Ergänzungsausweis - Überlegungen
Ergänzungsausweis - Überlegungen - # 2

Lebensplanung, Standorte
Julia65

Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 16 im Thema

Beitrag von Julia65 »

ab08 hat geschrieben:---> Ohne das Urteil des BVerfG vom 11.01.2011 wäre ich längst operiert, denn ich hätte es nicht mehr ausgehalten. (War schon in der Planungsphase.)
Huch, und ich hätte Brief und Siegel geschworen, dass du Operiert bist. Warum ? Weiss ich nicht, aber ist so.
Ich hadere nämlich auch damit und ich bin so froh, dass dieses Gesetz entsprechend geändert wurde. Denn auch ich hätte vermutlich die OP angestrebt um damit meine Papiere in Ordnung zu bringen.
Die Entscheidung des Gerichts, dass sowas nicht sein darf, war goldrichtig (und entspricht ja auch dem GG).
Ich denke nämlich, dass ich auf die OP verzichten will. Es sei denn, ich finde mich irgendwann in einer Situation, in der mir klar wird, dass ich mit dem zusätzlichen Stück Körper zu häufig in unangenehme Situationen gerate und darunter wirklich leide.

Zu dem Ausweis: Dieser Ausweis ist eben für Leute, die eine Transition machen.
Aber ich bin auch der Meinung, dass es sinnvoll wäre einen für alle Transgender zu machen. Das wäre aber, wie schon erwähnt, etwas anderes.
Ich habe den Ausweis nie gehabt. Ich habe nach meinem Outig SOFORT tüchtig Gas gegeben und alle Schritte in Gang gesetzt. Psychotherapie, Antrag auf VÄ/PÄ, Alltagstest, Hormontherapie.. und kurz bevor meine PÄ/VÄ rechtskräftig wurde und ich eh einen richtigen neuen Ausweis bekam, erfuhr ich erst von der Existenz dieses Ergänzungsausweises.

LG
Julia
Exuser-2014-02-18

Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 17 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 »

Hallo
Claudia hat geschrieben: Im Gegensatz zu der "Modewelle" der fließenden Geschlechter gibt es aber auch Menschen hier, denen diese Eindeutigkeit wichtig ist. Eindeutig in der sozialen Rolle, Eindeutigkeit im Handeln und Denken und letztlich auch - angepasst - im Köperlichen. Ich lebe ganz klar als Frau und das ist mehr als nur die Kleidung, inzwischen kennt ihr mich ja gut genug. Ich freue mich darüber, die VÄ und PÄ hinter mir zu haben und ich freue mich sehr über den Eintrag Geschlecht: weiblich in meiner neuen Geburtsurkunde.
Also irgendwie freue ich mich, so etwas zu lesen.
Ich dachte schon, ich liege da vollkommen verkehrt, in meinen Überlegungen und meinem Empfinden.

Ich glaube, als Transsexuelle würde ich auch so empfinden, daß das eben dazu gehört, zu dem Gefühl, im richtigen Körper angekommen zu sein.
Daß dann in der Geburtsurkunde ( oder einem anderen Dokument ) drin steht: "Geschlecht weiblich".
( Oder im umgekehrten Fall, FzM, welcher hier im Forum wohl nicht so häufig vorkommt, "männlich" )

Beziehungsweise, daß man sich darüber freut: Jetzt bin ich sogar "amtlich" eine Frau.

Sozusagen ein kleiner Baustein auf dem richtigen Weg ( obwohl es sicher nur ein Formalismus ist )

elgetina ))):s
exuser-06-09-2013

Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 18 im Thema

Beitrag von exuser-06-09-2013 »

Hallo Jana,

ein Vorteil ist z.B. wenn du in eine Polizeikontrolle gerätst und dein Führerschein samt Namen und Bild nicht zu der Frau passt, die den Wagen fährt.

Liebe Grüße
Anna
Tatjana_59
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Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 19 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

anna_maria hat geschrieben:Hallo Jana,

ein Vorteil ist z.B. wenn du in eine Polizeikontrolle gerätst und dein Führerschein samt Namen und Bild nicht zu der Frau passt, die den Wagen fährt.

Liebe Grüße
Anna
Just jenes ist mir vor kurzem passiert.

Polizeikontrolle, und nichts passte zusammen, musste dann sogar aussteigen, was die Sache für mich gefühlsmäßig noch etwas komplizierte.
Ich weiß auch heute noch nicht ob die Frage ernst gemeint war des Polizisten.... Das ist schon ihr Führerschein?
Auf einen Wink seiner Kollegin lies er dann von mir ab, die hat wohl sehr viel schneller bemerkt dass alles in Ordnung ist, zumindest dass keine Ordnungswidrigkeit vorliegt, wenn Mann als Frau auftritt.
Am Flughafen kann ich mir es ungleich schlimmer vorstellen, wenn die Papiere nicht mit dem Aussehen übereinstimmt.

Ich hätte da gerne einen EA zur Hand gehabt, und werde vermutlich bald die nötigen Schritte dazu einleiten, da es mich als Mann nur noch geschlechtlich gibt.

Gruß Gerhard
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Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 20 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

JanaK hat geschrieben:Hallo,

Welchen "Vorteil" soll der Ergänzungsausweis überhaupt haben? Ich kenne ein paar wenige TS, die diesen weder gebraucht, noch beantragt hatten. Ist er eher eine juristische Vorangleichung an das zukünftige Geschlecht? Oder was soll damit bezweckt werden? Gerade dann, wenn er offensichtlich eh nicht vollends akzeptiert und "nur" eine Ergänzung zum bisherigen PA darstellt.

Schönen Gruß
Jana

Fast ebenso hat meine Psychologin auf meine Anfrage zwecks EA geantwortet. "Natürlich würde er nicht schaden, aber bei Ihnen ist der Weg doch klar. Und damit auch die Neuausstellung der amtlichen Papiere".
Bislang gabs mit meiner Identität keinerlei Probleme. Weder bei den zwei Polizeikontrollen noch beim Einchecken als Frau am Flughafen.
Chrissie
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Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 21 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Auf dem Ergänzungsausweis ist ein Foto von der Person en femme. Er ist zwar nicht offiziell, da er aber nur von einer zentralen Stelle ausgestellt wird (DGTI) und diese Hürden hat ( Überweisung eines Arztes wegen VA F64 oder Attest des behandelnden Psychologen hat er schon etwas Gewicht und einige Situationen doch wesentlich vereinfachen. insbesondere Privatpersonen (z.B. beim Bezahlen oder in der Bank) halten ihn eher für ein offizielles Dokument.

LG Chrissie
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Inga
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Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 22 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, miteinander,

m. E. sollten Polizisten die Personenkontrollen machen, schon geübt sein, die Übereinstimmung mit Ausweisfotos zu prüfen, auch wenn es auf den ersten Blick schwer fällt. Dazu gehört der Umgang mit optischen Ablenkungen wie Perücken, andre Frisur, Ohrenschmuck, fremdartie Kleidung, wesentlich älter als Foto, Makeup und und so schon.
solche ausweiskontrollen erlauben ja schließlich, länger hinzugucken und mit dem Ausweisfoto zu vergleichen.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 23 im Thema

Beitrag von Inga »

cpg hat geschrieben:Moin,
Im Gegensatz zu der "Modewelle" der fließenden Geschlechter
Da möchte ich nicht gern eingeordnet werden

Gruß
CPG
Hallo,

da schließe ich mich cpg an. "Modewelle" ist wohl etwas deplaziert.

Ich fühle mich nicht zu eienr "Modewelle" gehörig, nur weil früher von den Menschen, die sich irgendwo zwischen den Geschlechtern zu Hause fühlen, oder von beiden Geschlechtern etwas in sich fühlen, früher noch weniger geprochen wurde als von denen, die vom "falschen" Geschlecht ins "richtige" Geschlecht wechseln.

Liebe Grüße
Inga
Daniela.transg
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Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 24 im Thema

Beitrag von Daniela.transg »

Ich denke mal, zum EA von DGTI gibt es eine Menge Fragen - ich selbst halte diesen EA für sehr fragwürdig.
Dabei möchte ich nicht abstreiten, dass der EA für einige sicher eine gewisser moralische Wirkung hat. Jedoch hat der EA von DGTI keinerlei rechtliche Wirkung, das heißt, er muss von keiner Behörde, bei keiner Polizei- oder sonstigen Kontrolle anerkannt werden. Zur Personenfeststellung ist immer noch ein rechtsgültiges Ausweisdokument (Personalausweis, Reisepass) notwendig.

Bezüglich des EA habe ich beim Bundesinnenministerium eine telefonische Anfrage gestellt - erstaunlich war erst einmal, dass man dort keine Kenntnis von diesem Ausweis hatte
[ Zitat von DGTI auf der Webseite: "Derzeit ist er die einzige standardsierte Form eines Ausweispapieres, das der besonderen Situation betroffener Menschen Rechnung trägt. Er ist allen Innenministerien der Länder, dem Bundesministerium des Inneren, sowie verschiedenen anderen Behörden, Ministerien sowie verschiedenen Organisationen und Gesellschaften in Deutschland bekannt. " ]

DGTI spricht hier ebenso von einem Ausweispapier - ich halte diese Formulierung für fragwürdig, da er suggeriert, es wäre ein amtliches Dokument.

Hier die Antwort aus dem Bundesinnenministerium zu meiner Anfrage


Az: O3-12007/1#1
für Ihre Anfrage vom 18. Februar 2013 danke ich Ihnen.

Zu Ihrer Anfrage erlaube ich mir folgende Ausführungen:

Der Ergänzungsausweis der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. (dgti) dient der Vereinfachung der Identifikation von Personen, die ein Verfahren nach dem Gesetz über die Änderung von Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen (Transsexuellengesetz — TSG) anstreben oder ein solches Verfahren durchlaufen haben, ihre behördlichen Ausweisdokumente aber gleichwohl noch Zweifel über ihre Geschlechtszugehörigkeit hervorrufen. Der Ausweis bietet den Betroffenen die Möglichkeit, die vor und während der Verfahren nach dem Transsexuellengesetz auftretenden Unsicherheiten bei Dritten über die Geschlechtszugehörigkeit der Ausweisinhaber auszuräumen, ohne dass diese sich in jedem Fall verbal hierzu erklären müssen.

Der Ergänzungsausweis der dgti ist kein behördliches Ausweisdokument. Es besteht deshalb auch keine rechtliche Verpflichtung für Dritte, den Inhaber des Ausweises bereits vor Änderung des Vornamens nach -§ 1 des Transsexuellengesetzes mit seinem dem angestrebten Geschlecht entsprechenden Vornamen anzusprechen oder Geschäftsunterlagen entsprechend zu ändern.


Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Heinrich Lorenz

Bundesministerium des Innern
- Bürgerservice -
E-Mail: Buergerservice@bmi.bund.de
www.bmi.bund.de
www.115.de
____________________________________

Weiterhin halte ich es für sehr denkwürdig dass man sich einverstanden erklären muss, die Schweigepflicht seines Arztes aufzuheben (siehe Pkt. 6 der Anforderungsbedingungen)

Ebenso wenig erklärt sich der DGTI zu Fragen des Datenschutzes bezüglich der eingereichten Unterlagen.
1. Was geschieht mit den Unterlagen nach der Ausstellung des DGTI-Dokumentes?
2. Welcher Personenkreis hat Zugang zu den Dokumenten?
3. In welcher Form werden die Daten gespeichert bzw. Dokumente aufbewahrt / archiviert?

Mein Fazit
Der "Ausweis" mag sicher eine moralische Wirkung haben - mehr aber auch nicht. Die Begründung, dass für Inhaber(-in) der "Erklärungsbedarf" (z.b. bei Personenkontrollen) bei Vorlage entfällt, muss ich in Frage stellen. Ich selbst hatte bei Personenkontrollen noch nie Probleme
Viele Grüße aus Salzgitter

Daniela
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Anne-Mette
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Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 25 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Ich weiß ja nicht, ob CPG sich auf das Tragen von Frauenkleidung beschränkt, oder auch sein Aussehen dem einer Frau angleicht.
Beim nächsten Dänemark-Urlaub sollten wir uns endlich mal treffen - Du kommst ja praktisch bei uns vorbei (smili)

Ich denke mal, ich bin vom Aussehen und Auftreten her sicherlich als "dazwischen" oder "von beiden Geschlechtern etwas" einzuordnen, wenn man da eine Einordnung anstrebt.
Es ist selten gewesen, dass man mich als Frau angesprochen hat (smili)

Der Ausweis soll ja auch, wenn ich es richtig verstanden habe, auch "für Menschen dazwischen" oder Intersexuelle sein...

Allerdings denke ich mir, wenn er kaum eine Funktion hat, könnte ich auch Forum-Ausweise drucken (smili)

Bisher habe ich in Dänemark noch keine Probleme gehabt. Wenn die mal Kontrollen durchführen, sind die allerdings "mächtig gewaltig" (wie Egon Olsen sagen würde). Zu Schwerpunktkontrollen bringen die alles mit, sogar Behörden zum Prüfen von Gewerbevorschriften, Steuern, Drogen...
Sicherlich könnte man sich mit ihnen in soweit verständigen, dass man sagt, man wäre "Trans". Ob sie allerdings Probleme machen, wenn der Ausweis nicht übereinstimmt, kann ich nicht sagen.

Gruß
Anne-Mette
ExuserIn-2014-06-30

Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 26 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2014-06-30 »

Ich denke, ihr macht euch zu viele Gedanken zum Ausweisen.
Es gibt in Deutschland noch nicht einmal eine Pflicht, einen Ausweis mit sich zu führen.
Also auch ganz ohne Ausweis kann einem niemand etwas.
Mein Personalausweis ist seit 1/2 Jahr abgelaufen und einen neuen lasse ich mir erst nach der Namens- und Personenstandsänderung im nächsten Jahr machen, wenn überhaupt. Seitdem bin ich ohne Ausweis unterwegs und fühle mich gut dabei.

Und im Führerschein sind oft so uralte Fotos drin, da erkennt einen sowieso niemand mehr.
Julia65

Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 27 im Thema

Beitrag von Julia65 »

cpg hat geschrieben:Allerdings denke ich mir, wenn er kaum eine Funktion hat, könnte ich auch Forum-Ausweise drucken (smili)
*hüpf hüpf* Au ja, ich will einen. Ich will einen Forums-Ausweis. froi. ^^

Ich sehe es ähnlich wie Anja. Der Ausweis kann helfen, bei Problemen verursacht dadurch, dass ein armer Polizist von einer weiblichen Autofahrerin auf einemal einen eindeutlich männlichen Ausweis rausgereicht bekommt und diese Dame dreist behauptet, es sei ihr Ausweis. Reicht die Dame dann den EA hinterher, kann einem ein Licht aufgehen. Ein Polizist (wenn nun nicht grad eine schlimme Straftat im Raum steht) sollte dankbar für diese Hilfestellung sein. Der EA erklärt dann den Widerspruch zwischen ERscheinungsbild und Ausweis.
ABer, in der Tat, macht euch nicht zu viele Sorgen.
Ich bin nachts in Kiel in eine Polizeikontrolle geraten. Es war lange vor meiner HRT, lange vor meiner PÄ/VÄ und ganz am Anfang meiner Transition, kurz nach meinem Outing. Ich war sehr weiblich gekleidet, war ja unterwegs mit einer FReundin, wir wollten ausgehen. Ich trug einen weiten Minirock und High Heels und eine Langhaarperücke. War tüchtig geschminkt, denn ich musste ja auch einen Bartschatten noch abdecken.
Die Polizeit trat mit 2 Personen an das Fenster meines Autos dass sie eben rausgewunken hatten. Ein Mann und eine Frau. Während er sich im Hintergrund hielt, trat die Polizistin ans Fenster und sagte ihren Spruch mit der allgemeinen Verkehrskontrolle auf. Ich gab ihr meinen Führerschein und meinen Peros. Naja, dieses Zwangsouting fühlte sich erstmal nicht so toll an, aber ich nahm es mit Humor. Meine Freundin hatte ihren Spass dabei.
Mehr als ein Grinsen bekam ich aber nicht von der Polizistin. Letztlich gab es mit der Polizei noch einen smaltalk und sie erklärten uns auch den WEg zu dem Lokal, zu dem wir noch wollten.

Zum Vergleich: Hier mal ein Foto von meinem Führerschein, die den ich zeigte und dazu ein Foto von meinem JETZIGEN Ausweis.

LG
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Daniela.transg
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Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 28 im Thema

Beitrag von Daniela.transg »

Der Ergänzungsausweis der dgti ist kein behördliches Ausweisdokument. Es besteht deshalb auch keine rechtliche Verpflichtung für Dritte, den Inhaber des Ausweises bereits vor Änderung des Vornamens nach -§ 1 des Transsexuellengesetzes mit seinem dem angestrebten Geschlecht entsprechenden Vornamen anzusprechen oder Geschäftsunterlagen entsprechend zu ändern.
Das ist nun mal Fakt ....

Abgesehen davon, mal noch ein paar Gedanken - ich würde es mal als unser eigenes Selbstverständnis beschreiben....

Argument für den DGTI-Ausweis = Er erspart Erklärungen bei verschiedenen Anlässen (z.B. Personenkontrollen)
Gegenfrage: Nenne mir einen vernünftigen Grund warum ich z.B. bei einer Polizeikontrolle bei der ich angehalten werde, irgendeinem Polizisten erklären sollte, warum in meinem Ausweis ein Mann sichtbar und im Auto ein weiblicheres Wesen sitzt. Ich bin keinem Polizisten oder anderen Behördenmenschen rechenschaftspflichtig, warum ich mich weiblich kleide und schminke.
Weiterhin werden wir beim ansehen unserer Bilder feststellen, dass bestimmte Merkmale in der Physiognomie eine Identifizierung der Person möglich machen.
Ich kenne genügend Ausweise von Frauen, die mit dem was ihr Ausweis zeigt und dem was vor mir steht, ebenfalls große Differenzen vorhanden waren. Brauchen diese Frauen denn nicht auch einen Art "BIO-Frauen-Veränderungsausweis" um nicht jedem erklären zu müssen, warum sie nun die Haare gefärbt haben oder geschmnikt sind oder oder oder?

Und was generell Erklärungen in der Umwelt angeht....
Mal ehrlich - wir werden es nie vermeiden können, unser Trans*-Ich in der Öffentlichkeit hinterfragen zu lassen. Im besten Fall werden wir direkt darauf angesprochen und man kann in Ruhe reden. Das Problem ist sicher, dass man sein eigenes ICH auch kommunizieren kann und für den Nachfragenden erklärt. Diesen Fragen werden wir im Leben - völlig egal mit welcher Ausweisform wir durchs Leben rennen - immer wieder beantworten müssen. That's live...

Ich frag jetzt ganz bewußt als kleine Ketzerin: Dient der Ausweis nicht nur als Argument, sich in mancher Situation verstecken zu können? Und ist uns dabei wirklich so völlig unwichtig, dass wir als Preis für so ein laminiertes Papier unsre intimsten Daten preisgeben, die Schweigepflicht unseres Arztes pro Forma aufheben und nicht wissen wo unsere Unterlagen landen und wer sie noch in die Hände bekommt?
Viele Grüße aus Salzgitter

Daniela
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HeavenWept

Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 29 im Thema

Beitrag von HeavenWept »

Ich hatte ja auch lange überlegt, ob ich den Ausweis beantragen sollte. Am Ende habe ich mich dagegen entschieden, da er mir nichts gebracht hätte.

Argumente für den Ergänzungsausweis wären für mich die vielen Situationen gewesen, wo ich sonst meinen männlichen Namen hätte angeben müssen, wie bspw. beim Bestellen von Paketen oder beim Unterschreiben auf dem Bayernticket. Allerdings musste die dgti auf Nachfrage meinerseits auch einräumen, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Ausweis in solchen Situationen benutzt werden kann. Von daher sehe ich nicht, wo dieser Ausweis einen Nutzen (für mich) haben könnte.

Ansonsten möchte ich mich meiner Vorrednerin anschließen. Wir sollten uns für unser Auftreten nicht rechtfertigen müssen. Ich hatte seinerzeit jedenfalls meinen Spaß, als der Bahnkontrolleur sichtlich überfordert zwischen mir und meinem Ausweis hin- und hergeschaut hat. Ich empfinde solche Situationen eher als Bestätigung.
ExuserIn-2022-05-28
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Re: Ergänzungsausweis - Überlegungen

Post 30 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

Es gibt da viele Dinge wo so ein Ausweis helfen kann.

Ich denke z.B ans Bezahlen mit der Kreditkarte. Eine Bekannte musste schon mal in der Tanke vor allen Leuten die Perücke absetzen, weil der Kassierer die Polizei rufen wollte in der Annahme einen Ausweis-und Kreditkartendieb vor sich zu haben.

Gerade solche Personen akzeptieren eher den Ergänzungsausweis, da er ja recht amtlich aussieht.

Bei der Polizei kann er auch helfen, da er zumindest durch das notwendige Attest des Arztes eine - sagen wir mal- "erklärende" oder "beruhigende" Wirkung auf den Polizisten hat, es wird sich also bei der Person eher nicht um einen verkleideten Terroristen handeln ;>)

Eine Prüfung der Voraussetzungen für den Ausweis kann ein Polizist, der ihn nicht kennen sollte schnell vor Ort per Internet durchführen.

LG Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
Antworten

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