Etwas Ernsthaftes: Ein Krebstagebuch
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Anne-Mette
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Etwas Ernsthaftes: Ein Krebstagebuch
Ein Krebstagebuch: "Ich will ja leben, oder?"
Extra: Dienstag, 15. Dezember, 23.15 - 00.10 Uhr, VOX
http://www.spiegel.de/sptv/extra/0,1518,665616,00.html
Gruß
CPG
Extra: Dienstag, 15. Dezember, 23.15 - 00.10 Uhr, VOX
http://www.spiegel.de/sptv/extra/0,1518,665616,00.html
Gruß
CPG
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Mark&Suse
Re: Etwas Ernsthaftes: Ein Krebstagebuch
Hallo CP,
ich hab den Bericht gelesen und das Video angesehen...da könnte ich jetzt ne Menge zu schreiben (aus eigener Erfahrung) , weiß aber nicht, ob das hier von Interesse ist...deswegen bitte erst mal Meinung dazu.
Grüße von Suse
ich hab den Bericht gelesen und das Video angesehen...da könnte ich jetzt ne Menge zu schreiben (aus eigener Erfahrung) , weiß aber nicht, ob das hier von Interesse ist...deswegen bitte erst mal Meinung dazu.
Grüße von Suse
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Anne-Mette
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Re: Etwas Ernsthaftes: Ein Krebstagebuch
Moin,
für mich ist es schon wichtig, dass man/frau auch über andere Dinge spricht, eben auch über ernsthafte Themen, die sicherlich nichts mit dem Thema des Forums zu tun haben.
Deshalb lasse ich manchmal Informationen/Artikel/Links hier einfließen und warte, ob eine Reaktion kommt.
Das ist "fast wie im richtigen Leben". Ich erzähle etwas im Kreis meiner Freunde und beobachte, ob sich daraus ein Gespräch ergibt. Ich freue mich natürlich, wenn die Anregung aufgenommen wird und sich daraus ein Hin- und Her ergibt und ich danach das Gefühl habe: "es war ein gutes Gespräch".
Das habe ich hier im Forum auch manchmal
Natürlich muss es auch Belanglosigkeiten geben und manchmal auch einen Spaß ohne viel Niveau, aber wie gesagt: es gibt auch andere Themen, die mir auch wichtig sind.
Gruß
CPG
für mich ist es schon wichtig, dass man/frau auch über andere Dinge spricht, eben auch über ernsthafte Themen, die sicherlich nichts mit dem Thema des Forums zu tun haben.
Deshalb lasse ich manchmal Informationen/Artikel/Links hier einfließen und warte, ob eine Reaktion kommt.
Das ist "fast wie im richtigen Leben". Ich erzähle etwas im Kreis meiner Freunde und beobachte, ob sich daraus ein Gespräch ergibt. Ich freue mich natürlich, wenn die Anregung aufgenommen wird und sich daraus ein Hin- und Her ergibt und ich danach das Gefühl habe: "es war ein gutes Gespräch".
Das habe ich hier im Forum auch manchmal
Natürlich muss es auch Belanglosigkeiten geben und manchmal auch einen Spaß ohne viel Niveau, aber wie gesagt: es gibt auch andere Themen, die mir auch wichtig sind.
Gruß
CPG
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Mark&Suse
Re: Etwas Ernsthaftes: Ein Krebstagebuch
Hallo,
da ich deine Antwort nicht als eingeutiges Nein identifiziert habe, schreib ich mal
Hier also meine "Lebensgeschichte":
Einleitung
Ich wurde 1969 geboren. Ab 1970 hatte ich schwer Asthma mit Sauerstoffzelt und dem ganzen Pipapo. Meine Mutter bekam von den Ärzten die Ansage "Wenn sie die Pubertät erlebt, hat sie a. Glück und es b. wahrscheinlich hinter sich". Ich hab die Pubertät überlebt
.
Als ich dann laufen konnte (so mit 3), hab ich mir als erste Amtshandlung ne Kanne heißen Kaffee auf den Oberkörper verteilt (Oma's Kaffeekanne stand mit "Kaffeemütze" auf dem Tisch und ich MUSSTE wohl einfach wissen, was unter dieser tollen bunten Mütze ist...Mütze gezogen, Kanne raus gefallen...platsch). Somit habe ich eine (durchs Wachstum bedingte nur noch) mittelgroße Brandnarbe auf dem Oberkörper.
Mit 6 bin ich dann mit "Voll-Schmackes" in eine Imbiss-Tür gestolpert...mit dem Kopf zuerst...Narbe zwischen den Augen, Narbe in der Kinnfalte, Aussage der Ärzte "Das hätte auch die Halsschlagader sein können" (Mit 6 ist der Abstand zwischen Kinn und Hals ja noch nicht sooo weit).
Na, ja...der Rest lief relativ zahm ab
Hauptteil
2006 wurde bei mir dann der erste Knoten diagnostiziert. Linke Seite, ganz weit außen, ganz klein...wurde entfernt, hinterher Bestrahlung und Medikamenten-Therapie zur Prophylaxe...Im März 2007 ist dann mein Freund gestorben...guter Nährboden für Rezidive..sagte mein Arzt...so war es dann auch. Im September die zweite OP, wieder links, wieder klein. Dies Mal hab ich auf jegliche Therapie verzichtet, weil mir eh alles wurst war. Im April 2008 dann die 3. OP. Dies Mal mit anschließender Chemo. Während der Chemo (also ohne Haare) hab ich dann Mark kennen gelernt. Das nur so am Rande
. Dieses Jahr wars mal andersrum. Der Knoten war NICHT ganz links, sondern in der Mitte der linken Brust und somit wurde zur Rezidiv-Verkleinerung die Chemo VORHER gegeben (auch, um zu sehen, ob sie anschlägt, da die letzte wohl offensichtilch nix angeschlagen hat...). Sie hat gradezu sagenhaft angeschlagen (neuer Wirkstoff, neue Zusammensetzung). Brust ist jetzt zwar trotzdem ab, aber wenn ich BH trage, fällt es nicht auf.
Schlussteil
Mir geht es gut...und das war schon mein Leben lang so. Ich habe mich nie durch irgendwelche Krankheiten runter ziehen lassen und mag Leute, die im Selbstmitleid zerfließen, überhaupt nicht. Meine Lebenseinstellung hat sich im Laufe der Jahre dahin gehend geändert, dass ich heute mein Augenmerk eher auf die kleinen Dinge im Leben richte und nicht auf den großen Knall warte. Ich freue mich, wenn ich morgens im Garten die Eichhörnchen sehe oder abends einen tollen Sonnenuntergang. Ich freue mich über das, was ich habe: einen lieben Partner, eine (manchmal) tolle Tochter mit Abi
, einen prima Arbeitsplatz mit sehr netten und verständnisvollen Kollegen und einen absolut festen Familienhintergrund. Das ist mehr, als die meisten lebenslang gesunden Menschen jemals hatten. Ich genieße jeden Tag, denn ich lebe JETZT und nicht in einem halben Jahr...jaaa, dann lebe ich wohl auch noch, aber entscheidend ist für mich das JETZT. Wer weiß, was in einem halben Jahr ist..."Genieße den Augenblick".
Noch ein Nachtrag: Mein Freund ist im März 2007 übrigens mit 44 am plötzlichen Herztod gestorben ("Sudden death"). Ohne Krankheit, ohne Vorankündigung, einfach so...abends eingeschlafen, morgens nicht wieder aufgewacht. Kein Übergewicht, fit, arbeitend, alles gut. Der Arzt beschrieb das mit "Schlagartig erweiterter Herzmuskel, kann jeden treffen, immer und überall" und meine umfangreiche Goggel-Recherche hat ergeben, dass es tatsächlich sowohl 20jährige Sportler als auch 40jährige Manager und 80jährige Rentner trifft. Das war völlig aus jeglicher Planung zwecks Zukunft usw raus gerissen und da war ich das erste Mal wirklich down in meinem Leben...
Also wenn es so sein soll, dann soll es so sein...vor weg laufen kann man eh nicht. Deswegen jeden Tag genießen und alles ist gut
da ich deine Antwort nicht als eingeutiges Nein identifiziert habe, schreib ich mal
Hier also meine "Lebensgeschichte":
Einleitung
Ich wurde 1969 geboren. Ab 1970 hatte ich schwer Asthma mit Sauerstoffzelt und dem ganzen Pipapo. Meine Mutter bekam von den Ärzten die Ansage "Wenn sie die Pubertät erlebt, hat sie a. Glück und es b. wahrscheinlich hinter sich". Ich hab die Pubertät überlebt
Als ich dann laufen konnte (so mit 3), hab ich mir als erste Amtshandlung ne Kanne heißen Kaffee auf den Oberkörper verteilt (Oma's Kaffeekanne stand mit "Kaffeemütze" auf dem Tisch und ich MUSSTE wohl einfach wissen, was unter dieser tollen bunten Mütze ist...Mütze gezogen, Kanne raus gefallen...platsch). Somit habe ich eine (durchs Wachstum bedingte nur noch) mittelgroße Brandnarbe auf dem Oberkörper.
Mit 6 bin ich dann mit "Voll-Schmackes" in eine Imbiss-Tür gestolpert...mit dem Kopf zuerst...Narbe zwischen den Augen, Narbe in der Kinnfalte, Aussage der Ärzte "Das hätte auch die Halsschlagader sein können" (Mit 6 ist der Abstand zwischen Kinn und Hals ja noch nicht sooo weit).
Na, ja...der Rest lief relativ zahm ab
Hauptteil
2006 wurde bei mir dann der erste Knoten diagnostiziert. Linke Seite, ganz weit außen, ganz klein...wurde entfernt, hinterher Bestrahlung und Medikamenten-Therapie zur Prophylaxe...Im März 2007 ist dann mein Freund gestorben...guter Nährboden für Rezidive..sagte mein Arzt...so war es dann auch. Im September die zweite OP, wieder links, wieder klein. Dies Mal hab ich auf jegliche Therapie verzichtet, weil mir eh alles wurst war. Im April 2008 dann die 3. OP. Dies Mal mit anschließender Chemo. Während der Chemo (also ohne Haare) hab ich dann Mark kennen gelernt. Das nur so am Rande
Schlussteil
Mir geht es gut...und das war schon mein Leben lang so. Ich habe mich nie durch irgendwelche Krankheiten runter ziehen lassen und mag Leute, die im Selbstmitleid zerfließen, überhaupt nicht. Meine Lebenseinstellung hat sich im Laufe der Jahre dahin gehend geändert, dass ich heute mein Augenmerk eher auf die kleinen Dinge im Leben richte und nicht auf den großen Knall warte. Ich freue mich, wenn ich morgens im Garten die Eichhörnchen sehe oder abends einen tollen Sonnenuntergang. Ich freue mich über das, was ich habe: einen lieben Partner, eine (manchmal) tolle Tochter mit Abi
Noch ein Nachtrag: Mein Freund ist im März 2007 übrigens mit 44 am plötzlichen Herztod gestorben ("Sudden death"). Ohne Krankheit, ohne Vorankündigung, einfach so...abends eingeschlafen, morgens nicht wieder aufgewacht. Kein Übergewicht, fit, arbeitend, alles gut. Der Arzt beschrieb das mit "Schlagartig erweiterter Herzmuskel, kann jeden treffen, immer und überall" und meine umfangreiche Goggel-Recherche hat ergeben, dass es tatsächlich sowohl 20jährige Sportler als auch 40jährige Manager und 80jährige Rentner trifft. Das war völlig aus jeglicher Planung zwecks Zukunft usw raus gerissen und da war ich das erste Mal wirklich down in meinem Leben...
Also wenn es so sein soll, dann soll es so sein...vor weg laufen kann man eh nicht. Deswegen jeden Tag genießen und alles ist gut
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Anne-Mette
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- Beiträge: 27031
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
- Geschlecht: W
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Ringsberg
- Forum-Galerie: gallery/album/1
- Hat sich bedankt: 183 Mal
- Danksagung erhalten: 2022 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Etwas Ernsthaftes: Ein Krebstagebuch
Moin,
ich weiß immer nicht, was ich dazu sagen soll. Manchmal schäme ich mich, wenn ich wegen meiner"Kinkerlitzchen" niedergedrückt bin oder Schwierigkeiten so wichtig nehme.
Wie ich bei Dir sehe, gibt es schon sehr heftige Lebenswege.
Ich danke Dir, dass Du das hier so offen geschrieben hast. Wie gut, dass Du einen positiven Lebenswillen erhalten hast. Der zeigt sich auch in vielen Deiner Beiträge, die ich sehr schätze.
... und es ist ein großer Vorteil, wenn man sich noch selbst bewegen kann und selbst entscheiden kann, wohin es geht.
Ich wünsche Dir weiterhin eine schöne Adventszeit und grüße Dich herzlich
Anne-Mette
ich weiß immer nicht, was ich dazu sagen soll. Manchmal schäme ich mich, wenn ich wegen meiner"Kinkerlitzchen" niedergedrückt bin oder Schwierigkeiten so wichtig nehme.
Wie ich bei Dir sehe, gibt es schon sehr heftige Lebenswege.
Ich danke Dir, dass Du das hier so offen geschrieben hast. Wie gut, dass Du einen positiven Lebenswillen erhalten hast. Der zeigt sich auch in vielen Deiner Beiträge, die ich sehr schätze.
Ich denke, das ist eine gute Botschaft.Deswegen jeden Tag genießen und alles ist gut
... und es ist ein großer Vorteil, wenn man sich noch selbst bewegen kann und selbst entscheiden kann, wohin es geht.
Ich wünsche Dir weiterhin eine schöne Adventszeit und grüße Dich herzlich
Anne-Mette