Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein
Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein - # 3

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 31 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Aria hat geschrieben: So 3. Sep 2023, 19:45 Transsexuelle haben keine Wahl, sie stehen am Abgrund, zwischen einem zerstörerischen Leben und dem Tod.
Gehört das zwingend zu einem TS-Dasein ? Wieso können Menschen, die auch in diesen Problemkreis geraten und nicht eine medizinische Lösung anstreben, keine Transsexuelle sein ?

Ich glaube, das Problem, das Liv anspricht ist eine Frage der Fremdbestimmung. Jemand bestimmt über mich was ich bin und was nicht. Und das geht aus meiner Sicht nicht. Dafür soll es ja eine Selbstbestimmungsgesetz geben.
Aria hat geschrieben: So 3. Sep 2023, 19:45Und von daher finde ich es nicht mehr als gerecht, wenn denjenigen ein anderer Stellenwert beigemessen wird, ohne dass da eine Wertung mit bei ist. Ich finde, so viel Achtung kann man innerhalb der Transgender-Familie erwarten, wenn man Respekt nicht nur als Einbahnstrasse betrachtet.
Da bin ich ganz bei Dir. Aber niemand widerspricht Dir in Deiner Selbstbeurteilung. Ich denke, hier ist niemand, der Dir in dieser Frage etwas abspricht. Aber wieso ist eine Selbstbestiimmung eines anderen Menschen ein Grund zu denken, dass Deine Wertigkeit davon betroffen sei ? Zumindest ist das mein Eindruck. Wo läuft denn die Grenze zwischen Fetischist und Transsexuelle ? Für mich sind die beiden Dinge unabhängig. Man kann Fetischist/in und transsexuell sein, oder nur eines oder auch gar keins von beiden.

Dazu ein Indiz, das den Widerspruch deutlich macht: Wenn viele Transsexuelle sehr viel Wert darauf legen, dass Transsexualität nichts mit Sex zu tun hat, kann auch Transsexualität nichts mit Fetisch zu tun haben, denn Fetisch ist eine Form in der Sexualität.

Mein Respekt gebührt jedem Menschen, der in seinem Wesen sich bemüht, seinen persönlichen Weg zu finden. Das ist oft mit viel Leid verbunden. Das stelle ich niemandem in Abrede. Für mich gibt es keine "echten" oder "falsche" Trans-Menschen, egal ob mit oder ohne Fetisch. Jede/r von uns hat Probleme. Manche führen zu Depressionen, die bis zum Selbstmord reichen. Mich macht das betroffen. Aber sind deswegen andere Menschen weniger oder mehr wert ? Ist Leid ein Maßstab für eine Bewertung ? Ist die Form, in der Sexualität (so lange dabei niemand zu Schaden kommt) gelebt wird, ein Maßstab ?

Ich denke nein. Respekt bedeutet für mich im genannten Zusammmenhang, dass ich anderen, unabhängig von meiner eigenen Meinung, das Recht auf eine eigene Selbstbeurteilung zugestehe, denn davon geht keine Beurteilung meiner Person aus. Oder sehe ich das falsch ?

Disclaimer: Man möge die Verwendung des Wortes Transsexualität nachsehen. Ich weiß, das ist kritisch, aber in diesem Zusammenhang ist es für mich bedeutungstragend.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Liv
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 32 im Thema

Beitrag von Liv »

Aria hat geschrieben: So 3. Sep 2023, 19:45 So wie du es schreibst, lässt mich vermuten, dass du viele unschöne Erfahrungen mit so genannten Gatekeeper hattest, die zwischen wahren und falschen Transsexuellen und zwischen echter und unechter Transsexualität unterscheiden. Ich wehre mich ebenfalls gegen dieses schwarz/weiss Denken, da ich der Meinung bin, das alles im Leben fliesst - also auch unser Sein. Manche wandeln sich wenig, andere viel mehr. Und gerade in unserem Thema, das ja das hinüber-fliessen quasi im Namen trägt, stösst so ein Verhalten bei mir auf absolutes Unverständnis.
Danke für die Klarstellung, Aria. Ich wollte in erster Linie einen aufkommenden Transmedikalismus im Keim ersticken. Bei dem Thema bin ich nämlich etwas sensibel.
Aria hat geschrieben: So 3. Sep 2023, 19:45 Ich suchte mir die Hilfe, die du scheinbar nicht brauchst,
Da trügt der Schein. Aber vielleicht bin ich ja nicht lange genug auf der Couch gelegen. Wie geht doch das Ärztesprichwort?
Es gibt keine gesunden Menschen, sondern nur nicht ausreichend untersuchte.
Um vielleicht auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen, ein kleines Zitat aus der S3-Leitlinie:
Da auch Paraphilien einem differenzierten Prozess der Entpathologisierung unterliegen, stellt nach aktueller Sichtweise fetischistischer Transvestitismus per se keine Differentialdiagnose zur GIK oder GD oder überhaupt eine Diagnose dar. Gleichwohl gibt es nicht selten Fälle, in denen der Transition bei trans Frauen eine Phase des Cross-dressings vorausgeht, die für einen vorübergehenden Zeitraum als sexuell erregend erlebt worden sein kann (American Psychiatric Association, 2013). Ein schlüssiger Ansatz für eine Differentialdiagnose ergibt sich hier nicht.
S3-Leitlinie Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit. AWMF online, Seite 30.
Also: Alles kann, nichts muss. Und auch parallel.
Jaddy
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 33 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 4. Sep 2023, 14:45
Aria hat geschrieben: So 3. Sep 2023, 19:45 Transsexuelle haben keine Wahl, sie stehen am Abgrund, zwischen einem zerstörerischen Leben und dem Tod.
Gehört das zwingend zu einem TS-Dasein ? Wieso können Menschen, die auch in diesen Problemkreis geraten und nicht eine medizinische Lösung anstreben, keine Transsexuelle sein ?
Ich denke, es kommt auf die Definition der Bergiffe im aktuellen Kontext an. So richtig einheitliche gibt es nicht und wenn Aria vorher dazu sagt, wie sie bestimmte Begriffe benutzt - ohne sie anderen aufdrücken oder sie fremdlabeln zu wollen - ist das eine gute Sache, weil dann für genau diese Diskussion mit Aria klar ist, wie Aria verstanden werden möchte.

Auch in wissenschaftlichen Veröfentlichungen, Büchern, etc sollte eins immer drauf achten, wie die verwendeten Begriffe jeweils gemeint sind. Das ist auch stark abhängig vom Alter der Veröffentlichung.

Genauso legitim ist allerdings, eine Fremdbezeichnung zurückzuweisen, wenn eine modernisierte, akzeptiertere existiert. Ein Frage der Aushandlung.

Im allgemeinen Sprachgebrauch innerhalb der unterstützenden und jüngeren Community wird "transsexuell" nach meiner Beobachtung gar nicht mehr verwendet, sogar stark abgelehnt. Stattdessen nur noch das Adjektiv "trans". Die übliche Begründung ist, dass a) trans keine Frage der Sexualität / sexuellen Orientierung ist und daher zum Beispiel nicht mit Homo- oder Bisexualität in einen Topf gehört, b) ist trans eine Eigenschaft wie blond oder groß und keine -hm- Gruppenbezeichung.
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 34 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Tatjana_59 hat geschrieben: Mo 4. Sep 2023, 14:44
Aria hat geschrieben: So 3. Sep 2023, 19:45Für mich gibt es nur eine Transsexualität und das ist diejenige, die eine medizinische Transition beinhaltet.
September 2015 konnte ich mit der Hormontherapie beginnen.
Januar 2016 war meine Pä/Vä durch.
Ich war erstmal glücklich soweit gekommen zu sein.
Allerdings sehr betrübt darüber aus gesundheitlichen Gründen (Herz) keine Gaop durchführen lassen zu können.
Bei einem Stammtisch in München wo Ulmer Mädels aus der dortigen Shg anwesend waren, wurde mir von diesen die Transsexualität abgesprochen, da ich nicht operiert bin, es auch vorerst nicht vorhabe.
Medizinische Gründe interessierten die Frauen nicht.
Welch ein Schwachfug aus dem Mund derjenigen, es war auch die Leiterin der Shg Ulm dabei.
Ich war definitiv Transsexuell!

Ende September 2017 haben sich meine Werte soweit gebessert dass mir der Kardiologe grünes Licht zur OP gab.
Schnell bekam ich einen Termin zum Vorgespräch bei Dr. Lidl, der hatte auch keine Einwände mehr.
Ich hatte dann das Glück im Januar 2018 schon operiert werden zu können, allerdings musste ich es noch schaffen in der relativ kurzen Zeit mein Gewicht um 17 kg zu reduzieren.
Ich schaffte es, Dr. Lidl operierte mich.

Wenn mir die OP weiterhin verwährt worden wäre, wäre ich eindeutig trotzdem Transsexuell gewesen, auch wenn es Menschen gab die mir das absprachen, auch in meinem Umfeld.

LG Tatjana
Danke Tatjana, dass du das ansprichst. Genauso sehe ich es auch. Es ist echt traurig, dass manche unserer Kolleginnen solche Gedanken haben und sich dazu noch negativ äußern müssen.
LG Christina
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 35 im Thema

Beitrag von Liv »

Sorry, dass ich dieses kontroverse Thema wieder hervor hole. Ich bin gestern über ein Interview mit Dr. Z von Ashley Adamson gestolpert in dem es u.a. auch um das Thema sexuelle Erregung bei Transidentität geht. Wenn ihr etwas Zeit habt, könnt ihr euch gerne die vollen 2,5 Stunden geben. Sehr kurzweilig und informativ. Es geht primär um ihr neues Buch in dem sie u.a. dafür plädiert, dass man seinen eigenen Weg finden muss und sich keinesfalls von vorgefertigten Denkmustern leiten lassen soll, wie eine Transition auszusehen hat. :wink:

Ab 14:10 geht es um Binge feminizing / dopamine / arousal.

Baeramaela
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 36 im Thema

Beitrag von Baeramaela »

Liv hat geschrieben: Sa 3. Mai 2025, 09:37 Ich kann für mich jedoch sagen (und auch für eine ganze Reihe von crossdressenden Bekannten) das die sexuelle Komponente rapide an Relevanz verliert, sobald man seinen, wie auch immer gearteten, weiblichen Anteilen den benötigten Raum gibt. Was das für Dich heißt musst Du selbst herausfinden. Für mich heißt das: zeitweise aus Frau leben (und gelesen werden!) und weibliches Körperempfinden bewusst zulassen z.B. durch Tanz oder Sport.
"Als Frau gelesen werden." Das ist der Stichpunkt.
Liv hat geschrieben: Sa 24. Okt 2020, 22:06 Und überhaupt: Ich kann mich als Frau über mehrere Tage alleine durch eine fremde Großstadt (inkl. ÖPNV) bewegen, ohne nennenswert aufzufallen! Wahnsinn!!
Seitdem bin ich wesentlich ruhiger geworden, ja würde sogar fast sagen, dass ich mit meiner Neigung meinen Frieden gemacht habe. Ich bin gerne ein Mann und mag meinen männlichen Körper. Aber wenn ich will, kann ich mich mit ein paar Tricks in eine attraktive Frau verwandeln. That's my superpower.
"Ohne nennenswert aufzufallen." und "Aber wenn ich will, kann ich mich mit ein paar Tricks in eine attraktive Frau verwandeln. That's my superpower." Das sind auch Stichpunkte, die wehtun.
Liv hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 20:00 Nun rühre gerade in meinem Starbucks-Kaffeebecher, auf dem fett Liv drauf steht. Mein Name wurde einmal quer durch den Shop gerufen und mir der Becher, als ich mich dann zur Theke gedrängelt habe, mit den Worten "Da ist sie ja… ein Caramel Macchiato für Mademoiselle" in die Hand gedrückt. Solche Situationen passieren mir oft und sie lassen mein Herz höher springen - großes Resonanz-Gendereuphorie-Sinfonieorchester! Zumal ich "nur" Jeans, Pullover, Sneakers und ein leichtes Makeup trage. Meine eigenen Haare habe ich zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ich gebe zu, ich mag zwar von Natur aus einen Startvorteil haben ... Ob andere mich wirklich als Frau lesen oder mir einfach nur den Gefallen tun, weiß ich nicht, aber Misgendering kommt erstaunlich selten vor. Letztendlich ist mir das auch egal.
Ja, ich wünsche, mir wäre das auch egal !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich habe aber dauernd Angst, weil ich en femme dauernd als "er" angesprochen werde, bespuckt, angefeindet werde. Ich will nicht mehr diskriminiert werden, ich wurde das schon mein ganzes Leben lang!
Wenn ich mich selber im Spiegel ansehe (trotz vieler verschiedener Stylingversuche) sehe ich das Männliche und erhalte einfach kein Passing. Das merke ich jetzt einige Monate später seit meinem ersten Beitrag hier im Forum.
Wenn ich lese, wie gut es Liv geht, ohne HRT oder FFS, tut es mir weh. Natürlich will ich dich nicht angreifen, Liv. Du bist großartig und sehr belesen. Warum lese ich das dann? Weil ich hoffe, dass ich eine Lösung finde, wie ich ohne Crossdressing und der damit verbundenene Neigung, Cis zu passen, glücklich werden kann - mit eurer Hilfe. Eigentlich geht es mir auch wie von Liv, oder Maura.Masqurin hier geschildert wird, nur, ich habe das im Vorstellungsbeitrag völlig unpassend AGP genannt.

Andererseits bin ich mit einer tiefen Sehnsucht hin zum Passing erfüllt. Dieses Resonanz-Gendereuphorie-Sinfonieorchester, wie Liv es hier beschreibt, kann einfach nicht mehr spielen! Es hatte, als ich 17 war (siehe Avatarfoto) seinen großen Auftritt. Nun will ich es unbedingt wieder hören! Höchstens mit einer Gesichtsoperation kann es wieder spielen.
Ich denke auch schon seit mehr als 10 Jahren nach zu dem Thema, seit mien Gesicht vermännlichte. Es ist so, dass die Hormonersatztherapie mir nicht hilft, zu "passen", weil die genetisch codierten Knochen die Vermännlichung (die Dysphorie) herbeiführen. Ich nehme schon zehn Jahre lang Hormone. Trotzdem ist es wie verhext! Als ob in mir eine Hexe sitzt, die sagt: "Jetzt mach´die Gesichts-OP endlich! Geh´wieder arbeiten, damit du auch die letzten 4000€ zusammen hast!"
Als ob ich mit 17 "Blut geleckt" habe und nun wie ein Vampir danach dürste !!!!

Da könnt ihr euch jetzt denken: Dann mach´ doch einfach die OP.

- Aber es geht noch schlimmer: Ein intellektueller Untergrundkünstler, der mehrere spirituelle Lehren unterschiedlicher Glaubenssysteme (Mahabharata, Bardo Thödröl, Ägyptisches Totenbuch) gelesen hat, hat gesagt, dass ich mit der OP in die Hölle komme !!!!

Ich könnte jetzt einfach, um mein Gewissen zu beruhigen, einfach denken, dass es Gott nicht gibt und die Operation machen. Aber bislang habe ich kein triftiges Argument erhalten, dass es Gott nicht gibt. Woher wollen wir Menschen wissen, dass es Gott nicht gibt? Die Menschen können mir nicht mal erklären, mit welcher Zahl das Zählen aufhört, oder wo das Weltall zu Ende ist, oder, was eben passiert, wenn wir sterben. Sie wissen auch nicht alles.
Der Glaube an Gott sitzt tief. Ich habe Angst vor der Dunkelheit. Jedes Mal kurz vor dem Schlafengehen und nach dem Aufwachen sehe ich Schatten. Jedes verdammte Mal seit ich lebe! Mangels Erklärung nenne ich sie "Wesen aus dem Jenseits". Ich fürchte, dass sie mich holen, wenn ich sterbe, falls ich eine zu große "Sünde" begehe, und diese Sünde ist die Gesichts-OP. Wenn ich also die OP habe, hätte ich Geld nur für mich ausgegeben, für mein Ego. Also scheint diese OP nicht zu meinem in diesem Leben vorbestimmten Weg zu gehören.
Diese Schatten waren auch keine Mini-Paralyse und mich auf den Atem konzentrieren half auch nicht. Nur Licht anmachen. Es ist keine Schlafparalyse, oder vielleicht nur eine sehr sanfte.
Ich bin zum Glück nicht der Einzige mit dem Scheiß: "Bisher konnten Wissenschaftler nicht eindeutig erklären, was genau die schaurigen Gestalten in unseren Träumen und Gedanken auslösen und warum sie uns in der Nacht offenbar gezielt angreifen."
Quelle: https://www.betten.de/magazin/schlafpar ... chlaf.html


Und woher kommt meine Angst? Vielleicht durch meine Lebenserfahrung. In meiner Kindheit gingen mehrere andere Kinder auf mich los und warfen Steine. Ich wurde rassistisch beleidigt. Rund um die Uhr, im Kinderheim, für drei Jahre. Nachdem ich mich ins Bett lag und einschlafen wollte und auch schon eine Weile lag, hatte sich bespielsweise einer von denen zu mir in ins Bett gelegt, oder sie hatten mich getreten. Ich hatte Prellungen und Narben. Ich war mal froh, wenn ich einen Schultag in Ruhe gelassen wurde. Den Pädagogen war alles scheiß egal, als ich es ihnen erzählte. Vor meiner Mutter hielt ich alles geheim, aus Angst, dass sie sich umbringt, weil sie sonst schon so in ihrem Leben verzweifelt war. Ich hatte keine Verwandten oder Geschwister und sonst keine vertrauenswürdigen Freunde. Ich war immer misstrauisch zu Männlein und Weiblein und der reinste Misanthrob, ich hasste Menschen. Ich fürchtete, dass man mich ständig betrügen wolle. Ich mobbte sogar andere Außenseiter, um bei den Mobbern beliebt zu sein. Ich war total abhängig, auf Gedeih und Verderb den anderen Kindern ausgesetzt! Ich schrieb eigentlich gute Noten, aber durch das ständige draufhämmern ging gar nichts mehr, die Realschule war nicht mehr zu schaffen. Dann bin ich geflohen. Vielleicht sidn die Schatten die nahezu tagtäglichen Attacken der anderen bei Nacht. Ich war mit sieben anderen Kindern zusammen in einem Zimmer. Im Heim waren wir Hunderte. Immer wurde was geworfen, oder jemand stand direkt neben mir, um mir ins Gesicht zu spucken. Oder Kinder von nebenan kamen herübergerannt, manche brachten sogar Mädchen mit.
Mit 16 lag ich im Bett des jugendheims und wünschte mir, als eine echte Frau wahrgenommen zu werden. Warum wollte ich das? Es war und ist einfach nur ein Gefühl. Ich verstand es nicht und verstehe es bis heute nicht. Ich lernte im Jugendheim einen coolen Betreuer kennen, der mich heimlich verkleidet hatte und ich ging als Frau durch! Ich machte als Frau Touren durch die Stadt, war in Bars und als andere Leute meine Stimme hörten, überraschte sie es. Die fanden das witzig und mich brachte das in Euphorie. Ich war eine sogenannte "Trap". Ich liebte es auch, als Frau wahrgenommen auszurasten, zum Spaß Leute zu schubsen und mir passierte nichts. In meinen Zeichnungen aus der Zeit stilisierte ich ausrastende Frauen zu Heldinnen! Sie waren Mörderinnen, brachten Männer um, überall floss Blut.
Verdammt, was sollte das?
Als Frau wurde mein Ausrasten als "Empowerment" bezeichnet, als Mann ein "Problemfall".
Frausein war absolut geil! Ich hätte alles zuwichsen können! Irgendwie war diese Zeit eine Fackel in der pechschwarzen Düsternis.

Noch was: Mein weiblicher Name hat Geschichte. Ich wünschte mir als 16-Jähriger, als ich im Heim war, ich könnte die Gestalt eines bestimmten Mädchens annehmen (etwas, womit man mich nicht erkennt), um mich unter die Mobber zu mischen und ihnen eine Lektion zu erteilen! Die Beschwörungstexte der elfischen Baeramaela.
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 37 im Thema

Beitrag von Malvine »

Hallo Baeramaela,

deine Geschichte habe ich gelesen und sie bewegt mich zutiefst, auch wenn ich dir gerade keine Hilfestellung anbieten kann.
Fühl dich mal in den Arm genommen und liebevoll gedrückt.

LG
Malvine
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 38 im Thema

Beitrag von Helga »

Baeramaela hat geschrieben: Fr 12. Dez 2025, 22:39
Noch was: Mein weiblicher Name hat Geschichte. Ich wünschte mir als 16-Jähriger, als ich im Heim war, ich könnte die Gestalt eines bestimmten Mädchens annehmen (etwas, womit man mich nicht erkennt), um mich unter die Mobber zu mischen und ihnen eine Lektion zu erteilen! Die Beschwörungstexte der elfischen Baeramaela.
Liebe Baeramaela,
vielen Dank für den Einblick in dein Seelenleben.
Ich sehe, dass Crossdressing nicht der einzige und vermutlich auch nicht der größte Stein ist, der auf deiner Seele lastet. Ich kann nur raten, gehe dies gesamtheitlich an und beschränke dich nicht auf Crossdressing (oder Trans). Achte vor allem darauf, das du von anderen nicht darauf beschränkt wirst. Viele (auch Fachmenschen) halten sich zu sehr an den Indizien auf, die all zu offensichtlich erscheinen.
Wir alle tragen Steine auf unserer Seele herum, und sammeln im Laufe unseres Lebens fleißig weitere dazu. Das ist ein stückweit „normal“, und Teil unserer Persönlichkeit. Wir müssen nur darauf achten, dass diese Steine uns nicht irgendwann erdrücken.
Das Gute ist: Diese Steine können von uns abfallen oder sie können schrumpfen.
Jahrzehntelang war Crossdressing ein riesiger Stein auf meiner Seele, lange bevor ich überhaupt einen Ausdruck dafür kannte. Erst in den letzten Jahren kam die Einsicht, dass Crossdressing nur dann ein Problem ist, wenn mensch selbst oder irgendjemand anderes ein Problem daraus macht. Ich habe den Spieß einfach umgedreht. Crossdressing ist für mich kein Makel, sondern eine Chance. Es ist ein Teil meiner Persönlichkeit, der mir Türen an Stellen öffnet, an denen ein „normaler“ Mann nur Wände sieht.
Um auf das Thema Passing einzugehen: Ich bin mit 180cm und 80kg für eine Durchschnittsfrau eigentlich zu groß und zu kräftig, meine Gesichtszüge sind eher männlich. Dennoch habe ich en- femme noch nie Probleme mit missgendern oder gar transphobie gehabt. Ich kann es dir nicht wirklich erklären, ich denke es kommt von innen heraus. Der Schlüssel ist die innere Einstellung, die innere Weiblichkeit, die das Ruder übernimmt.
Schau dich unter cis- Frauen um: Es gibt reichlich Frauen mit kantigen Gesichtszügen, breitem, Kinn, Geheimratsecken, dünnen Haaren oder sonstigen scheinbar männlichen Attributen. Niemand würde auf die Idee kommen diesen Frauen ihre Weiblichkeit abzusprechen.
Eine Hormontherapie ändert am Aussehen eines Menschen sehr wenig, mit Glück gibt es ein A- Körbchen. Die hauptsächliche Wirkung ist psychischer Natur, wobei nichts verlässlich eintritt und einige mehr, andere weniger Resultate haben.
Auch eine Gesichts- Op wird dir vermutlich nichts bringen, wenn du deine Neigung als Last empfindest und dich hinterher noch immer im Spiegel erkennst.
Nebenbei und auch wenn ich mir hier selbst teilweise wiederspreche: Es sollte dir völlig egal sein, was irgendwelche selbsternannten Gurus verteufeln. Selbst wenn es einen (oder mehrere) Götter gibt: Kein Mensch hat die Prokura das Handeln anderer Menschen mit göttlichen Strafen wie Hölle oder Fegefeuer zu belegen. Leider wird diese Strategie auch heute noch gerne genutzt um Minderheiten zu unterdrücken.
Zum Abschluss noch ein Bericht aus meiner eigenen Erfahrung, die mir beim lesen deiner Zeilen wieder ins Gedächtnis kam: Als Kind hatte ich in der Dunkelheit regelmäßig das Gefühl, das jemand unter meinem Bett lag. Ich konnte ihn sogar atmen und stöhnen hören (was im Nachhinein betrachtet in unserem undichten alten Haus durchaus erklärlich war). Ich habe regelmäßig nach meinen Eltern gerufen. Sobald sie hereinkamen und das Licht anschalteten war der Besucher natürlich weg. War das Licht dann aus war natürlich auch der Besucher wieder da. Ich konnte dieses Problem irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes im do- it- yourself- Verfahren lösen: Als ich alt genug war um mit Hammer, Säge und Nägeln umzugehen, habe ich die Öffnung zwischen Matratzenrahmen und Fußboden kurzerhand mit Brettern verschlossen. Mein Besucher ist nie mehr wieder gekommen, weil für ihn kein Platz mehr war.
Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir auf, dass ich seit dem nur noch in selbst gebauten Betten mit geschlossenen Bettkästen geschlafen habe.
Sicherlich ist diese kindliche Furcht nicht mit deinen Ängsten vergleichbar. Ich bin aber sicher, dass es Wege gibt unerwünschte Besucher auszusperren.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 39 im Thema

Beitrag von Micha »

Huh, das ist ja echt starker Tobak, was ich da aus Euren Zeilen herauslese. Baeramaela und Helga.
In meiner Kindheit hatte ich wohl auch schlimme Ängste, erinnere mich kaum noch und gebe mir keine Mühe dazu. Gelernt habe ich daraus, andere nicht zu ängstigen. Wie schon oft empfinde ich kläglich diese Ratlosigkeit. Da ist keine Hilfe, wie Chrischan in einem Kinderbuch immer wieder meint - und doch gab es eine Wendung zum Guten, in dem Kinderbuch. Mit Religion, Glaube, Gott bin ich äußerst vorsichtig. Für mich habe ich einen Weg gefunden...meinen ganz persönlichen. Sollte eine Frage im Raum stehen.... vielleicht mal bei Dschuangtse, Laotse, Sawaki Kodo, Fynn nachschauen? Apokryphe Schriften? Leben im JETZT bedeutet für mich authentisch sein. Dann wäre ich eigentlich NORMAL. Solange alte Muster oder überhaupt Muster meine Seinsäußerung bestimmen, bin ich gefangen....oder fremdgesteuert. Mir entzieht es sich völlig, warum es "Schicksalsschläge" gibt........zuhauff. Einfach leben!? Dies ist leider keine Antwort zum "Betreff"? Oder vielleicht, CD ist ganz normaal. Hab Euch lieb, Stina.
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 40 im Thema

Beitrag von Baeramaela »

Helga hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 22:05 ch bin mit 180cm und 80kg für eine Durchschnittsfrau eigentlich zu groß und zu kräftig, meine Gesichtszüge sind eher männlich. Dennoch habe ich en- femme noch nie Probleme mit missgendern oder gar transphobie gehabt.
Vielleicht sind deine Gesichtszüge nicht männlich, aber du nimmst sie so wahr?
Und was ist schon groß und kräftig? DAS ist groß und kräftig (bitte Video abspielen & erste Sekunden sehen): https://www.youtube.com/watch?v=hZAOo02EAcg .... aber schau dir mal den Rest an! Es ist Figurformung (Verbunden mit Styling), das gezielte Überdecken der Schultern mit den Haaren, Fake-Titties, Körpersprache, Stimme, und bei Vlad auch das Gesicht (auch, wenn er abgeschminkt ist).
Helga hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 22:05 Ich kann es dir nicht wirklich erklären, ich denke es kommt von innen heraus. Der Schlüssel ist die innere Einstellung, die innere Weiblichkeit, die das Ruder übernimmt.
Was soll da die innere Weiblichkeit für ein Ruder übernehmen? Wenn du wegen Transphobie geschlagen wirst, bringt dir die innere Weiblichkeit auch nichts mehr. Dann liegst du am Boden und blutest.
Helga hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 22:05 Schau dich unter cis- Frauen um: Es gibt reichlich Frauen mit kantigen Gesichtszügen
Sorry, wenn ich ausfallend werde, aber, jetzt beleidigst du echt meine Intelligenz! Wenn ich mich seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema Gesichts-OP beschäftige, wird es mir wohl nicht entgangen sein, dass es auch Frauen mit kantigen Gesichtszügen gibt.
Helga hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 22:05 Auch eine Gesichts- Op wird dir vermutlich nichts bringen, wenn du deine Neigung als Last empfindest und dich hinterher noch immer im Spiegel erkennst.
Das verstehe ich nicht. Meine Neigung ist, zu crossdressen. Deshalb mache ich diese OP doch. Und im Spiegel will ich mich natürlich noch erkennen können und nicht entstellt sein.

Was mich wundert ist, dass du im gleichen Beitrag so persönlich deine Geschichte erzählst, wo du mich für so unbeholfen zum Thema Gesichts-OP hältst. Aber vielleicht hast du auch einfach nur überlesen, dass ich mich schon mehr als 10 Jahre mit dem Thema beschäftige. Oder, du hast mich völlig falsch verstanden.


Micha hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 23:38 CD ist ganz normaal
Wenn man ein gutes Passing hat und damit Leute veräppelt, kann es sogar spaßig sein.
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 41 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Baeramaela hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 00:03 Wenn ich mich seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema Gesichts-OP beschäftige
Wenn ich das jetzt richtig verstehe denkst du seit über 10 Jahren darüber nach eine FFS zu machen, hast das Geld (was für die meisten das Haupthindernis ist), und machst es aber trotzdem nicht weil es in Religion X eine Sünde ist?

Das ist eines der Probleme, welches keiner für dich lösen kann. Nur du selbst. Du leidest jetzt offensichtlich seit Jahrzehnten daran. Als eine die diese OP hatte, kann ich nur sagen, dass ich mich und mein Glück vor jede Seite jedes heiligen Buch gestellt habe. Und dass ich dich auch vor jedes stelle. Wo du dich hinstellst musst du aber selber entscheiden.
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 42 im Thema

Beitrag von Baeramaela »

Val44721 hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 09:10 Wenn ich das jetzt richtig verstehe denkst du seit über 10 Jahren darüber nach eine FFS zu machen, hast das Geld (was für die meisten das Haupthindernis ist), und machst es aber trotzdem nicht weil es in Religion X eine Sünde ist?
Seit dem 12. Dezember ist etwas Zeit vergangen und ich hab mir z.B. die Website des "intellektuellen Untergrundkünstlers"/Gurus genau angeschaut. Der schreibt ja auch, dass der Mensch das Virus ist. Das ist purer Hass auf das Leben und das kann kein guter spiritueller Weg sein, was mich die Sicht auf die feminisierende Operation (FFS) überdenken ließ, so dass ich nun dafür bin, die FFS machen zu lassen.


Val44721 hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 09:10 Das ist eines der Probleme, welches keiner für dich lösen kann. Nur du selbst.

Man sollte auf keinem Fall die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität nur selber lösen, weil neben der eigenen Meinung auch das Feedback guter Freunde wichtig ist! Ich bin die letzten Monate von den Transmaxxern aus Amerika bestärkt worden, die FFs zu machen. Das ist eine spezielle Sorte von Mann-zu-Frau-Transsexuellen, meistens Autistinnen (Die meisten Leute im Transbereich sind neurodivergent) und die gehen erfrischend sachlich mit dem Thema Trans um. Erste Regel ist es, das Passing zu erlangen, um die Vorzüge des Frauseins abzugreifen.

Hier ein Beispiel aus dem Manifest der Transmaxxer (ins Deutsche übersetzt):
"1,258
Soziale Schwierigkeiten während der Transition vermeiden
Transmaxxing bedeutet medizinische Transition zum persönlichen Vorteil, nicht den Kampf für eine bestimmte Trans-Sache oder das Streben nach sinnloser Bestätigung. Betrachte es als eine Körpermodifikation, ähnlich wie Bodybuilding. Das ist der einzig vernünftige Ansatz, wenn dir dein soziales Leben, deine Integrität und dein Selbstrespekt wichtig sind.

Wenn du glaubst, dass es ein „inneres Geschlecht“ gibt, das nichts mit Biologie oder Gesellschaft zu tun hat, wirst du dir unweigerlich soziale Probleme einhandeln. Man versteht vielleicht, dass jemand eine Frau sein (oder wie eine Frau aussehen) möchte, aber fast jeder nimmt „im falschen Körper geboren“ als Witz wahr, besonders wenn man vorher nicht extravagant war.

Du musst dich nicht an weibliche Geschlechterstereotype anpassen, um als Frau anerkannt zu werden; es geht darum, weibliche sekundäre Geschlechtsmerkmale zu haben. Dass du dich nach deiner Transition sozial wie eine Frau verhältst, ist einfach eine Frage der Bequemlichkeit, da du so aussiehst. Es geht aber nicht nur ums Aussehen; auch deine biologischen Merkmale (Hormone, Brüste, Gehirn, Körpergeruch usw.) werden eher weiblich sein. Du denkst vielleicht, du seist eine Frau im Körper eines Mannes, aber das ist vor der Hormontherapie wissenschaftlich falsch. Eine feminine Persönlichkeit macht dich nicht automatisch zu einer Frau."
Finde ich einfach klasse!

Auf die reguläre Transszene konnte ich mich die Jahre nie verlassen. Machen wir uns nichts vor: Es gibt einen Gruppendruck. Wer die Ga-OP hat, gehört zum inneren Zirkel, aber wenn eine Transfrau die FFS mache möchte,dann wird der immer erzählt, es besser nicht zu tun, weil man es angeblich besser weiß. Das ist sehr gefährlich! Helga ist das beste Beispiel dafür. Sie sagt: "Schau dich unter cis- Frauen um: Es gibt reichlich Frauen mit kantigen Gesichtszügen", was dann nicht so erfahrene Trans mit Wunsch nach FFS zweifeln lässt und in Grübeleien verstrickt, obwohl es offensichtlich ist, dass in den meisten Fällen Männer andere Gesichtszüge als Frauen haben.




Das will ich hier im Forum so stehen lassen, damit andere Leute sehen, dass es mit mir auch Menschen mit anderen Meinungen zum Thema Gesichtsfeminisierung gibt. Sucht euch eure Gruppe, statt alleine in der Bude herumzuhocken und herumzugrübeln, was am Ende nichts bringt. Davon kriegt ein Mensch nur schlechte Laune!
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Re: Sexualität, Crossdressing und Trans-Dasein

Post 43 im Thema

Beitrag von Liv »

Baeramaela hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 00:03
Helga hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 22:05 Auch eine Gesichts- Op wird dir vermutlich nichts bringen, wenn du deine Neigung als Last empfindest und dich hinterher noch immer im Spiegel erkennst.
Das verstehe ich nicht. Meine Neigung ist, zu crossdressen. Deshalb mache ich diese OP doch. Und im Spiegel will ich mich natürlich noch erkennen können und nicht entstellt sein.
Was mich wundert ist, dass du im gleichen Beitrag so persönlich deine Geschichte erzählst, wo du mich für so unbeholfen zum Thema Gesichts-OP hältst. Aber vielleicht hast du auch einfach nur überlesen, dass ich mich schon mehr als 10 Jahre mit dem Thema beschäftige. Oder, du hast mich völlig falsch verstanden.
Da ich Helga persönlich kenne, kann ich Dir versichern, dass sie sich mir vielen der Themen hier auch schon eingehend beschäftigt hat, und auch hier im Forum schon einiges darüber geschrieben hat. Ich fand ihre Worte recht einfühlend gewählt - eigentlich kein Grund ausfallend zu werden.

Wenn Du unbedingt eine FFS machen willst und es finanziell machbar ist, dann mache es. Ich kenne einige Transfrauen bei denen das in Kombination mit HRT wunderbar geklappt hat. Ich kenne aber auch einige, da waren die Veränderungen so minimal, dass es mir den Aufwand im Wert eines Mittelklassewagens nicht wert gewesen wäre. Und leider gibt es auch Beispiele, bei denen es am Ende einfach nur "operiert" aussieht, und der ursprüngliche Mensch nicht mehr erkennbar ist. Aber ich denke Du wirst dich schon ausreichend informiert haben, um eine belastbare Entscheidung zu treffen. Ich würde mich aber immer mit Menschen persönlich treffen und deren Erfahrungen ungefiltert aufzunehmen. Alles was aus sozialen Medien kommt ist mir größter Vorsicht zu genießen, da leider nur die Extremfälle (im positiven wie negativen Sinn) berichtet werden.

Daher kann ich insbesondere das hier nicht so stehen lassen…
Baeramaela hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 15:51 Ich bin die letzten Monate von den Transmaxxern aus Amerika bestärkt worden, die FFs zu machen. Das ist eine spezielle Sorte von Mann-zu-Frau-Transsexuellen, meistens Autistinnen (Die meisten Leute im Transbereich sind neurodivergent) und die gehen erfrischend sachlich mit dem Thema Trans um.
Transmaxxing ist ein Begriff aus der tiefsten Incel-Szene ("black pills") und beschreibt eigentlich einen Eskapismus. Wenn du schon kein richtiger Mann sein kannst, weil du als solcher "gescheitert" bist, dann werde werde halt eine Frau. Frauen gelten in deren Denkweise zwar auch als zweitklassig, haben es aber angeblich viel leichter als Männer bzw. haben viel schöneres Leben, insbesondere qualitativ und quantitativ besseren Sex. Das Ganze trieft vor Misogynie und Transphobie. Es werden Vorgehensweisen aufgelistet, wie man sich ohne offenkundige Geschlechtsinkongruenz eine Transition erschleichen kann. Und natürlich ist auch die gute alte Autogynphilie mit dabei: "if you do not have autogynephilia, you can try to induce it".

Wenn man das Transmaxxing Manifesto jedoch aus Transperspektive liest, merkt man relativ schnell, dass es von Sozial-/Körperdysphorie bzw. -neid ziemlich gespickt ist. Mir hat sich dann schnell die Frage nach Ursache und Wirkung gestellt. Hat sich da jemand sozial isoliert, gerade weil er trans ist, dies aber nicht wahrhaben will, und sich mit einer Mauer aus internalisierter Transphopie umgeben? Will derjenige sich jetzt eine argumentative Krücke bauen, um aus seinem patriarchalen Incel-Kosmos herauszukommen, ohne sich seine Transidentität einzugestehen? Es wäre schon fast lustig, wenn es nicht so furchtbar traurig wäre. Zwar ist man niemandem Rechenschaft über die eigene Geschlechtsidentität schuldig - aber ein bisschen Ehrlichkeit gegenüber sich selbst kann zumindest nicht schaden.

Baeramaela hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 15:51 fast jeder nimmt „im falschen Körper geboren“ als Witz wahr,
Baeramaela hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 15:51 Es gibt einen Gruppendruck. Wer die Ga-OP hat, gehört zum inneren Zirkel, ...
Baeramaela hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 00:03 Wenn du wegen Transphobie geschlagen wirst, bringt dir die innere Weiblichkeit auch nichts mehr. Dann liegst du am Boden und blutest.
Ich weiß nicht in welchem Umfeld du dich bewegst, aber da scheinen unsere Wahrnehmungen doch sehr sehr weit auseinander zu gehen. Aber vielleicht liegt es auch an unterschiedlichen Herangehensweisen an das Thema.

LG
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Post 44 im Thema

Beitrag von Baeramaela »

Liv hat geschrieben: Di 31. Mär 2026, 18:34 Baeramaela hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 00:03

Helga hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 22:05
Auch eine Gesichts- Op wird dir vermutlich nichts bringen, wenn du deine Neigung als Last empfindest und dich hinterher noch immer im Spiegel erkennst.

Das verstehe ich nicht. Meine Neigung ist, zu crossdressen. Deshalb mache ich diese OP doch. Und im Spiegel will ich mich natürlich noch erkennen können und nicht entstellt sein.
Was mich wundert ist, dass du im gleichen Beitrag so persönlich deine Geschichte erzählst, wo du mich für so unbeholfen zum Thema Gesichts-OP hältst. Aber vielleicht hast du auch einfach nur überlesen, dass ich mich schon mehr als 10 Jahre mit dem Thema beschäftige. Oder, du hast mich völlig falsch verstanden.

Da ich Helga persönlich kenne, kann ich Dir versichern, dass sie sich mir vielen der Themen hier auch schon eingehend beschäftigt hat, und auch hier im Forum schon einiges darüber geschrieben hat. Ich fand ihre Worte recht einfühlend gewählt - eigentlich kein Grund ausfallend zu werden.

Ich will beim Zitieren dieser Stelle gar nicht ausfallend sein. Ich verstehe einfach nicht, was sie schreibt. Es ist dieser Satz: "Auch eine Gesichts- Op wird dir vermutlich nichts bringen, wenn du deine Neigung als Last empfindest und dich hinterher noch immer im Spiegel erkennst."
Ich vermute, sie will sagen, dass ich nach der FFS sein altes männliches Ich im spiegel erkennen könnte und dann unglücklich bin. Aber dann verstehe ich nicht, wieso ich meine Neigung als Last empfinden sollte. Meint sie damit meinen Wunsch, als echte Frau wahrgenommen werden zu wollen? Dass ich unrealistische Erwartungen an mich selber stelle?

Liv hat geschrieben: Di 31. Mär 2026, 18:34 Baeramaela hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 15:51
fast jeder nimmt „im falschen Körper geboren“ als Witz wahr,
Das ist nicht meine eigene Meinung. Das ist aus dem Zitat vom Transmaxxing-Manifest.

Und zum Thema Transmaxxing: Nobody is perfect. Man findet überall was schlechtes, wenn man will. Was ich aber an diesem Manifest hervorhebe ist, dass die Erstellerin sehr an der Herleitung einer Ursache für Transidentität, oder gewissen Fetischen, interessiert zu seinen scheint, was ich gut finde, weil ich würde auch gerne wissen, warum ich so ticke, wie ich ticke. Viele geben sich halt einfach mit einem "Das kann ich mir nicht erklären" zufrieden. Der Ersteller des Transmaxxing-Manifest aber nimmt bei der Ergründung kein Blatt vorm Mund, und oft können wir Männer auch nichts dafür, dass wir aus einem patriachalem Umfeld stammen, wo es halt Gewinner und Verlierer gibt. Den Klassismus darf man dabei auch nicht vergessen. Ich als Kind beispielsweise hab immer eins in die Fresse gekriegt von anderen Jungs. Begründung: Weil es Jungs halt so machen. Mädchen hingegen, ich rede wieder nur von meiner damaligen Wahrnehmung, gingen immer sehr zahm und zivilisert untereinander um, was ich ansprechend fand. Sie schienen halt zu wissen, dass sie schwächer als Männer sind und hatten halt eine "Herde" gebildet.

Liv hat geschrieben: Di 31. Mär 2026, 18:34 Baeramaela hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 15:51
Es gibt einen Gruppendruck. Wer die Ga-OP hat, gehört zum inneren Zirkel, ...

Baeramaela hat geschrieben: Fr 27. Mär 2026, 00:03
Wenn du wegen Transphobie geschlagen wirst, bringt dir die innere Weiblichkeit auch nichts mehr. Dann liegst du am Boden und blutest.

Ich weiß nicht in welchem Umfeld du dich bewegst, aber da scheinen unsere Wahrnehmungen doch sehr sehr weit auseinander zu gehen. Aber vielleicht liegt es auch an unterschiedlichen Herangehensweisen an das Thema.
1. Ist übrigens auch nur Gatekeeping der Transszene. Nur wer die GaOP - hat, ist auch wirklich eine Frau, sagen die.
2. Hat was mit transphober Gewalt zu tun. Wenn man seine innere Weiblichkeit auslebt, aber wie ein Mann aussieht, kann das in manchen Berliner Stadtteilen, in die man versehentlich hineintappst, eben sehr negative Reaktionen hervorrufen.
Liv hat geschrieben: Fr 1. Sep 2023, 14:12 Es kam in meiner Jugend oft vor, dass ich für ein Mädchen gehalten wurde.
Liv kann mich vielleicht deshalb nicht nachvollziehen, weil sie ja schon automatisch zu den Mädchen gezählt wurde, so dass sie nicht diese typische Jungssozialisation hatte und auch sonst bis heute keine Probleme mit transphober Gewalt zu haben scheint. Achtung, das soll jetzt ein Witz sein. Lebensbejahend.

Ohne ihr Honig um den Mund zu schmieren: Ich finde ihren Beitrag vom 1.9. übrigens ganz gut. Jeder hat ein Recht auf Gendereuphorie. Ich auch.


Ich hoffe, alle Unstimmigkeiten beseitigt zu haben.

Liebe Grüße
Zuletzt geändert von Baeramaela am Mi 1. Apr 2026, 00:36, insgesamt 1-mal geändert.
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