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Re: Valeries Welt
Verfasst: Mo 24. Nov 2025, 16:38
von Daniela04
Liebe Valérie
Bin ganz Deiner Meinung! Mein Laubbläser ist umgekehrt eingestellt und wird nur die wenigen Wege gebraucht wo Tiere sich nicht einnisten können: Ich sauge die Blätter auf, das "verhackte" verteile ich auf meinen Beeten.
Der Rechen ist mehr in Gebrauch: Damit bilde ich Laubhaufen für die Tieren im Winter.
Lieber Gruss
Daniela
Re: Valeries Welt
Verfasst: Mo 24. Nov 2025, 16:45
von HeikeCD
Hallo Valerie,
ich mag diese Teile die hauptsächlich Lärm fabrizieren auch nicht. Die Saugfunktion ist noch schlimmer, da geht eine Menge an Insekten drauf. Fürchterlich auch die, die mit dem Brenner die Auffahrt das Unkraut wegbrennnen. Daher bin ich auch noch oldschool mit Besen und Rechen unterwegs. Die volle Karre kommt ganz nach hinten in den Garten auf den Laubhaufen, wo der Igel sein Quartier hat.
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 16:16
Oder hat schon jemand kleine handliche Laubbläser gesehen oder welchen in rosa oder solche mit Lärmschutz? Gibt es nicht, bin fast sicher.
Du wirst lachen, gibt's tatsächlich, auch Akkuschrauber, Werkzeugkasten, Bohrmaschinen usw.
Quelle: https://i.postimg.cc/50XLZHj6/rutaqian- ... sstark.jpg
Liebe Grüße Heike
Re: Valeries Welt
Verfasst: Di 25. Nov 2025, 11:48
von Valerie Bellegarde
Hallo Heike,
rosa stimmt schon, aber klein und handlich ??
sieht mir eher wie ne Lasergun aus zum Raumschiffe abknallen
Re: Valeries Welt
Verfasst: Di 25. Nov 2025, 12:07
von HeikeCD
Moin Valerie,
Das stimmt, klein und handlich ist das Teil auch nicht, mit Schulterriemen zum umhängen, quasi als schlechter Handtaschenersatz. Dazu natürlich lärmend.
LG Heike
Re: Valeries Welt
Verfasst: Sa 29. Nov 2025, 10:43
von Valerie Bellegarde
Australien 5
Melbourne liegt an der Südküste Australiens in der Provinz Victoria, Sydney liegt an der Ostküste in der Provinz NSW (New South Wales). Aber nicht nur die Lage, auch der Charakter der beiden Städte ist ganz verschieden. Wenn downtown Sydney eine internationale Atmosphäre atmet und während der Saison fast überquillt von Touristen, lebt es sich in Melbourne viel ruhiger und gemütlicher, man lebt hier quasi im Hinterland, und nicht Wolkenkratzer wie in Sydney, sondern mächtige historische Verwaltungsbauten aus rotem Ziegelmauerwerk bestimmen das Stadtbild und ja, es gibt dort sogar auch noch eine alte Straßenbahn, eine richtige alte klapperige Bimmelbahn fährt durch die Innenstadt, viele Touristen nutzen sie, um ins Hafengebiet zu kommen, das hier Docklands heißt.
Gleich nach dem Einchecken im Hotel machte sich Valerie auf die Suche nach einem Postamt in der Nähe, weil sie einen Strafzettel wegen speeding bezahlen musste. Man hatte sie wieder mal fotografiert, ein paar km/h zu viel. Der normale Australier macht das natürlich per Überweisung. Aber Touristen, die im Mietwagen unterwegs sind, müssen das im Postamt bar begleichen.
Ja, die Stadt ist gespickt mit Radarfallen und jedes Postamt in Melbourne hat einen speziellen Schalter wo man seine Strafgebühr in bar einzahlen kann. An einen dieser Schalter stellte sich auch Valerie an. Es ging langsam vorwärts. Spannung lag in der Luft. Kein Wunder, die Leute ärgerten sich.
„Wahrscheinlich machen die hiesigen Postler damit mehr Geld als durch den Verkauf von Briefmarken“ sagte jemand hinter ihr. Eine ironische Bemerkung, fast ein wenig Zynismus.
Trotzdem eine angenehme Stimme, und irgendwie hörte sie da einen süddeutscher Tonfall heraus. Vielleicht ein Schweizer? Sie drehte sich nach der Stimme um.
Die ironische Bemerkung kam von einem Mann, der direkt hinter ihr in der Reihe stand. Groß, schlank, blond, eine angenehme Erscheinung, irgendwie sehr sympathisch wirkend. Valerie hat eine Antenne für so etwas. Man kam also kurz ins Gespräch und es stellte sich bald heraus, ja er war ein Schweizer. Deutsche Schweiz… oder französische?
Hört man das heraus? Soso, jaa. Und breites Grinsen. Ja uns Schweizer trifft man überall auf der Welt, oder??
Auf jeden Fall war der Mann nicht auf den Mund gefallen.
Ja so ein Zufall, Zwei europäische Touristen treffen sich im tiefsten Australien, weil sie ihre Strafzettel bezahlen müssen. Wegen speeding. Und mit wieviel sind Sie eigentlich geknipst worden? Ein nettes Grinsen, sehr sympathisch. Valerie lächelte zurück, er nahm es als Aufforderung, weiterzureden.
Aber nein, ein Tourist sei er nicht. Aber eigentlich auch kein Geschäftsmann. Er sei nur ein paar Wochen hier, eigentlich nur auf der Durchreise, verstehen Sie? Dann zieht die Karawane weiter. Oder vielleicht ist „geschäftlich“ schon richtig. Er machte eine Pause.
„Unser Geschäft heißt Tennis“
Valerie verstand kein Wort. Er schien ihr das Unverständnis anzusehen, denn er fuhr fort zu reden, allerdings sprach er weiter in Rätseln. Melbourne und Tennis, klingelt da nichts?
Damit war bei ihr der Groschen gefallen. Sie verstand plötzlich. Ja doch natürlich, klar doch. Das berühmte große Tennisturnier, das hier in Melbourne jedes Jahr stattfindet. Klar, die Rod Laver Arena. Und Roger Federer, Raffael Nadal… sie suchte nach weiteren Namen.
Er strahlte und nickte mit dem Kopf, zog eine kleine Visitenkarte hervor und reichte sie ihr. Der Name Klaus Baumeister war darauf gedruckt und ein kleines Firmenlogo, eine Werbeagentur offenbar.
„Ich bin der public relations manager von Roger Federer. Wie sagt man doch auf deutsch? Ach ja: der Pressesprecher. Ich sorge dafür, dass er immer eine gute Presse bekommt.“
Sie unterhielten sich weiter, während sie langsam das Postamt verließen. Ja seine Firma würde noch andere Sportler betreuen, aber Roger Federer sei wohl der berühmteste davon. Valerie staunte nicht schlecht und ließ dann durchblicken, sie habe früher auch mal im Marketing gearbeitet. Ist aber schon eine Weile her, setzte sie hinzu.
Soviel für heute
Valerie
Re: Valeries Welt
Verfasst: Sa 29. Nov 2025, 12:06
von Daniela04
Liebe Valérie
Ja, die Schweizer findet man überall! Ein Westschweizer (französisch) erkennt man im Englischen weniger gut

Schön dass Du das Gespräch wieder gegeben hast und vielen Dank für Dein Bericht.
Amicalement
Daniela
Re: Valeries Welt
Verfasst: Sa 29. Nov 2025, 14:28
von Valerie Bellegarde
Liebe Daniela,
Du hast Recht mit deiner Anmerkung, denn euch Eidgenossen kann man wirklich überall auf dem Globus antreffen. Das Zusammentreffen mit der Tennisspieler Gruppe soll die Geschichte ein wenig auffrischen. Mehr Pfeffer, du verstehst? Valeries Welt ist ja eigentlich eine crossdresser Story und weniger ein Reisebericht.
Vom Konzept her denke ich an vielleicht zwei oder drei weitere australische Episoden, aber dann geht's nach old Europe zurück,
ich denke da an die schöne Schweiz, genauer an das Tal der oberen Rhone und den Kanton Wallis/Valais und das Gebiet um den Genfer See.
Bisous, Valerie
Re: Valeries Welt
Verfasst: Do 4. Dez 2025, 17:34
von Valerie Bellegarde
Australien 6
Er deutete mit dem Kopf auf sein am Straßenrand geparktes Auto, knallgelb, ein Sportwagen offenbar, ganz niedrig, mit einem australischen Nummernschild.
„Sind Sie auch mit dem Wagen hier?“
Und als sie verneinte, kam sein Angebot ganz spontan: „Dann kann ich Sie vielleicht mit meinem Auto irgendwohin mitnehmen? Vielleicht zu Ihrem Hotel?“
Valerie überlegte nur kurz, zeigte sich dann aber nicht abgeneigt. Warum sollte sie eigentlich zu Fuß gehen, wenn ihr jemand eine Mitfahrt in einem tollen Sportwagen anbietet, und der Chauffeur außerdem noch so ein hübscher Kerl ist?
Sie stimmte mit einem Lächeln zu, nannte ihm dann Namen und Adresse ihres Hotels, stieg auf der Beifahrerseite ein und bemerkte dabei, man saß wirklich sehr tief in diesem Auto, eigentlich war es mehr ein Liegen knapp über der Straße. Aber was sie mehr beschäftige: Ihr bleistift-enger Rock war beim Einsteigen hochgerutscht und als der Wagen ruckartig anfuhr, hörte er nicht auf, immer höher zu rutschen, und zwar höher, als es der Anstand erlaubte, etliche Zentimeter höher, da half kein Rumziehen und Zupfen am Rocksaum. Er schien es sofort zu bemerken. Als sie wiederum bemerkte, dass er seine Augen nicht von ihren Nylons lassen konnte, legte sie ganz fix ihre Handtasche auf den Schoß um das kleine Malheur zu verbergen, war sich aber nicht sicher, ob er ihre Strapse unter dem Rocksaum hatte rausblitzen sehen. Er war jedoch Gentleman genug, die Sache zu ignorieren, wenigstens tat er so als ob.
Die Fahrt zum Hotel war nur kurz, Valerie musste beim Aussteigen nicht lange überlegen. Ja, sicherlich würde er jetzt noch eine kleine Gegenleistung von ihrer Seite erwarten. Vielleicht sollte sie ihn noch zu einem Drink an die Bar einladen? Später würde man dann sehen, was sich aus der Sache weiter entwickelt. Gesagt, getan, man fand noch eine lauschige Ecke an der Hotelbar, die voll gestellt war mit schwerem dunklem viktorianischen Mobiliar, überall schummeriges Licht, eine angenehme ruhige Atmosphäre. Er bestellte einen Whisky, sie einen Mai Tai, einen long drink mit Schirmchen und Früchten drapiert, sehr dekorativ.
„Das passt zu Ihnen, das Getränk“ sagte er und prostete ihr zu.
„In Asien kriegt man das an jeder Hotelbar“ sagte sie und legte die Beine übereinander. Wieder rutschte der Rocksaum hoch, aber es war ihr jetzt eigentlich egal, sie kümmerte sich nicht mehr darum, bzw. sie korrigierte es nicht. Und während sie den Mai Tai schnell weg kippte und beim Barista einen weiteren bestellte, verlor sie sich in weitschweifigen Erklärungen über Zutaten und weitere Details oder Unterschiede der gängigen long drinks mit Gin oder Wodka, die man an den südostasiatischen Hotelbars heute so trinkt wie wie Mai Tai, Tequila Sunrise, Screwdriver oder Singapore Sling, und so weiter.
Valerie gab die weitgereiste Frau, eine Dame von Welt, eine femme fatale. Er nahm den Faden auf.
„Um eine attraktive Frau wie Sie zu treffen musste ich erst ans andere Ende der Welt fahren“
sagte er dann, und sie war bereits beschwipst genug, um es ihm zu glauben.
Männer von dieser Sorte sind immer für ein Abenteuer zu haben. Der Gedanke kam ihr spontan, und setzte sich in ihr fest. Wenn er ihr jetzt Avancen machen würde, würde sie auf jeden Fall nicht ablehnen. Wie lange war es eigentlich her, dass sie das letzte mal Sex mit einem Mann hatte? Valerie verlor sich in Rechnereien, verlor aber bald die Übersicht, es waren Jahre.
Wie sehr sie sich eigentlich für den Tennissport interessiere, fragte er sie dann und als sie ihr Interesse bestätigte, sprach er sie auf das Match Federer vs. Nadal an, das noch für diese Woche angesetzt war in der Rod Laver Arena, hier in Melbourne.
Soviel für heute
Valerie
Re: Valeries Welt
Verfasst: Fr 12. Dez 2025, 22:16
von Valerie Bellegarde
Australien 7
Es dauerte nicht lange, bis seine Avancen eindeutiger wurden. Sie hatte es aber nicht anders erwartet. Sie hatte diesen Mann von vorneherein so eingeschätzt. Und wenn sie ehrlich zu sich selbst war: Es war ihr nicht unangenehm. Nicht nur die Art, wie er vorher im Auto ihre Beine angestarrt hatte, sprachen eine klare Sprache, auch seine ziemlich eindeutigen Komplimente in der Hotelbar gingen in diese Richtung. Ebenso seine Art, wie er immer wieder ihren Blick suchte und ihr in die Augen schaute… was suchte er dort? Mehrfach trafen sich ihre Blicke, während man über Unbedeutendes plauderte, nach außen hin nur unbedeutender small talk, während sich ihre Augen ineinander verhakten und die Gedanken schon viel weiter waren:
Ich möchte dich berühren, hier und jetzt möchte ich Liebe machen mit dir, sagte sein Blick, und ich warte nur auf ein Zeichen von dir.
Ihr wurde gleich klar, sie hatte es in der Hand, es läge an ihr zu entscheiden, wie es weitergehen soll zwischen uns, oder ob überhaupt etwas läuft zwischen uns beiden. Trotzdem blieb sie zunächst unentschlossen und zögerte, ihm das erbetene Zeichen zu geben.
Two lonely strangers in the night. Zwei einsame Fremde auf der Durchreise, morgen werden wir uns vielleicht wieder verlassen. Übermorgen wird dein Name vergessen sein. Du bist ja wirklich hübsch, dachte sie, aber wenn ich heute Nacht deinen Wunsch erfülle, worauf lasse ich mich ein mit dir?
Wer sich für Kunst interessiert, kennt Edward Hopper. Es gibt da so ein Bild aus den 30er oder 40er Jahren von Edward Hopper mit dem Titel „night hawks“, das passte zu der Situation der Beiden dort in der Hotelbar. Ja Nachtfalken, das waren sie und beide waren sie auf der Jagd und beide umkreisten sich. Valeries Gedanken schwirrten mal wieder ziellos, so sehr nahm sie die Spannung im Raum wahr, die von der Situation ausging und für die sie im Moment keine Lösung wusste.
Nach einiger Zeit verabschiedete er sich, nicht ohne an der Bar seine Rechnung zu bezahlen. Man hatte sich für den Abend verabredet, er würde sie im Auto abholen. Sie ging auf ihr Zimmer und ihr Kopf war leer. Dann wieder ein paar zusammenhanglose Erinnerungen.
Sie lag auf dem Rücken in ihrem Hotelbett und starrte auf die Flügel des Ventilators, der sich langsam über ihr drehte und ihr etwas Frischluft verschaffen sollte. Trotzdem spürte sie die Nachmittagshitze.
Sie dachte zurück an die Zeit vor einigen Wochen, sie war damals noch eingemietet im Raffles Hotel in Singapur, das Raffles ist berühmt für viele Prominente, die dort wohnten, die Flure hängen voller Fotos von Promis, die mal dort wohnten. Zum Beispiel James Michener, der amerikanische Romancier hat dort an seinen Büchern geschrieben wie „Sayonara“ oder „die Brücken von Toko Ri“, eine Romanze aus der Zeit des Koreakrieges.
Oder Hermann Hesse, er schreib dort im Raffles Hotel an seinem Buch „Siddharta“. Sie dachte unvermittelt an Hesses Gedicht mit dem Titel „Stufen“. Aber sie konnte sich nur bruchstückhaft an Hesses Verse erinnern.
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… / der uns beschützt und der uns hilft, zu leben...“
Sie erhob sich und öffnete ihren großen Koffer mit der Reise-Garderobe. Irgendetwas Nettes müsste doch zu finden sein. Aber wie immer, Frau hatte nichts zum Anziehen. Sie wühlte intensiv den Koffer durch, denn natürlich wollte sie etwas Hübsches tragen heute Abend. Die Suche brachte schließlich ein leichtes Sommerkleid in Rot-Tönen ans Licht, das vorne geknöpft war. Als Dessous entschied sie sich für einen ganz leichten roten balconet-BH, die Körbchen in Spitze gearbeitet, unten herum natürlich Straps-Strümpfe (was sonst??) zusammen mit den einzigen High Heels, die sie im Gepäck hatte. Auf Reisen muss sich Frau natürlich einschränken, aber insgesamt war Valerie doch zufrieden mit sich bzw. mit dem Erscheinungsbild, das sie heute Abend abgeben würde.
Nach dem Duschen trocknete sie sich mit einem großen weißen Tuch ab, wickelte danach das Frotteehandtuch so um dem Oberkörper wie Frauen das tun, sodass die Brüste schicklich bedeckt waren aber die Schultern frei blieben, ein schulterfreies Kleid oder eine Art Sarong oder wie man das wohl nennt. Sie gefiel sich darin und drehte sich im Spiegel. Dann kam wieder die Gedanken daran, was der Abend wohl bringen würde. Ach Gott ja, und ich brauche ja auch noch Zeit für mein makeup, und welchen Lippenstift soll ich überhaupt nehmen? Etwas Dunkles auf jeden Fall.
Sie suchte im Koffer nach Slips und fand sogar einen farblich Passenden in rot. Sie hatte noch ein paar wenige Slipeinlagen im Toilettenbeutel und versuchte eine Zeitlang vergeblich, die Schutzfolie von der Klebeschicht abzuziehen, so nervös machte sie der Gedanke an den bevorstehenden Abend.
Soviel für heute
Valerie
Re: Valeries Welt
Verfasst: Sa 13. Dez 2025, 02:27
von Lana
Ach ja, Träume, Wünsche...
Was wäre das Leben ohne sie.
Und doch, es muss gelebt werden, sonst bleibt jeder Traum genau das - ein Traum.
Geht er jedoch in Erfüllung, ist es auch schwierig, der Traum ist in Erfüllung gegangen, was für ein Glück! - Und was für eine Enttäuschung, denn nun ist er ausgeräumt, der Traum, ersetzt durch die schnöde Wirklichkeit.
Ich schreibe dir, liebe Valerie, weil mein Wunsch für heute Nacht sich in einem langen Telefongespräch aufgelöst hat. Statt aufregender Begegnungen bei treibenden Beats im Club be sprachen wir die Situation eines an Krebs erkrankten gemeinsamen Freundes, der wohl nicht mehr viel Zeit auf dieser Welt haben wird. Dessen Leben besteht zwar noch aus Wünschen und Hoffnung, für Träume ist kein Platz und keine Zeit mehr.
Das hat etwas in mir in Bewegung gesetzt. Ich möchte mein Leben leben. Nicht morgen, nicht dann, wenn endlich alles passt und ich mich bereit dafür fühle, sondern möglichst jeden Tag.
Ob da solche Träume wie in deinen letzten Beiträgen eine Rolle spielen? Vielleicht, auch wenn sie bei mir anders ausgeprägt wären (ich stehe ja nicht auf Männer).
Eigentlich wäre ich jetzt auf der Tanzfläche, zwischen vielen Menschen, die ich nicht kenne. Allein. Und doch nicht allein. Auf kleine Begegnungen hoffend, wie sie sich dort immer wieder ergeben und in der Vergangenheit ergeben haben:
"Zufällige" Blicke, spontane Komplimente zum Outfit, ein kleines Tänzchen mit einer netten Dame, ein interessantes Gespräch an der Bar.
Möchte ich mehr?
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Fr 12. Dez 2025, 22:16
Ihr wurde gleich klar, sie hatte es in der Hand, es läge an ihr zu entscheiden, wie es weitergehen soll zwischen uns, oder ob überhaupt etwas läuft zwischen uns beiden.
Vielleicht habe ich solche Momente schon "übersehen", einfach nicht bemerkt, vielleicht gab es sie nicht. Ich kann es gar nicht sagen. Aber selbst wenn es so wäre, dass mehr möglich gewesen wäre, dann war es sicherlich gut so, wie es war. Weil ich mich sonst in einen völlig luftleeren Raum begeben müsste. Ich hätte keine Ahnung, wie ich mit so einer Situation umgehen sollte, was ich wollte und was ich wollen sollte...
Aber ich möchte deiner Geschichte nicht vorgreifen. Sie war und ist eine willkommene Gelegenheit, mir Gedanken über mich, mein Leben und meine Wünsche zu machen. Und morgen wird im Club wieder Musik gespielt!
LGL
Re: Valeries Welt
Verfasst: Di 16. Dez 2025, 17:45
von Valerie Bellegarde
Lana hat geschrieben: Sa 13. Dez 2025, 02:27
Ich schreibe dir, liebe Valerie, weil mein Wunsch für heute Nacht sich in einem langen Telefongespräch aufgelöst hat. Statt aufregender Begegnungen bei treibenden Beats im Club besprachen wir die Situation eines an Krebs erkrankten gemeinsamen Freundes, der wohl nicht mehr viel Zeit auf dieser Welt haben wird. Dessen Leben besteht zwar noch aus Wünschen und Hoffnung, für Träume ist kein Platz und keine Zeit mehr.
LGL
Es tut mir leid, das lesen zu müssen. liebe Lana, und natürlich verstehe ich ebenfalls, dass du Mitleid empfindest, es ginge mir ebenso, wäre ich an deiner Stelle. Auf der anderen Seite gehört es zur Lebensrealität eines jeden von uns, das manchmal solche harten Schläge weggesteckt werden müssen. Es gibt einfach Dinge, die wir nicht ändern können, eine schwere Krankheit gehört dazu, und uns bleibt nichts anderes übrig als sie hinzunehmen.
Lieben Gruß, Valerie
Re: Valeries Welt
Verfasst: Do 18. Dez 2025, 09:44
von Valerie Bellegarde
Australien 8
Das groß angekündigte Match der beiden Tennischampions Federer vs. Nadal erwies sich zumindest aus der persönlichen Sicht von Valerie als ziemliche Enttäuschung. Was wohl in erster Linie daran lag, dass sie die Sache vom Zeitaufwand her völlig falsch eingeschätzt hatte, denn die Zuschauer im Rod Laver Tennisstadion mussten mehr als vier Stunden unter der prallen australischen Sonne ausharren, bis der letzte Satz gespielt war. Beim Tennis kann das durchaus vorkommen, dass ein Match über mehrere Stunden geht, wenn zum Beispiel fünf Sätze durchgespielt werden oder die einzelnen Spiele sich hinziehen bis fast zur Unendlichkeit. Zumal, wenn die beiden Gegner fast gleich gut spielen wie diese beiden hier, Federer und Nadal.
Was dazukam: Das lange Sitzen auf ziemlich schmalen und ungepolsterten Sitzbänken war unangenehm und trug auch nicht zur guten Laune bei. Keiner hatte ihr geraten, ein Sitzkissen mitzubringen.
Ebenso hatte sie nicht daran gedacht, dass man in Australien besser einen Sonnenhut trägt, wenn man eine Freiluftveranstaltung wie ein Tennismatch besucht. Anstelle eines Sonnenschutzes hatte sie also eine mittellange Perücke auf dem Kopf, die zwar blond und sexy war und genügend Blicke auf sich zog, andererseits wurde es aber auch recht warm darunter.
Der folgende Abend verlief dann ebenfalls ganz anders als sie es sich in ihrer Naivität vorgestellt hatte. Oder hatte sie vielleicht irgendetwas erhofft? Ist doch eigentlich ein schöner Gedanke sich auszumalen, was vielleicht alles geschehen könnte, wenn du als alleinstehende Frau mittleren Alters mal wieder von einem attraktiven Mann zum Dinner ausgeführt wirst. Valerie neigte gelegentlich zu solchen Träumereien.
Die Realität war ganz jedoch anders: Nichts mit candle light dinner, kein tete-a-tete zu Zweien, keine lauschige Barmusik, nicht einmal ein Beatschuppen erwartete sie, wo Frau später ihren Frust hätte ab-rocken können.
In den Katakomben des Stadions hatte sie zunächst Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden, denn er war nicht zur vereinbarten Zeit am Treffpunkt erschienen. Die vielen Menschen, das Durcheinander, viel Security-Personal, denen sie den Ausweis zeigen musste, Missverständnisse, Grobheiten, wen wollen Sie sprechen, Management von Mister Federer, gibt's hier nicht, sorry, wenden Sie sich an die Presseabteilung, die übliche Hektik eben...
Dann, als sie sich dann schließlich doch trafen, schien plötzlich alles anders. Keine Romantik mehr, nein, ihr Partner zeigte plötzlich ein ganz anderes Gesicht. Das war nicht mehr der charmante Klaus von heute früh, nein, wirklich nicht. Klaus Baumeister schien im Stress, keine Spur mehr übrig von dem Charmebolzen, den sie heute früh kennengelernt hatte.
Er schien ihr angespannt, war nicht bei der Sache, wirkte fahrig und nervös, hatte unglaublich viel zu tun, ständig das Telefon am Ohr oder jemand anders musste ihn gerade mal kurz sprechen in einer unglaublich wichtigen Angelegenheit, es tut mir so leid, aber das ist mein business, Süße, du musst das bitte verstehen, es ist mein Beruf, ich bin public relations manager einer berühmten Sportgröße, da muss alles andere zurückstehen.
Ach ja, dachte Valerie, wenn das so ist, dann muss ich wohl auch zurückstehen und ich bin dir doch nicht so wichtig wie heute vormittag. Dann habe ich mich wohl getäuscht in dir. Und tschüss.
Valerie war cool genug, um sich nichts anmerken zu lassen. Das war es wohl gewesen mit ihrem Melbourne-Abenteuer. Nach außen hin blieb sie gelassen, denn sie hatte es gelernt mit solchen Enttäuschungen umzugehen, das perlte an ihr ab wie von Teflon. Der Abend war noch nicht halb vorbei, da verabschiedete sie sich und bestellte ein Taxi zurück ins Hotel, allein. Am nächsten morgen gab sie ihren Mietwagen am Flughafen ab und buchte dort am Quantas-Schalter einen Inlandsflug nach Alice Springs, one-way ticket.
Soviel für heute,
Liebe Grüße, Valerie
Re: Valeries Welt
Verfasst: So 21. Dez 2025, 14:44
von Valerie Bellegarde
Stille Tage
Mein Kalender sagt mir, dass heute schon 21. Dezember ist, vierter Advent, Winteranfang, und in wenigen Tagen wird Weihnachten sein. Draußen im Wald gibt es jetzt die Raunächte, bloß wir merken nicht viel davon in unseren perfekt geheizten oder klimatisierten Wohnungen. Wie immer waren die Adventswochen betriebsam und fast hektisch, man kann sich davon ja nicht freimachen, es wird geradezu erwartet von uns dass wir alle gemeinsam fröhlich zusammensitzen und Besinnlichkeit pflegen auf unseren Weihnachtsfeiern, Familientreffen, Betriebsfesten, jede Gemeinde organisiert ein festliches Konzert oder mindestens ein gemeinsames Absingen von Weihnachtsliedern, die Texte kennen wir seit Kindertagen auswendig. Gefressen und gesoffen wird überreichlich, die Stadtmitte verwandelt sich temporär in einen putzigen Weihnachtsmarkt mit Tannenbäumen, all überall Glühwein, Lebkuchenstände und rotgekleidete Nikoläuse mit weißen Vollbärten, am schlimmsten ist es in den großen Einkaufszentren, denn da werden wir 24/7 beschallt von John Denver: Driving home for Christmas.
Meine Gedanken sind bei denen von uns, denen solches Getue auf den Wecker geht und die sich diesem Trubel verweigern, so gut es eben geht. Euch letzten Individualisten wünsche ich von ganzem Herzen angenehme und ruhige Weihnachtsfeiertage, seid nett zueinander, kocht euch etwas gutes oder geht mal richtig toll essen in einem teuren Restaurant, zieht etwas Hübsches an zum Fest und feiert gerne allein für euch, oder auch zu zweit oder zu dritt oder wie viele da immer zusammenkommen in eurem Kreis. Schönes Weihnachtsfest und bleibt locker.
Liebe Grüße, Valerie
Re: Valeries Welt
Verfasst: So 21. Dez 2025, 15:30
von Daniela04
Liebe Valérie
Du sprichst mir aus dem Herzen: Ich war wie letztes Jahr an keinem Weihnachtsmarkt, nicht in die Stadt und bin vom Rummel fern geblieben. Das Weihnachtsfest feiern wir zusammen, in der Familie, dieses Jahr noch etwas besinnlicher, mein im letzten September verstorbenen Vater fehlt uns allen.
Meine Weiblichkeit wird genug Platz haben, wohl nicht mit der Familie, aber an den anderen Tagen, ich werde meine Zweisamkeit mit meiner Weiblichkeit voll geniessen.
Ich wünsche Dir und allen Lesenden ein geruhsames Weihnachtsfest!
Bisous
Daniela
Re: Valeries Welt
Verfasst: So 21. Dez 2025, 16:23
von Valerie Bellegarde
Liebe Daniela,
Ich finde es toll dass du die korrekte francophone Schreibweise meines Namens pflegst und das accent aigu auf dem mittleren é niemals vergisst, danke dafür. Ich selbst besitze hier in Deutschland, wo ich mich gerade aufhalte, keine claviature francaise (ohne accents) und muss daher auf dieses accent auf dem é verzichten.
Fühle dich mit ganzem Herzen gedrückt von
Valerie