Vor etwa sieben Wochen bin ich von einem alten Freund nach Hause eingeladen worden, weil ihm zu Ohren gekommen war, dass ich mein Leben gerade umkremple.
Das war zu einer Zeit wo es mir nicht besonders gut ging, knapp vor meinen schwärzesten Wochen.
Wir haben offen über meine Transidentität gesprochen und er hatte mir schon dort seinen Respekt ausgesprochen und mir Mut gemacht meinen Weg zu gehen.
Es war ein gutes und für mich ein beruhigendes Gespräch und schöner Abend.
Ich war schon immer in seiner Top-Liste der interessantesten Menschen, in der ich durch mein Outing noch einmal ein paar Stufen nach oben geklettert bin (seine Worte)
Nun hat er mich für heute wieder auf einen "Klönschnack" (Schwätzchen) eingeladen, was ich natürlich super finde.
Da ich weiß dass er ein Mensch mit offenem Geist und sehr aufgeschlossen ist, überlege ich ihn einfach als Michaela zu besuchen.
Auch seine Freundin (sind Jahrzehnte wie ein Ehepaar) ist genauso offen, von daher wäre es sicher Herzklopfen pur, aber kein wirkliches "Problem", außer in meinem Kopf vielleicht.
Der Haken ist, es sind immer wieder mal auch andere Freunde bei den beiden zu Gast, auch unangekündigt.
Das könnte das Ganze ein wenig für mich verkomplizieren, da ich gerade erst den Zeh ins Wasser tunken möchte ...
Vorher anfragen will ich auch nicht, da ich ihn oder die zwei schon "überraschen" möchte, damit sich nicht schon Erwartungen aubauen oder ähnliches.
Ich weiß, hier werden vermutlich gleich ale schreiben:"Mach doch einfach!", "Worauf wartest Du?", "Stell Dich nicht so an.", "Was soll schon passieren?" etc.
Aber so einfach ist das bei mir leider nicht
Das ist ein bisschen wie vom 5-Meter Turm springen.
Ich weiß dass ich es kann, unten ist auch nur Wasser und wenn ich mich nicht total bekloppt anstelle, tut es auch nicht weh und dennoch zittern die Knie.
Die Büchse der Pandorra wäre geöffnet und das Bild bekommt man nicht mehr aus den Köpfen.
Vielleicht könnt ihr mein Problem verstehen, vielleicht bin ich auch nur einfach etwas paranoid.
LG, Michaela