionen von "gesunden" Nahrungsmiteln), dazu natürlich auch der Versuch weiblicher Gestiken und Mimiken, weiblicher Gang...
Wie gesagt, Weiblichkeit in Höchstdosis für einen Tag. An den restlichen (Männer)Tagen der Woche bevorzugte ich dann eher wieder tierische Fette ;-) Das entspricht eben eher meinem Geschmack.

Diese Tage sind aber nicht auf ein Leben als Frau übertragbar, da sie mit einer aufgesetzen Persönlichkeit einhergingen. Außerdem wäre der Aufwand viel zu groß sich jeden Morgen vor der Arbeit so aufzubrezeln. Und nicht zu vergessen, kaum eine Frau geht "so" zur Arbeit.
Im Laufe der Zeit passt man sich (praktischerweise) immer mehr einer gebürtigen Frau an, denn man lernt, jeden Tag hohe Schuhe sind unbequem, bei kurzen Röcken muss man andauernd aufpassen, runterzupfen usw. Für die kalte Jahreszeit sind die eh nix... da sind meistens Hosen angesagt.
Vergleichbar mit den Frauentagen habe ich mich nur zwei Mal dieses Jahr "so" in Schale geworfen wir früher an fast jedem Frauentag. Und das waren zwei festliche Veranstaltungen in der Firma.
Und das "andere" Verhalten, das viele von ihren "Frauentagen" her kennen, hält man auf Dauer nicht durch, denn man ist der Mensch der man ist. Natürlich verändert man sich langsam weiter Richtung Frau, aber diese Veränderungen verlaufen kleiner und wesentlich langsamer, als ich mir es vorgestellt hatte. Somit hat sich unser gemeinsames Leben kaum verändert. Ich trinke und esse wie vorher auch, laufe nicht aufgebrezelt tanzend durch die Gegend, sondern ganz normal...

Um den Kreis zu schließen, wenn die Ehefrau eines CDs davon ausgeht, das, wenn dieser sich als Frau outet und ihr gesteht so leben zu wollen, ist doch klar, das die Frau vom Stuhl fällt. Aber so ist es nicht, man fällt irgendwann wieder zurück in seine gewohnte Persönlichkeit und dezentere Optik. Ich trinke Bier und esse Fleisch und lebe als Frau und habe mich noch nie besser gefühlt :-)

Und noch mal, das sind meine persönlichen Erfahrungen und auf mich bezogen. Das mag bei anderen durchaus anders sein...
Wir leben quasi zusammen wie vorher auch als Mann und Frau. Nur das ich jetzt besser aussehe :lol:

So und nun drücke ich der Threaderstellerin die Daumen für ihr Outing als Teilzeitfrau!

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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