Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft" - # 9

Lebensplanung, Standorte
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Anne-Mette
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 121 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,

ja, leider müssen Menschen immer richtig sein: richtig schwul, richtig lesbisch, richtig hetero, richtig bi... (?)
Selbst die Gruppen der "queeren Gemeinschaft" beanspruchen für sich oftmals ein festes Schema und man und Frau darf sich nur zugehörig fühlen,
wenn man sich nicht auch noch mit einer anderen Gruppe beschäftigt und mal "schauen möchte, wie es dort ist".
In einem anderen Thema (Zwischen sexueller Orientierung und Identität) hatte ich schon geschrieben, dass es kein "deutsches Problem" zu sein scheint.

Es bleibt die Frage: warum ist das so? Da halte ich Un einigkeit in der Gemeinschaft eher für schädlich, wenn ich mir "offene Entwicklungen" wünsche.

Gruß
Anne-Mette
ExuserIn-2022-05-28
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 122 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Hi Anne,
Leider gibt es ja bei uns kein einheitliches Ziel. Manche wollen das Unmögliche, ungeachtet aller Konsequenzen: Medizinische Massnahmen einfach ohne Gutachten und Indikation auf Kassenkosten, andere sind sehr zurückhaltend und wollen die Gutachten beibehalten. Es gibt unzählige Diskussionen über FFS, obwohl die Hauptprobleme nicht im Aussehen sondern in der Beeinflussung durch Werbung bestehen. Es werden Forderungen gestellt, die unmöglich durchsetzbar sind wenn das Gleichheitsprinzip gewahrt bleiben soll.

Manche denken dann nur an sich andere denken über den Tellerrand hinaus.

Hinzu kommt, dass keiner nachgeben will und anderen, die einen Weg gefunden haben glücklich zu sein, ihr Glück nicht gönnen. Dann ist man ja gar nicht Trans, weil man eine Gaop aus gesundheitlichen oder anderen privaten Gründen ablehnt und wird als Übel dafür angesehen, dass die Kassen wegen solcher Leute angeblich die Kostenübernahmen verweigern.

Bei anderen zählt man nur als trans, wenn man mindestens HRT, Gaop, FFS, Stimmbandop und Rippenentfernung hat. Es ist fast wie ein Wettbewerb, wer hat am meisten Ops und wer hat vorher am meisten gelitten?

Dabei wird dann völlig vergessen, dass jeder seinen Weg selbst finden muss und dieser anders aussieht als beim Nachbarn und da, was gemeinsam erreicht werden könnte ( PAE ohne Gutachten ) fällt unter den Tisch.

Eine Lösung dafür? Wie bei einer Transition vorgehen: also kleine Schritte und nicht gleich die eierlegende Wollmilchsau fordern. Also zunächst nur die PAe ohne Gutachten und medizinische Massnahmen auf Indikation eines Therapeuten.

Das wäre schon eine wesentliche Verbesserung mit der sicher alle erstmal leben könnten, auch wenn man dann noch zum Therapeuten rennen muss.



LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
dunkles_sternchen
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 123 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

,
Cybill hat geschrieben: Sa 2. Mär 2019, 08:39
dunkles_sternchen hat geschrieben: Sa 2. Mär 2019, 02:03 Und bezugnehmend auf meinen Post oben: Welche Transfrau hier ist denn heterosexuell und hat einen Partner?
Ich denke nicht dass, diese Frage irgendwie zu dieser Diskussion beiträgt, es sei denn als überflüssige Provokation.

Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen! (poli)

Cybill
Ich denke schon, dass das ein wichtiger Aspekt ist. Menschen neigen in der Regel dazu Dinge, die ihnen im eigenen Leben nicht wichtig sind, als generell unwichtig zu deklarieren. Und mit Verlaub: Die hier versammelte Nutzerschaft dürfte in den wenigsten Fällen das Problem haben einen männlichen Partner finden zu wollen. Damit verschwindet es aber nicht. Für mich als Frau ist das nämlich ein wesentlicher Aspekt in meinem Dasein. Mein Partner ermöglicht mir es erst genau das Leben zu führen, welches die meisten anderen Frauen als völlig selbstverständlich sehen - dass man in die Urlaub fährt, zusammen Dinge unternimmt, abends kuschelt, einen Film schaut ... einfach diese Dinge, nach denen man sich sehnt, eine Partnerschaft, Liebe - das, wofür man lebt.

Ich kenne etliche Transfrauen, die aufgrund ihrer Erscheinung keinen Mann finden. Da durchläuft man eine schwierige Zeit der Transition und opfert mitunter das "letzte Hemd", um im Anschluss Freund und Familie zu verlieren und die einzigen Typen, die an dir Interesse zeigen sind irgendwelche Fetischisten mit schrägen Fantasien - um es mal völlig dramatisch darzustellen. Das ist beileibe kein Randproblem, sondern Realität. Die Zahl der Transfrauen mit Partner liegt deutlich unter denen der Transmänner. Lies mal die Studien.

Insofern hat das durchaus mit dem Thema zu tun und der Notwendigkeit Transfrauen mehr Behandlungsmöglichkeiten zu offerieren, damit ein Leben in Würde stattfinden kann. Wenn nach einer Transition auch das kleinste Kind auf Anhieb merkt "Mutti, das ist ja ein Mann", muss grundlegend überlegt werden, was wir da machen. Und man kann diese Offensichtlichkeit nicht immer mit einem überzogenem Schönheitsideal relativieren. Das ist für mich bestenfalls eine banale Ausrede, um eine Diskussion keine Tiefe geben zu müssen.
Michelle_Engelhardt
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 124 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

dunkles_sternchen hat geschrieben: So 3. Mär 2019, 02:04 ...und die einzigen Typen, die an dir Interesse zeigen sind irgendwelche Fetischisten mit schrägen Fantasien - um es mal völlig dramatisch darzustellen. Das ist beileibe kein Randproblem, sondern Realität.
Das ist keine dramatische Darstellung, sondern die traurige Wirklichkeit. Ich gehöre zu der Minderheit, die tatsächlich einen Partner hatte, der mich um meiner Selbst liebte (und immer noch liebt)....inklusive Verlobung und groben Hochzeittermin Ende 2018. Das es dann doch nix wurde, lag an seinen Lügen und seiner Sauferei.....aber das ist ein anderes Thema.


Liebe Grüße
Michelle
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Céline
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 125 im Thema

Beitrag von Céline »

Hi Sternchen,
Auch hier muss ich dir wieder in gewisser Weise Recht geben.
Welche Frau,natürlich nicht alle wünschen sich das nicht.In den Arm genommen, gehalten werden,Zärtlichkeit.Das was du geschildert hast empfinde ich auch so,habe aber das Glück in einer glücklichen Beziehung zu leben.
Das ganze könnte natürlich für Betroffene Personen die kein gutes Passing haben sehr verbessert werden.Ich bin aber auch der Meinung das hierzu Psychologische Betreuung unbedingt dazugehört denn alles lässt sich nicht ändern.
Und prinzipiell ist das Ganze doch auch ein Gesellschaftliches Problem oder?
Liebe Grüße
Céline
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C.B.
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 126 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

dunkles_sternchen hat geschrieben: So 3. Mär 2019, 02:04 . Wenn nach einer Transition auch das kleinste Kind auf Anhieb merkt "Mutti, das ist ja ein Mann", muss grundlegend überlegt werden, was wir da machen.
Mal eine provokante Frage : was machst Du in dem Fall bei einer Person mit 205cm Länge, Schuhgrösse 47 und kräftigen Händen, sowie dunkler Stimme? Da kann das Gesicht noch so gut sein, da merkt ein Kind schnell, dass was nicht stimmt.

Und zu dem Thema Partner: das Problem ist weniger die fehlende FFS sondern die wenigsten Männer stehen auf Trans. Sind sie schwul wollen sie einen Mann und sind sie hetero wollen sie eine Frau und eigene Kinder. Wie soll das gehen? Das einzige was wirklich hilft ist nicht stealth oder haufenweise Ops sondern ein Umdenken in der Bevölkerung . Man muss endlich erkennen, dass das Geschlecht im Kopf und nicht weiter unten sitzt.

Selbst mit dem besten Passing und stealther Lebensweise und vielen Ausreden läuft Du Gefahr, dass ein Partner Dich verlässt weil entweder jemand auftaucht, der Deinen Hintergrund kennt, oder beim Arzt rauskommt, das Du eine Prostata hasst und Dein Partner Dir dann diese Lügen nicht verzeihen kann.

Ausserdem wird es teilweise oben wieder so dargestellt, als ob jede Transfrau auf Männer stehen muss und das Problem somit alle betrifft. Dem ist nicht so. Das Verhältnis ist wie vor der Transition.

Und zum Abschluss: viele Menschen ziehen sich vor Ihrer Transition und während dessen zurück und haben schlicht verlernt auf andere zu zugehen. Dass muss auch erst wieder gelernt werden.auch das geht nicht mit FFS.

Ich will hier FFS nicht komplett verteufeln, aber man kann es nicht als Allheilmittel sehen. Es macht nur in wenigen Fällen sinn, wo aufgrund der Anatomie kein ordentliches Passing erreicht werden kann und das sind nur sehr wenige und nicht die Mehrheit.

LG Chrissie
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Marlene K.
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 127 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

dunkles_sternchen hat geschrieben: So 3. Mär 2019, 02:04 Mein Partner ermöglicht mir es erst genau das Leben zu führen, welches die meisten anderen Frauen als völlig selbstverständlich sehen - dass man in die Urlaub fährt, zusammen Dinge unternimmt, abends kuschelt, einen Film schaut ... einfach diese Dinge, nach denen man sich sehnt, eine Partnerschaft, Liebe - das, wofür man lebt.
Ich selber bin eine heterosexuelle Trans*Frau mit schlechtem Passing aufgrund der Körperstruktur, wie schon mehrfach gesagt. ...oder eine schwule Transperson, je nach Lesart des Gegenübers.

Ich kritisiere hier, wenn Menschen mir das Leiden begründet durch eine fehlende persönliche Beziehung absprechen, weil Männer begehren ja nur rein sexuell begründet sein kann und so mein Leben von außen beurteilen.

Liebes dunkeles_sternchen,
Du machst hier genau das mit allen anderen.
Wieso nimmst Du an. dass ein Mensch, der sich eine zärtliche Beziehung wünscht, mehr oder weniger leidet, wenn sie nicht zustande kommt als ein anderer, abhängig von der geschlechtlichen Identität?
Wieso nimmst Du an, das Frauen es eher verzeihen, wenn ihr Mann sich ebenfalls als Frau outet?
Wieso nimmst Du an, dass Beziehungen für eine Gruppe, die nicht dem Mainstream entspricht, einfacher ist als für eine vergleichbare andere?
Wo sind die Belege, außer in Deinem Kopf?

Ja, es gibt viele Fetischisten, die mir und uns Angebote machen. Es gibt aber auch viele Menschen, die mich anlächeln und mir als Mensch positiv begegnen. Auch als schwuler Mann, in dessen Rolle ich dreißig Jahre gelebt habe, hatte ich oft keine intensive Beziehung. Das Leiden war das gleiche.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Lavendellöwin
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 128 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hallo meine Lieben,

an der Stelle der Diskussion muss ich leider auch mal
meine Meinung loswerden..
es ist doch vollkommen egal, welches physische oder
psychische Geschlecht das Wesen hat welches man liebt.
Das einzig wichtige ist, das man liebt und geliebt wird..

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Laila-Sarah
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 129 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,

ich habe keine Erfahrungen mit Partnersuche und Sex in der Frauenrolle. Deshalb nur für meine Information gefragt:
a) Ist es für eine MzF TS oder CD schwieriger einen Partner oder eine Partnerin für eine Beziehung zu finden? Oder ist beides sehr schwierig?
b) Ist es für eine MzF TS oder CD schwieriger einen Partner oder eine Partnerin für Sex zu finden? Oder ist beides sehr schwierig?

VlG
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Anne-Mette
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 130 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ob es "passt" oder "nicht passt", damit müssen sich alle Menschen rumschlagen, die auf PartnerInnensuche sind.
Eine "Optimierung", um attraktiv zu sein/zu werden bringt wohl kaum etwas und ist in vielen Fällen auch nicht machbar.
Auch wäre die Frage, ob dann "die richtigen PartnerInnen" anbeißen (dr)

"Besonderes Paare" sind zwar immer noch auffällig, aber finden doch zusammen - ganz ohne Verbiegungen und Verbiegungen, um sich dem Mainstream anzupassen.
Ich denke, dass einer "körperliche Auffälligkeit" zu viel Gewicht zugeschrieben wird.

Gruß
Anne-Mette
Nicole Fritz
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 131 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Nur so nebenbei: Zum Thema Signalwirkung bei der Partnersuche wurde hier für eine knappe Essenz meinerseits lange diskutiert:
viewtopic.php?f=16&t=17786#p233980

Meine Erkenntnis: Wer in keine typische Rolle passt, kann keine passenden Signale aussenden, weil es diese nicht gibt. Er kann nur mit seiner Erscheinung für Verwirrung sorgen, die er dann hoffentlich in einem Gespräch erklären kann. Nur so kommt er mit anderen zusammen.

LG Nicole
Anne-Mette
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 132 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

darüber bin ich gerade gestolpert:

"Warum es für trans* Frauen so wichtig ist, wirklich als Frau wahrgenommen zu werden"

https://www.refinery29.com/de-de/trans- ... ANQTO2_7OQ

... passt vielleicht zum Thema (?)

Gruß
Anne-Mette
Wally
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 133 im Thema

Beitrag von Wally »

Laila-Sarah hat geschrieben: So 3. Mär 2019, 10:02 Hallo,

ich habe keine Erfahrungen mit Partnersuche und Sex in der Frauenrolle. Deshalb nur für meine Information gefragt:
a) Ist es für eine MzF TS oder CD schwieriger einen Partner oder eine Partnerin für eine Beziehung zu finden? Oder ist beides sehr schwierig?
b) Ist es für eine MzF TS oder CD schwieriger einen Partner oder eine Partnerin für Sex zu finden? Oder ist beides sehr schwierig?

VlG
Hallo Laila-Sarah,

Als MzF TS (seit 20 Jahren Brustimplantate, sonst körperlich und auch in der öffentlichen Rolle "männlich" geblieben, seit 12 Jahren glücklich mit einer cis-Frau verheiratet) habe ich da folgende Erfahrungen gemacht:

a) Es war für mich immer schwieriger als für "Normalos", eine passende Partnerin für eine Beziehung zu finden. Solange ich mich dabei als normaler Mann ausgegeben habe (immerhin ca. 25 Jahre lang), war es für mich sogar unmöglich - jedenfalls gelang es mir trotz vieler Bemühungen nie bzw. ging regelmäßig schief. Bis auf eine 5-jährige Hölle von Erst-Ehe habe ich diese ganzen 25 Jahre unfreiwillig allein gelebt.
Nach der "Transition" (Bewußtwerden meines Anders-Seins in einer Psychotherapie und offenes Bekenntnis dazu, Brustimplantate) wurde es erheblich leichter - ob immer noch schwieriger als für Normalos, weiß ich nicht, da spielen ja auch noch andere Parameter eine Rolle. Jedenfalls hatte ich seitdem überhaupt erst wirklich funktionierende Partnerschaften und bin jetzt seit 12 Jahren glücklich verheiratet. Die Partnerinnen sind mir seitdem auch einfach im Alltag "über den Weg gelaufen", ich mußte nicht mehr wie früher verkrampft danach suchen.

b) Überhaupt eine Partnerin für Sex zu finden, war und ist für mich vermutlich NICHT schwieriger als für Normalos. Bloß: solange ich da gewöhnlichen, heterosexuellen Sex mit einer Frau suchte (Männer haben mich sexuell nie interessiert), war dieser Sex dann auch nie wirklich befriedigend für mich. Ich wundere mich heute manchmal darüber, dass ich z. B. in meiner ersten Ehe den Geschlechtsakt trotzdem halbwegs zuverlässig überhaupt vollziehen konnte. Ich empfand das jedenfalls eher als Pflichtübung (weil buchstäblich alle meine Partnerinnen das immer viel öfter wollten als ich - und Frauen können da mit einem "Nein" generell schlechter umgehen als Männer ;-) ); ich hätte darauf gerne auch ganz verzichten können.
Nach der "Transition" wurde auch das besser: nicht die Anzahl möglicher Partnerinnen (auf ONS war ich sowieso nie aus), aber die Qualität des Sex wurde viel besser, erstmals konnte ich das auch wirklich als befriedigend und erfüllend erleben.

Herzlichen Gruß
Wally
Herzliche Grüße
Wally
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 134 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Ein sehr interessanter Artikel. Danke.
Der Satz aus dem Artikel: Es bedeutet Bestätigung von außen, Erleichterung und Akzeptanz. leuchtet mir ein.
Wirft aber auch ein Problem auf, was können HT u.s.w. bei einem im Wachstum befindlichen Körper bewirken,
und was bei meinem Alter (fast 55). Meine Ärztin klärte mich umfassend auf. Also was bleibt mir übrig?
Soll ich irgendeinem Ideal hinterher rennen? Ich gehe meinen Weg als Jasmine, wohin er mich führen wird,
werde ich noch sehen. Aber ich gehe ihn selbstbewusster und zufriedener, weil ich realistisch bin und die
rosaroten Wolken weg sind.
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 135 im Thema

Beitrag von Céline »

Danke Anne-Mette,
Der Artikel beschreibt den Zustand,die Ängste und Wünsche sehr gut.
Liebe Grüße
Céline
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C.B.
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