Guten Tag zusammen, Hallo Heidi,
Damit demontiere ich nicht den Sozialstaat (jedenfalls nicht mehr, als die Kunden, die Geräte "Made in China" .... kaufen
In der Relativierung die du in diesem Satz benutzt, steckt doch quasi das ganze Problem. "jedenfalls nicht mehr als die anderen" ist doch nur eine Rechtfertigungsformel für ein Gruppenverhalten das erkennbar ein Problem aufwirft.
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Wenn die anderen das machen, dann mach ich das auch" als evolutionäres Ergebnis der Menschwerdung? Sei mir nicht böse, aber was unterscheidet uns dann noch von Hefezellen? Die vermehren sich im Most wie die Irren, fressen den vorhandenen Zucker um die Wette und würden sich, wenn sie denn könnten, am Ende wundern, warum sie in ihrem eigenen Dreck verhungern.
Auf eine Art funktioniert dieser Thread wie von mir gewollt; Es wird diskutiert. Allerdings mangelt es m.E. ein bisschen an Linie. Im Eingangsposting habe ich ein paar FRAGEN gestellt und MEINE Haltung dazu genannt.
Da steht nichts vom albrechtschen Kontostand, nichts von allgemeiner Kritik an Leiharbeit und absolut nichts davon das es in Somalia besser wäre. Ich habe auch an keiner Stelle gefordert, dass Faulheit subventioniert werden soll. Wenn doch, erbitte ich einen Beleg. Mir ging und geht es um eine Diskussion über soziale Standards und um den Erhalt derselben. Standards übrigens, die, wie du Heidi zu recht angemerkt hast, erarbeitet und erkämpft wurden.
Rückblickend ist doch wohl unbestreitbar festzustellen, dass die Menschheit immer dann wirkliche Verbesserungen erreicht hat, wenn sie asoziale Verhaltensweisen aufgegeben hat und sich gemeinsam um ein Zusammenleben bemüht hat. Mittel-Europa geht es nicht zuletzt deswegen grade gut, weil seit fast 70 Jahren auf Kriege verzichtet und der Manchester-Kapitalismus abgewürgt wurde. Deswegen hat es auch keinen Sinn das Problem bei den Käufern chinesischer Erzeugnisse zu suchen. Nicht das das Zeug aus China kommt ist das Problem, sondern das dort genau die Standards nicht gelten, die hier zu einem relativ ausgeglichenen Wohlstand und einem recht bequemen Leben geführt haben. Wer glaubt, dass das heutige Wirtschaftsverhalten die richtige Fortsetzung des Weges der zu unserem Wohlstand geführt hat sei, hat die Zeichen der Zeit m.E. echt nicht erkannt.
Die einzige Erklärung die mir für die hier vorgetragenen Argumente gegen den Erhalt der sozialen Standards plausibel erscheint, ist die schiere Angst vor dem Verlust des eigenen Status. Lieber bis zum bitteren Schluss weitermachen wie gehabt, der allgemeinen Linie folgen, als sich mal ein paar unbequeme Gedanken zu machen. Ich fürchte, dass es uns mit dem vorhandenen Personal wie der Hefe ergehen wird.
Aber ich bin recht zuversichtlich, dass, nachdem das Ganze so richtig in die Sch... gelaufen ist, irgendwann später etwas besseres draus wird. So war es meistens. Das ist ja auch 'ne Form von Evolution......
Marielle