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Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Di 29. Sep 2015, 09:26
von gaby37
Hallo
Rosi_ hat geschrieben:"LSBTTIQA" oder TTIQ anstatt Trans* (einfach jeden nennen und gut ist)
Dann bist du mit dieser Formel ( einfach jeden Nennen) aber doch zu kurz gesprungen oder?
Wenn ich mir die 60 Varianten bei Facebook so anschaue......die wollen doch sicherlich auch alle genannt sein
Und aussprechbar ist das Buchstabenungetüm auch nicht....
und wehe ich vergess beim Buchstabieren einen....schon ist die Kacke am dampfen......
Trotz aller Bemühungen keine Gruppe durch Verallgemeinerung unsichtbar und damit in ihrer Existenz zu bedrohen (halte
ich übrigend auch für Übertrieben), bin
ich der Meinung, dass diese Variante nicht wirklich paraktikabel ist.
Gruß Gaby
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Di 29. Sep 2015, 11:09
von eilinfox
Wenn ich es richtig weiss hat doch atme beim Netzwerk LSBTTIQ seine Mitgliedschaft wegen transphoben Tendenzen gekündigt.
Oder ist das inzwischen Schnee von gestern?
Auf alle Fälle fühle ich mich persönlich in einem so großen Netzwerk mit so vielen unterschiedlichen Interessen und Zielen, die sich teilweise nicht mit meinen persönlichen decken, auch nicht hundertprozentig aufgehoben.
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Di 29. Sep 2015, 11:42
von ab08
Danke Rosi
die Bezeichnung
TTIQ (
Transgender,
Transsexuell,
Intersexuell,
Queer), die offenbar in Baden-Württemberg benutzt wird, halte ich für durchdacht.
Diese Begriffe scheinen den gewünschten Personenkreis zu umfassen, wenn es um das Geschlecht geht.
Inbesondere finde ich gut, dass so bei Bedarf der Unterschied zur sexuellen Orientierung deutlich wird.
Denn bei
LSB...A (
Lesbisch,
Schwul,
Bisexuell,
Asexuell) geht es ja um etwas anderes.
Die Unterscheidung zwischen Identität(Geschlecht) und sexueller Orientierung halte ich für wichtig.
Wenn nötig, wenn es z.B. um Diskriminierung geht, kann man alles ja wieder zusammenfügen.
Liebe Grüße
Andrea
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Di 29. Sep 2015, 20:30
von Franka
Ich persönlich halte von diesen Abkürzungen gar nichts, egal wieviele T oder sonstige Buchstaben enthalten sind.
Selbst mir fällt es schwer das Wirrwar zu behalten, wie soll ich das jemandem beibringen, der mit der Materie so gar nicht vertraut ist.
Trans* dagegen ist in den Köpfen vieler schon ein Begriff, sie haben zumindest den Stamm schon mal im Zusammenhang mit Transvestit, Transsexuell oder Transgender gehört und können sich was drunter vorstellen.
Das erleichtert den Einstieg in ein Gespräch um so weitere Informationen unter die Leute zu bringen.
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Di 29. Sep 2015, 22:10
von JaquelineL
Uiuiui, auf-die-Schulter-klopf... ich habe bis hierher durchgehalten
Da es in dieser Diskussion ja dem Namen nach um Meinungen geht, hier meine: "Trans*" war bislang die aus meiner Sicht am einfachsten zu nutzende Variante - sowohl für mich, als auch für Außenstehende. Das lange Buchstabenwirrwar ist nur unter Zuhilfenahme eine Suchmaschine (oder eines modernen Wörterbuches) entwirrbar, zudem ist Trans* hinreichend umbestimmt, um lediglich als grobe Klassifikation mit eindeutigem Detail-Klärungsbedarf dienen zu können. Ohne gleich in eine Diskriminierungsecke zu stecken. Der Nutzung eines anderen Begriffs für Menschen mit Inter*-Situationen kann ich mich anschließen, es scheinen häufig deutlich andere Probleme den Alltag zu bestimmen. Wenn sich Betroffene dennoch als Trans* bezeichnen möchten, würde mich das aber nicht stören, ich bin da nicht tief genug in deren Thema zuhause.
Liebe Grüße
Jackie
PS: Wenn es dann aber im Gespräch um die Vermittlung des Inhaltes des Detail-Begriffs "bi-gender" geht, wird es schon schwieriger... entsprechend beneide ich niemanden um die mögliche Aufgabe, die beiden möglichen bipolaren Zustände griffig als Substantiv benennen zu müssen

Und hiermit habe ich dann auch meinen Beitrag zur Erweiterung des Disput geleistet, der anscheinend Eingangsvoraussetzung zur aktiven Teilnahme ist

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Mi 30. Sep 2015, 10:44
von Marielle
Guten Tag zusammen,
Rosi schrieb:
Ansonsten setzt sich der Verein stark dafür ein, dass transsexuelle Menschen als in ihrem Geschlecht geborene Menschen mit gegengeschlechtlich ausgeprägten Körpermerkmalen verstanden werden. Also entgegen der gängigen These einer Identitätsstörung, einer Rollen-Unzufriedenheit oder Rollen-Eigen-Missempfindung. Leider ist das in unserem Land ein Alleinstellungsmerkmal.
Klingt gut. Man könnte es so stehen lassen, wenn man nicht aus allerlei Erfahrungen wüsste, wie sich diese Position im praktischen Miteinander (eher: Gegeneinander) darstellt.
Selbst bei Veranstaltungen (Diskussionsrunden, Vorträge usw.), bei denen ein klarer Konsens darüber besteht, dass Transsexualität in keiner Weise pathologisiert werden darf und das es einen selbstbestimmten Weg zu den individuell notwendigen Massnahmen geben muss, befinden sich manche (m.E. reichlich viele) Vertreter_innen dieser Sichtweise in destruktiver Daueropposition gegen alle, die für sich selbst einen anderen Umgang, als das unbedingte Streben nach Anpassung, gefunden haben.
Ich habe es bei Diskussionen oft genug so erlebt: Spätestens bei dem Hinweis, dass man die grundsätzliche Aussage des obigen Textes uneingeschränkt für richtig hält, man aber den Umgang mit der eigenen Persönlichkeit und dem eigenen Körper doch bitte als individuelle, menschenrechtskonforme Entscheidung betrachten möge, ersäuft man in einem Redeschwall, der in den allermeisten Fällen mit dem Vorwurf der Diskriminierung und viel zu oft auch mit Beschimpfungen endet.
Auf das Argument, dass der Umstand in einem falschen, unpassenden Körper geboren worden zu sein, ja wohl nicht ausschliessen kann, dass ein vernunftbegabter Mensch zu einer anderen Entscheidung, als dem Streben nach einer Ken und Barbie-Körperlichkeit, kommen kann, verzichte ich meist schon. Allerdings frage ich mich angesichts solcher Reaktionen schon seit längerem, welche Eigenschaften eine persönliche Position haben muss, wenn sie sich durch (z.B.) meine Existenz und meinen Umgang mit mir selbst derartig stark in Frage gestellt sieht.
Habt es gut
Marielle
PS: Die Beschreibung der Erlebnisse auf Veranstaltungen bezieht sich ausdrücklich nicht auf dich persönlich, Rosi, da wir uns (soviel ich weiss) noch nie persönlich über den Weg gelaufen sind. Es richtet sich auch nicht pauschal gegen Mitglieder von Atme (die kenne ich gar nicht alle). Auf die Positionen von atme wurde bei solchen 'Aktionen' aber ziemlich oft Bezug genommen.
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Mi 30. Sep 2015, 16:35
von Jalana
[Klugscheißer]
Dass Ihr Euch in diesem Thread munter streitet ist eine Sache; dass hier aber falsche Begriffe verwendet werden, stört mich schon sehr. Das hat das gute alte Latein nicht verdient!
trans ist eine Vokabel und bedeutet soviel wie
hinüber, jenseits ... — je nach Zusammenhang.
contra kann mit
gegen übersetzt werden. Möglicherweise schaut Ihr mal
dort nach, da findet Ihr dann auch die Bedeutung von
cis.
Fröhliches Weiterstreiten!
[/Klugscheißer]
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Mi 30. Sep 2015, 17:46
von ab08
Hallo Amanda,
"Das wird dem eher pekuniären Verein..." ??? Aber hallo!
Ich kenne Kim und Tina von ATME seit 2009 persönlich und schätze sie, auch wenn ich nicht in dem Verein bzw. immer mit Ihnen einer Meinung bin.
Von Dir, liebe Amanda, weiß ich fast nichts, denn da hältst Du Dich bedeckt (was übrigens Dein gutes Recht ist!!)
Aber ich merke, dass Du oft mit unbegründeten Unterstellungen arbeitest...
Wer nicht eine gewisse Form wahrt, wird nicht ernstgenommen...
Gruß
Andrea
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Mi 30. Sep 2015, 17:55
von Frida
Also so habe ich das in Chemie gelernt (war auch mal Chemielaborant):
https://de.wikipedia.org/wiki/Cis-trans-Isomerie
trans- = entgegengesetzt
Gruß Frida
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Mi 30. Sep 2015, 19:53
von Marielle
'nabend Rosi,
Stelle mir und anderen klare sachliche Fragen oder führe eine solche Argumentation an, ........
Das habe ich schon versucht; erinnerst du dich nicht? Zehn bis fünfzehn Seiten weiter vorne kann man es nachlesen.
Aber gut, versuchen wir es, schön strukturiert, nochmal:
Klare Frage: Gibt es, nach deiner Ansicht, eine Ausprägung von Transsexualität, die sich in einem nicht quantifizierten Empfinden von körperlichen Mißständen ausdrückt und eine selbstbestimmte, willentliche Entscheidung gegen jedwede körperliche Anpassung zulässt, ohne dabei zur Unzufriedenheit des für sich entscheidenden Menschen zu führen?
Ach, tu uns bitte einen Gefallen: Halte dich an deine Regeln und gib eine klare Antwort.
liebe Grüße
Marielle
Noch was: Die Beleidigungen in deinem Beitrag von heute, 14:24, habe ich nicht überlesen. Es erscheint mir allerdings einigermassen absurd, dass du mir unterstellst, ich könne Diskussionen sachlich nicht folgen, mir aber gleichwohl zutraust, diese inhaltlich umzudeuten. Mal ehrlich: Das klingt nicht sehr schlüssig, oder?
Und nochmal noch was @ Amanda: Kannst du dein Sprechbedürfnis bitte woanders decken? Wasserfilter, Hühner, Schlösser, Burgen und das andere Zeug haben nicht wirklich einen Bezug zum Thema. Und: Menschen, die sich aus ihrem eigenen Erleben heraus für etwas engagieren, ein unbilliges wirtschaftliches Interesse zu unterstellen, ist, bei allen sachlichen Differenzen, eine Frechheit. gez. Marille
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Mi 30. Sep 2015, 19:58
von MichelleMarie
Ich werde wohl nie verstehen warum dieses Forum und andere, so viele Mitglieder hat die sich lieber verbal zoffen anstatt gemeinsam an einem Strang für den Menschen in uns allen da zu sein....
Begriffe sind meiner Meinung nach zweitrangig, denn sie treffen meist sowieso nie hundertprozentig zu....
Gruß Marie
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Mi 30. Sep 2015, 22:41
von eilinfox
Wenn du morgens im Spiegel ein weibliches Wesen siehst, wird es gehen.
Ansonsten glaub ich wird es eher schwierig.
Das ist meine Erfahrung.
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Do 1. Okt 2015, 00:11
von Marielle
Guten Abend Eilin,
naja, alles was ich über das Äussere cis-weiblicher Wesen weiss, hat nicht viel mit meinem Spiegelbild gemeinsam.
Aber es geht trotzdem ganz gut
hab#s gut
Marielle
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Do 1. Okt 2015, 00:15
von Marielle
Guten Abend Rosi,
lieben Dank für die klare und sachliche Antwort.
Wenn wir also endlich darin übereinstimmen, dass weder die Quantität der empfundenen körperlichen Mißstände, noch der selbstbestimmte, willentliche Verzicht auf irgendwelche Änderungen am eigenen Körper, qualifizierte Merkmale von Transsexualität oder Nicht-Transsexualität sind, müssen wir uns nur noch darüber verständigen, ob ich selbst darüber entscheiden darf und kann, zufrieden mit mir selbst zu sein oder ob darüber andere entscheiden.
Nehmen wir, nur so als Gedankenspiel, mal an, dass auch mein persönlicher Zufriedenheitsgrad (als das letzte verbliebene Unterscheidungsmerkmal) allein meiner eigenen Beurteilungshoheit unterliegt. Dann müsste ich fragen, wie du auf die anmassende Idee kommen konntest, mir eine Nicht-Transsexualität zu unterstellen bzw. (sehr viel wichtiger) wie du künftig eine Unterscheidung zwischen dir und mir, zwischen diesen und jenen, rechtfertigen willst.
Alternativ könnten wir natürlich, auch nur so als Gedankenspiel, annehmen, dass du davon ausgehst, dass Dritte (ggfs. du selbst) meinen Zufriedenheitsgrad besser beurteilen können, als ich selbst. Die sich daraus, für deine bisherige Argumentationslinie zur Selbstbestimmtheit, ergebenden Konsequenzen muss man nicht weiter ausführen, oder?
however, hab es gut
Marielle
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Do 1. Okt 2015, 09:56
von Marielle
Guten Morgen zusammen, Guten Morgen Rosi,
auf den ersten Blick hinkt der Vergleich mit dem Autofahrer auf dem Radweg nicht nur ein bisschen, er humpelt unübersehbar. Aber er überzeugt mich trotzdem. Er überzeugt mich davon, dass ich mit einem Transsexualitätsbegriff nichts zu tun haben will, der aus rein egoistischen Motiven entsteht. Es geht zwar bildlich um die Angst überfahren zu werden, eigentlich aber um einen Sonderstatus und speziell um möglichst umfängliche Kassenleistungen, die du durch 'falschfahrende' trans*-Menschen gefährdet siehst.
Diese Leistungen gönne ich dir und jeder/jedem, der sie braucht; das habe ich oft genug geschrieben und wer mich ein bisschen kennt, wird bestätigen, dass ich auch bereit bin dafür zu streiten. Die Existenz unterschiedlicher Ausprägungen von Trans*-Menschen gefährdet Kassenleistungen aber genausowenig, wie die Behandlung von Schnupfen die notwendigen Massnahmen bei Grippe verhindert.
Auf den zweiten Blick ist der Autofahrer auf dem Radweg ein absolut zutreffendes Bild. Dann sieht man nämlich, wer den Wagen fährt: Ein Egomane, der der Meinung ist, es sei exklusiv* seine Strasse, auf der er fährt. Leider hat dieser Mensch vergessen oder verdrängt, dass er früher selbst mit dem Rad dort fuhr und das andere Amokfahrer ihn dort fast überfahren hätten.
Die Negierung unterschiedlicher Ausprägungen und das faktische Ignorieren des gesellschaftlichen Teils der Ursachen sind rein persönliche, egoistische Motive. Daher kannst du auf meinen zähen Widerstand zählen, solange die Forderung nach Status und Leistungen nicht mit dem Wirken für die Verbesserung der Gesamtsituation verbunden ist.
Ich bin dir fast dankbar dafür, dass du einen Link auf den anderen Beitrag gesetzt hast. Vielleicht gibt er jemandem einen kleinen Anstoß, darüber nachzudenken. Heute werden nämlich wieder ein paar Dutzend Menschen geboren, die demnächst auf diesem Radweg unterwegs sind. Und man weiss jetzt, wer dort mit dem Auto fährt.
Der von dir vertretene Transsexualitätsbegriff führt zwangsläufig dazu, dass die Transsexualität eines Menschen erst dann erkannt und anerkannt werden kann, wenn dieser Mensch seine eigenen Emfindungen selbstständig kommunizieren kann, wenn dieser Mensch schon viel zu lange auf diesem Radweg fahren musste. Reicht dir das? Mir ist das viel zu wenig.
Marielle
*) exklusiv im Sinne von ausgrenzend