„Ich bin die Frau mit dem schwulen Ex-Mann“ | DLF
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Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Anne-Mette
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„Ich bin die Frau mit dem schwulen Ex-Mann“ | DLF

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich denke, das Thema könnte insbesondere Partnerinnen interessieren:

Gesa und ihr Mann Tom sind seit zwölf Jahren verheiratet und haben zwei Kinder, als Tom ihr gesteht, dass er eigentlich homosexuell ist. Nun beginnt Gesa, sich viele Fragen zu stellen. Eine davon: Was war überhaupt echt an ihrer Ehe?

https://www.deutschlandfunkkultur.de/co ... n-100.html
Frieda
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Re: „Ich bin die Frau mit dem schwulen Ex-Mann“ | DLF

Post 2 im Thema

Beitrag von Frieda »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 21. Jan 2026, 10:08 ich denke, das Thema könnte insbesondere Partnerinnen interessieren:
Ja ... Stimme ich zu❣️ Dieses Interview lohnt es sich anzuhören, denn es zeigt sehr viel Potential❣️👍


Ich grüße alle Interessierte❣️😊

Gleich am Anfang reagierte ich innerlich etwas zickig, als die äußerliche Beschreibung das Aussehen von Gesa erwähnt wurde! Für mich war das persönlich total unwichtig, unnötig, wenn nicht sogar unpassend.
Dennoch habe ich mir die Audio weiter angehört❣️

Ich persönlich war erschrocken, wie Gesa just reagiert hatte, als Tom Ihr ihre Homosexualität gestanden hat. Für mich war Ihre Reaktion da übertrieben! Ich habe nur noch darauf gewartet, dass jetzt von Äußerungen erzählt wird, wie Verrat und/oder Betrug. Zum Glück kam dies nicht❣️👍💖
Im weiteren Verlauf wurde mir Gesa immer sympathischer❣️ Mir gefällt, dass das Erzählte nun mehr in eine Richtung ging die meinem Denken entspricht. Ziemlich zum Ende wurde dann das erste Mal das Wort Bisexualität erwähnt, was mir von Anfang an im Hirn rumgekrochen ist.
Parallel hatte ich auch immer die offensichtliche Frage in meinem Hirn, warum das Outing erst nach dem Tod der Mutter und dem Tod des Stiefvaters passierte. Mich erinnert das an unterschiedliche, ähnliche Erzählungen Anderer (auch hier im Forum), wie selbstverständlich prägend, aber auch einengend eine Eltern-/Kindbeziehung sein kann (und das über Jahrzehnte).

Ich finde es sehr gut, wenn am Ende eine tolle Regenbogen-Patchworkfamilie entstehen kann und diese von allen Beteiligten gelebt (und geliebt) wird❣️🌈

🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
Michi
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Re: „Ich bin die Frau mit dem schwulen Ex-Mann“ | DLF

Post 3 im Thema

Beitrag von Michi »

Meine Gedanken dazu, die ich während des Anhörens spontan aufgeschrieben habe.



Nicht zum ersten Mal habe ich gehört, dass eine Frau denkt/äußert, dass es für sie einfacher gewesen wäre, wenn ihr Mann fremdgegangen wäre. Vergleichbare Reaktionen kommen genau so auch von Partnerinnen von trans* Frauen.

Dass er gerade dann begonnen hat, sich zu verändern, nachdem Mutter und Stiefvater gestorben sind, wundert mich auch nicht. Ab da ist wohl genug Druck weggefallen, für andere die erwartete Rolle als hetero* Mann zu spielen. Vergleichbares kenne ich von mir, und habe es auch schon mehrfach von Mitbetroffenen gehört/gelesen. Bei mir war so ein Punkt z.B. die Scheidung von der Mutter meines Kindes.

Ebenso die Frage, war um er das gemacht hat .. sie zu heiraten. Das können wohl viele von uns nachvollziehen, die die Hoffnung hatten, dass der Wunsch, weibliche Kleidung zu tragen und/oder Frau zu sein, weg geht, wenn nur die richtige Frau erscheint. Wie viele andere habe ich in meiner Jugend erlebt, dass mit einer neuen Freundin die Neigung zu weiblicher Kleidung erst mal scheinbar weg war. Das ist bei vielen Schwulen vor ihrem inneren Coming-out vermutlich ähnlich, die noch kein inneres Coming Out hatten. Die lernen eine attraktive, nette Frau kennen und hoffen oder erleben, dass es vorübergehend besser wird, die geheimen Gedanken an Jungs scheinbar verschwinden. Schließlich will auch niemand freiwillig als Homosexueller oder trans* Person leben, wenn es nicht sein muss, weil man sonst daran zerbricht.

Dann die Frage, warum "wir irgendwie anderen" Menschen diese Entwicklung nicht früher gemacht haben! Ist doch klar: Es liegt an dieser verklemmten, verfickten patriarchalen Gesellschaft, die Angst vor aufgeklärten Kindern hat, Angst vor Menschen, die selbstbestimmt leben wollen. Denn diese aufgeklärten Kinder könnten sich frühzeitig dazu entscheiden, so zu leben, wie sie fühlen, anstatt für ihre Eltern "heile Welt" zu spielen und die gewünschten Enkel zu produzieren. Davon sind wir heute zum Glück für die jetzt jungen Menschen ein Stück weit weggekommen. Aber die Rechten (AfD) und Konservativen (CxU) wollen uns gemeinschaftlich wieder in diese Zeit zurückstürzen, weil Menschen, die leiden und sich aus Unwissenheit unterordnen, leichter zu beherrschen sind.

(has-o)
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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