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Re: Valeries Welt

Verfasst: Di 10. Okt 2023, 23:06
von Valerie Bellegarde
Damenmode wird immer männlicher = unweiblicher

Hallo Mädels,
Heute kommt Valeries Welt recht grob, kritisch und negativ daher, ich rede ohne Umschweife und spare mir jede Beschönigung. Es geht um Klamotten, um das, was man früher mal "Frauenkleidung" oder "Damenkleidung" nannte, also um Kleider, Röcke, Blusen, enganliegende Pullis, durchsichtige Strümpfe und ja, auch um Absatzschuhe. Nicht zu vergessen auch das, was man mal "Accessoires" genannt hat, also Schmuck, Schals, Halstücher, Gürtel, und all die Kleinigkeiten, die früher mal Frauenkleidung von Männerkleidung unterscheidbar gemacht hat. Über das was drunter getragen wird, braucht jetzt nicht gesprochen zu werden, wir reden nur über Oberbekleidung.

Was ist aus all den schönen Klamotten geblieben, die eine Frau früher mal zu einer Frau gemacht haben? Damenkleidung im erwähnten Sinn ist heute praktisch aus dem Straßenbild verschwunden.

Ich rede jetzt vom Alltag, nicht von Abendkleidung. Und ich rede von Biofrauen aus allen Altersgruppen. Egal ob du fünfzehn, dreißig, fünfzig oder siebzig bist, du hast in der Öffentlichkeit heutzutage enge Hosen zu tragen wie ein Mann, dazu ein T shirt Größe XXL oder einen Schlabberpulli, der deine Figur versteckt und an den Füßen natürlich Sneakers, früher nannte man es Turnschuhe, die aussehen als hättest du sie bei Aldi in der Kruschtelkiste gefunden, zum Preis von 12 Euro fuffzich.

Ich kommen ziemlich viel rum im Inland und im Ausland und muß euch sagen, es ist fast überall dasselbe. Dass eine Frau sich heute nicht mehr kleidet wie eine Frau, ist mir konkret so richtig aufgefallen als ich kürzlich für ein paar Wochen wieder mal in meine Heimatstadt Stuttgart kam. Der Plan war, für ein paar Wochen 24/7 en femme zu leben. Ich habe also zwei Extrakoffer gepackt mit meinen Frauensachen und diese im Hotel im Schrank deponiert. Bzw. dort auf den Bügel gehängt.

Der erste Abend war noch relativ problemlos, zuerst ein kleines Abendessen im Hotelrestaurant, dann rüber ins kleine Schauspielhaus, es liegt nicht weit ab und ich konnte es fußläufig erreichen. Das Wetter war angenehm, also entschied ich mich für mein kleines Schwarzes, das recht eng anliegt, aus Synthetik ist und sich deshalb sehr leicht trägt. Das Kleid zeigt viel Bein, d.h. es ist knieumspielend, dazu trug ich dunkle Nylons, dazu meine high heels, die ich eigentlich als meine City-Schuhe betrachte und ich sehr gerne tagsüber trage, weil sie mir trotz 8 cm Absatz supergut an den Fuß passen und ich auch einen guten Halt habe darin durch schmale Fesselriemchen. Ich kann mich richtig gut bewegen darin. Wie gesagt, der erste Abend in der City war nett und angenehm, ich fühlte mich rundum wohl.

Die Probleme gingen am nächsten Morgen los. Das kleine Schwarze wollte ich nicht nochmals anziehen, und weil es draußen warm und sonnig war, suchte ich mir einen kurzen grauen Rock raus, dazu farblich abgestimmt ein paar Strumpfhosen, für oben sollte es eine Kurzarm-Bluse sein, ich wollte vormittags in den Schlossgarten gehen, später in die Staatsgalerie.

Um dort hinzukommen, musste ich etwa einen Kilometer die Königstraße runterlaufen, vorbei an tausend Leuten, die mir alle zuzurufen schienen: Valerie, du bist OVERDRESSED!

Wenigstens schien es mir so, als schallte mir aus der Königstrasse aus jeder Ecke dieser Ruf entgegen. Also von hundert Personen weiblichen Geschlechts trug nur ich einen Rock und eine Bluse, die übrigen neunundneunzig hatten sich alle abgesprochen und trugen engste Jeans auf prallen Hinterteilen, Oben herum Schlabberlook jeglicher Sorte aber vor allem: UNFÖRMIG. Einzige Alternative: Hoodies. Aber auch diese Pullover hatten unförmig zu sein. Als habe man sich abgesprochen.


An den Beinen trugen die Damen: Sneakers, China-Turnschuhe, Preisklasse low-low. Und abgelatscht hatten sie zu sein, damit der Watschelgang richtig schön sichtbar wird, und vor allem eines: dreckig, die Schuhbänder mussten offenbar raushängen und im Straßendreck schleifen,, als ob die Polizei die Sache so verordnet hätte.

Mädels wo habt ihr bloß euren guten Geschmack gelassen? Und wer zwingt eigentlich eine Siebzigjährige Frau, heutzutage ebenso herumzulaufen wie die Kopie einer Dreißigjährigen? Und warum ziehen sich die Dreißigjährigen heute an, als ob sie noch Fünfzehn wären?
Wer hat die Frauen heutzutage eigentlich alle modisch gleichgeschaltet und in diese schrecklichen Blue Jeans reingezwungen? Ich rede jetzt nicht von unförmigen Hinterteilen, nein, es gibt doch immer noch Biofrauen, denen man ansieht, dass die Mutter Natur sie als Frau mit Po ausgestattet hat und die auch oben herum alles haben, was zu einer Frau dazugehört. Die noch eine Bluse tragen können oder einen Pulli. Und deren Po in einem engen Rock ganz süss aussieht. Oder sollten nur noch wir Crossdresser heutzutage so etwas heute noch tragen dürfen?

Lieben Gruß
Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Di 10. Okt 2023, 23:54
von Lana
Der Konformitätsdruck ist in den letzten Jahren in allen Bereichen stark gestiegen. In der Mode geht das schon länger so, und das Ende der Fahnenstange scheint immer noch nicht erreicht zu sein.

Eine Idee hab ich schon, woran das liegen könnte. Letztlich findet man Ansätze davon auch hier im Forum, wo immer mal wieder argumentiert wird, nicht übers Ziel hinaus zu schießen bei der Kleidungswahl, weil man sonst zu sehr auffallen würde da draußen. Und schließlich wolle man ja kein Aufsehen erregen.

Vermutlich geht es den Cis-Frauen genauso wie dem besorgten Crossdresser, und das Ergebnis ist dieser langweilige Einheits-Look.

Mit einem Unterschied:
Als Crossdresser möchtest Du als Frau gesehen werden und versuchst das über deine Kleidung auszudrücken.

Als Cis-Frau musst du nicht mehr betonen, dass du Frau bist und brauchst dementsprechend auch keinen gesteigerten Wert auf die "Weiblichkeit" deiner Erscheinung legen. Es ist eh klar, dass du Frau bist. Auch im Schlabberpulli.

Es gibt noch writere Vorteile:
Unvorteilhafte Pölsterchen können einfacher kaschiert werden und es ist viel weniger Aufwand, das Outfit zusammen zu stellen.

LGL

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 11. Okt 2023, 08:06
von Joan Autumn
Ach Valerie,
Du sprichst mir ja so aus dem Herzen. Schick und Eleganz gibt es vielleicht noch ein bisschen in Rom, Mailand, Paris und London und im Osten? Leider keine Städte, wo Joan oft hinkommt.

Liebe Grüße
Joan

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 11. Okt 2023, 08:50
von Theresa
Hi Valerie,

Ich gebe dir im Großen und Ganzen recht,
Meine aber doch regionale Unterschiede zu erkennen.
Hier in Wuppertal bei 30-° + sah ich so gut wie keine Kleider oder Röcke in der Fußgängerzone. Wenn, dann in Kombi mit einer blickdichten Leggings oder an sehr jungen Mädels in der Errobungsphase.
Im Gegensatz zu niederländischen Kleinstadt bei frischem Frühjahrswetter.
Ich selbst ziehe, wenn möglich, A-Lienien-Röcke an. Schon um fehlende Hüftbreite zu kaschieren.
Ich Gaube, das Gefühl, sich gut zu fühlen wenn man sich etwas besser kleidet, ist im Laufe der Zeit etwas verloren gegangen.
Allerdings gebe ich zu, das das Thema früher viel wichtiger war als heute, wo ich anstreben, 24/7 als Frau zu leben. Rückblickend war das eine unbewußte Übertragung dessen, was ich selber wollte. Sehr zum Unmut meiner Partnerinnen, de ich von meinem Geschmack überzeugen wollte.

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 12. Okt 2023, 13:02
von Valerie Bellegarde
Neues Körpergefühl

Seit 12 Jahren halte ich nun mein Körpergewicht von zurzeit etwa 72 Kilo. Für einen Menschen meiner Größe (1,73) ist das zwar nicht besonders schlank, aber man sieht jetzt auf den ersten Blick, dass ich in der Körpermitte eine Taille habe. Generell ging meine Kleidergröße in dieser Zeit auf 44 herunter, gelegentlich experimentiere ich mit 42 oder L-Größe, z.B. bei Pullis, die eng sitzen sollen. Auf meinen natürlichen Busen (100c) hatten die Jahre des Abnehmens keine Auswirkungen, Mutter Natur sei"™s gedankt.

Deutliche Auswirkungen zeigten sich allerdings bei dem, was ich mein neues Körpergefühl nenne. Ich fühle mich heute einfach besser, wenn ich en femme bin. Das heißt, auch die psychischen Auswirkungen sind sehr positiv. Die tägliche Nahrungsaufnahme hat sich inzwischen im Schnitt bestimmt halbiert, ohne dass ich ein Hungergefühl hätte. Ansonsten achte ich eigentlich kaum auf die Zusammensetzung meines Essens, all die Kalorienzählerei oder diese scheinwissenschaftlichen Abnehm-Programme mittels industriell vorgefertigtem Suppenpulver mag ich nicht, vieles davon ist mir einfach zu unnatürlich bzw. zu kompliziert in der Zubereitung oder einfach vom Geschmack her zuwider, weil Essen ja auch Spass machen soll. Und ich esse nach wie vor gerne und gut. Aber halt weniger, deutlich weniger.

Wie gesagt, die Auswirkungen auf die eigene Psyche sind essentiell. Früher war ich eine pummelige Stubentranse, heute gehe ich en femme raus, sooft ich kann und mische mich unter Leute. Schön sein will ich nicht nur für mich selbst , sondern ich möchte auch, dass andere mich anschauen und mich schön finden. Nichts Übertriebenes, ich lege da keinen Auftritt hin dass sich Leute nach mir umdrehen. Aber gefallen möchte ich schon. Dazu gehört auch, dass ich mir bei der Auswahl von Kleidung und Schuhen, beim Styling und makeup viel Mühe gebe.

Auch gehe ich niemals in Hosen raus, sondern nur in Rock oder Kleid, wozu hat mir die Natur so ansehnliche Beine mitgegeben? High heels sind dabei kein Muss, ich habe mich inzwischen auch auf sneaker umgestellt, es gibt da heute ganz hübsche Schuhe. Aber heels gehören halt einfach dazu, wenn ich mich in der City bewege, sei es jetzt in Stuttgart oder in Narbonne, wo ich normalerweise lebe.
Das neue Körpergefühl ist etwas sehr Schönes. Hätte ich vorher gewußt, wie positiv sich das Ganze auswirkt, hätte ich garantiert schon Jahre vorher abgenommen. Oder mindestens einen ernsten Versuch gestartet.

Es widerspiegelt sich auch in den Reaktionen der Leute, die mir entgegenkommen. Früher bin ich nur bei Dunkelheit raus oder irgendwo, wo mich keiner sah. Heute ist das ganz anders. Ich MÖCHTE gesehen werden, egal ob das Männer oder Frauen sind. Natürlich vermeide ich Fußballstadien oder Gruppen von Jugendlichen, also das, was man als toxische Männlichkeit bezeichnet, vermeide ich tunlichst.

Ansonsten spiele ich, wenn sich die Gelegenheit ergibt, schon mit meinen neuen weiblichen Reizen. Es ist richtig, es hat etwas von einem Spiel, wobei ich vorsichtig bleibe. Nie übertreiben, immer die Kontrolle behalten. Ganz wichtig finde ich die Körperhaltung beim Gehen, Stehen und Sitzen. Die Parole heißt überall: Aufrecht bleiben, den Kopf hochnehmen und die Schultern zurück. Versucht das mal einfach: Aufrecht sitzen z.B. am Computer, die Rückenlehne suchen. Entlastet nicht nur deine Wirbelsäule, sondern zeigt auch, dass du einen schönen Busen hast. Auch wenn er nur aus Silikon sein sollte.

Es ist nur meine kleine persönliche Erfahrung, die ich hier weitergeben möchte. Ich jedenfalls war erstaunt, dass der Verlust von ein paar Kilos mir so viel an neuer Lebensqualität gegeben hat, gerade was das Crossdressing angeht.
Lieben Gruß, Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 27. Okt 2023, 19:32
von Valerie Bellegarde
24/7 permanent im Frauenmodus leben: Meine Probewoche als Frau: Traum oder Alptraum?

Viele unter uns Crossdressern, vor allem diejenigen, die sich als part time lady ("Teilzeit-Frau") bezeichnen, träumen gelegentlich davon, bzw. denken daran wie es wohl wäre, auch mal für eine längere Zeit in der geliebten Frauenkleidung zu verbringen bzw. über einen gewissen Zeitraum, sagen wir mal eine Woche oder zwei oder drei, die Sache permanent durchzuziehen, also quasi en femme zu leben. Nicht nur Stubentranse sein, oder mal einen Abend voll gestylt en femme rausgehen, ins Kino oder zum Einkaufen. Nein, ich meine, diese äußerliche Transformation mindestens über einen kleinen Zeitraum permanent durchzuhalten, aber ohne Unterbrechung, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Immer voll im Frauenmodus. Wäre das nicht schön? Einfach mal switchen, die Welt aus einer anderen Perspektive sehen. Als Frau angesehen werden, akzeptiert werden im anderen Geschlecht. Mancher wird die Idee schon konkret ins Auge gefasst haben. Vielleicht mal einer größere Reise als Frau? Oder mal den Urlaub im Frauenmodus verbringen? Wäre das nicht toll?

Valerie hat es ansatzweise probiert, aber ich sage euch jetzt schon: Die Realität ist ganz anders als wir es uns in unseren Träumen oder Plänen vorstellen. Im Alltag werden andere Anforderungen gestellt. Dabei geht es weniger ums Prinzip oder die Moral, also nicht um die Idee an sich, sondern um viele Kleinigkeiten, die einfach nicht so funktionieren wie man es sich vorher gedanklich vorstellt, es sind die Petitessen, die sich im realen Leben anders anfühlen. In der Summe zeigt sich dann wieder mal, dass jede Medaille zwei Seiten hat, eine schöne und eine unangenehme, an die wir CDs uns erst gewöhnen müssen. Auch beim Frau- Sein. Lasst mich also kurz berichten von meiner Woche en femme, die ich in Narbonne zugebracht habe, wo ich wohne.:

Zunächst mal meine Perücke. In Narbonne ist es warm in der Regel. Seit einiger Zeit trage ich im Frauenmodus diese schulterlangen Haare, die hübsch aussehen und nett im Winde wehen. Ich muss nach meiner "Probewoche als Frau" aber zugeben, dass eine kürzere Frisur schneller zu frisieren und im Sommer auch angenehmer zu tragen wäre. Außerdem nervte mich dieses ständige Wischen von Haarsträhnen aus dem Gesicht. Ein Bob ist ganz hübsch, aber ungewohnt für einen (in der anderen Welt) kurzhaarigen Mann wie mich. Außerdem: Das ständige Zurückwerfen der Haare auf den Rücken weil du vorne keine klare Sicht hast, daran konnte ich mich nur schwer gewöhnen.

Zweitens: Meine Valerie-Klamotten sind zwar modisch attraktiv und alle neu angeschafft, zum Teil aus teuren Boutiquen der Stadt, aber für den Alltagsgebrauch völlig ungeeignet. Das fängt mit den Schuhen an. City heels sind toll und sehen scharf aus, aber wenn du am Morgen des zweiten Tages en femme eine oder zwei Blasen am Zeh hast, dann weißt du, high heels sind keine Alltagsschuhe sondern Mörder-Instrumente... Man bemerkt es zunächst beim morgendlichen Reinschlüpfen garnicht, dass die Schuhe zu eng sind, denn sie sollen ja gut am Fuß sitzen, aber danach einen Tag lang mit solchen Schuhen unterwegs zu sein, ist Folter.

Drittens: Welcher BH sitzt schon richtig gut? Wissenschaftler haben herausgefunden, dass 80% aller Biofrauen den falschen BH tragen. Ich gehöre zu den 80% dazu, obwohl ich gar keine Biofrau bin. Das Gemeine dabei ist, dass man morgens beim Anziehen im Bad gar nicht merkt, dass da was klemmt, nein, er sitzt super und macht eine tolle Figur, so soll es ja auch sein. Im Lauf des Vormittags geht es dann los: Träger rutscht von der Schulter, Rückenband klemmt oder reibt, und abends bemerkst du erst die Striemen, die dein geliebtes Teil auf der Haut hinterlassen hat.

Silis tendieren bei mir zum Herumwandern, das heißt, sie rutschen herum, obwohl sie angeblich eine Super Haftschicht haben sollen. Gut, nehmen wir morgen die größeren. Aber sind die nicht zu schwer und auffällig? Warum kuckt mich dieser Typ dort so auffällig an? Ist das Einbildung oder die Realität?

Dann zum Thema DOB, also die Damen-Oberbekleidung. Als Frau will ich elegant auftreten, es ist wahr, ich bin keine siebzehn mehr und auch keine achtundzwanzig. Strumpfhosen mag ich nicht so sehr, also trage ich Nylons, am liebsten Strapsstrümpfe. Ich beklage mich jetzt nicht über das Gefummel beim Anclipsen der Strümpfe an die Strapse. Das ist eben Frauensache, und irgendwann wird das auch Valerie schnell von der Hand gehen, im Handumdrehen sozusagen. Die Crux an Straps-Strümpfen ist aber die, dass der Clip des Strumpfhaltergürtels sich manchmal löst und aufgeht, und der Strumpf dann unaufhaltsam nach unten in die Kniekehlen rutscht. Sehr unangenehme Situationen konnten nur dadurch verhindert werden, dass schnell mal eine Damentoilette aufgesucht werden konnte.

Hauptproblem bei meiner Kleidung ist aber, dass heute keine Frau mehr so herumläuft in der Öffentlichkeit wie ich. Vielleicht noch im Modemagazin oder im Kino sieht man so angezogene Frauen. Wirklich: Wer von den Biofrauen trägt denn heute noch Rock oder Kleid? Praktisch alle Damen bewegen sich heute in Hosen oder Leggins, allerdings ist mir beides ein Graus und aus diesem Grunde verzichte ich auf diese Kleidungsstücke. Am Abend, zum Ausgehen, zum Kino, ins Theater, wo ich auch gerne hingehe, das passt dieses outfit noch, im Alltag ist es, wie man in Frankreich sagt: "démodé" = altmodisch.

Genauso geht es mir mit dem Schminken. Früher ging ich selten ungeschminkt aus dem Haus, Augen, Teint, Lippen. Heute nur noch ganz dezent, ein heller Lippenstift vielleicht. Am Abend darf es dann wieder eine kräftigere Farbe sein. Aber Alltags mit makeup in der City? Da fällst du auf, liebe Valerie, und auffallen wollte ich nun wirklich nicht. Schön sein vielleicht, ja, aber nicht auffallen.

Ich möchte es für heute mal dabei belassen und mich nicht weiter beklagen. Insgesamt ist es mir immer noch sehr angenehm, en femme rauszugehen unter die Leute und dort 24/7die Valerie zu sein. Aber die Welt bleibt nicht stehen. Und auch Valerie wird sich anpassen müssen. Eure Meinungen dazu?

Lieben Gruß, Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 27. Okt 2023, 22:27
von Kerstin
Jetzt stell dir mal vor du müsstest enfemme arbeiten gehen.

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 28. Okt 2023, 00:12
von Valerie Bellegarde
Ich arbeiten gehen en femme? Warum nicht? Ich kann arbeiten, und ich würde dann meine edelsten Sachen tragen, dazu auch meine geliebten City heels, denn große Fußmärsche würde ich dann wahrscheinlich nicht zurücklegen müssen. Hosen würdest du an mir auf jeden Fall nicht sehen, auch nicht im Büro.
Grüße von Valerie :mrgreen:

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 28. Okt 2023, 10:08
von Valerie Bellegarde
In high heels am Bügelbrett?

Die liebe Yoko hat mir einen netten Brief geschrieben mit der Frage, wie ich denn meine Tage ZUHAUSE im einzelnen so zubringe, wenn ich 24 Stunden en femme bin. Stöckelt die Valerie dann 24/7 in voller Montur zuhause herum? Voll aufgebretzelt den ganzen Tag? Eine gute Frage, wirklich. Ich habe mal ein paar Stichworte zusammengestellt, und meine ehrlichen Antworten stehen jeweils dahinter. Wobei ich mich mal auf die Rolle der Hausfrau beschränke. Für Berufstätige sieht die Sache nochmals anders aus.

1) Im Bad und später beim Ankleiden.
Das ist der schönste Teil, hier muss Frau lediglich aufpassen, dass sie sich nicht vertrödelt weil sie sich zu lange vor dem Spiegel dreht und sich betrachtet.

2) Frühstücken und Zeitunglesen natürlich ungeschminkt. Schminken wird auf später verschoben, sollte ich länger rausgehen wollen.

3) Den Haushalt in Ordnung bringen.
Den Spüler bestücken oder das Bett machen sind Kleinigkeiten, die ich noch in Hausschlappen erledige. Größere Arbeiten wie Staubsaugen habe ich ein einziges mal in Dienstmädchenmontur in high heels erledigt, es blieb aber bei dem einen mal. Ebenso ist Bügeln in high heels für mich ein no go, seit ich bemerkt habe, dass die spitzen Absätze Markierungen im Parkett hinterlassen.

4) Einkaufen. Mal so, mal anders. Das heisst, Kleinigkeiten erledige ich gerne in high heels, für Sprudelkisten gilt aber: Nur in flachen Schuhen.

5) Abends Filme im Fernsehen schauen.
Habe ich anfangs recht gerne in voller Montur gemacht, dann aber gemerkt, dass je mehr der Film deine Aufmerksamkeit fesselt, desto weniger achtest du auf dein outfit bzw. darauf, wie kurz dein Rock ist. Generell finde ich das Sitzen in engen Röcken zwar kurzzeitig sehr nett, aber über eine längeren Zeitraum eine Zumutung. Es kostet halt Kraft, immer Haltung zu zeigen als Frau.

5) Zubett-gehen.
Ja ich habe schon im BH geschlafen. En femme natürlich mit Nachthemd darüber. Mit dem Ergebnis, dass ich am nächsten Morgen die Silis im Bett suchen musste. Eine Frage von Yoko betraf auch die Perücke. Ich erinnere mich an einen Hotelaufenthalt in der Schweiz, wo ich einmal die Perücke zum Schlafen nicht mehr abgenommen habe, den Grund weiß ich nicht mehr. Die Perücke war am Morgen danach hinüber. Geschlafen habe ich auch schlecht. Meine Empfehlung deshalb: Perücke vor dem Schafen absetzen. Und natürlich: die Demakeup-Tüchlein rausholen und das Gesicht abschminken.

Lieben Gruß, Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 28. Okt 2023, 10:37
von Yoko
Hallo Valerie (ki)

Dann könnte man doch durchaus behaupten, dass deine 24/7 Versuche ... eher ~12/7 Versuche sind, und dass du, sobald du die Wohnungstür nach drinnen überschreitest mehr in einen Androgynen-, 50%-Modus fällst ... oder es nach eigenem Geschmack, Valerie, auslebst !

Letzendlich dürfte dies bei unseren Bio-Frauen ja nicht wesentlich anders sein ... außer, dass sie morgens ihre Brüste nicht im Bett suchen müssen :wink: ... aber Bequemlichkeit, und dass es "praktisch" und auch praktikabel sein muss, geht dann (auch) vor.

Und wir sehen, ist es ja auch täglich draußen so ... die sogenannte Damenwelt zieht und zeigt sich auch (nur noch) bequem und praktisch ... wozu sollten sie sich auch zum Einkauf im Supermarkt, oder zum Kinder abholen groß aufbretzeln
Da bist es eigentlich nicht Du, die altbacken und unmodern rumläuft ... nur "normale" Frauen bretzeln sich dann eben nur zu einem bestimmten Anlass auf; für dich ist eben dann der besondere Anlass, wenn du Valerie draußen ausführen möchtest!?
Und da scheint es wohl zwischen "euch" einige optische ... ähhh ... Differenzen zu geben :lol:

💋 Yoko

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 28. Okt 2023, 11:07
von Valerie Bellegarde
Yoko hat geschrieben: Sa 28. Okt 2023, 10:37 ... aber Bequemlichkeit, und dass es "praktisch" und auch praktikabel sein muss, geht dann (auch) vor.

Und wir sehen, ist es ja auch täglich draußen so ... die sogenannte Damenwelt zieht und zeigt sich auch (nur noch) bequem und praktisch ... wozu sollten sie sich auch zum Einkauf im Supermarkt, oder zum Kinder abholen groß aufbretzeln


💋 Yoko
Liebe Yoko,
Für die Mehrheit der Frauen mag das stimmen. Unterschiede sehe ich noch hier:

1) Frauen in Büroberufen und in gehobenen Berufen, die im Kundenkontakt stehen und irgendetwas repräsentieren müssen, also Lehrberufe, Frauen im Verkauf, akademische Berufe oder künstlerische Berufe. Hier trägt frau noch fast überwiegend das traditionelle outfit Rock, Strümpfe und die guten Schuhe. "Gutes Aussehen" ist hier primär, Bequemlichkeit wird zurückgestellt, Nachlässigkeiten werden nicht geduldet.

2) Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, also alles was mit Medien zu tun hat, also Politik, leitende Jobs, Fernsehen, Film, Radio, Zeitschriften. Diese Frauen sehen sich zu recht oder zu Unrecht noch als Vorbilder und ziehen sich entsprechend an. Nachlässigkeiten wie bei Lieschen Müller wirst du dort nicht finden. Leicht zu erraten, wo hier meine (persönlichen) Vorbilder sind.

Lieben Gruß, Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 28. Okt 2023, 17:32
von Malvine
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Sa 28. Okt 2023, 11:07 Unterschiede sehe ich noch hier:
Liebe Valerie,
hier würde ich dir gerne etwas widersprechen. Die meisten Nachrichtensprecherinnen im deutschen TV tragen Hosen oder Kombinationen mit Hosen. Der Rock ist nicht weit verbreitet. Auch in den "normalen" Geschäften finde ich hauptsächlich Frauen in Hosen - weil auch hier wohl die Funktionalität vor Stil geht. In exklusiven Boutiquen mag das noch anders sein, diese gehören aber nicht zu meinem bevorzugten Einkaufsrevier.
Wie auch immer, es bleibt wohl immer die Entscheidung jeder einzelnen, was sie trägt und wie sie sich darin wohl fühlt.
Bleib du deinem Stil treu - Frauen wie du in der Öffentlichkeit sind immer eine Augenweide für mich und ich erfreue mich an ihrem Anblick.

Gruß
Malvine

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 28. Okt 2023, 18:20
von Valerie Bellegarde
Malvine hat geschrieben: Sa 28. Okt 2023, 17:32
Liebe Valerie,
Bleib du deinem Stil treu - Frauen wie du in der Öffentlichkeit sind immer eine Augenweide für mich und ich erfreue mich an ihrem Anblick.

Gruß
Malvine
Liebe Malvine,

Deine Einlassung hat viel Charme für mich, wofür ich mich bei dir bedanken möchte. Allerdings wollte ich auch nicht, dass das thread-Thema abdriftet zum allzu bekannten Antagonismus Hose versus Rock. Mit den deutschen Nachrichtensprecherinnen magst du Recht haben, obwohl man ja schon mal gesagt hat, diese Damen bestünden überwiegend oder nur aus Oberkörper. Auch gibt es mehr als die zwei staatlichen Sendeanstalten, also die Privaten, aber wir wollen mit dieser Sache jetzt wirklich nicht in ein empirisches Zählverfahren einsteigen.

Yoko hat mich gefragt, ob ich meine 24/7 Versuche im Frauenmodus auch zuhause zu 100% durchhalten konnte, und ich musste zugeben, dass ich es eben nicht perfekt durchhielt, weil man zwar mit viel Aufwand diese optische Täuschung MzF eine Weile hinkriegen kann, aber für länger fehlte mir das Durchhaltevermögen. Ein Männerkörper ist eben kein Frauenkörper, und für einen Biomann ist es eben verdammt hart, länger als einen Tag wie eine Frau zu gehen, zu sitzen, oder die ganze weibliche Motorik /Gestik nachzumachen. Obwohl - einige von uns im Forum haben das schon sehr gut verinnerlicht.

Ich jedenfalls bleibe bei der Sache und werde weiter crossdressen, auch wenn es hin und wieder zeitliche Unterbrechungen gibt.

P.S. Modisches bzw. stilistisches Vorbild für mich ist Sarah Wagenknecht. Bleibt aber auch modisch für mich ein unerreichtes Vorbild. Gut, wer von uns ist schon perfekt?

L.G. Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 28. Okt 2023, 23:47
von Zoey
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Sa 28. Okt 2023, 10:08 5) Zubett-gehen.
Ja ich habe schon im BH geschlafen. En femme natürlich mit Nachthemd darüber. Mit dem Ergebnis, dass ich am nächsten Morgen die Silis im Bett suchen musste.
Yoko hat geschrieben: Sa 28. Okt 2023, 10:37 Letzendlich dürfte dies bei unseren Bio-Frauen ja nicht wesentlich anders sein ... außer, dass sie morgens ihre Brüste nicht im Bett suchen müssen :wink:
Mädels, ihr seid (super) - ich hab hier gerade den Mords-Lachflash vor lauter Kopfkino :lol:

Und einmal sachdienlich: ich sitze hier gerade gemütlich in Top und Loungehose mit Kuschelsocken (natürlich alles Ton in Ton - herbstliches Grün"¦ (he) ) auf dem Sofa"¦ Crossdressen heißt für mich um die Zeit auf der Couch auch nicht unbedingt "voll aufgebrezelt in High-Heels""¦

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 29. Okt 2023, 11:58
von Dunja
Hallo Valerie,
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Sa 28. Okt 2023, 10:08 5) Abends Filme im Fernsehen schauen.
Habe ich anfangs recht gerne in voller Montur gemacht, dann aber gemerkt, dass je mehr der Film deine Aufmerksamkeit fesselt, desto weniger achtest du auf dein outfit bzw. darauf, wie kurz dein Rock ist. Generell finde ich das Sitzen in engen Röcken zwar kurzzeitig sehr nett, aber über eine längeren Zeitraum eine Zumutung. Es kostet halt Kraft, immer Haltung zu zeigen als Frau.
Nach der Arbeit, zuhause, entledige ich mich stets der Berufshose, und ziehe statt dessen einen Rock a. Meist Mini. Ist bequem. Dzu lasse ich allerdings in der Regel die Berufs Oberbekleidung an, bis zur Bettzeit.
Unbequem, möglich tatsächlich in längeren Bleistift Röcken.
Valerie Bellegarde hat geschrieben: Sa 28. Okt 2023, 10:08 5) Zubett-gehen.
Ja ich habe schon im BH geschlafen. En femme natürlich mit Nachthemd darüber. Mit dem Ergebnis, dass ich am nächsten Morgen die Silis im Bett suchen musste. Eine Frage von Yoko betraf auch die Perücke. Ich erinnere mich an einen Hotelaufenthalt in der Schweiz, wo ich einmal die Perücke zum Schlafen nicht mehr abgenommen habe, den Grund weiß ich nicht mehr. Die Perücke war am Morgen danach hinüber. Geschlafen habe ich auch schlecht. Meine Empfehlung deshalb: Perücke vor dem Schafen absetzen. Und natürlich: die Demakeup-Tüchlein rausholen und das Gesicht abschminken.
Während meiner CD Zeit, vor der Transition, habe ich täglich mit BH und Silies (600 Gramm / Stück) geschlafen. Die hatten keine Haftschicht, ich hatte noch nie Sillies mit Haftschicht, trotzdem sind mir noch nie die Silies "auf Wanderschaft" gegangen. Liegt das daran, wie gut der BH geschnitten ist und passt?
Haftmittel oder Kleber habe ich nur eingesetzt, wenn ich ein Oberteil getragen habe, zu dem ich keinen BH anziehen konnte, also wegen Ausschnitt.
Zu Perückenhabe ich keine Erfahrung, eines Tages kam unbewusst der Wunsch nach Typveränderung, und ich habe meine eigenen einfach nicht mehr schneiden lassen.
Abschminken vor dem Bett ist doch obligatorisch, das macht doch jede, ob Cis, Trans* oder CD. Bzw, sollte es .

Dunja