Re: Eine Geschichte aus dem Berlin der 1970er: ELLI
Verfasst: Fr 20. Mai 2016, 19:16
Auch von mir ein Großes Danke aber auch ein Schade hab es gerne gelesen. Grüße Uta
Redezeit! Austausch- und Nachrichten-Portal für intergeschlechtliche und transsexuelle Menschen, Crossdresser, nonbinä¤re Menschen, Feministinnen, Luder, Hexen
https://www.crossdresser-forum.de/phpBB3/
https://www.crossdresser-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?t=3381
GerneIch komm nächste Woche mal vorbei,wenn das Wetter mitspielt.
Der ist einfach zu gut!
Anne-Mette hat geschrieben: Fr 28. Okt 2011, 17:59 "Fahren wir zum Winterfeldplatz zur Ruine!" meinte einer der fünf. "Ruine?" Das hörte sich nicht gerade vielversprechend an; aber es war einhellige Meinung, dass wohl keine andere Kneipe mehr aufhaben würde.
Mit dem Käfer einer Mitschülerin ging es los. Wir kamen schnell voran, weil um die Zeit kaum noch jemand unterwegs war.
Die Ruine war dann auch so, wie der Name es schon beschrieb. Mich schauderte, als wir vor dem heruntergekommenen und halb zerstörten Gebäude standen.
Obwohl es so spät - oder so früh war, herrschte noch gut Betrieb. So eine Kneipe schien doch ihr Publikum zu haben.
"Die kenne ich vom Stutti", mein Tichnachbar winkte zu einer kleinen Gruppe hinüber, die etwas abseits stand.
"Hausbesetzer", fügte er hinzu und drehte sich umständlich eine Zigarette.
Nachdem ich mich ein wenig an die Atmosphäre gewöhnt hatte, fand ich es nicht mehr ganz so schlimm. Sicherlich hatte mich der reichliche Bier- und Weinkonsum etwas unempfindlich werden lassen.
Sah ich richtig? Hinten in einer Ecke sah ich Elli. Sie schien in einem ernsthaften Gespräch mit ihrem Begleiter zu sein. Worte gingen heftig hin und her. Ich konnte aber nicht verstehen, um was es ging. Elli hatte eine Tasche dabei. Sie blickte sich erst um und schien ihrem Begleiter dann etwas in der Tasche zu zeigen. Bei ihrem Rundblick hatte sie wohl mich aus den Augenwinkeln wahrgenommen; denn sie drehte den Kopf noch einmal zurück und nickte mir fast unbemerkt zu.
"Prost!" Ich war froh, dass wir das Bier aus Flaschen trinken konnten.
Dann ging es ganz schnell und die Ereignisse überschlugen sich. Zwei Männer kamen in die Ruine, die irgendwie nicht hineinpassten. Sie gingen beobachtend im ganzen Raum herum. Elli schien mir ein Zeichen zu geben. Sie zeigte auf ihre Tasche - und machte Fingerbewegungen, die ich als "laufende Beine" einstufte.
Und dann geriet alles in Bewegung. Als die Männer sich einen Moment dem Wirt zuwandten, sprang Elli auf und rannte aus dem Raum. Ihre Tasche hatte sie unter den Tisch fallen lassen. Die Männer brauchten einen Moment, um Ellis Verschwinden zu realisieren; dann eilten sie ihr nach.
In der Ruine entstand eine Unruhe unter den Anwesenden. Die nutzte ich aus und holte Ellis Tasche. Sie war gerade klein genug, um sie unter meinem Parka verschwinden zu lassen. Leider war sie ziemlich schwer, sodass ich sie mit meinem Arm gegen meinen Bauch klemmen musste.
"Besser gehen wir", meinte einer meiner Kumpel, "das waren bestimmt Zivilfahnder - und die brauchen nicht zu sehen, was ich mir heute von einem auf der Fete gekauft habe! Die kommen bestimmt noch mal zurück"
Ich muss etwas naiv geguckt haben, denn er hielt mir ein kleines Tütchen unter die Nase und meinte: "riech mal, allerbeste Ware, damit schmeckt der Tabak noch besser - aber erst einmal raus hier!"