Lina hat geschrieben: Di 10. Mär 2026, 21:10
Das ist ja genau das Problem, dass es aufs Geburtsgeschlecht zurückgestellt wird. Zumindest ein Teil vom Problem. Und das erwartet man, dass die Leute so hinnehmen.
Dazu kommt noch: Selbst wer es hinnimmt muss 45 Tage warten bis der neue FS da ist. In einem Land oder Bundesstaat ohne vernünftiges öffentliches Verkehrsnetz. Jede Chance gefeuert zu werden wegen nicht punktlichem Erscheinen, oder Strafanzeigen wegen Fahrens ohne gültigem FS. So oder so, ist es eine bewusste schwerwiegende Schikane.
Wir sind uns doch einig. Schliesslich betrifft mich das alles weitaus mehr als Dich - denn ich muss in diesem Land leben, lieben, arbeiten und reisen. Jeden Tag und nach abgeschlossener Transition.
Der Punkt an dem wir uns nicht einig sind ist, dass Du Aussagen machst, die ich so mit meiner Lebenserfahrung in den USA nicht in Deckung bringen kann. Und ich bin immerhin schon 20 Jahre hier. Deshalb bleibe ich dabei: Das Fuehrerscheinthema ist irgendwo zwischen aergerlich, deprimierend und moeglicherweise gefaehrlich. Hat aber darueber hinaus kaum Auswirkungen - ausser das es ein weiterer Schritt zur systematischen Verbannung von Transmenschen aus der Oeffentlichkeit ist. Damit ist diese Angelegenheit aber bei weitem nicht so lebensbedrohlich, wie z.B. der Versuch, Gender-Affirming Care fuer alle Altersgruppen zu unterbinden, oder das leidige Toilettenthema.
Was mich daran stoert, ist das Leute es lieben, die USA zu hassen. Dabei kann die Situation in Deutschland nach der naechsten Wahl genauso schnell kippen, wie hier. Denn strukturell ist die Deutsche Verfassung wohl kaum stabiler gegen Angriffe als die amerikanische.
Und glaub mir: kaum jemand in der Community nimmt das einfach so hin. Diejenigen, die so gestrickt sind wie ich, sind laut und versuchen die zunehmende Erosion unserer Rechte aufzuhalten. Und viele andere sind leider inzwischen so veraengstigt oder ausgepowert, dass sie es einfach nicht mehr koennen. Man kann es ihnen nicht verdenken.
LG, Liz