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Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 17. Mär 2020, 19:30
von Lavendellöwin
Jasmine hat geschrieben: Di 17. Mär 2020, 19:00 Leider darf ich mit meiner Menalee hier in unserem Wohnort wegen Corona ab sofort keinem Gottesdienst mehr beiwohnen. Wir können zwar die Kirche zum Gebet aufsuchen aber es wird kein Gottesdienst gehalten. In den Weihwasserbecken ist auch kein Weihwasser mehr.
Liebe Grüße Jasmine

Liebe Jasmine,

das betrifft ja auch andere Religionsgemeinschaften.
Ich denke, das auch ein stilles Gebet, eine stille Meditation zuhause ihre Wirkung nicht verfehlt.

Ich sage immer der grösste Tempel, das grösste Wunder ist unsere Erde-deshalb sind wir immer alle
zum Gebet versammelt...

Nicht alles ist abgesagt..

Sonne ist nicht abgesagt
Frühling ist nicht abgesagt
Beziehungen sind nicht abgesagt
Liebe ist nicht abgesagt
Lesen ist nicht abgesagt
Zuwendung ist nicht abgesagt
Musik ist nicht abgesagt
Phantasie ist nicht abgesagt
Freundlichkeit ist nicht abgesagt
Gespräche sind nicht abgesagt
Hoffnung ist nicht abgesagt
Beten ist nicht abgesagt

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 17. Mär 2020, 20:06
von MaraE
In Spanien wurde Freitag Abend der Ausnahmezustand ausgerufen. Sämtliche Bildungseinrichtungen (Kindergärten, Schulen, Unis, etc.) sind geschlossen, der ÖPNV wurde stark eingeschränkt und es gibt eine Ausgangssperre. Konkret bedeudet dies für mich, ich darf die Wohnung nur verlassen wenn es unbedingt notwendig ist , also zum Lebensmitteleinkauf, Apotheke, Arztbesuche, Arbeit, etc.

Unsere Firma hat bereits am Mittwoch alle die irgendwie im Home Office arbeiten können nach Hause geschickt und Möglichkeiten geschaffen die Arbeitszeiten wenn nötig (z.B. Kinderbetreuung) etwas flexibler zu gestallten.

Der Ausnahmezustand wurde erst mal für 15 Tage angesetzt, aber ich befürchte, dass dies sehr wahrscheinlich um mindestens eine oder zwei Wochen verlängert wird.

Ich war am Samstag nachmittag noch mal kurz einkaufen und war echt schockiert, Obst und Gemüse war fast alles ausverkauft, bis auf Brokkoli (der scheint hier nicht so beliebt zu sein (smili) ). Nudeln, Mehl, Reis, Toastbrot, Wurst, Käse etc. auch alles weg und natürlich war auch das Toillettenpapier ausverkauft, siehe Bild:
Leeres_Regal.jpg

Auch diese Zeit wird vorbei gehen (smili)

Schöne Grüße

Mara

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 17. Mär 2020, 20:11
von LolAndrea
Annabelle-R. hat geschrieben: Di 17. Mär 2020, 07:23 tolle Idee mit dem YT Video, bewegte Bilder sind einfach noch eine andere Dimension.
Tolles Dekolleté übrigens, Kompliment.
Liebe Grüße
Annabell
hola Annabell! Danke freut mich sehr! (ki) ja find ich auch mit Video kann frau mehr Inhalt auf allen Ebenen transportieren. Naja bin ja nicht gerade sehr schüchtern und versteck mich nicht, deswegen einfach mal ein erstes YT Video erstellt. :P
Ausserdem sehen wir uns ja leider doch eher selten persönlich und jetzt kennt jede* von euch die durchgeknallte Lola Andrea ein bisschen besser! :lol: Liebe Gruesse abrazo y besito!

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 17. Mär 2020, 20:13
von Bibi Melina
war heute beim einkaufen ich dachte ich spinne

kein lokuspapier keine milch und keine spülmaschinen taps mehr *war nur noch von somat da aber das zeug mag ich net*

'*hätte bilder machen sollen nur weiss ich net wie ich die hier reinstellen soll*

muss morgen nochmal hin vll bekomme ich ja was ich brauche

eine verblüffte Hexemelina

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 17. Mär 2020, 20:19
von Blossom
Lasse mich von der Hysterie nicht anstecken und saß als Rebellin heute auf einer Schaukel auf einem Spielplatz!

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 17. Mär 2020, 20:32
von Michaela M.
Hallo zusammen!
Das Kaufland bei uns bekommt diese Woche 1 LKW voll mit Klopapier, wird verbreitet, ist aber nicht durch den Markt bestätigt. Ware soll direkt vom Hänger verkauft werden, aber nur in haushaltsüblichen Mengen. Stehen halt manche mehrmals oder mit der ganzen Familie an und jeder kauft dann ein oder zwei Packungen. Könnte auch wieder eine Fakenews ein. Einige Supermärkte machen es aber wirklich so, mit dem Verkauf vom LKW runter.
Heute Nachmittag habe ich die Pressekonferenz mit Fr. Glöckner, Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft mitverfolgt. Dabei waren Bauernpräsident Joachim Rukwied und jemand von Handelsverband.
Da fragte eine Journalistin, ob es stimmt das in Deutschland die Nutztiere infiziert seien mit Corona und dort sich Menschen angesteckt hätten. Die Ministerin und der Bauernpräsident reagierten nicht gerade erfreut, sagten das dies ein großes Problem sei mit solchen Falschmeldungen, diese sich schnell verbreiten und für unnötige Panik sorgen. Auch wurden die Medien in einer weiteren Konferenz, ermahnt nicht alles zu verbreiten, zu dramatisieren nur weil es im Netz steht oder man es gehört hat, ohne die Quellen nachzuforschen.
Fest steht das die Versorgung mit Lebensmittel usw. ausreichend gedeckt ist. Es fielen Zahlen, dass Deutschland 119 % an Lebensmittel produziert, gemessen am eigenen Bedarf. Nur 85 % würden aber in Deutschland verwendet, da wegen der Wohlstandsgesellschaft z. B. alle nur noch die schönen Stücke vom Fleisch, Obst und Gemüse ohne Macken und Flecken möchten. Die Ministerin sprach auch an, ob wir das ganze Jahr Erdbeeren brauchen, die außerhalb der Saison importiert werden müssen. Auch wegen dem anfallenden Co-² durch den Transport, der bei Früchten aus Südamerika oder Südafrika mit dem Flieger erfolgt, mahnte die Ministern. Die Zahlen mit der Überproduktion sollen aber noch höher sein, wie ein Hersteller aus Bayern von Tierfuttermittel und Produkte für Babynahrung mir erzählte. Vieles würde auf den Bauernhöfen gleich vernichtet, was dann in der Statisik nicht erscheint. Wir werfen ja gerne Lebensmittel weg.
Angesprochen wurde auch, wie es sich mit den Saisonarbeitskräften in der Landwirtschaft aussieht. Eine Lösung soll sein, dass Arbeitskräfte aus der Gastronomie, Hotels und geschlossenen Einzelhandelsgeschäften diese Arbeiten übernehmen könnten, um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken bis die Krise überwunden sei. Nur ob auf 450,00 € Basis, Minijob, Steuerklasse für den zweiten Job, auch das Kurzarbeitergeld nicht gekürzt wird, sind alles Überlegungen die vorab geklärt werden müssen. Einige Arbeitsagenturen hätten schon gemeldet, dass die ersten Gespräche mit Mitarbeitern aus der Gastronomie geführt worden seien.
Ein weiterer Punkt war, dass die Landwirte nicht, wie in einem Landkreis vom Gesundheitsamt gefordert, ihre Arbeit einstellen sollen. "Sollen die Tiere im Stall eingehen", fragte die Ministerin,"weil der Bauer im Haus bleiben muss"? In einem Kommentar, der später in einer Sendung kam, wurde gesagt das die Behörden auch mal ihren Kopf benutzen sollen, wenn sie solche Forderungen stellen.

Bei meiner Frau in der Firma, wurde der schöne Plan mit Homeoffice schon gestrichen für die Verwaltung. Die Verbindungen zwischen Server und Anschluss Zuhause, können nicht ausreichend gegen Viren, Spionage usw. gesichert werden. Bei einem Laptop war schon am ersten Tag Homeoffice Malware installiert worden. Heißt jetzt für meine Frau von 7.00 - bis 12.00 Uhr arbeiten, ihre Kollegin kommt dann um 13.00 Uhr, sie halten eine Telefonkonferenz was ansteht und das gleiche bevor die Kollegin Feierabend macht.
Ein Kunde der heute Nachmittag da war, hatte so eine Panik sich zu infizieren, dass er auf 2,00 m Abstand bestand. Er bemerkte aber schnell das dies nicht funktioniert, wenn man wie bei ihm verschiedene Ersatzteile, Zubehör braucht und sich einen neuen Filter ansehen will. Ich zog es mit dem Abstand durch, nahm einen Kescher in den ich die Teile legte, er dann sehen konnte ob das Teile sind, die vielleicht bei seinem Filter eines anderer Hersteller passen. Nur beim Filter ansehen, öffnen, wie man ihn reinigt ging aus 2,00 m nicht. Also durfte er an das Gerät und ich nahm Abstand. Doch er wollte eine Beratung, ich sollte ihm sagen und zeigen wie alles funktioniert, was beachtet werden muss, ging natürlich nicht mit seinem Abstand auf den er noch immer bestand. Pech gehabt, dachte ich mir. Der Kunde meinte noch, dass er nächsten Samstag Schutzausrüstung, Ganzkörperkondom, für sich mitbringen würde. Freuen wir uns jetzt schon drauf, meine kleinen Neffen werden sich das Lachen bestimmt nicht verkneifen können und wir sind gespannt wo er sich dann anzieht. Beim bezahlen wurde wieder der Kescher benutzt, das Rückgeld nahm er sofort in die Hand, steckte es ein, ohne sein Desinfektionspray zu benutzen, was er eigentlich machen wollte. Lustig ist, dass er weiss das ich den MRSA Keim habe und das hat ihn nie gestört. Alle anderen Kunden verhalten sich normal, wir müssen schon unteranderem wegen dem offenen Verkauf von Futter und MHD uns an HACCP halten. Hände waschen ist also für uns Routine, nur die Kleinen muss man zwischendurch immer wieder mal dran erinnern. Ihnen macht der praktische Unterricht viel Spaß, ebenso mir da sie so begeistert mitmachen. Sie sind jetzt schon eingeschlafen, vom ganzen Tag draußen arbeiten und lernen.
Mal sehen was die nächsten Tage noch passiert. Bis jetzt wurden vom Doc und Uniklinik noch keine Behandlungstermine wegen Corona gestrichen. Nur Caritas hat gefragt, ob man die Termine für den Verbandwechsel am Wochenende verschieben oder mal ausfallen lassen kann. Kein Problem, machen dann die Kleinen unter Aufsicht und Hilfe meiner Frau.
Gruß aus badisch Sibirien
Michaela M.

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 17. Mär 2020, 20:58
von Christiane
Hysterie hin oder her. (nurse)

Wenn Ihr Jemanden habt um den Ihr Sorge tragen müsst, würdet Ihr auch langsam ans Grübeln kommen.
Ich sehe auch für mich nicht die reale Gefahr - aber für meine Frau. Sie gehört wegen ihrer Chemo zur Hochrisiko-Gruppe - oder mein Erstjahres-Stift - der mit seinem Morbus Crohn auch dazu gehört.
Der Lehrling wird jetzt von mir Online "gefüttert" und hat Hausarrest - bis auf Weiteres - meine Frau auch - - aber ich muss raus - jeden verdammten Tag und könnte den Scheiß mit nach Hause bringen,
weil irgend so ein verantwortungsloser Vollidiot das Alles überhaupt nicht ernst nimmt und mich ansteckt.
Das ist das Problem, dass sich die Low-Risk-Gruppe den Anderen gegenüber total egoistisch und unsolidarisch verhält.
Und Klopapier scheint der neue Mode-Fetisch zu werden - ich glaub ich muss auch noch ein paar Rollen organisieren.
Ich hab nur keine Ahnung zu was als dem eigentlichen Zweck man es noch einsetzen kann. Außerdem ist es viel zu empfindlich für irgendwelche Spielchen. Es sei denn, man steht auf den Mumiensex - oder so. :mrgreen:

Wir sollten aber auch im Auge behalten, dass es infolge Behandlungsengpass eventuell zu Kollateralschäden kommt, weil anderen Hilfsbedürftigen nicht rechtzeitig und fundiert geholfen werden kann.
Ich glaube auch, dass die Menschen, die es bislang "erwischt" hat, nicht gerne auf diese Art gestorben sind. Es soll angeblich wie ertrinken sein - bzw- ersticken :shock: - das wünsche ich Niemandem - nicht mal meinem schlimmsten Feind!

Grüße aus dem Off - in dem seit heute nix mehr geht - außer Arbeiten. Halt - die Ausgangssperre steht noch aus.
Christiane (ki)

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Di 17. Mär 2020, 23:19
von Inga
Mirjam hat geschrieben: Di 17. Mär 2020, 15:37 ....
Übermorgen hätte ich ja wieder meine Therapiestunde. Ich bin im Moment am überlegen, was ich machen soll. Jetzt nicht so wegen der Stunde an sich, aber ich komme da praktisch nur mit dem Zug hin, 30 Kilometer einfach mit dem Fahrrad sind dann doch bissle viel. Vielleicht sollte ich mal meinen Psycho fragen? Oder was meint ihr?
----
Hallo, Myriam,

Was den aktuellen Fahrplan des Zuges angeht, würde ich liber bei der Bahn fareg, als bei deinemtherapeuten. ...

Liebe Grüße
Inga

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 18. Mär 2020, 00:04
von Mirjam
Inga hat geschrieben: Di 17. Mär 2020, 23:19 Hallo, Myriam,

Was den aktuellen Fahrplan des Zuges angeht, würde ich liber bei der Bahn fareg, als bei deinemtherapeuten. ...
Ich meine ja auch nicht ob der Zug jetzt fährt oder nicht Inga, sondern weil es im Moment einfach nicht gut ist unter zu vielen Menschen zu sein. Und dabei denke ich gar nicht in erster Linie an mich, ich gehöre ja nicht zu einer der Risikogruppen. Aber was ist wenn ich mich infiziere, es erst mal nicht merke und dann andere anstecke, die gefährdeter sind? Das will ich eben möglichst vermeiden.

(Aber meinen Namen so zu schreiben hat bis jetzt auch noch keine_r geschafft -- hinten mit "i" kommt ja öfter mal vor, aber vorne das "y" ist schon sehr -- "kreativ"? :? )

LG, Mirjam

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 18. Mär 2020, 00:07
von Simone 65
Ich habe Sorge um meine Marion . Sie hat Asthma ( COPD ) . Ich gehe noch zur Arbeit , beim Daimler in der Produktion. Da geht Home Office natürlich nicht . Ab nächster Woche ist dann Schluss . Es soll nicht gearbeitet werden . Erstmals 2 Wochen Freischicht und dann Kurzarbeit . Ich werde weiter einkaufen und meine Marion bleibt zu Hause , wir machen uns es gemütlich.
Ich habe aber Sorge , das ich was mitbringe ohne es zu merken . Ich hatte meine letzte Grippe vor 45 Jahren und auch wegen einer kleinen Erkältung bin ich noch nie krank geschrieben worden.
Ich wünsche Euch Gesundheit , liebe Grüße Simone .

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 18. Mär 2020, 01:18
von Michaela M.
Mirjam hat geschrieben: Di 17. Mär 2020, 15:37 ich komme da praktisch nur mit dem Zug hin,
Hallo Mirjam!
Es gibt sozusagen nur noch einen Notfallfahrplan bei der Bahn und dem ÖVPN, viele Verbindungen fallen aus, bei S-Bahnverbindungen wird auf einigen Strecken nicht an allen Stationen angehalten.
Der Chefarzt von der Uniklinik Essen hat gerade bei Markus Lanz erzählt, dass Leute in der Klinik Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung stehlen, wenn sie Zugriff darauf bekommen.
Es wurde beobachtet wie einige Mitbürger mit Behältern in das Gebäude kommen, Toiletten, die Spender auf den Gängen usw. ablaufen und dann die mitgebrachten Behälter füllen.
Der Professor sagte auch das viele Aussagen wie: "Wir können alle testen, wir brauchen sofort mehr Intensivbetten, Beatmungsgeräte", nicht stimmen bzw. sofort nicht durchzusetzen sind.
Die Uniklinik Essen hat 183 Intensivbetten, kann aber nicht alle belegen weil der Pflegenotstand besteht. Deshalb werden die Vorschriften gelockert.
Ein weiteres Thema in den Berichten in den Nachrichtensendungen war, dass Apotheken Desinfektionsmittel selbst mischen dürfen, wurde schon im Februar erlaubt, doch muss auch das nötige Personal vorhanden sein um die Arbeit erledigen zu können. Bei der gezeigten Apotheke haben sie Stand Heute Mittag, 800 L Desinfektionsmittel hergestellt, doch die Menge die täglich gemischt wird reicht nicht aus.

Was heute auch angesprochen wurde ist, dass unser bestehender Föderalismus in der jetzigen Situation die Arbeit des Bundes behindert, es zu Verzögerungen durch die Bundesländer kommt. Jetzt fällt auf, dass für einen solchen Notstand wie mit Corona, in der Pandemieverordnung ein Gesetz vergessen wurde, dass dem Bund solange diese Krise dauert, die alleinige Handlungsfreiheit gibt um diese Kriseensituation schneller bewältigen zu können. Bei Gesetzgebung etc. würde sich nichts für die Bundesländer ändern in einem solchen Fall wie jetzt, es geht nur um die Notfallsituation. So könnte der Bund dann auch sofort die Bundeswehr einsetzen und müsste nicht warten bis Landkreise bzw. die Bundesländer um Amtshilfe bitten. Dadurch geht auch viel Zeit verloren, bis da mal eine Entscheidung von einigen Landräten getroffen wird. Es zeigt sich ja auch schon anhand der Schulschließungen, wie unterschiedlich schnell die Bundesländer das durchgezogen haben oder wie Bayern die Alleingänge gestartet hat.
Was jetzt gewaltig auffällt ist das sparen, sparen, sparen der Bundesländer z. B. beim Personal von Polizei und Unikliniken, Schließung von Kliniken weil die Länder kein Geld für den Betrieb und Erhalt zur Verfügung gestellt hatten. Alles Probleme die bekannt sind, jetzt sich aber die Auswirkungen zeigen.

Leider gibt es auch die Mitbürger die sich beschweren, weil sie nicht mehr in die Kirche, Disko usw. dürfen und Unterschriften anfangen zu sammeln. "Beten kann man überall", war eine Antwort von befragten Leuten in Innenstädten. "Dafür braucht es diese unnötigen Gebäude nicht", antwortete ein Passant dem Reporter.

Der Professor der Uniklinik Essen zitierte noch einen Satz von Helmut Schmidt: "In der Krise wird der Charakter der Menschen deutlich".
Es ging um das stehlen, hamstern, Personal beleidigen und bedrohen in den Lebensmittelläden.
Wir sind geschockt von einem Vorfall:
Eine Kassiererin in dem Discounter wo mein Neffe arbeitet, wurde heute Abend um ca. 19.00 Uhr von einem Kunden geohrfeigt, weil er nicht einen Karton voll Flüssigseife kaufen durfte. Dabei steht am Regal, dass man nur max. 3 Flaschen bzw. Nachfüllpacks bekommt. Mein Neffe ist der Kassiererin zur Hilfe gekommen, er war zuständig in der Schicht für den Markt und ist jetzt im Krankenhaus. Der Kunde hat ihm, mit einer vollen PET-Flasche Cola, einen Scheitel gezogen. Platzwunde, am Hinterkopf, Arzt vermutet auch ein Schleudertrauma, da er gebrochen hat, ihm schwindlig ist, der Nacken schmerzt und vielleicht eine Fisur der Schädeldecke. Momentan wartet J. noch immer das er endlich ein CT gemacht bekommt. Stationär wird er nicht aufgenommen, wird nach Hause geschickt, damit die Betten für Coronaptienten frei bleiben. Darum warte ich jetzt darauf, dass er sich meldet damit ich ihn abholen kann. Meine Schmerzen sind jetzt am Anschlag, doch darf ich kein Tramadol nehmen, wenn ich noch Auto fahren muss. Da in der Filiale nur 1 + 1 Besetzung, keine Vertretung einspringen konnte da noch immer 6 Mitarbeiter krank, blieb J. bis zum Schluss im Markt, die Wunde notdürftig verbunden.
Als er sich bei mir meldete, habe ich unseren Doc Zuhause angerufen, wohnt einen Ort weiter, der dann sofort zur Filiale gefahren ist um ihn zu versorgen und brachte ihn dann auch ins Krankenhaus.
In dem Fall ist mein Neffe genauso verückt wie ich früher, wenn ich mich mit Schmerzmittel vollgepumpt hatte, damit der Markt weiterläuft, die Ware ins Regal kommt. Gedankt hat dies keiner, nur die Gesundheit hat darunter gelitten. Hoffe das er jetzt nicht mehr solche Dummheiten macht, seine Gesundheit und sein Leben sind zu kostbar. Der Schläager konnte sich absetzen, da von den anderen anwesenden Kunden keiner den Mum hatte, um ihm auf den Parkplatz zu folgen und das Kennzeichen vom Auto aufzuschreiben. Mein Neffe und die Dame an der Kasse wissen nur das es kein Stammkunde war.
Wie weit wird sich die Gewaltbereitschaft noch steigern, wohin soll das noch führen frage ich mich gerade. Meine Frau lasse ich auf jeden Fall nicht mehr alleine zum einkaufen gehen und auch ich werde nur mit Begleitung die Besorgungen in den Lebensmittelläden erledigen.
Jetzt warte ich halt auf den Anruf von J. Zum Glück habe ich erst um 12.30 Uhr meinen Behandlungstermin, kann so noch etwas schlafen. Blutabnehmen um 8.00 Uhr fällt aber aus.

Gruß an alle!
Michaela M.

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 18. Mär 2020, 08:09
von Wally
LolAndrea hat geschrieben: Mo 16. Mär 2020, 20:22
Kerstin hat geschrieben: Mo 16. Mär 2020, 18:31 Bevor ich an das glaube, glaube ich an die Unschuld einer Hure...
Hallo Kerstin! FRAGEN: Was ist denn das für ein übelst diskriminierender und abwertender Spruch aus dem Mittelalter gegen berufstätige Prostituierte? :shock: Oder hast du dich vertippt Kerstin? :?: :?: :?:
Die "Unschuld" ist doch hier kein moralisches Urteil, sondern bezeichnet den Stand körperlicher Jungfräulichkeit, auf den heute wohl kaum noch eine erwachsene Frau in westlichen Ländern gesteigerten Wert legt. Kein Grund zur Aufregung also.

Herzlichen Gruß
Wally

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 18. Mär 2020, 08:15
von Jasmine
Wie schlimm wird es in den Geschäften noch werden? Insbesondere wenn ein "Ministerpräsident Laschet" sich so äußert: "Es geht um Leben und Tod — so einfach ist das. Und so schlimm" Zitat aus: https://www.welt.de/vermischtes/article ... d-Tod.html Ob solche Panikmache zielführend ist, ich weiß es nicht. Solche Aussagen und leere Regale zeigen bei einigen Bürgern inakzeptables Verhalten.
Nachdenkliche Grüße Jasmine

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 18. Mär 2020, 12:08
von Ulrike-Marisa
Moin,

..das schreib ich schon so in einem anderen Thema und sehe es auch weiterhin so...

Wir wissen Stand heute nicht, was morgen sein wird oder könnte.
Wir können uns aber vorbereiten, indem wir Ruhe bewahren und uns darauf einstellen, dass vieles und vielleicht alles anders wird; die Bedingungen werden jetzt täglich neu verhandelt und gesetzt.
Wir können an den Grundsätzen der Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit festhalten und uns im gegebenen Umfang konstruktiv verhalten, um nicht selbst zum Kollateralschadensfall zu werden. Lernen kann man übrigens nur durch Schmerzen und Geld kann man nicht essen, wir wissen wir auch schon seit Zeiten der Ausrottung der Indianer in den USA.
Wir haben keinen Krieg und es gibt genügend zu essen und Fahrradfahren ist auch gesund genauso wie zu Fuß gehen.
Wir können es schaffen, wenn wir uns nicht verrückt machen lassen.
Darauf konzentriere ich mich jetzt :!: und arbeite weiter, denn privat nichts ist so wichtig, dass es nicht auch später gemacht werden könnte, mal von einigen Ausnahmen wie Gesundheit und Verantwortung der Familie gegenüber abgesehen.

Grüße, Ulrike-Marisa :wink:

Re: Corona - wie sehr schränkt es euch im Alltag ein?

Verfasst: Mi 18. Mär 2020, 12:19
von Momo58
Vorbildlich hat sich unser EDEKA-Markt auf den Coronavirus eingestellt. An den Kassen sind Absperrbänder alle 1,5 Meter angebracht. Die meisten Kunden halten Abstand. Es wird aufgefordert möglichst mit Kredit-/Girokarte zu bezahlen, da das Virus am Hartgeld wie an Geldscheinen haftet. Am Eingang des Marktes sind große Schilder mit Verhaltensregeln gem. RKI aufgestellt und es werden Desinfektionstücher für die Einkaufswägen bereit gestellt. Meinen Dank an die Mitarbeiter dieses Marktes die in dieser Notsituation ihr Bestes geben. Es ist wieder Toilettenpapier da und die leeren Regale werden bereits wieder aufgefüllt. (ap)

Ganz anders sieht es im Drogeriemarkt DM aus. Keine Absperrbänder an den Kassen, unvernünftige Kunden, die nicht im Traum daran denken den vom RKI empfohlenen Abstand zu halten. Leere Regale und sonst nichts. (ko)