Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24
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Slatjana
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Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 1 im Thema

Beitrag von Slatjana »

Wie kann man den eignen Sohn bzw. seinen Zwillingsbruder so hassen?
https://www.br.de/nachrichten/bayern/an ... er,VM3qOda
Why don`t you knock it off with them negative waves? Why don`t you dig how beautiful it is out here?
Vesta
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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 2 im Thema

Beitrag von Vesta »

Das ist mir auch unverständlich, wie man eine solche Tat begehen kann.

Ich verstehe ja, dass Eltern nicht begeistert sind, wenn ihr Sohn schwul ist, denn das bedeutet idR. keine Enkelkinder und hat damit auch Auswirkungen auf das weitere Leben der Eltern. Aber mit einer solchen Tat verlieren sie ihren Sohn endgültig (gemeint ist, weil er den Kontakt abbrechen wird) und erreichen nichts.
Val44721
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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 3 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Vesta hat geschrieben: Mi 10. Jun 2026, 09:24 Ich verstehe ja, dass Eltern nicht begeistert sind, wenn ihr Sohn schwul ist, denn das bedeutet idR. keine Enkelkinder und hat damit auch Auswirkungen auf das weitere Leben der Eltern
Genug Schwule Paare haben Kinder. Z.b. durch Adoption. Auch ich werde eines Tages Kinder haben die ich adoptiert habe. Deine Worte wirken sehr so, als ob du adoptierte Kinder als minderwertig gegenüber selbst ausgetragenen siehst.

Von welchen „Auswirkungen“ du sprichst und dass du Verständnis für Homophobie gegen den eigenen Kindern hast bleibt für mich unverständlich.
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Anne-Mette
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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Ich habe das Thema in eine andere Rubrik verschoben und den Titel etwas ergänzt.
Vesta
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Re: Woher dieser Hass?

Post 5 im Thema

Beitrag von Vesta »

@Val44721

Zum Verständnis:
Leibliche Kinder mit dem eigenen Partner sind nicht möglich, und bei Adoptionen, zumindest bei Adoptionen kleiner Kinder, gibt es ein starkes Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage ist wesentlich größer, und wenn es um die Vermittlung der Kinder geht, stehen schwule Paare nicht an erster Stelle. Wenn ein schwules Paar ein Kind hat, dann hat meistens einer der Partner dieses aus einer vorherigen Beziehung mit einer Frau mitgebracht. (Einen Fall kenne ich, wo ein schwules Paar mit einem lesbischen Paar ein Kind hat, welches "geteilt" wird - das ist mal beim Vater, meistens bei der Mutter - so etwas ist aber selten.) Deswegen bleiben die meisten schwulen Paare kinderlos, nicht alle, aber die meisten, und deswegen schrieb ich "idR.".

Mit Auswirkung ist nur gemeint, keine Enkelkinder zu haben, also keine Großelterntage, wo die Kinder von Oma und Opa betreut werden, keinen Besuch mit Enkelkindern, keine Spielplatzbesuche, kein Gartenfussball oder was man sonst mit ihnen machen würde, kein Urlaub von Oma und Opa mit Enkeln. Das hat durchaus Auswirkungen auf das Leben der Großeltern.
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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 6 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Val44721 hat geschrieben: Mi 10. Jun 2026, 10:14 Von welchen „Auswirkungen“ du sprichst und dass du Verständnis für Homophobie gegen den eigenen Kindern hast bleibt für mich unverständlich.
Eine Position verstehen, nachvollziehen können ist etwas grundlegend anderes, als sie sich auch zueigen zu machen.

Ich kann - bis zu einem gewissen Grad - rassistische, extremistische, andere -istische, -phobe oder -phile Meinungen, Sichtweisen, Bedürfnisse verstehen, weil ich in der Lage bin, Analogien zu eigenen Meinungen, Sichtweisen und Bedürfnissen zu ziehen. Ich kann die Hintergründe (er)kennen und finde vielleicht sogar Erklärungen für bestimmte Verhaltensweisen.

Das alles kann ich sogar erstmal weitgehend neutral machen, die Betrachtung ist eine rein technische Sache.

Das bedeutet aber weder, dass ich damit einverstanden bin, noch das ich das unterstütze, gut heiße, oder sogar selbst weitertrage.

Im Gegenteil, meine Erfahrung ist, dass sich dadurch Konflikte entschärfen, und Kommunikation wieder öffnen kann. Habe ich gerade erst am Wochenende erleben dürfen.

Im vorliegenden Fall könnte ich also - vermutlich ähnlich wie Vesta - nachvollziehen, warum die Frau und ihr einer Sohn so gehandelt haben (könnte ich, mit mehr Informationen, die ich nicht habe und darum hier auch gar nicht weiter spekulieren möchte) - und dieses Nachvollziehen kann mir eine Tür öffnen, um mit den Menschen in Kommunikation zu treten um diese Ablehnung des homosexuellen Sohns/Bruders anzugehen.
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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 7 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 10. Jun 2026, 11:51 Eine Position verstehen, nachvollziehen können ist etwas grundlegend anderes, als sie sich auch zueigen zu machen.
Es ist ein weitverbreitetes Phänomen, das viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, das zu unterscheiden. Das gilt leider für alle Bereiche.

Danke für deine Ausführungen (smili)

LGL
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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 8 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lana hat geschrieben: Mi 10. Jun 2026, 12:06
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 10. Jun 2026, 11:51 Eine Position verstehen, nachvollziehen können ist etwas grundlegend anderes, als sie sich auch zueigen zu machen.
Es ist ein weitverbreitetes Phänomen, das viele Menschen nicht mehr in der Lage sind, das zu unterscheiden. Das gilt leider für alle Bereiche.

Danke für deine Ausführungen (smili)

LGL
Ja, den Eindruck habe ich auch.

Gerne in Kombination mit dem Phänomen, auch neutrale aber abweichende Meinungen als persönlichen Angriff zu interpretieren. Sehr gerne ausgelebt und gut zu beobachten in Polit-Talkshows.

Das tragische daran: ich verstehe die Motivation im Kontext der Medien, mehr Drama = mehr Klicks, mehr Aufmerksamkeit, mehr (gefühlte) Relevanz. Leider hat sich das auf den privaten Diskurs übertragen und jetzt finden auch hier kaum noch Diskussionen statt. Stattdessen imitieren viele dieses plakative schwarz-weiß/Freund-Feind-Denken, und was übrig bleibt sind harte Fronten, wo in den meisten Fällen über vieles eigentlich Konsens besteht. Aber anstatt sich auf die verbindenden Aspekte zu verständigen reiben wir uns an kleinen Nebenkriegsschauplätzen auf.
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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 9 im Thema

Beitrag von Val44721 »

So, nachdem sich jetzt alle einmal das Maul über mich zerrissen haben mag ich jetzt gerne auch noch was beitragen.

@Vesta
Adoption hat eine Wartezeit von durchschnittlich 1,5 Jahren. Das ist zwar länger als die 9 Monate für eine Schwangerschaft aber die meisten Paare müssen ja auch ein bisschen noch probieren bis es überhaupt klappt. Da ja aber leider immer noch religiöse Einrichtungen die Verteilung machen ist da definitiv auch noch mal eine große Portion Homophobie drin. In Spanien haben die Kirchen ja bis vor ein paar Jahrzehnten noch aktiv mit solchen Begründungen Paaren Kinder sogar weggenommen um diese dann an heterosexuelle Paare zur Adoption zu vergeben.

Aber trotzdem adoptieren Homosexuelle Menschen Kinder. Es ist halt erst seit 2017 erst legal, also sind die Kinder welche im Säuglingsalter adoptiert wurden halt noch zu jung um einem groß im Netz oder in Person zu begegnen.

Aber davon mal abgesehen. Wenn man Homophobie dem eigenen Kind gegenüber als nachvollziehbar betrachtet trägt man seinen Teil dazu bei, dass es das gibt. Dadurch wird so eine Position noch als gesellschaftsfähig gehalten. Denn wenn man sagt „ich will kein schwules Kind“ und andere dann sagen „kann ich nachvollziehen“ dann wird auch der Nächste das sagen. Erst wenn andere „wtf“ sagen wird Homophobie nicht mehr gesellschaftlich akzeptabel.

Variieren wir mal leicht wen das Kind jetzt als Lebenspartner wählt. Sagen wir mal der Sohn hat eine schwarze Freundin. Wenn da jetzt jemand sagt, dass es sowas für sein Kind nicht will, wird da (zurecht) ein wtf kommen von anderen. Solcher Rassismus muss von denen, die ihn denken hinter vorgehaltener Hand geteilt werden, weil man sonst sein Gesicht verliert. So sollte es auch für Homophobie sein. Aber stattdessen ließt man selbst von queeren Menschen leider ein „Du willst kein homosexuelles Kind? Kann ich nachvollziehen“-Take. Und ich denke das ist ein großer Faktor darin, dass es diese Reaktionen überhaupt noch gibt.
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Lana
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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 10 im Thema

Beitrag von Lana »

Val44721 hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 18:16 Wenn man Homophobie dem eigenen Kind gegenüber als nachvollziehbar betrachtet trägt man seinen Teil dazu bei, dass es das gibt. Dadurch wird so eine Position noch als gesellschaftsfähig gehalten. Denn wenn man sagt „ich will kein schwules Kind“ und andere dann sagen „kann ich nachvollziehen“ dann wird auch der Nächste das sagen. Erst wenn andere „wtf“ sagen wird Homophobie nicht mehr gesellschaftlich akzeptabel.
Ja genau, du hast verstanden, wie gesellschaftliche Entwicklungen ablaufen. Das wird in deiner Blase vielleicht funktionieren, bei meiner Oma aber nicht. Und bei meinem Nachbarn auch nicht.

wtf ist kein Argument mit dem du irgend jemanden überzeugen wirst. Du spaltest damit nur und verstärkst negative Vorurteile. Das fnde ich nicht gut.

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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 11 im Thema

Beitrag von edeka »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 10. Jun 2026, 11:51 Eine Position verstehen, nachvollziehen können ist etwas grundlegend anderes, als sie sich auch zueigen zu machen.
Stimmt !
Außerdem hat Vesta kein Verständnis für die Gewalttat geäußert - also für die Homophobie, sondern nur für die nicht -Begeisterung einen schwulen Sohn zu haben. Das kann man zwar auch schon kritisieren, aber man sollte nicht das schwere Geschütz Homophobie aufführen. Sonst vertieft man nur Gräben.
Die Täter wurden angezeigt, dann geht das seinen Gang.

Interessant wäre nur die Frage im Titel: woher kommt dieser Hass ?
Und auch: sind solche homophobenTaten, insbesondere wenn sie im Ergebnis weniger glimpflich ablaufen , besonders häufig? Also im Vergleich zu anderen Straftaten ? Was fördert sie, wie kann Prävention aussehen ?
Val44721
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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 12 im Thema

Beitrag von Val44721 »

edeka hat geschrieben: Do 11. Jun 2026, 20:34 kein Verständnis für die Gewalttat geäußert - also für die Homophobie, sondern nur für die nicht -Begeisterung einen schwulen Sohn zu haben. Das kann man zwar auch schon kritisieren, aber man sollte nicht das schwere Geschütz Homophobie aufführen. Sonst vertieft man nur Gräben.
Bitte? Homophobie ist doch nicht nur Gewalt? Kein homosexuelles Kind haben zu wollen ist Bilderbuch Homophobie und exakt das, was der Begriff meint. Jeder, der sowas sagt oder denkt ist homophob per definitionem.
Homosexuellenfeindlichkeit, oft auch Homophobie genannt, bezeichnet die offene oder subtile Ablehnung von Homosexualität. Der Begriff beschreibt in diesem Zusammenhang eine abwertende Einstellung gegenüber schwulen, lesbischen und bisexuellen Personen
Von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (https://www.antidiskriminierungsstelle. ... hkeit.html)
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Michi
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Re: Woher dieser Hass? Angriff auf homosexuelles Paar in Hotelzimmer | BR24

Post 13 im Thema

Beitrag von Michi »

Es zeigt sich mal wieder, dass völlig ohne Not aneinander vorbei geredet wird.

Eine Aussage, Position oder einen Sachverhalt nachvollziehen zu können, bedeutet nicht automatisch, dass man dafür Verständnis aufbringt oder diesem zustimmt.

Unsere Sprache bietet im Gegensatz zu manch anderer die Möglichkeiten, sich ohne große Verenkungen sehr klar auszudrücken. Aber leider gehen viele recht nachlässig damit um und verwenden Worte eher zufällig.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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