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Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 20:17
von Helga_CD
Hallo liebe Eisenbahnfreund*innen!
Meine Frage richtet sich an die Modellbahnexpert*innen unter Euch:
Ich habe nach nunmehr gut 30 Jahren die Märklin H0 Modelleisenbahn meines Vaters wieder aufgebaut.
Die funktioniert soweit auch einwandfrei, aber zwei Loks machen Probleme: Sie ruckeln in unregelmäßigen Abständen und machen "knarzende" Geräusche. Nach einigem Recherchieren der Symptome nehme ich an, dass nicht die Motoren defekt sind, sondern die Loks (also Motoren und Getriebe) lediglich verschmutzt bzw. verharzt sind. Die Loks wurden eigentlich immer pfleglich behandelt und waren auch die ganzen Jahre trocken und gut verpackt, sie sind aber eben schon über 60 Jahre alt.
Nun habe ich einige Anleitungen gefunden, die beschreiben, wie man verschmutze Loks in einer speziellen Reinigungsflüssigkeit eingeweicht und reinigt (gefolgt von einer sparsamen Ölung der Achsen und Zahnräder).
So richtig traue ich mich aber nicht, weil die ja schon so alt sind. Was meint Ihr, soll ich das trotzdem selbst versuchen, oder lieber von einem Profi machen lassen (ist wohl recht teuer!?)
Daher noch zwei Fragen zur "Selbstreinigung":
1. Sollte ich zwingend den Reiniger von Märklin nehmen, oder funktioniert das auch mit alternativen alkoholbasierten Reinigern (z.B. Isopropanol)? (auch vor dem Kostenhintergrund)
2. Muss ich auf jeden Fall original Märklin-Kohlen verwenden (falls die verschlissen sind und getauscht werden müssen), oder funktionieren auch andere passende?
Wenn Ihr mehr Infos benötigt, lasst es mich bitte wissen.
Ganz herzlichen Dank und ebensolche Grüße sendet
Helga
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 20:37
von Beatrixtg
Hallo
Meine Empfehlung geht in erster Linie nicht an die Reinigung der Motoren oder das auswechseln der Kohlen.
Ich würde zuerst die Räder und Schienen kontrollieren. Ob sie leicht verschmutzt oder Oxidiert sind.
Ich habe / hatte keine Märklin sondern eine Spur N von Arnold. Und da hatte nach längerem Stillstand die Schienen und Räder (Der elektrische Kontakt) grössere Auswirkung.
Dies Kontrolle dürfte sich auch noch nicht gross auf Dein Budget auswirken.
Liebe Grüsse Beatrix
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 20:44
von Helga_CD
Danke für die schnelle Antwort, liebe Beatrix.
Schienen und Oberleitung habe ich vor dem Aufbau gewissenhaft mit feinem Schleifpapier gereinigt (andere Loks laufen einwandfrei darauf).
Bei den betreffenden Loks habe ich die Schleifer und Stromabnehmer auch gereinigt, ebenso die Räder - die sind blitzblank.
Die Probleme treten bei beiden betreffenden Loks sowohl im Oberleitungsbetrieb, als auch im Schienenbetrieb auf (es sind beides e-Loks, wo ich an der Unterseite zwischen Oberleitungs- und Schienenstrom - also über den Mittelleiter - umschalten kann.
Daher meine Vermutung, dass tatsächlich die Motoren bzw. Getriebe verschmutzt sind (die Motoren an sich laufen ja - nur nicht störungsfrei).
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 20:53
von Claudia-67
Hallo,
mit solch rustikalen Produkten habe ich eher wenig zu tun gehabt...
Aber das alte Fett oder Öl von der Firma hat den Ruf zu verharzen. Ich weiß nicht auf welche Lösungsmittel die Farbe der Fahrwerke empfindlich reagiert. Daher bitte erstmal an einer unauffälligen Stelle die Verträglichkeit testen. Erste Stufe ist das Fahrwerk in Waschbenzin zu baden und das alte Fett raus zu waschen. Wenn das nicht hilft, Isopropanol, Bremsenreiniger oder noch schärfere Dinge.
Wenn alles sauber ist, neu abschmieren. Ich weiß nicht, ob man bei den dort verbauten Getrieben Teflonfett sinnvoll nutzen kann. Bei meinen Zweileiterloks geht das gut, wie auch andere Mittelchen. Ich verwende ein nicht verharzendes Fett für Fernschreiber aus DDR-Produktion. Das Zeug ist sehr hochwertig und ideal für Feinmechanik die ewig halten soll und funktionieren muss.
Liebe Grüße
Claudia
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 20:59
von Beatrixtg
Ja da ist wohl ein auseinander nehmen und Revision der Motoren der nächste Schritt
Ein Grund für eine Bastelrunde
Zur Antwort von Claudia, ich würde mit einem speziellen Tuch (Brille oder andere) versuchen zu reinigen. Mein Hausmittel WD40 Kriechöl. Hilft fast wie (Uhu klebt alles)
Viel Erfolg
Liebe Grüsse Beatrix
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 21:05
von Helga_CD
Danke für Eure Einschätzungen.
"Inspiriert" hat mich die Reinigungsmethode in folgendem Video.
Was haltet Ihr davon?
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 21:24
von Beatrixtg
Gutes Video, sehr detailliert beschrieben.
Übrigens das WD40 spritze ich nicht direkt auf die Teile. Sondern netze das Reinigungstuch damit. Ergebnis, nicht zu viel Öl, das wäre wieder ein Dreck Sammler.
Liebe Grüsse Beatrix
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 22:17
von Theresaa
Hi,
Um welche Fahrzeuge handelt es sich denn genau? Hast du die Artikelnummern zur Hand? Da bekommst du eigentlich die Ersatzteile raus. Wenn nicht gab oder gibt es so ein Wiki zum nachgucken.
Manche haben so ihre Krankheiten. Ein Rollenprüfstand ist auch immer recht praktisch aber nicht zwingend notwendig.
Befinden Kohlen musst du genau wissen welcher Motor verbaut ist.
Es gibt Motoren mit dem sogenannten Trommelanker. Das ist so der gebräuchlichste bei Märklin. Der hat meines Wissens nach 2 Kohlebürsten. Dann gibt’s noch den Scheibenkollektormotor… da gibt es welche die haben eine Kupferbürste und eine Kohlebürste, natürlich auch welche mit 2 Kohlebürsten. Anmerkung: das sind alles Wechselstrom-Reihenschlussmotoren. Die digitalen natürlich nicht mehr. Das sind dann für gewöhnlich permanenterregte Gleichstrommotoren. Gehäuse aufmachen und mal je nach Modell den Antrieb drehen lassen.
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 22:53
von Helga_CD
Das sind die beiden Loks.
Müssten so ungefähr 1965-1970 hergestellt worden sein (falls mein Vater die nicht schon damals gebraucht gekauft hat).
Was für Motoren die haben, kann ich nicht sagen, aber evtl. kann ja jemand anhand der alten Artikelnummern etwas dazu sagen. Im Zweifel muss ich die mal aufschrauben und Fotos vom Innenleben posten.
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Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 23:04
von Plisseedreher70
Ich hatte früher beide Loks und ich meine, die hatten damals alle Scheibenkollektoren !!!
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 23:05
von Theresaa
Die 3034 hatte nach Baujahr unterschiedliche Motoren drin. Aber was du schön bei denen machen kannst:
Bei der E41 auf Lokliege oder weichen Schaumstoff und mit einem trafo und bisschen Hühnerfutter den Antrieb drehen lassen.
Bei der E94 müsste es auch gehen.
Habe ne 141 in Chromoxidgrün. Die läuft ohne Probleme.
Wie eine Vorrednerin auch schon erwähnt hatte ist es auch das Öl verharzt. Da gab es wohl mal ne Zeit lang Probleme.
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Do 29. Jan 2026, 23:22
von Inga
Hallo, Helga,
Was du sicher machen kannst: Vorsichtig das Gehäuse abnehmen (meist gibt es da noch Schrauben und ähnliches zu lösen) und gucken, wie es drinnen rund um Motor und Getriebe aussieht. Grobe Staubfusseln etwa können auch per Hand und Pinzette entfernt werden.
Liebe Grüße
Inga
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Fr 30. Jan 2026, 13:23
von Juliane
Moin zusammen.
Ich habe vor nun sicher bereits über 30 Jahren, als ich noch Spur-N fuhr, einmal eine Dampflok mit der Achsfolge 1E1 gebraucht kaufen wollen. Bei der Probefahrt beim Händler, ruckelte die auch nur und fuhr ruckartig und blieb bei Langsamfahrt komplett stehen.
Der Angestellte meinte er hätte schon alles geölt, aber das -Krüppelding- sei nicht ordentlich zum Laufen zu bringen. Bei genauer Betrachtung fanden sich reichlich Haare und Flusen im Gestänge und den Zahnrädern und das gesamte Fahrwerk triefte von Öl. Offensichtlich hatte der Vorbesitzer das Teil mit, auf dem Teppich verlegten Gleisen, betrieben und hatte sich reichlich, vermutlich Tierhaare, ins Fahrwerk gezogen.
Für die Hälfte des geforderten Preises konnte ich sie mit nach Hause nehmen (ca. 25% vom Neupreis). Dort habe ich sie komplett zerlegt und mittels Geduld, Pinzetten, Q-Tips und Waschbenzin das demontierte Fahrwerk und auch das Getriebe gründlichst gereinigt und entölt.
Mit einigen wenigen Tropfen Öl an den Lagern lief die Lok dann viele Jahre lang zu meiner vollsten Zufriedenheit, bis ich auf H0e umgestiegen bin.
Einfach einmal alles genau inspizieren und gegebenfalls eine kleine Wartung durchführen. Das ist kein Hexenwerk, das kann man(n) gut selber machen.
LG Juliane
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Fr 30. Jan 2026, 16:30
von Helga_CD
Danke nochmal für Eure Tips, Empfehlungen und geteilten Erfahrungen.
Ich denke, ich werde die Loks tatsächlich erstmal aufschrauben, um festzustellen, ob die sichtbar verschmutzt sind und was für Motoren sich überhaupt darin befinden.
Vielleicht hilft ja eine einfache Reinigung schon.
Ich werde auf jeden Fall auch Fotos hier posten, damit die Expert*innen mal einen Blick drauf werfen können.
(Bitte geduldet Euch, da komme ich erst am Sonntag zu)
Happy Weekend wünscht
Helga
Re: Freundinnen und Freunde der großen und der kleinen Eisenbahn
Verfasst: Fr 20. Feb 2026, 05:52
von Olivia
Heute, 20.02.2026, 20.15 Uhr, ZDF-Info:
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