Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
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Miriam_Secret
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Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Hallo zusammen,
ich muss mir gerade mal alles von der Seele schreiben, weil ich mich nach einem Telefonat mit meiner Mutter total am Boden fühle.
Ich lebe aktuell in einer extremen Zerrissenheit. Biologisch bin ich ein Mann, aber für mich fühlt sich das Mann-Sein im Alltag nur noch wie ein Kostüm an. Zu Hause bin ich Miriam. Ich trage Frauenunterwäsche, nutze bereits einen BH mit Formen (80B fühlt sich für mich richtig an) und experimentiere mit Make-up und Nagellack.
Heute habe ich versucht, das Ganze bei meiner Mutter vorsichtig zu streuen – eine Art Salami-Taktik. Sie hat den Nagellack an meinem kleinen Finger gesehen. Am Telefon habe ich das Thema dann bewusst ausgeweitet und sogar das Thema Geschlechtsangleichung angesprochen. Ihre Reaktion war total ernüchternd. Sie meinte zwar „Wenn du das gut findest, dann mach das“, aber man hat deutlich gemerkt, dass sie ein Problem damit hat. Als ich fragte, ob sie mich als Frau ansprechen könnte, meinte sie nur, sie wisse nicht, ob sie das könne.
Dabei weiß sie noch gar nichts von der Unterwäsche, den Einlagen oder wie tief das Gefühl, eine Frau zu sein, wirklich geht. Ich fühle mich gerade völlig allein gelassen und weiß absolut nicht weiter. Einerseits will ich ich selbst sein, andererseits zieht mich diese unterkühlte Reaktion extrem runter.
Wie seid ihr mit so einem „halben“ Outing umgegangen? Wie schafft ihr es, das „Kostüm“ im Alltag zu tragen, wenn die engsten Menschen einen nicht so sehen wollen oder können, wie man wirklich ist?
Ich danke euch für jeden Rat, ich kann gerade echt nicht mehr.
ich muss mir gerade mal alles von der Seele schreiben, weil ich mich nach einem Telefonat mit meiner Mutter total am Boden fühle.
Ich lebe aktuell in einer extremen Zerrissenheit. Biologisch bin ich ein Mann, aber für mich fühlt sich das Mann-Sein im Alltag nur noch wie ein Kostüm an. Zu Hause bin ich Miriam. Ich trage Frauenunterwäsche, nutze bereits einen BH mit Formen (80B fühlt sich für mich richtig an) und experimentiere mit Make-up und Nagellack.
Heute habe ich versucht, das Ganze bei meiner Mutter vorsichtig zu streuen – eine Art Salami-Taktik. Sie hat den Nagellack an meinem kleinen Finger gesehen. Am Telefon habe ich das Thema dann bewusst ausgeweitet und sogar das Thema Geschlechtsangleichung angesprochen. Ihre Reaktion war total ernüchternd. Sie meinte zwar „Wenn du das gut findest, dann mach das“, aber man hat deutlich gemerkt, dass sie ein Problem damit hat. Als ich fragte, ob sie mich als Frau ansprechen könnte, meinte sie nur, sie wisse nicht, ob sie das könne.
Dabei weiß sie noch gar nichts von der Unterwäsche, den Einlagen oder wie tief das Gefühl, eine Frau zu sein, wirklich geht. Ich fühle mich gerade völlig allein gelassen und weiß absolut nicht weiter. Einerseits will ich ich selbst sein, andererseits zieht mich diese unterkühlte Reaktion extrem runter.
Wie seid ihr mit so einem „halben“ Outing umgegangen? Wie schafft ihr es, das „Kostüm“ im Alltag zu tragen, wenn die engsten Menschen einen nicht so sehen wollen oder können, wie man wirklich ist?
Ich danke euch für jeden Rat, ich kann gerade echt nicht mehr.
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Andreja2025
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Hallo Miriam,
Zu aller erst mal ein großes Lob das du den Mut aufgebracht hast und das Thema bei deiner Ma nochmal angeschnitten hast.
Schade das Sie so reagiert in diesem Moment. Manche Menschen brauchen etwas Zeit um solche informationen zu verarbeiten. Was für uns manchmal nicht greifbar erscheint
da wir genau wissen wer wir sind.
Meine Eltern und Familie waren zum Glück sehr gnädig mit mir, aber ich denke ich werde mit diesem Problem dann an anderer stelle noch konfrontiert.
Schreib mir gene wenn du reden magst, hab immer ein offenes Ohr und ggf. auch ein Tipp oder zumindestens seelichen beistand.
Lass dich nicht unterkriegen, Zweifel nicht an dir, Du bist genau richtig wie du bist!
Lieben Gruß Andreja
Zu aller erst mal ein großes Lob das du den Mut aufgebracht hast und das Thema bei deiner Ma nochmal angeschnitten hast.
Schade das Sie so reagiert in diesem Moment. Manche Menschen brauchen etwas Zeit um solche informationen zu verarbeiten. Was für uns manchmal nicht greifbar erscheint
da wir genau wissen wer wir sind.
Meine Eltern und Familie waren zum Glück sehr gnädig mit mir, aber ich denke ich werde mit diesem Problem dann an anderer stelle noch konfrontiert.
Schreib mir gene wenn du reden magst, hab immer ein offenes Ohr und ggf. auch ein Tipp oder zumindestens seelichen beistand.
Lass dich nicht unterkriegen, Zweifel nicht an dir, Du bist genau richtig wie du bist!
Lieben Gruß Andreja
Endlich auf dem Weg zu mir selbst!
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Anne-Mette
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Moin,
Wie geht ihr mit anderen "Lebensfragen" in der Familie um?
Experimente mit Nagellack und Frauen-Unterwäsche machen noch keine Frau aus - und deine "Begeisterung" findet in deinem Kopf statt und muss erst einen kompatiblen Weg zu ihr finden.
Wie du so schreibst, ist das "Problem" eher neu für sie - und die Übersetzung von "Sie hat den Nagellack an meinem kleinen Finger gesehen" auf "ich wünsche mir ein positives Feedback und Unterstützung" kann nicht mit den ersten dünnen Scheiben einer Salami-Taktik geschehen; das fordert mehr Informationen und mehr Erklärungsarbeit.
Gib nicht auf und versuche nicht gleich so enttäuscht zu sein. Manche Menschen haben schon ganz andere Reaktionen erfahren. Du kannst immerhin aufbauen - und ein möglicher trans* Weg geht sich nicht innerhalb weniger Tage.
Da braucht es in den meisten vielen längere und belastbare Unterstützung und nicht Jubelstürme am Anfang, die schnell verpuffen.
Herzliche Grüße
Anne-Mette
was hast du denn erwartet?
Wie geht ihr mit anderen "Lebensfragen" in der Familie um?
Experimente mit Nagellack und Frauen-Unterwäsche machen noch keine Frau aus - und deine "Begeisterung" findet in deinem Kopf statt und muss erst einen kompatiblen Weg zu ihr finden.
Wie du so schreibst, ist das "Problem" eher neu für sie - und die Übersetzung von "Sie hat den Nagellack an meinem kleinen Finger gesehen" auf "ich wünsche mir ein positives Feedback und Unterstützung" kann nicht mit den ersten dünnen Scheiben einer Salami-Taktik geschehen; das fordert mehr Informationen und mehr Erklärungsarbeit.
Gib nicht auf und versuche nicht gleich so enttäuscht zu sein. Manche Menschen haben schon ganz andere Reaktionen erfahren. Du kannst immerhin aufbauen - und ein möglicher trans* Weg geht sich nicht innerhalb weniger Tage.
Da braucht es in den meisten vielen längere und belastbare Unterstützung und nicht Jubelstürme am Anfang, die schnell verpuffen.
Herzliche Grüße
Anne-Mette
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Susi T
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Hallo,
ich befürchte das hatte nur aus deiner Sicht was mit Salamitechnik zu tun. Für deine Mutter war das die volle Breitseite bis hin zu Geschlechtsangleichung und Änderung der Anrede. Der Rest ist da doch schon fast egal.
Das ist ja schon die ganze Transreise für die selbst ich Jahre gebraucht habe, auch für die verschiedenen Entscheidungen was ich mache/brauche.
Deine Mutter macht sich vermutlich Sorgen, so wie die meisten Mütter, das muss sie nun erstmal verdauen.
Du hast doch für deinen bisherigen Weg auch länger als nur ein paar Tage gebraucht, oder?
Liebe Grüße, Susi
ich befürchte das hatte nur aus deiner Sicht was mit Salamitechnik zu tun. Für deine Mutter war das die volle Breitseite bis hin zu Geschlechtsangleichung und Änderung der Anrede. Der Rest ist da doch schon fast egal.
Das ist ja schon die ganze Transreise für die selbst ich Jahre gebraucht habe, auch für die verschiedenen Entscheidungen was ich mache/brauche.
Deine Mutter macht sich vermutlich Sorgen, so wie die meisten Mütter, das muss sie nun erstmal verdauen.
Du hast doch für deinen bisherigen Weg auch länger als nur ein paar Tage gebraucht, oder?
Liebe Grüße, Susi
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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Momo58
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Hallo Miriam,
Von 80B und Nagellack über Unterwäsche und Röcke bis zur Transition habe ich viele Jahre gebraucht. Es war eine Reise mit vielen Höhen und Tiefen, Zweifeln und Mut. Die Zweifel sind normal und sie gehen vorüber. Bei einem meiner Zweifel habe ich alle weiblichen Klamotten im Wert von 600 Euro weggeworfen um nach dem Ende meines zweifelns alles wieder neu zu kaufen. Mit den Jahren fiel es mir immer schwerer meine männliche Rolle zu spielen. Es kostete mich unendlich viel Kraft, die mir an anderer Stelle fehlte. Ich suchte mir eine Therapeutin, ging zum ersten Termin mit männlicher Fassade und sagte: "ich glaube; ich bin transsexuell". Die Therapeutin fragte mich, warum ich dann in männlicher Kleidung gekommen bin. Das war der ausschlaggebende Punkt und ich legte mein männliches Kostüm endgültig ab. Nach einem weiteren Termin entsorgte ich alles männliche in meinem Leben begann mit der Transition und bin seit 8.5.2020 eine glückliche, aber auch kämpferische Frau. Ja kämpferisch, aber nicht männlich, sondern im Sinne des Feminismus. Das war gar nicht so einfach, denn durch die Östrogene veränderte sich auch meine Seele. Ich wurde weinerlich und zurückhaltend.
Dein outing ist für deine Mutter erst mal ein richtig dicker Hammer. Das muss sie erst mal verdauen. Gib ihr Zeit. Es gibt kein Patentrezept, das dafür sorgt, dass deine Mutter HURRA schreit. Oft geht es gut, aber manchmal kommt es zum endgültigen Bruch. Bei mir hat es meine Mutter akzeptiert, aber mein Vater hat sich so daneben benommen, dass ich den Kontakt abgebrochen habe.
Liebe Grüße
Manuela
Von 80B und Nagellack über Unterwäsche und Röcke bis zur Transition habe ich viele Jahre gebraucht. Es war eine Reise mit vielen Höhen und Tiefen, Zweifeln und Mut. Die Zweifel sind normal und sie gehen vorüber. Bei einem meiner Zweifel habe ich alle weiblichen Klamotten im Wert von 600 Euro weggeworfen um nach dem Ende meines zweifelns alles wieder neu zu kaufen. Mit den Jahren fiel es mir immer schwerer meine männliche Rolle zu spielen. Es kostete mich unendlich viel Kraft, die mir an anderer Stelle fehlte. Ich suchte mir eine Therapeutin, ging zum ersten Termin mit männlicher Fassade und sagte: "ich glaube; ich bin transsexuell". Die Therapeutin fragte mich, warum ich dann in männlicher Kleidung gekommen bin. Das war der ausschlaggebende Punkt und ich legte mein männliches Kostüm endgültig ab. Nach einem weiteren Termin entsorgte ich alles männliche in meinem Leben begann mit der Transition und bin seit 8.5.2020 eine glückliche, aber auch kämpferische Frau. Ja kämpferisch, aber nicht männlich, sondern im Sinne des Feminismus. Das war gar nicht so einfach, denn durch die Östrogene veränderte sich auch meine Seele. Ich wurde weinerlich und zurückhaltend.
Dein outing ist für deine Mutter erst mal ein richtig dicker Hammer. Das muss sie erst mal verdauen. Gib ihr Zeit. Es gibt kein Patentrezept, das dafür sorgt, dass deine Mutter HURRA schreit. Oft geht es gut, aber manchmal kommt es zum endgültigen Bruch. Bei mir hat es meine Mutter akzeptiert, aber mein Vater hat sich so daneben benommen, dass ich den Kontakt abgebrochen habe.
Liebe Grüße
Manuela
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
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Ninadieflocke
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Hallo Miriam-Secret,
Du hast jetzt einen ersten Stein in den Teich geworfen.Ich würde zunächst abwarten, bis die Wellen abgeklungen sind. Dann ist es Zeit für den nächsten…Gib der Mama Zeit, sich auf die Situation einzulassen.
Viel Glück und Lg
Ninadieflocke
Du hast jetzt einen ersten Stein in den Teich geworfen.Ich würde zunächst abwarten, bis die Wellen abgeklungen sind. Dann ist es Zeit für den nächsten…Gib der Mama Zeit, sich auf die Situation einzulassen.
Viel Glück und Lg
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Michi
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Erst den kleine Zipfel (kleiner Finger lackiert), und dann gleich die ganze Wurst (Geschlechtsangleichung) hinterher. Da hast du aber ziemlich grobe Stücke von der Salami runtergeschnitten, um es mal vorsichtig auszudrücken. Das ist doch kein frisches Mett, was man noch am selben Tag verzehren muss.Miriam_Secret hat geschrieben: Sa 28. Mär 2026, 15:20 Heute habe ich versucht, das Ganze bei meiner Mutter vorsichtig zu streuen – eine Art Salami-Taktik. Sie hat den Nagellack an meinem kleinen Finger gesehen. Am Telefon habe ich das Thema dann bewusst ausgeweitet und sogar das Thema Geschlechtsangleichung angesprochen.
Soll sie vor Freude im Quadrat springen oder begeistert zur Eckfahne rennen, als hättest du den entscheidenden Elfmeter versenkt? So wie du das hier beschreibst, hast du sie damit total überfahren.Miriam_Secret hat geschrieben: Sa 28. Mär 2026, 15:20 Ihre Reaktion war total ernüchternd. Sie meinte zwar „Wenn du das gut findest, dann mach das“, aber man hat deutlich gemerkt, dass sie ein Problem damit hat. Als ich fragte, ob sie mich als Frau ansprechen könnte, meinte sie nur, sie wisse nicht, ob sie das könne.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Anne-Mette
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Moin,
bitte bedenkt bei euren Fragen und Hinweisen die Äußerung der Themenstarterin:
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ich mich nach einem Telefonat mit meiner Mutter total am Boden fühle.
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Lana
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Liebe Miriam,
es wurde ja schon erwähnt, dass deine Begeisterung und die daraus folgenden Äußerungen für deine Mutter vielleicht ein bisschen viel auf einmal waren. Und dann noch am Telefon. Ich würde solche Gespräche immer persönlich unter vier Augen führen.
Salamitaktik heißt, nicht nur kleine, mundgerechte Häppchen zu präsentieren, sondern auch, nicht zu viele davon in kurzer Zeit. Du brauchst also Geduld mit den anderen, und noch mehr mit deiner Mutter. Viel Geduld.
Gibt ihr Zeit, sich an diese für sie völlig neue und unerwartete Situation zu gewöhnen. Momentan ist das alles sehr fremd für sie, wirkt vielleicht bedrohlich (auch wenn es das nicht ist) und überfordert sie.
Biete ihr vielleicht an, für ein Gespräch und Fragen jederzeit zur Verfügung zu stehen, dränge sie aber zu nichts. Biete ihr neutrales Infomaterial zum Thema an (Bücher, Internetseiten).
Falls nach einiger Zeit nichts von ihr kommt (was gut möglich ist), dann nimm den Faden selbst wieder auf, aber ohne zu drängen und idealerweise, wenn es deiner Mutter gerade gut geht. Bleibe in der Gegenwart, und erkläre deinen Weg bis zu dem Punkt, an dem du gerade stehst. Lass die Zukunft erstmal weg, das ist zu spekulativ und verwirrt mehr als es erklärt.
Wenn du das Gefühl hast, deine Mutter ist irgendwann langsam soweit, dass sie grob nachvollziehen kann, was mit dir los ist, und sie versteht, dass das nicht nur eine Laune ist, dann kannst du schauen, wie ihr damit umgeht. Das kann von der Anrede bis zur Kleidung etc. alles mögliche umfassen.
Wie lange das dauert bis dahin?
Das kann dir niemand sagen. Zu individuell sind die Menschen und Konstellationen. Da es so aussieht, als ob du bei deiner Mutter keine offenen Türen einrennst, kann das schon ein bisschen zäh werden. Aber ich finde, Geduld lohnt sich, wenn man auch künftig gut miteinander auskommen will.
Es ist sicher nicht einfach, die Balance zu finden zwischen deinen Bedürfnissen und dem, was deine Mutter verarbeiten kann. Ich wünsche dir ein glückliches Händchen dabei, und die Kraft, mit Rückschlägen und Frust gut umzugehen.
LGL
es wurde ja schon erwähnt, dass deine Begeisterung und die daraus folgenden Äußerungen für deine Mutter vielleicht ein bisschen viel auf einmal waren. Und dann noch am Telefon. Ich würde solche Gespräche immer persönlich unter vier Augen führen.
Salamitaktik heißt, nicht nur kleine, mundgerechte Häppchen zu präsentieren, sondern auch, nicht zu viele davon in kurzer Zeit. Du brauchst also Geduld mit den anderen, und noch mehr mit deiner Mutter. Viel Geduld.
Gibt ihr Zeit, sich an diese für sie völlig neue und unerwartete Situation zu gewöhnen. Momentan ist das alles sehr fremd für sie, wirkt vielleicht bedrohlich (auch wenn es das nicht ist) und überfordert sie.
Biete ihr vielleicht an, für ein Gespräch und Fragen jederzeit zur Verfügung zu stehen, dränge sie aber zu nichts. Biete ihr neutrales Infomaterial zum Thema an (Bücher, Internetseiten).
Falls nach einiger Zeit nichts von ihr kommt (was gut möglich ist), dann nimm den Faden selbst wieder auf, aber ohne zu drängen und idealerweise, wenn es deiner Mutter gerade gut geht. Bleibe in der Gegenwart, und erkläre deinen Weg bis zu dem Punkt, an dem du gerade stehst. Lass die Zukunft erstmal weg, das ist zu spekulativ und verwirrt mehr als es erklärt.
Wenn du das Gefühl hast, deine Mutter ist irgendwann langsam soweit, dass sie grob nachvollziehen kann, was mit dir los ist, und sie versteht, dass das nicht nur eine Laune ist, dann kannst du schauen, wie ihr damit umgeht. Das kann von der Anrede bis zur Kleidung etc. alles mögliche umfassen.
Wie lange das dauert bis dahin?
Das kann dir niemand sagen. Zu individuell sind die Menschen und Konstellationen. Da es so aussieht, als ob du bei deiner Mutter keine offenen Türen einrennst, kann das schon ein bisschen zäh werden. Aber ich finde, Geduld lohnt sich, wenn man auch künftig gut miteinander auskommen will.
Es ist sicher nicht einfach, die Balance zu finden zwischen deinen Bedürfnissen und dem, was deine Mutter verarbeiten kann. Ich wünsche dir ein glückliches Händchen dabei, und die Kraft, mit Rückschlägen und Frust gut umzugehen.
LGL
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Violetta-TransFlower
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Lana hat geschrieben: Sa 28. Mär 2026, 21:43 Und dann noch am Telefon. Ich würde solche Gespräche immer persönlich unter vier Augen führen.
Liebe Lana,
Du nimmst mir die Worte aus dem Mund.
Ich habe es, in den für mich sehr wichtigen Offenbarungen, immer so gehalten, daß ich sie persönlich gemacht habe, niemals am Telefon oder auf anderen Kommunikationswegen.
Also alles, was die Familie und die Arbeit betrifft.
Das empfehle ich Dir, liebe Miriam, ganz dringend.
So nur ist es Dir möglich, Dein Gegenüber zu sehen und auch die Reaktion zu beobachten.
So kannst Du viele Dinge auch besser erklären, so denke ich.
Und bei den ganzen Offenbarungen gab es bei mir nur einmal eine negative Reaktion, alle Anderen waren sehr positiv.
wünscht Dir alles Gute in Zukunft
Deine Violetta
Zuletzt geändert von Violetta-TransFlower am Sa 28. Mär 2026, 22:07, insgesamt 1-mal geändert.
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
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NicoleCH
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Es tut mir sehr leid zu lesen, wie schwer sich das für dich gerade anfühlt. Nach so einem Gespräch ist es total verständlich, dass du dich leer, verletzt und allein gelassen fühlst. Du hast dich ein Stück weit geöffnet (vielleicht auch etwas zu viel aufs mal?) – und wenn dann nicht die erhoffte Wärme zurückkommt, trifft das einfach tief.
Was ich beim Lesen aber ganz stark spüre: Wie klar du dich selbst schon wahrnimmst. Dieses Gefühl, dass das „Mann-Sein“ sich wie ein Kostüm anfühlt, und dass du als Miriam bei dir ankommst – das ist nichts Oberflächliches. Das ist etwas Echtes, etwas Wichtiges. Und du darfst das ernst nehmen, ganz unabhängig davon, wie schnell andere Menschen damit umgehen können.
Die Reaktion deiner Mutter klingt für mich nicht wie Ablehnung im Kern, sondern eher wie Überforderung. Gerade Eltern brauchen manchmal Zeit, weil ihr Bild von dir sich plötzlich verändert – auch wenn das für dich schon lange gewachsen ist. Dass sie noch nicht weiss, ob sie dich anders ansprechen kann, sagt mehr über ihren Prozess aus als über deinen Wert oder deine Identität.
Trotzdem: Es tut weh. Und dieser Schmerz ist absolut berechtigt.
Du bist gerade in einer sehr sensiblen Phase zwischen „ich werde mir selbst immer klarer“ und „die Außenwelt zieht noch nicht mit“. Dieses Dazwischen fühlt sich oft am härtesten an. Viele gehen genau durch diesen Punkt – dieses halbe Outing, dieses Hin- und Her zwischen zwei Welten. Es ist anstrengend, aber auch ein Zeichen, dass du dich bewegst.
Du bist damit wirklich nicht allein, auch wenn es sich gerade so anfühlt. Es gibt so viele Menschen, die genau diesen Weg gegangen sind – mit Zweifeln, mit vorsichtigen Schritten, mit Rückschlägen. Und ganz viele haben erlebt, dass sich Reaktionen mit der Zeit verändern können.
Wenn du magst, kannst du dich fragen:
Wer ist gerade ein sicherer Mensch für mich? Eine Freundin, eine Community, vielleicht auch online? Du musst das nicht nur mit dir selbst ausmachen.
Und noch etwas ganz Wichtiges:
Du bist nicht „zu viel“, nicht „zu kompliziert“ und nicht „falsch“. Du bist gerade dabei, ehrlich mit dir zu werden. Und das ist etwas sehr Wertvolles, auch wenn es sich im Moment eher wie Schmerz anfühlt.
Fühl dich ganz sanft gedrückt. Du darfst dir Zeit geben. Und du darfst genauso sein, wie du dich fühlst.
Was ich beim Lesen aber ganz stark spüre: Wie klar du dich selbst schon wahrnimmst. Dieses Gefühl, dass das „Mann-Sein“ sich wie ein Kostüm anfühlt, und dass du als Miriam bei dir ankommst – das ist nichts Oberflächliches. Das ist etwas Echtes, etwas Wichtiges. Und du darfst das ernst nehmen, ganz unabhängig davon, wie schnell andere Menschen damit umgehen können.
Die Reaktion deiner Mutter klingt für mich nicht wie Ablehnung im Kern, sondern eher wie Überforderung. Gerade Eltern brauchen manchmal Zeit, weil ihr Bild von dir sich plötzlich verändert – auch wenn das für dich schon lange gewachsen ist. Dass sie noch nicht weiss, ob sie dich anders ansprechen kann, sagt mehr über ihren Prozess aus als über deinen Wert oder deine Identität.
Trotzdem: Es tut weh. Und dieser Schmerz ist absolut berechtigt.
Du bist gerade in einer sehr sensiblen Phase zwischen „ich werde mir selbst immer klarer“ und „die Außenwelt zieht noch nicht mit“. Dieses Dazwischen fühlt sich oft am härtesten an. Viele gehen genau durch diesen Punkt – dieses halbe Outing, dieses Hin- und Her zwischen zwei Welten. Es ist anstrengend, aber auch ein Zeichen, dass du dich bewegst.
Du bist damit wirklich nicht allein, auch wenn es sich gerade so anfühlt. Es gibt so viele Menschen, die genau diesen Weg gegangen sind – mit Zweifeln, mit vorsichtigen Schritten, mit Rückschlägen. Und ganz viele haben erlebt, dass sich Reaktionen mit der Zeit verändern können.
Wenn du magst, kannst du dich fragen:
Wer ist gerade ein sicherer Mensch für mich? Eine Freundin, eine Community, vielleicht auch online? Du musst das nicht nur mit dir selbst ausmachen.
Und noch etwas ganz Wichtiges:
Du bist nicht „zu viel“, nicht „zu kompliziert“ und nicht „falsch“. Du bist gerade dabei, ehrlich mit dir zu werden. Und das ist etwas sehr Wertvolles, auch wenn es sich im Moment eher wie Schmerz anfühlt.
Fühl dich ganz sanft gedrückt. Du darfst dir Zeit geben. Und du darfst genauso sein, wie du dich fühlst.
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Malvine
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Hallo Miriam,
es gab schon viele Analysen deines Vorgehens, so manchem kann ich zustimmen. Mag es deinem emotionalen Zustand geschuldet sein, wie du dich für das Outing entschieden hast, aber so bin ich der Ansicht, es wäre gut, hier noch einmal in einem persönlichen Gespräch nachzusteuern.
Erzähl deiner Mutter, wie es dir geht, wie du dich selbst siehst, was deine Wünsche aber auch Ängste sind. Gib ihr die Möglichkeit, einen Blick auf deine Seele zu haben. Dein aktueller Ist-Stand ist dabei wesentlich wichtiger, als das, was die Zukunft vielleicht bringt.
Auch für dich solltest du dir Etapen-Ziele setzen und eine Schritt nach dem anderen machen, in dich hinein hören, wie es dir auf der Reise geht. Dir Zeit nehmen, auch andere Menschen, die dir wichtig sind, mit auf deine Reise zu nehmen. Vielleicht änder sich auch das Ziel deiner Reise - wer weiß schon, was die Zukunft bringt und wie wir uns selbst auf der Reise verändern.
LG
Malvine
es gab schon viele Analysen deines Vorgehens, so manchem kann ich zustimmen. Mag es deinem emotionalen Zustand geschuldet sein, wie du dich für das Outing entschieden hast, aber so bin ich der Ansicht, es wäre gut, hier noch einmal in einem persönlichen Gespräch nachzusteuern.
Erzähl deiner Mutter, wie es dir geht, wie du dich selbst siehst, was deine Wünsche aber auch Ängste sind. Gib ihr die Möglichkeit, einen Blick auf deine Seele zu haben. Dein aktueller Ist-Stand ist dabei wesentlich wichtiger, als das, was die Zukunft vielleicht bringt.
Auch für dich solltest du dir Etapen-Ziele setzen und eine Schritt nach dem anderen machen, in dich hinein hören, wie es dir auf der Reise geht. Dir Zeit nehmen, auch andere Menschen, die dir wichtig sind, mit auf deine Reise zu nehmen. Vielleicht änder sich auch das Ziel deiner Reise - wer weiß schon, was die Zukunft bringt und wie wir uns selbst auf der Reise verändern.
LG
Malvine
Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
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Marlen
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Es wird immer wieder Rückschläge und Enttäuschungen geben, wenn Du Dich vermeintlich wichtigen Menschen anvertrauen willst. Bis hin zu schroffer Ablehnung.
Manche sind davon schockiert, andere wieder haben genug eigene Probleme, die nächsten fürchten um den Menschen, den sie meinten zu kennen. Dazu Unwissenheit über das Thema, Desinteresse, ideologisch aufgeladene Ablehnung usw.
Vielleicht ist es Dir irgendwann auch egal, was Deine Mutter dazu sagt. Das wird die Zeit zeigen und wie Du Dich weiter entwickelst.
VG
Marlen
Manche sind davon schockiert, andere wieder haben genug eigene Probleme, die nächsten fürchten um den Menschen, den sie meinten zu kennen. Dazu Unwissenheit über das Thema, Desinteresse, ideologisch aufgeladene Ablehnung usw.
Vielleicht ist es Dir irgendwann auch egal, was Deine Mutter dazu sagt. Das wird die Zeit zeigen und wie Du Dich weiter entwickelst.
VG
Marlen
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Liebe Miriam,
besonders die offenen Worte, die Lana für Dich gefunden hat, empfinde ich als sehr zuträglich für Dich, sofern ich Deine Ausgangssituation zutreffend einschätze.
Du fühlst Dich mit Deinem innersten Wesen alleine, vielleicht sogar einsam. Das resultiert aus dem Umstand, dass der Mensch eine soziale Tatsache ist. Wir brauchen schlichtweg soziale Kontakte, Assoziierte oder besser einfach Mitmenschen, die mit unserem Wesen, unserem Fühlen, Denken und Sein interagieren. Aus Deinem Namensteil „Secret“ schließe ich aber, dass Du bzw. Deine weibliche Seite beim Gegenteil bist: Geheimnisse sozialisieren sich nicht, denn dann wären es keine mehr. Ich will damit nicht für‘s breite Publikum votieren, wohl aber für einen erlesenen Personenkreis, in dem sich Dein feminines Wesen austauschen und widerspiegeln kann.
Dass Du dazu den ersten Schritt gegangen bist, ist doch sehr gut. Und ja, da bin ich bei meinen Vorrednerinnen, die Art und Weise war vielleicht nicht so geschickt, aber das ist absolut verzeihlich. Versuche, Dich in die Ausgangssituation Deines Gegenübers hineinzuversetzen, um Dein Gegenüber da abzuholen, wo es steht; das kann auch nicht ganz unwahrscheinlich ein ziemlich zementiertes hetero-normatives Gesellschaftsverständnis sein bei ansonsten aufgeschlossenem Wesen - beste Voraussetzung für Veränderung. Ich selbst bin 60 und muss ehrlich zugeben, dass ich bis vor 4 Jahren auch noch ein relativ verengtes Blickfeld bezüglich sämtlicher Transthemen hatte. Ich hatte schlicht keinen blassen Dunst. Und so geht es sehr vielen Menschen. Das zu akzeptieren und als Status Quo trotzdem zu respektieren ist die beste Voraussetzung dafür, dass es sich verändern wird, nicht über Nacht, sondern über mehr oder weniger Zeit. In dieser Zeit ist‘s wichtig, dass Du Dich selbst akzeptierst und schätzt - es ist nichts falsch oder sonderbar an Dir, sondern ganz wunderbar trägst Du etwas in Dir, das besonders wertvoll und liebenswert ist. Sei achtsam und ehrlich zu Dir und Deinem Gegenüber. Wie detailliert ein Outing sein kann, hängt eindeutig von der Aufgeschlossenheit Deines Gegenübers ab. Bei mir glich keines dem anderen und die Reaktionen haben mich öfters durchaus überrascht.
Liebe Grüße, Martina
besonders die offenen Worte, die Lana für Dich gefunden hat, empfinde ich als sehr zuträglich für Dich, sofern ich Deine Ausgangssituation zutreffend einschätze.
Du fühlst Dich mit Deinem innersten Wesen alleine, vielleicht sogar einsam. Das resultiert aus dem Umstand, dass der Mensch eine soziale Tatsache ist. Wir brauchen schlichtweg soziale Kontakte, Assoziierte oder besser einfach Mitmenschen, die mit unserem Wesen, unserem Fühlen, Denken und Sein interagieren. Aus Deinem Namensteil „Secret“ schließe ich aber, dass Du bzw. Deine weibliche Seite beim Gegenteil bist: Geheimnisse sozialisieren sich nicht, denn dann wären es keine mehr. Ich will damit nicht für‘s breite Publikum votieren, wohl aber für einen erlesenen Personenkreis, in dem sich Dein feminines Wesen austauschen und widerspiegeln kann.
Dass Du dazu den ersten Schritt gegangen bist, ist doch sehr gut. Und ja, da bin ich bei meinen Vorrednerinnen, die Art und Weise war vielleicht nicht so geschickt, aber das ist absolut verzeihlich. Versuche, Dich in die Ausgangssituation Deines Gegenübers hineinzuversetzen, um Dein Gegenüber da abzuholen, wo es steht; das kann auch nicht ganz unwahrscheinlich ein ziemlich zementiertes hetero-normatives Gesellschaftsverständnis sein bei ansonsten aufgeschlossenem Wesen - beste Voraussetzung für Veränderung. Ich selbst bin 60 und muss ehrlich zugeben, dass ich bis vor 4 Jahren auch noch ein relativ verengtes Blickfeld bezüglich sämtlicher Transthemen hatte. Ich hatte schlicht keinen blassen Dunst. Und so geht es sehr vielen Menschen. Das zu akzeptieren und als Status Quo trotzdem zu respektieren ist die beste Voraussetzung dafür, dass es sich verändern wird, nicht über Nacht, sondern über mehr oder weniger Zeit. In dieser Zeit ist‘s wichtig, dass Du Dich selbst akzeptierst und schätzt - es ist nichts falsch oder sonderbar an Dir, sondern ganz wunderbar trägst Du etwas in Dir, das besonders wertvoll und liebenswert ist. Sei achtsam und ehrlich zu Dir und Deinem Gegenüber. Wie detailliert ein Outing sein kann, hängt eindeutig von der Aufgeschlossenheit Deines Gegenübers ab. Bei mir glich keines dem anderen und die Reaktionen haben mich öfters durchaus überrascht.
Liebe Grüße, Martina
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Anne-Mette
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Re: Zwischen 80B und Nagellack: Wenn die Mutter nur die Oberfläche sieht
Moin,
manchen Angehöriogen kann es eine Hilfe sein, wenn sie Informationsmaterial bekommen, z.B.
"Transgender verstehen - Ein Ratgeber für Angehörige, Freund:innen und Kolleg:innen"
von Udo Rauschfleisch
https://shop.verlagsgruppe-patmos.de/tr ... 11484.html
manchen Angehöriogen kann es eine Hilfe sein, wenn sie Informationsmaterial bekommen, z.B.
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