Das OLG Frankfurt macht mit bei der Dämonisierung von trans Frauen | queer.de
Das OLG Frankfurt macht mit bei der Dämonisierung von trans Frauen | queer.de - # 2

Claudia
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Re: Das OLG Frankfurt macht mit bei der Dämonisierung von trans Frauen | queer.de

Post 16 im Thema

Beitrag von Claudia »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 17:12
Claudia hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 17:01
Anne-Mette hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 16:34
Das ist nicht so ganz eindeutig; denn immer wieder bezeichnen sich Frauen selbst als "Transfrauen".
Richtig: immer dann, wenn sie einer anderen Behandlung oder Bewertung unterliegen als cisFrauen.
Weil eben andere diese Unterscheidung machen.
Nope. Kontextbezogen treffe ich diese Unterscheidung, wenn ich z.B. über Themen spreche, in denen ein Bezug zu meiner Vergangenheit relevant ist.
Da gibt es doch keinen Widerspruch. Du machst diese Unterscheidung, wenn sie für Dich im aktuellen Kontext wichtig ist.
Und andere, wenn es für sie wichtig und notwendig ist wie etwa die von mir erwähnte Bewertung.

Ich selbst mache diese Unterscheidung nur, wenn sie aus den aktuellen Umständen heraus nötig ist. Wie etwa in diesem Diskurs.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 17:12 Weil es eben auch trans* Personen gibt, die aus ihrer Vergangenheit kein Geheimnis machen. Die jenseits dieser Hysterie mit ihrem bisherigen Leben klar kommen.
Daraus mache ich auch kein Geheimnis, nur binde ich es nicht jedem auf die Nase, wenn es nicht aus aktuellen Umständen notwendig ist.

BTW: Den von dir verwendeten Begriff 'Hysterie' empfinde ich als Beleidung.

LG Claudia
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Re: Das OLG Frankfurt macht mit bei der Dämonisierung von trans Frauen | queer.de

Post 17 im Thema

Beitrag von Vesta »

Val44721 hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 16:24 Aber wie du ja siehst, sind Einstellungen hier dazu, ob trans Frauen nicht ins Männergefängnis gehören… „ambivalent“.
Von Männergefängnis war hier nie die Rede (außer Verweis auf USA als Negativbeispiel). Nun verdreh doch nicht schon wieder alles! Die Transfrau ist im Frauengefängnis, und das ist von niemandem in Frage gestellt worden, weder von der Gefängnisleitung noch vom Gericht noch von mir oder sonst jemandem. Es geht hier lediglich um zusätzliche EInschränkungen im Frauengefängnis.
Catrinel hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 15:41 aber nur mal vorgestellt es wäre so das ich ich trotz meines Personenstand und der bereits laufenden Hormontherapie ins Männergefängnis müsste, hätte ich doch kein Chance da einen einzigen Tag durchzustehen
Ich habe das Gefühl, dass es der Gefängnisleitung nicht um Diskriminierung geht, sondern darum, der Transfrau trotz männlicher Vergangenheit und männlichen Körpers einen Aufenthalt im Frauengefängnis zu ermöglichen und dazu einen Kompromiss zu finden. Ob das ein guter Kompromiss geworden ist, ist eine andere Frage.

Der Wechsel von TSG zu SBGG bedeutet den Wechsel von Gutachten und Operationen zur Aussage der Betroffenen, d. h. die Gesellschaft muss den Betroffenen vertrauen. Während das normale gesellschaftliche Leben auf Vertrauen aufbauen kann, ist gerade ein Gefängnis der Ort, wo Vertrauen als einzige Aussage nicht funktioniert. Die Insassen haben idR. bewiesen, dass man ihnen nicht vertrauen kann, sonst wären sie nicht dort.
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Re: Das OLG Frankfurt macht mit bei der Dämonisierung von trans Frauen | queer.de

Post 18 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Claudia hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 17:26 Und andere, wenn es für sie wichtig und notwendig ist wie etwa die von mir erwähnte Bewertung.
Claudia hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 17:01 Richtig: immer dann, wenn sie einer anderen Behandlung oder Bewertung unterliegen als cisFrauen.
Weil eben andere diese Unterscheidung machen.
Nein, Claudia. Sorry aber deine Aussage erlaubt diese Art der Interpretation nicht. Du behauptest, dass Transfrauen sich als solche bezeichnen, weil es ihnen von "anderen" aufoktruiert wird. Weil es für sie notwendig ist. Und das "immer dann" - also "nur dann", wenn andere diese Bezeichnung erwarten, einfordern, unterscheiden.

Anne-Mettes Aussage ist, das es trans* Frauen gibt, die für sich das "Label" Transfrau "claimen", wie es so schön heißt. So wie es schwule Männer gibt, die sich als "Tunte" bezeichnen, weil sie damit den negativ konnotierten Begriff re-claimen wollen. Und das das genauso okay ist, wie wenn trans* Frauen das für sich nicht wollen, sondern sich schlicht "Frau" sind.

Ich reibe das auch nicht jedem unter die Nase. Muss ich auch nicht. Genauso wenig, wie ich kontextuell nicht darüber aufkläre, das ich nicht die Mutter meiner Kinder bin. In anderen Kontexten halte ich es für sinnvoll, aber nicht weil ich davon eine bessere Behandlung erwarte oder gar andernfalls mit Diskriminierung rechnen müsste.


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Ich hätte aber trotzdem immer noch gerne eine Antwort auf die Frage, wo hier dämonisiert wurde.
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Re: Das OLG Frankfurt macht mit bei der Dämonisierung von trans Frauen | queer.de

Post 19 im Thema

Beitrag von Susi T »

Schon interessant, für mich ist eine Transfrau was völlig anderes als eine trans Frau und von daher geben sich manche selbst eine solche Bezeichnung wie Transfrau was im Gegensatz zu Frau in meinen Augen steht. Ich bin eine große Frau und keine Großfrau, aber das hatten wir ja alles schon.
Aber schon klar, gibt immer welche denen das zu differenzieren zu viel ist.
Ich lebe als Frau, sehe und betrachte mich als Frau und werde so wahrgenommen , selbst da wo man von meiner Vergangenheit etwas weiß und ich kenne aber auch genug die das für sich nicht möchten oder können, denen es wichtig ist eine Transfrau zu sein, das auch der ganzen Welt ständig mitteilen müssen.

Mir persönlich wäre eine solche Behandlung im Knast sicherlich lieber als manch mögliche Alternative, wie z.b Männerknast
Und vielleicht ist sogar Bewachung unter Frauen eine Variante, die nicht zwingend das Schlechteste ist.
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Re: Das OLG Frankfurt macht mit bei der Dämonisierung von trans Frauen | queer.de

Post 20 im Thema

Beitrag von Michi »

Susi T hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 19:52 Schon interessant, für mich ist eine Transfrau was völlig anderes als eine trans Frau und von daher geben sich manche selbst eine solche Bezeichnung wie Transfrau was im Gegensatz zu Frau in meinen Augen steht.
Bevor man darüber urteilt, sollte man sich mal erinnern, dass sich der Sprachgebrauch mit der Zeit verändert hat. Manches, was früher üblich war, wird heute anders gesehen. Ein Teil derer, die mit den früher üblichen Formulierungen "aufgewachsen" sind, behalten diese für sich bei .. aus welchen Gründen auch immer.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Das OLG Frankfurt macht mit bei der Dämonisierung von trans Frauen | queer.de

Post 21 im Thema

Beitrag von Beatrixtg »

Michi hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 21:07 Bevor man darüber urteilt, sollte man sich mal erinnern, dass sich der Sprachgebrauch mit der Zeit verändert hat. Manches, was früher üblich war, wird heute anders gesehen. Ein Teil derer, die mit den früher üblichen Formulierungen "aufgewachsen" sind, behalten diese für sich bei .. aus welchen Gründen auch immer.
Da muss ich Dir Recht geben.
Zum Bsp. 1995 war Transgender die allgemeine Bezeichnung. Ob Transfrau, Transmann oder was auch immer.
Heute haben wir viele Bezeichnungen. Ob ich heute noch in die Bezeichnung Transgender passe, ist mir eigentlich gleich. Ich werde daran nichts ändern. Ich erwähne das auch nur wenn ich gefragt werde. Habe ich das Gefühl, die Frage kommt weil jemand wirklich interessiert ist erkläre ich dass, nicht mit einem Wort, sondern zum Beispiel, dass die Kleidung meinem Gefühl am nächsten kommt. Würde mich aber nie als Frau bezeichnen.

Liebe Grüsse Beatrix
Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
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Re: Das OLG Frankfurt macht mit bei der Dämonisierung von trans Frauen | queer.de

Post 22 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Beatrix,

ich meine mich zu erinnern, dass mindestens bis zur Jahrtausendwende noch die Bezeichnung Transsexuelle absolut üblich war, und Transgender erst später aufkam, um herauszustellen, dass es nichts mit Sexualität zu tun hat, sondern mit Gender, dem sozialen Geschlecht.

Liebe Grüße (has-o)
Michi
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Re: Das OLG Frankfurt macht mit bei der Dämonisierung von trans Frauen | queer.de

Post 23 im Thema

Beitrag von Beatrixtg »

Michi hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 11:40 ich meine mich zu erinnern, dass mindestens bis zur Jahrtausendwende noch die Bezeichnung Transsexuelle absolut üblich war, und Transgender erst später aufkam, um herauszustellen, dass es nichts mit Sexualität zu tun hat, sondern mit Gender, dem sozialen Geschlecht.
Schon möglich, auf jeden Fall war es bei mir die erste Bezeichnung, ob die 1995 aufkam oder später ist mir eigentlich gleich.
Ich weiss nur noch das ich mich bei GirlsWanaHaveFun als Beatrix Tg angemeldet habe.
Das ist was mir in Erinnerung geblieben ist. Als Transsexuell habe ich mich nie Bezeichnet, weil das so einfach nicht stimmt.
Weil meine sexuelle Ausrichtung war immer klar, da stimmte mein Körper. Nur mit den Gefühlen war er nicht einverstanden.
Und heute weiss ich, die Anziehungskraft weiblicher Kleidung war nie weil ich eine Frau sein wollte, sondern die Abwendung von der gelernten Doktrin. Ein Mann muss...
Sondern bekennen zu den jahrelang unterdrückten Gefühlen!

Heute weiss ich natürlich mehr als früher, Jahrzehnte lange Auseinandersetzung mit Was darf man als Mann fühlen und was nicht.
Und diese Definition dürfte bei allen etwas unterschiedlich sein. Wichtig ist sich dazu zu bekennen. Dann kann man Blockaden abbauen.

Liebe Grüsse Beatrix
Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
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