Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau
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Lebensplanung, Standorte
nathaliecd
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Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 1 im Thema

Beitrag von nathaliecd »

Hallo zusammen,

meine Frau hat mir schön öfters gesagt, das ich mich als Frau anders verhalte, als wenn ich Mann bin. Abgesehen, von den typischen weiblichen Eigenschaften :) , viel eitler als der Mann, öfters vor dem Spiegel, mehr auf meine Kleidung achte, weiblichere Bewegungen, ist Sie der Meinung, das, wenn ich Frau bin, ich z. B. viel energischer auftrete als im Männermodus.
Festgestellt hat Sie dies, wenn ich als Frau im Home Office bin, da ich dann sehr oft in Telefonkonferenzen bin.

Habt ihr ähnliche Feedbacks erfahren?

LG
Nathalie
exuser-2014-11-15

Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 2 im Thema

Beitrag von exuser-2014-11-15 »

Hi zusammen,
ich bin der festen Überzeugung, dass man aus einem "eingebildeten Macho" wenn man ihn in Damenwäsche steckt, ein devotes gehorsames "Kätzchen" machen kann.
Klappt vielleicht nicht bei jeden und es klingt wohl etwas übertrieben, aber ich habe Erfahrung damit...

LG Zwanzig DEN
Mylee

Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 3 im Thema

Beitrag von Mylee »

Ich fühle mich als Frau sehr viel wohl,daher bewege ich mich anders als in der Männer rolle die ich vorgeben muss.
Als Frau bin ich einfach ich.
nicole.f
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 4 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Mylee hat geschrieben:Ich fühle mich als Frau sehr viel wohl,daher bewege ich mich anders als in der Männer rolle die ich vorgeben muss.
Als Frau bin ich einfach ich.
Ja, würde ich für mich auch genau so sagen!

Und das ist auch genau das, was mich seit diesem Dresden Trip
viewtopic.php?f=23&t=6902&p=80259&hilit ... den#p79831
so fertig macht.
Du schreibst das genau so, wie ich das auch empfand: Wohlfühlen, richtig fühlen, einfach "ich" sein.
Was mich daran fertig macht?
Wenn ich das dort und auch sonst so empfinde, was sagt das dann über mich aus?
Doch eigentlich, dass ich sonst etwas vorgebe zu sein, was ich eigentlich nicht bin?
Das ich die ganze Zeit etwas verberge und unterdrücke?
Und was mache ich daraus? Bin ich doch TS?
Das kommt bei mir gerade in Wellen - den einen Tag so, den anderen so und das macht mich fertig. Es macht mich auch und insbesondere fertig, dass mich dieser Gedanke mehr und mehr beschäftigt und nicht mehr loslässt, wodurch alles beeinträchtigt wird. Wenn man permanent nur noch an eines denkt, fällt zwangsläufig alles andere unter den Tisch, bspw. die Arbeit. Konzentration auf den Job? Gerade nur noch mit Mühe. Und auf der anderen Seite frage ich mich, ob ich mir das alles gerade nur einrede? Gruselig...

Liebe Grüße
nicole
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nicole.f
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 5 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo Anja!
Vielen Dank!
Und ja, es hilft ein Stück und zwar in soweit, als das ich sagen kann, dass wir da different sind ;)
Ich freue mich wirklich sehr für Dich, wenn Du Deinen Weg so hast finden können - das gibt Frieden und Selbstvertrauen.

Der Unterschied zwischen uns ist, dass ich nicht zwischen zwei Gestalten/Rollen unterscheiden kann. Ich verhalte mich in Gestalt der Frau nicht anders als ich es jetzt schon tue und das entspricht überwiegend, wenn man es genauer betrachtet, dem weiblichen. In diesem Dresden Intermezzo hatte bspw. Hannelore vom Atelier verzweifelt versucht aufzuzeigen, was Mann gerne mal als Frau "falsch" macht. Ich habe da praktisch kontinuierlich gelächelt, denn alle diese männlichen Manierismen sind mir ohnehin schon immer fremd. Ich verhalte mich gleich und ich bin auch die gleiche. Da wird nicht eine andere Person oder Persönlichkeit aus mir. Nur mit der hinzukommenden äußeren weiblichen Gestalt wird dann auf einmal ein Ganzes daraus, aus dem was vorher gebrochen war. Und solange ich nicht daran denke, dass dieser Zustand endlich ist, tritt Friede ein, innere Zufriedenheit, Gelassenheit, ein Gefühl des "angekommen seins" (ich werde jetzt schon wieder ganz emotional, während ich das schreibe).

Ich glaube dieses Umschalten zwischen "Rolle als Mann" und "Rolle als Frau" nicht so zu empfinden ist auch der Grund, warum ich zunehmend ein Problem mit den Begriffen "als Mann" und "als Frau" habe. Ich habe für mich keinerlei Idee, wo der qualitative Unterschied zwischen Mann und Frau in dieser Beziehung besteht. Ich kenne eine Menge sehr männliche Frauen, von denen sich die meisten Männer nur unter der Kleidung signifikant unterscheiden würden. Ich kenne aber sehr wohl einen Unterschied zwischen männlich und weiblich. Ich weiss ganz genau, das ich nie eine Frau sein werde. Das hat mir die Biologie verbockt und da können Ärzte, wenn überhaupt, nur lindern und angleichen. Ich bin und bleibe dann aber immernoch ein sehr weiblicher Mann. Was ich aber viel mehr sein kann, ist weiblich.

Wenn ich mich zurecht mache, mache ich mich nicht für die Rolle "als Frau" zurecht, wie ein Schauspieler, der eine Rolle spielt. Ich bin dann immernoch ganz und gar ich, unverändert, nur mit äußerlich deutlich erkennbareren weiblichen Merkmalen. Die Person und Persönlichkeit ist anschließend noch gleich und ich verhalte mich gleich - gleich weiblich, so wie ich dies schon größtenteils vorher tat. Nur das ich jetzt eben nicht mehr gebrochen bin - es passt nun alles zueinander.

Aber wie gesagt, so ist es bei *mir* und mich macht das gerade fertig.
Bei anderen kann dies völlig anders sein! Und das ist auch gut so.

Ich freue mich über jede, die endlich mit sich selbst auf die eine oder andere Art Frieden schließen konnte!
Und ich bin fürchterlich neugierig und interessiert an allen diesen unterschiedlichen Wegen, wie sie das fertig bringen. Das ist super spannend!
Darüber sollte man eigentlich mal ein Buch schreiben... wie es bei den meisten von uns beginnt, wie wir uns jahrelang quälen und was dann alles daraus werden kann - das wäre mal ein Projekt :)

Liebe Grüße
nicole
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 6 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Anja hat geschrieben:Hallo Nicole,
Das klingt ja für mich schon sehr in Richtung TS oder zumindest Androgyn mit einem sehr großen weiblichen Anteil. Ich möchte dich jetzt nicht beeinflussen, das ist nur meine Meinung.
Grüße
die Anja
Da kann ich ein klitzekleines Lächeln nicht zurückhalten. Nicole weiß ja warum.
Liebe Grüße
Chrissie
nicole.f
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 7 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Dornröschen hat geschrieben:
Anja hat geschrieben:Hallo Nicole,
Das klingt ja für mich schon sehr in Richtung TS oder zumindest Androgyn mit einem sehr großen weiblichen Anteil. Ich möchte dich jetzt nicht beeinflussen, das ist nur meine Meinung.
Grüße
die Anja
Da kann ich ein klitzekleines Lächeln nicht zurückhalten. Nicole weiß ja warum.
Liebe Grüße
Chrissie
Ja ;)

Es wabert ständig vor- und rückwärts in mir herum und die Schwingungen werden gerade stärker und stärker, den einen Tag so, den andere so. Es ist zum Mäuse melken.
Wenn es nur sowas wie einen Schwangerschaftstest für TS gäbe - einmal Pipi und das Ergebnis steht nach ein paar Minuten fest.

Liebe Grüße
nicole

PS: @Ilektra - ehm, was meinst Du damit, dass die Texte zu lang sind?
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rena

Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 8 im Thema

Beitrag von rena »

@nicole

ja so ein test sollte endlich mal erfunden werden,

hast du denn auch irgendwie das gefühl das das puzzle noch nicht komplett ist bzw.ein falsches teil drin steckt?so ging es mir zumindest all die jahre vorher

liebe grüße
rena
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 9 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

nathaliecd hat geschrieben: meine Frau hat mir schön öfters gesagt, das ich mich als Frau anders verhalte, als wenn ich Mann bin. Abgesehen, von den typischen weiblichen Eigenschaften :) , viel eitler als der Mann, öfters vor dem Spiegel, mehr auf meine Kleidung achte, weiblichere Bewegungen...
Ich habe zwar keine Frau die mir das sagt, aber wenn ich Jennifer bin, dann versuche ich in erster Linie auf alle weibl. Eigenschaft zu achten. Dabei stelle ich einen deutlichen Unterschied zu meiner Männerrolle fest und das finde ich richtig gut so. Es ist ja für mich auch das Ziel, so weibl. wie möglich rüber zukommen - mit allen Facetten. Schön finde ich vor allem dabei, daß ich als Jennifer für gefühlvoller, zarter und ruhiger Auftrete, als wenn ich Mann bin. Vom ganz anderen Bewegungsablauf fange ich erst gar nicht an, denn dies sollte so und so klar sein.

Und auch als Jennifer stehe ich viel öfter vor dem Spiegel. Schon um nach einer Weile mal zuschauen ob die Frisur noch sitzt und das Make Up möchte ja auch mal nachgezogen werden - wenn man länger am Tag "en femme" unterwegs ist.

Jenifer
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Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

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nicole.f
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 10 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo Rena!
rena hat geschrieben:@nicole
ja so ein test sollte endlich mal erfunden werden,

hast du denn auch irgendwie das gefühl das das puzzle noch nicht komplett ist bzw.ein falsches teil drin steckt?so ging es mir zumindest all die jahre vorher

liebe grüße
rena
Das Bild mit dem Puzzle habe ich auch schonmal gehört, doch irgendwie drängt es sich mir nicht in dieser Form auf.
Das einzige was ich mit Puzzle verbinden könnte wäre, dass sich retrospektiv betrachtet eine Menge Teile der Vergangenheit unter der Annahme TS auf einmal viel leichter fügen lassen. Da sind so viele Versatzstücke, die mit dieser Arbeitshypothese auf einmal Sinn ergeben und passen. Aber natürlich nicht alle - ich kann unmöglich so naiv sein, auf einmal alles was mir je widerfahren ist auf dieser Basis neu zu bewerten. Manche Dinge passen aber auch vielleicht schlicht in beide Puzzle und wenn ich sie jetzt aus dem einen nehme, ergeben sie zusammen mit dem anderen vielleicht ein Ganzes?
Doch beim Ganzen bin ich noch nicht - leider.
Aber eines ist mir jetzt schon gewiss: Auch das eine ist kein Ganzes.
Oder mit Shakespeare: Es ist etwas faul, im Staate Dänemark!

Liebe Grüße
nicole
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nicole.f
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 11 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Hallo Aspie!
Diesen Alltagstest würde ich sofort machen, wenn...
...das auch nur ansatzweise realistisch wäre.
Was ich meine ist, der Alltagstest (eigentlich "Alltagserprobung") soll der Betroffenen einen Eindruck vermitteln, ob sie mit der neuen Geschlechterrolle zurecht kommen wird. Eigentlich eine gute Idee.

Aber wie soll das nun ablaufen? Das hat mir noch niemand richtig erklären können.
Was müßte ich dann unterschiedlich tun, als ich es jetzt schon tue? Ich kenne manche Bio-Frau, die männlicher rumläuft als ich! (Meine Frau zum Beispiel :)
Ich habe so schon lange Haare und trage sie offen und gefärbt - Check
Seit Jahren Ohrringe (4+3) - Check
Lange Fingernägel, wenn sie nicht gerade brechen - Check
Auch Nagellack (klar) - Check
Auch Rock - Check

Oder müsste ich nun part-tout noch einen drauflegen, obwohl dies nicht notwendigerweise meiner Natur entspräche, nur um gezielt fraulicher zu erscheinen? Das erscheint mir so widersinnig. Ich mache das doch nicht, um ein Klischee zu erfüllen?

Für mich bedeutet weiblich zu sein nicht, 24/7 in Rock und Pumps, FSH und Make-Up rumzulaufen. Und wer dies jetzt von mir verlangen würde, dem würde ich einen Vogel zeigen, da mich zudem die permanente Angst des "Erkanntwerdens" psychisch mehr belasten würde, als mir das "Rollenerlebnis" bringen würde. Denn ganz klar - mein Körper ist nach 42 Jahren Missbrauch männlicher Hormone stark gezeichnet :)
Oder anders gesagt, es würde alles Positive des Erlebens sofort vergällen und damit das Ergebnis verfälschen?
Wem mal "SCHWUCHTEL !!" hinterher gerufen wurde, dem reicht das einmalige Erlebnis. Ich möchte ja nicht soziale Isolation erleben, sondern Akzeptanz oder zumindest Toleranz.

Aber Du hast insofern Recht, als das das was mich gerade noch hält die konkrete Angst ist, dass man soetwas wie diesen völlig abartigen Alltagstest von mir verlangen würde, bevor ich ein auch nur halbwegs anständiges Passing haben könnte. Und was mir auch noch völlig unklar ist, was man alles wirklich machen *muss* und was nicht. Mein Kurzziel wäre es, zuerst Körper und Seele in Einklang zu bringen. Dinge wie Vornamens- oder Personenstandsänderung interessieren mich, zur Zeit zumindest, nicht. Namen sind Schall und Rauch und eine GaOP, für die die Gutachten der Vornamensänderung meist als Voraussetzung genommen werden, strebe ich akut auch nicht an - ich denke ich könnte auch, jedenfalls zu Anfang, ohne zurecht kommen. Und das Blatt Papier für den Personenstand ist mir gerade völlig egal, da mich bisher auch fast nie jemand danach gefragt hat. Mit gut 42 Jahren sind diese Formalien durch :)

Zunächst geht es mir ganz egoistisch zunächst nur um mich, meine Persönlichkeit in meinem Körper und das die beiden endlich zueinander finden. Dazu würde ich mir wünschen Bart Epilation (zunächst wohl IPL) und HET - das verändert schon so viel! Das Problem mit Krankenkasse und Kostenübernahme habe ich glücklicherweise nicht, erstens Privatpatient und zweitens könnte ich die beiden Sachen vermutlich ohne Probleme selbst zahlen.

Wenn das dann ein gutes Stück weit ist und ich das entsprechende Selbstbewusstsein und passende Aussehen habe, dann würde ich den nächsten Schritt gehen und es für alle noch offener und sichtbarer leben, als ich es jetzt schon tue, denn dann passt das auch zusammen. Aber nicht vorher, sonst macht man sich ja nur zur Witzfigur und gern genommenes Ziel für Hohn und Spott.

Geht sowas? Mir erscheint das bisher als noch ein eher ungewöhnlicher Weg?

In der lokalen SHG sagte man mir, dann sei mein Leidensdruck noch nicht hoch genug. Ja, mag sein. Doch wie hoch muss er sein, dass ich Diffamierung und andere psychische Schäden dadurch freiwillig in Kauf nehme? Ist das nicht soetwas, wie den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben?

Alles andere kann sich dann ergeben - manches wird vielleicht sogar später nötig, mag sein. Doch ich möchte mich dazu jetzt nicht zwingen lassen - das macht mir offen gestanden gerade Angst und die Entscheidung dazu daher so schwer. Auch weiss ich nicht, was nun der beste nächste Schritt wäre? Und ich finde dazu auch nur wenig Hilfreiches.
Ich dachte schonmal einen Psychologen aufzusuchen, damit der einem hilft - doch da liest man auch nichts Gutes und die in der SHG sagten Ähnliches - die Psychos bestätigen unsereinem wohl bestenfalls, was wir ohnehin schon wissen. Oder aber schlimmer noch, verweigern die Bestätigung und man ist erstmal festgesetzt.


Ohweh. 'Tschuldigung, schon wieder soviel rumgeheult...

Danke für's "zulesen" :)

Liebe Grüße
nicole
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Inga
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 12 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi, Nicole,

danke dass du so viel geschrieben hast. Ich glaube, du drückst vieles verdammt gut aus, was ich auch so empfinde mit den jahrzehntelang wenig bedachten weiblichen Seiten in mir.

An anderer Stelle hier im Forum habe ich irgendwo am Rande des Cogiati-Test auch schon mal geschrieben, dass ich mich da auch aners empfinde als etwa anja, die sich als "Two-Spirit" zwischen beiden Geschlechtern hin und her schaltet. Bei mir sind beide Geschlechter in mir irgendwie gleichzeitig da. Das männliche halt mein bisheriges Leben auch nach außen ausgedrückt. Doch innerlich glücklich fühle ich mich, wenn ich auch die weiblichen Seiten in mir wahr nehme und für mich anerkenne. Das gibt mir dann innerlich eine klares Leuhtn, woran ich meine Mitmenschen kaum teilhaben lassen kann.

Ich glaube, jenseits der biologischen Chromosonenin der Seele, in Psyche oder so gibt es keine eindeutigen Merkmale, woran ein Außenstehender feststellt, ob männlicvh oder weiblich bzw. wie hoch der männliche anteil in einem und wie hoch der weibliche anteil. Andere Kulturen kennen wohl so etwas wie "das dritte Geschlecht" oder so. Was man ist, wo man steht und wieviel Anteile man wovon hat, weiß man m. E. nur für sich selber - wenn man überhaupt darüber nachgedacht hat. Anstrengend finde ich es, nicht nur zur Erkenntnis über sich selber zu kommen, sondern das so "zwischen den Stühlen" auch im Leben auszudrücken, wenn einem nicht nach körplichen Veränderungen ist. Ja, da gibt es wenige SHGs, die einem beistehen und m. E. auch zuwenige Psychologen in der Trans*-Szene, die diese Ausprägungen der gefühlten anderen geschlechts in einem auch kennen und einen im Lebensalltag noch bestärken können.

Liebe Grüße
Inga
nicole.f
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 13 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Vielen Dank Mädels - Ihr macht mir Mut :)

Mein aktueller Plan sieht zuersteinmal so aus, dass ich zu meinem Hausarzt gehe und von meinen TS Gedanken erzählen werde. Ich werde ihn bitten, entsprechende Eingangsuntersuchungen zu machen, wie z.B. auch einen aktuellen Hormonspiegel. Zudem werde ich ihn um ein Anti-Androgen bitten, um auch wirklich irgendwelche irre geleiteten Triebe als Motivation völlig auszuschliessen - das scheint wohl auch kein unübliches Begehren zu sein. Allerdings hat sich da auch seit langer Zeit diesbzgl. nichts mehr getan, d.h. das schließe ich selbst schon fast aus, sicher gehen möchte ich aber trotzdem. Irreversible Folgen von Anti-Androgenen treten wohl auch erst nach gut zwei Monaten auf, ggf. bleibende Sterilität schon etwas früher. Aber ja, das ist mir bewusst und damit habe ich auch kein Problem, Kinder möchten wir keine mehr.

Ausserdem werde ich um eine Überweisung zu einem lokalen Psychologen ersuchen - Adresse habe ich von der lokalen SHG. Mit dem Psychologen habe ich die Hoffnung, sofern der etwas taugt, das alles etwas abklären zu können, ihm also mein ganzes Für und Wider darzulegen und dann hoffentlich von ihm zu erfahren, welche Diagnose seiner Meinung nach zuträfe. Ich glaube ich selbst bekomme ich das nicht mehr raus - ich mache mich zunehmend verrückt damit und beginne mir ständig mal das eine und mal das andere einzureden - und wenn ich etwas gut kann, dann ist es mir Dinge in den Kopf zu setzen und mir selbst gut zu zu reden :)
Also soll da mal ein unbeteiligter Dritter dabei schauen, das ist zu existentiell, als da irgendwelche Kurzschlüsse zu machen.

Im Grunde weiss ich es, glaube ich. Ich bin nur ein viel zu rational gesteuerter Mensch, sodass ich mir vieles weg-erklären kann.
Und vielleicht auch etwas feige, denn das ist ein echt heftiges Unternehmen, was Frau da ggf. anfängt. Der ganze Amtsschimmel ist schon schrecklich genug, aber die ganzen persönlichen Begleitumstände mit Familie und vor allem Frau würden vermutlich ein längeres Martyrium.
Und das steht mir gerade im Weg.
Ich fühle mich gerade so ein bisschen wie ein Pfeil in einer gespannten Armbrust - es muss nur noch jemand den Abzug drücken und dann hält mich nichts mehr :)

Ganz liebe Grüße
nicole
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 14 im Thema

Beitrag von Ines »

Ich habe erst kürzlich meiner Freundin gebeichtet, das ich DWT bin, aber sie hat schon vor über einem Jahr, als wir uns kennen lernten schon immer gesagt, ich bewege mich teilweise wie eine Frau. Das muss also irgendwie aus dem Unterbewusstsein heraus passieren, denn absichtlich habe ich das nicht gemacht.
Wenn ich natürlich Damenmode trage und mich auch etwas schminke (Lippenstift, Nagellack) dann erwische ich mich schon dabei, dass ich häufig in den Spiegel schaue. Als Kerl sieht der mich sonst nur für die Rasur.
nicole.f
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Re: Unterschiedliches Verhalten Mann/Frau

Post 15 im Thema

Beitrag von nicole.f »

Beim Blick in den Spiegel:
Ich kenn' Dich nicht, aber ich rasier' Dich trotzdem :)

(sagte mal ein Freund im Scherz nach einer durchzechten Nacht :)

Liebe Grüße
nicole
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