"Frau sein ausleben" nur Einbildung?
"Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Lebensplanung, Standorte
Exuser-2014-02-18

Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 1 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 »

.
Hallo Konstanze
Konstanze hat geschrieben:Hallo.
Ich frage mich gerade ob der Wunsch "Frau" zu sein oder zu spielen und sich auch dann etwas wohler zu fühlen einfach nur eine Einbildung ist.
Ein sehr interessanter Gedanke, und ich muss sagen, ich denke da wohl ähnlich.

Ich glaube aber auch an so einen Wirkmechanismus:

Wenn ich den weiblichen Körper bevorzuge ( ich bin ja auch bio-männchen und heterosexuell geprägt ),
und wenn ich an all die schönen Kleidungsstücke denke, die ich als Mann eigentlich nicht tragen darf, oder die bei mir "doof" aussehen würden,
ob ich dann nicht zwangsläufig dahin komme, meinen männlichen Körper abzulehnen.

Liebe Grüße Tina ))):s
jawasdennnun

Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 2 im Thema

Beitrag von jawasdennnun »

daher gibt es zu dem thema auch unendlich viele bücher. kultur, gesellschaft, bildung, umwelt standen und stehen immer im konflikt mit genetik und biologie. mit genug zeit und (in meinem fall captain morgan) kann man sich mit diesen themen zu tode denken...
Exuser-2014-02-18

Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 3 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 »

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Hallo Tina,
mal sehen, ob das hier noch der Thread zur doppelten Tina wird^^
jawasdennnun hat geschrieben: kann man sich mit diesen themen zu tode denken...
Das hängt sicherlich auch von den jeweiligen Voraussetzungen bzw. Möglichkeiten ab.
Wenn man jung ist, gut aussieht, allein lebt, sozosagen alle Möglichkeiten hat diese Neigung auszuleben,

ist das etwas anderes, als wenn man etwas älter ist, wo ja so manches nicht mehr sooo gut aussieht, nur "heimliche Stubentranse" ist und wesentlich seltener Gelegenheit dazu hat.
Da wird das Ganze schon eher frustrierend.

elgetina ))):s
jawasdennnun

Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 4 im Thema

Beitrag von jawasdennnun »

hey ;-)
das stimmt schon, allerdings stößt das auch nur die tür in die "was waäre wenn" welt auf.
was wäre wenn
- im dritten schwangerschaftsmonat kein testosteron produziert worden wäre
- meine mutter ihre strümpfe und slips nie hätte rumliegen lassen
- meine erste freundin mich nicht als feminin bezeichnet hätte
- ich 15 kilo weniger wiegen würde
- ich zehn jahre früher angefangen hätte slips zu tragen
und und und

nicht das das meine gedanken gewesen sind, doch ich stelle mir vor das dabei so etwas herauskommen kann. fängt man da einmal mit an, kann es unter umständen nicht mehr aufhören;-)
kompliziertes thema...
Exuser-2014-02-18

Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 5 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 »

Hey....hast Du auch recht...

normalerweise bin ich auch so geprägt:

"lieber machen und nicht so viel nachdenken."

elgetina ))):s
Andrea aus Sachsen
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 6 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

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Konstanze hat geschrieben:Ich frage mich gerade ob der Wunsch "Frau" zu sein oder zu spielen und sich auch dann etwas wohler zu fühlen einfach nur eine Einbildung ist.
Die Eingangsfrage würde ich eindeutig mit ja beantworten. Zumindest kann man es auch Einbildung nennen. Alle Trans*-Spielarten haben bekanntlich nach heutigem Kenntnisstand keine organischen Ursachen. Alles spielt sich nur im Gehirn ab.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Lina
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 7 im Thema

Beitrag von Lina »

Konstanze hat geschrieben:Hallo.
...
Also rein physikalisch ist man halt auf Mann programmiert. ...k:
Ist man?

Wer sagt das?

Worauf basierst du die Ausage?
Momo58
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 8 im Thema

Beitrag von Momo58 »

"Frau sein ausleben" ist für mich keine Einbildung, sondern Überlebensstrategie! Ich wurde fast 40 Jahre von meinem Vater emotional missbraucht. Ich glaube, dass dann eine Sicherung bei mir durchgebrannt ist und ich mir sagte: "das wäre mir als Mädchen nicht passiert". Mit einer Sexualtherapie wollte ich "davon" los kommen. Das Ergebnis der Therapie war, dass ich gelernt habe, mich so zu akzeptieren, wie ich jetzt bin, eben ein Mann in Frauenkleidern.
Wissenschaftlich gesehen, gibt's eigentlich gar nichts zu sehen, denn die Wissenschaft tappt meiner Meinung nach auf dunklen Irrwegen herum, ohne jemals eine Lösung präsentieren zu können. Vermutet werden angeborene Ursachen oder auch familiäre Ursachen. Wenn die Wissenschaft an uns herum forscht, dann doch nur deshalb, weil die nach einem Weg suchen, wie sie mit uns Geld verdienen können. Eigentlich gehören nicht wir als Männer in Frauenkleidern therapiert, sondern die Gesellschaft, die meint es gibt nur Mann oben, Frau unten und fertig.

lG Momo
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Lina
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 9 im Thema

Beitrag von Lina »

Genau. Es gibt massenhaft Gründe, die sonst stereotypen sozialen Rollenmuster anders zu leben. Und das man das tut ist einfach ein Faktum - etwas, was jeder für sich feststellen kann. Was sollte denn daran Einbildung sein?
rena

Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 10 im Thema

Beitrag von rena »

@andrea aus sachsen

mit dem organischen ursachen wäre ich mir da gar nicht so sicher,da von natur aus mein hormonelles gleichgewicht sehr leicht aus der bahn zu werfen ist,und wenn dies passiert habe ich mal wieder einen knoten in der brust
ob ich jetzt im vergleich zu anderen männern zu wenig testosteron habe und dies meine empfindungen beeinflusst sei jetzt mal dahingestellt

lg rena
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 11 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Das so unterschreiben kann.
Es gibt Fälle, da haben Mütter sich eine Tochter gewünscht aber einen Sohn geboren.
Dem Sohn wurde eingeredet er sei ein Mädchen, er wurde entsprechend eingekleidet und erzogen.
Er hat aber darunter gelitten, so ähnlich wie Transidente auf ihre Weise leiden.
Auf der anderenseite gibt es aber auch "Söhne" die ebenso erzogen wurden und die transident sind.
Liebe Grüße
von einer etwas ratlosen Verena
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 12 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, miteinander,

Mein Senf dazu:

Zum einem: Dass die Gene das Geschlecht nicht immer ganz so eindeutig bestimmt hat, belegen doch die nicht zu übersehenden Intersexuellen, die zum Teil durch grausame Operationne zu einem Gechlecht erst hin gezwungen wurden.

Zum anderen: Ich denke, das Wort Einbildung ist nicht geeignet für alles das, was sich in der Psyche abspielt. Enbildung geht von einer aktiven Aktion aus, indem ich mich in etwas hinein denke un hinein steigere. Bei der Transidendität handelt es sich doch vielmehr um das Wahrnehmen und Erklären eines an sich vorhandenen, verborgenen Zustandes. Wahrnehmen und -erklären Wollen würde ich nicht als Einbildung bezeichnen.

Liebe Grüße
Inga
Exuser-2014-02-18

Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 13 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 »

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Hallo Inga, hallo Konstanze und hallo an alle..

Also ich hatte den Startbeitrag irgendwie so verstanden, daß hier tatsächlich eine Einbildung vorherrscht.

Zusätzlich oder losgelöst von der Wahrnehmung einer tatsächlichen Transidentität.

Daß also jemand quasi als Ursache für irgendwelche Probleme oder für ein gewisses "Sich-Unwohl-Fühlen" sich in eine vermeintliche Transidentität oder in einen Hang zu Crossdressing hindenken kann.
Wäre so etwas überhaupt denkbar ?

Ich weiß nicht, ob ich daß jetzt richtig interpretiere ?

Liebe Grüße Tina ))):s
Sabrina Verena
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 14 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Tina!
Das eines dessen was das psychatrische Gutachten klären soll.
Liegt Transidenz vor oder ist ein anderes Problem Ursache für de3n Wunschn nach Geschlechtangleichung.
Daher bin ich auch der Meinung, dass die Gutachten beibehalten werden sollten.
LG
Verena
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Re: "Frau sein ausleben" nur Einbildung?

Post 15 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

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rena hat geschrieben:mit dem organischen ursachen wäre ich mir da gar nicht so sicher, ...
Wenn es organische Ursachen gäbe, müsste es möglich sein, durch Untersuchung der betreffen Organe eine Diagnose bezüglich CD/TS zu stellen. Schön wäre es ja:
- Transidente bräuchten keine umfangreichen Gutachten
- Kinder, vorsorglich untersucht, könnten gleich entsprechend ihres später gefühlten Geschlechts erzogen werden
- keine langwierige Selbstfindung
Das ist leider (noch) Zukunftsmusik. So können wir heute nur sagen: CD/TS spielen sich nur im Gehirn ab. Ob wir das Einbildung, Gefühl oder sonstwie nennen, sollte dabei keine so große Rolle spielen.
Andererseits: Irgendwie muss der X- oder Y-Chromosomensatz, den wir bei der Zeugung bekommen haben, unser Gehirn beeinflussen, sonst wären nicht die meisten Menschen "richtig" programmiert. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es ein Gen geben könnte, das, "verkehrt herum" in die DNS eingebaut, CD/TS auslösen soll. Ich bin allerdings nur Laie auf diesem Gebiet, denke aber, dass hier noch viel Forschungsarbeit zu bewältigten ist.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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