sbsr hat geschrieben: Mo 28. Aug 2023, 21:20
Und es ist an sich ja schön, eine weitere Gemeinsamkeit mit "echten" Frauen zu haben. Bringt mir nur in der Sache leider nicht viel
Ich habe einmal in einem Text Folgendes gefunden:
- Möglich ist etwas, was passieren kann und unmöglich ist etwas, was nicht passieren kann.
- Etwas, das passiert ist, muss möglich gewesen sein. Nicht alles, was möglich ist, passiert.- Etwas kann sowohl möglich als auch unmöglich sein, aber nicht zur gleichen Zeit. Mögliches und Unmögliches können ineinander übergehen, aber das ist nicht immer möglich.
- Es kann nur bedingungslos Unmögliches geben, wenn es unmöglich ist, alles möglich zu machen. Es kann keine Kraft geben, die sich dem widersetzt.
- Die Entscheidung, ob etwas möglich oder unmöglich ist, ist nicht immer möglich.
- Es gibt Grenzbereiche zwischen möglich und unmöglich.
Quelle:
https://zaitung.de/das-moegliche-das-un ... azwischen/
Was bedeutet das für Dich (mich), die wir uns (zeitweise mehr, zeitweise weniger) als Frauen verstehen ?
Ist es möglich, dass Du eine Frau bist ? Physisch wohl nicht, aber kann es deswegen nicht passieren ?
Aber wenn Du Dich als Frau gefühlt hast, ist es doch passiert, oder nicht ?
Es ist also nicht prinzipiell unmöglich, dass Du eine Frau bist.
Vielleicht lässt es sich nicht immer entscheiden, ob Du eine Frau bist oder nicht.
Du bewegst Dich also in einem Grenzbereich zwischen Frausein oder auch nicht.
Ist es nicht das ? Je mehr ich akzeptiere, dass ich mich im Grenzbereich bewege, um so leichter fällt es mir, mal so und mal anders zu empfinden, auch wenn die physische Substanz scheinbar eindeutig ist. Das ist bei Cis-Frauen nicht anders. Steht sie vor Kleidung, die ihr gefällt, die sie aber auf Grund physischer Gründe nicht tragen kann, muss sie sich mit der gleichen Frage auseinander setzen. Aber an einer physischen Unmöglichkeit kommt sie nicht vorbei. Wie geht sie damit um ? Was hilft ihr und was lässt sie in ihrer Trauer um diese Unmöglichkeit verharren ?
Vielleicht hilft Dir diese Analogie, einen Ausweg aus der Unmöglichkeit zu finden.
Manchmal sind Unmöglichkeiten doch möglich. Ich habe mir einmal einen BH gekauft, weil er mir besonders gut gefallen hat. Aber mit meinen Sillies hat das einfach nicht funktioniert. Es war einfach unmöglich. Nach längerer Zeit habe ich aber festgestellt, dass der BH wunderbar zu mir passt, wenn ich die Sillies ablege und nur mein natürliches Gewebe nutze. Die Unmöglichkeit wurde möglich, weil ich in meinem Kopf etwas verändert habe.
Einmal in meinem Leben habe ich verschiedene Hochzeitskleider anprobiert. Es war ein phantstischer Augenblick, als ich ein Kleid mit Reifrock probierte. Um die Taille saß es prima, doch ich hatte trotz Sillies zu wenig Oberweite. Aber das Gefühl war so himmlich, dass ich es wohl irgendwie ausgestrahlt habe. Eine Passantin hat mir ein tolles Lächeln geschenkt. Für ein paar Fotos konnte ich tricksen und dann war dieses Kleid Vergangeheit für mich. Ich war darüber nicht traurig, da ich den Augenblick genossen habe. Auch hier wurde eine Unmöglichkeit möglich.
Ein anderes Mal habe ich ein Dirndl anprobiert, dass ich mir nicht gepasst hat. Mir haben überhaupt keine Dirndl gepasst. Darüber hinaus, wann sollte ich es tragen ? Ich war in einem Grenzbereich. und habe aber nicht aufgegeben und irgendwann eines gefunden, das mir passte und sogar so günstig war, dass ich es mir geleistet habe. Auch hier wurde Unmögliches möglich.
Aber schon oft stand ich vor dem Kleiderständer, in denen wundervolle Kleider hingen, aber nicht in meiner Größe. Hier blieb Unmögliches unmöglich. Was sollte ich tun ? Wenn etwas wirklich nicht möglich ist, verabschiede ich mich davon und das ist wie eine Befreiung, da es Raum schafft für anderes, was möglich ist oder möglich gemacht werden kann.
Wenn Dinge unmöglich sind, ist das nicht entscheidend. Entscheidend ist aber, wie wir damit umgehen. Verharren wir in der Unmöglichkeit, machen wir Unmögliches möglich oder wenden wir uns anderen Dingen zu ?
Viele Worte, kurzer Sinn: love it, change it or leave it.